{"id":12393,"date":"2010-06-14T00:00:00","date_gmt":"2010-06-13T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20100614-02n"},"modified":"2010-06-14T00:00:00","modified_gmt":"2010-06-13T22:00:00","slug":"palmoelnutzung-weltweit-2010-weltweit-nur-wenig-palmoel-fuer-strom-waerme-oder-kraftstoffe-verwendet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/palmoelnutzung-weltweit-2010-weltweit-nur-wenig-palmoel-fuer-strom-waerme-oder-kraftstoffe-verwendet\/","title":{"rendered":"Palm\u00f6lnutzung weltweit 2010: Weltweit nur wenig Palm\u00f6l f\u00fcr Strom, W\u00e4rme oder Kraftstoffe verwendet"},"content":{"rendered":"<p><b>Ein entscheidender Faktor f\u00fcr die Klimabilanz von Biokraftstoffen ist die Frage der Landnutzungs\u00e4nderung. Wenn eigens f\u00fcr den Anbau von Biomasse z.B. Urwaldfl\u00e4chen gerodet oder Moore trockengelegt werden, ist die CO<sub>2<\/sub>-Bilanz zwangsl\u00e4ufig \u00fcber Jahrzehnte negativ. Durch die Umwandlung von Prim\u00e4rregenwald in Palm\u00f6lplantagen werden z.B. rund 365 Tonnen CO<sub>2<\/sub> pro Hektar und Jahr freigesetzt, da eine Palm\u00f6lplantage nach der Brandrodung auch wesentlich weniger Kohlenstoff speichern kann als ein Naturwald.<\/b><\/p>\n<p>Palm\u00f6l spielt allerdings auf dem deutschen Biokraftstoffmarkt keine Rolle: Bei niedrigen Temperaturen wird Biodiesel aus Palm\u00f6l fest und scheidet als Kraftstoff in Mittel- und Nordeuropa aus. Mit Palm\u00f6l k\u00f6nnen die technischen Normen f\u00fcr Biodiesel nicht erreicht werden. Dem Biodiesel k\u00f6nnen daher maximal wenige Prozentpunkte Palm\u00f6l beigemischt werden.<\/p>\n<p><b>Biodiesel kommt vom Rapsfeld &#8211; und nicht aus dem Regenwald<\/b><br \/>Biokraftstoffe werden in Deutschland haupts\u00e4chlich mit heimischer Biomasse erzeugt, n\u00e4mlich Pflanzen\u00f6l aus Raps f\u00fcr Biodiesel sowie Getreide und Zuckerr\u00fcben f\u00fcr Bioethanol. Importe von Biomasse f\u00fcr die Biokraftstoffproduktion sind im Vergleich zu den Importen von z.B. Futtermitteln noch marginal, nehmen allerdings zu: US-amerikanische und argentinische Dumping-Exporte von Biodiesel auf Basis von Soja dr\u00e4ngen bereits verst\u00e4rkt auf den deutschen Kraftstoffmarkt. Kleine und mittelst\u00e4ndische deutsche Biodieselhersteller, die auf kurze, regional verankerte Produktionsketten setzten, sind damit zus\u00e4tzlich gef\u00e4hrdet.<\/p>\n<p><b>Nachhaltigkeitskriterien f\u00fcr Biokraftstoffe<\/b><br \/>Die EU-Richtlinie zur F\u00f6rderung Erneuerbarer Energien vom Mai 2009 soll sicherstellen, dass die Produktion und der Verbrauch von Biokraftstoffen effektiv einen Beitrag zur Reduktion von Treibhausgasen leisten. Der Anbau von Biomasse f\u00fcr Biokraftstoffe auf \u00f6kologisch wertvollen Fl\u00e4chen soll verhindert, die Nutzung von Brachfl\u00e4chen soll dagegen besonders gef\u00f6rdert werden.<\/p>\n<p>Die EU-Nachhaltigkeitskriterien gelten ausschlie\u00dflich f\u00fcr den Anbau von Biomasse, die f\u00fcr die Produktion von Biokraftstoffen genutzt wird. Der Anbau f\u00fcr die Nahrungs- und Futtermittelproduktion muss die Nachhaltigkeitskriterien nicht erf\u00fcllen. Biokraftstoffe m\u00fcssen gegen\u00fcber fossilen Kraftstoffen \u00fcber ihre gesamte Produktionskette mindestens 35% Treibhausgasemissionen (ab 2017: 50%) reduzieren, um auf das EU-Ziel von 10% Erneuerbarer Energien im Verkehrssektor bis 2020 angerechnet werden zu k\u00f6nnen. Neuanlagen, die nach 2017 beginnen, Biokraftstoffe zu produzieren, m\u00fcssen mindestens 60% weniger Emissionen als fossile Kraftstoffe verursachen.<\/p>\n<p>Die Bundesregierung hatte bereits im Dezember 2007 einen eigenen Entwurf einer Nachhaltigkeitsverordnung f\u00fcr Biomasse (BioNachV) vorgelegt, der die Gestaltung der EU-Nachhaltigkeitskriterien vorweggenommen und beeinflusst hat. Die deutsche Nachhaltigkeitsverordnung f\u00fcr Biokraftstoffe (BiokraftNachV) ist seit November 2009 in Kraft. Eine \u00dcbergangsfrist gilt bis Januar 2011.<\/p>\n<p><b>Biomasse-Zertifizierung kann nicht alle Probleme l\u00f6sen<\/b><br \/>Wenig Sinn haben noch so strenge Standards allerdings, wenn diese sich allein auf die Nutzung der Biomasse f\u00fcr Biokraftstoffe beschr\u00e4nkt. Nur 6% der Weltgetreideernte floss 2009 in die Biokraftstoffproduktion. Nur 5% der globalen Palm\u00f6lproduktion floss 2009 in die energetische Nutzung (Strom-, W\u00e4rme- und Biokraftstoffe). Nachhaltigkeitskriterien m\u00fcssen f\u00fcr alle Nutzungspfade der Biomasse gelten &#8211; sonst geht der nicht nachhaltige Anbau f\u00fcr Nahrungs- und Futtermittel auf anderen Fl\u00e4chen einfach weiter. <\/p>\n<p><center><img SRC=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20100614-02\/AEE-Palmoelnutzung-2010.jpg\" align=\"center\" BORDER=\"0\" ALT=\"AEE-Palmoelnutzung-2010.jpg\"\/><\/center><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Ein entscheidender Faktor f&uuml;r die Klimabilanz von Biokraftstoffen ist die Frage der Landnutzungs&auml;nderung. Wenn eigens f&uuml;r den Anbau von Biomasse z.B. 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