{"id":12397,"date":"2010-06-11T00:00:00","date_gmt":"2010-06-10T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20100610-04n"},"modified":"2010-06-11T00:00:00","modified_gmt":"2010-06-10T22:00:00","slug":"lwg-projekt-energie-aus-wildpflanzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/lwg-projekt-energie-aus-wildpflanzen\/","title":{"rendered":"LWG-Projekt: Energie aus Wildpflanzen"},"content":{"rendered":"<p><b>Wirtschaftlicher Nutzen gepaart mit Biotop-Charakter &#8211; die ersten Ergebnisse des deutschlandweiten Versuchs &#8220;Energie aus Wildpflanzen&#8221; der Bayerischen Landesanstalt f\u00fcr Weinbau und Gartenbau (LWG) klingen vielversprechend.<\/b><\/p>\n<p>Biomasse-Ertr\u00e4ge von Wildpflanzen k\u00f6nnen denen von Silomais \u00fcberlegen sein. Das belegen Versuche aus dem Jahr 2009 an drei verschiedenen Standorten in Deutschland mit acht unterschiedlichen, mal \u00f6konomisch, mal \u00f6kologisch ausgerichteten Saatgutmischungen. Bei den 42. Landespflegetagen in den Veitsh\u00f6chheimer Mainfrankens\u00e4len stellten die LWG-Mitarbeiter Dr. Birgit Vollrath und Werner Kuhn vor rund 650 Landschaftsg\u00e4rtnern Trockenmasseertr\u00e4ge und Methanausbeuten des ersten Standjahres vor.<\/p>\n<p><i>Fazit:<\/i> Diese lagen bei Mischungen mit \u00f6konomischer Ausrichtung zum Teil \u00fcber denen von herk\u00f6mmlichen Energiepflanzen wie Mais. Auch die Methanausbeute konnte Gro\u00dfteils mit der von Silomais konkurrieren, zeigte Vollrath auf. Die Versuche werden fortgesetzt und versprechen sowohl wirtschaftlich als auch \u00f6kologisch interessant zu werden: Denn im zweiten und dritten Standjahr etablieren sich auf den Versuchsfl\u00e4chen in Bayern und Niedersachsen heimische und fremde Stauden die zum Teil h\u00f6here Biomasseertr\u00e4ge erwarten lassen.<\/p>\n<p>\u00c4u\u00dferst positiv fielen auch die ersten Ergebnisse der \u00f6kologischen Begleituntersuchungen des Projektes &#8220;Energie aus Wildpflanzen&#8221; auf: Sie belegten den hohen Wert der zur Energiegewinnung angelegten Wildpflanzenfl\u00e4chen f\u00fcr die Fauna, machte Werner Kuhn bei den 42. Veitsh\u00f6chheimer Landespflegetagen deutlich. In den Best\u00e4nden bei W\u00fcrzburg, Miltenberg und Oldenburg entwickelte sich rasch ein reiches Insektenleben. Acht verschiedene Fledermausarten profitieren zur Zeit davon. Bodenbr\u00fcter wie Lerchen ziehen im sch\u00fctzenden Dickicht aus Stoppelresten und Bl\u00e4ttern ihre Brut auf. \u00c4u\u00dferst zufrieden sind auch die Bienenwissenschaftler der LWG: Ihre Versuche best\u00e4tigten, dass die meisten Arten der Saatgutmischungen an Pollen und Nektar reiche Bienenweidepflanzen sind.<\/p>\n<p>Das Projekt &#8220;Energie aus Wildpflanzen&#8221; zeige noch mehr Vorteile, erkl\u00e4rten Kuhn und Vollrath. Derzeit entwickeln sich rund um Biogasanlagen deutschlandweit riesige Maisfelder mit all den bekannten negativen Folgen f\u00fcr Boden, Grundwasser, Fauna und Flora. Denn Mais muss intensiv ged\u00fcngt und mit Pestiziden vor Sch\u00e4dlingen, Unkraut und Pilzen gesch\u00fctzt werden. (Zur Erinnerung: ein Saatgut-Beizmittel f\u00fcr Mais hatte 2008 vor allem im Oberrheingraben und in Niederbayern ein Massen-Bienensterben verursacht.) Das alles f\u00e4llt bei den energiereichen Projektpflanzen weg. Sie werden einmal ges\u00e4t und k\u00f6nnen mindestens 5 Jahre genutzt werden. Intensive Bodenbearbeitung und Pflanzenschutz entfallen. Geerntet wird ab August, um Jungtiere nicht zu gef\u00e4hrden. Energiereiche Wildpflanzen schonen Boden, Grundwasser, Flora und Fauna, aber auch Maschinen und Geldbeutel des Landwirts machte Werner Kuhn bei den Landespflegetagen deutlich.<\/p>\n<p>Mais-Monokulturen ver\u00e4ndern die einst abwechslungsreichen Kulturlandschaften Deutschlands. Manchem Tourismusmanager sind sie l\u00e4ngst ein Dorn im Auge. Bl\u00fchende Landschaften dagegen sind sch\u00f6n anzusehen und befriedigen auch die Sinne von Erholungssuchenden, betonte Kuhn. Die energiereichen Wildpflanzen k\u00f6nnten problemlos selbst kleinere Brachen und Baul\u00fccken in Industriegebieten und Siedlungsraum nutzen und dank ihres Bl\u00fctenreichtums zur Versch\u00f6nerung und Renaturierung unseres Umfelds beitragen &#8211; mit erheblichem Nutzen f\u00fcr die Biogasgewinnung.<\/p>\n<p>Das Projekt &#8220;Energie aus Wildpflanzen&#8221; der Bayerischen Landesanstalt f\u00fcr Weinbau und Gartenbau (LWG) in Veitsh\u00f6chheim wird von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) e.V gef\u00f6dert. Es l\u00e4uft bis Ende 2010 und soll das derzeit auf wenige Kulturpflanzen beschr\u00e4nkte Artenspektrum zum Biomasseanbau erweitern. Gleichzeitig soll es spezielle, auf die Biogasgewinnung abgestimmte, ertragsstarke Saatgutmischungen f\u00fcr die Direktsaat entwickeln, die sich zum Etablieren mehrj\u00e4hriger Erntebest\u00e4nde eignen.<\/p>\n<p>Hierzu wurden gemeinsam mit den Projektpartnern , dem Saatguthersteller Zeller, dem Deutschen Verband f\u00fcr Landespflege (DVL), der Deutschen Wildtierstiftung (DeWiSt), dem Internationalen Rat zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) sowie dem Landesjagdverband Bayern Versuchs- und Praxisfl\u00e4chen angelegt. Derzeit wird ein weiterer Projektantrag f\u00fcr 2011 erarbeitet, k\u00fcndigte Dr. Birgit Vollrath bei den 42. Landespflegetagen an. Er sieht die Anlage gro\u00dffl\u00e4chiger Ansaaten in Zusammenarbeit mit Praxisbetrieben vor.<\/p>\n<p>In Anbetracht der meist geringen Kenntnisse \u00fcber das Ausbreitungsverhalten fremder Arten wurden die genutzten Pflanzen einer gr\u00fcndlichen Pr\u00fcfung unterzogen. Von den urspr\u00fcnglich 214 zur Energiegewinnung geeigneten Wildpflanzenarten blieben nach strenger Pr\u00fcfung anerkannter Experten nur 37 Arten \u00fcbrig. Die Versuchsfl\u00e4chen stehen unter Dauerbeobachtung, um Gefahren durch eine unkontrollierte Selbstaussaat und Verwilderung fr\u00fchzeitig zu erkennen, erkl\u00e4rte Vollrath.<\/p>\n<p>\u00dcbrigens: Vom intensiven Maisanbau profitieren in der Natur einzig die Wildschweine, machte Kuhn bei den Landespflegetagen deutlich. Sie finden hier ideale Nahrung, vermehren sich reichlich und verw\u00fcsten j\u00e4hrlich hunderte Hektar Maisfelder. Den dabei entstandenen Schaden m\u00fcssen meist die J\u00e4ger zahlen, die aus diesem Grund wenig Neigung zeigen, wildschweinreiche Jagdreviere zu pachten. Was wiederum negative Folgen f\u00fcr Feld, Wald und Artenvielfalt hat. <\/p>\n<p><b>Weitere Informationen<\/b><br \/>Auf der Pressekonferenz in Riedern bei Miltenberg am 22. Juni 2010 haben Sie Gelegenheit, das neue Anbausystem von der Saatgutproduktion bis zum Versuchsanbau kennen zu lernen. Hier erfahren Sie nicht nur die neuesten Versuchsergebnisse, sondern Sie lernen alle Schritte kennen, die aus einer gro\u00dfartigen Idee einen praxistauglichen Anbau werden lassen.  Unser Projektpartner Saaten Zeller hat daran einen gro\u00dfen Anteil.<br \/>Die Veranstaltung sowie der angebotene Mittagsimbiss sind kostenlos. <br \/>Bitte melden Sie sich bis zum 18.06.2010 verbindlich an.<\/p>\n<p><b>Veranstaltungsort<\/b><br \/><a href=\"http:\/\/www.saaten-zeller.de\/\" >Saaten Zeller<\/a><br \/>Erftalstra\u00dfe 6 <br \/>D-63928 Riedern<br \/>info@saaten-zeller.de <br \/>www.saaten-zeller.de<\/p>\n<p><b>Kontakt<\/b><br \/>Christof Thoss<br \/><a href=\"http:\/\/www.lwg.bayern.de\/\" >Deutscher Verband f\u00fcr Landschaftspflege<\/a><br \/>Tel.: 0981-46 53 35 46<br \/>Fax:  0981 46 53 35 50<br \/>E-Mail: <a href=\"mailto:thoss@lpv.de\">thoss@lpv.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Wirtschaftlicher Nutzen gepaart mit Biotop-Charakter &#8211; die ersten Ergebnisse des deutschlandweiten Versuchs &#8220;Energie aus Wildpflanzen&#8221; der Bayerischen Landesanstalt f&uuml;r Weinbau und Gartenbau (LWG) klingen vielversprechend.<\/b><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[359,362,360,19232,2068,363],"class_list":["post-12397","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","supplier-bayerische-landesanstalt-fuer-weinbau-und-gartenbau-lwg","supplier-deutsche-wildtier-stiftung-dewist","supplier-deutscher-verband-fuer-landschaftspflege-dvl","supplier-fachagentur-nachwachsende-rohstoffe-e-v-fnr","supplier-internationaler-rat-zur-erhaltung-des-wildes-und-der-jagd-cic","supplier-saaten-zeller"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12397","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12397"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12397\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12397"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12397"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12397"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=12397"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}