{"id":12388,"date":"2010-06-16T00:00:00","date_gmt":"2010-06-15T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20100616-05n"},"modified":"2010-06-16T00:00:00","modified_gmt":"2010-06-15T22:00:00","slug":"einsatz-von-floralat-urne-aus-nachwachsenden-rohstoffen-stoesst-bei-konkurrenz-auf-widerstaende","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/einsatz-von-floralat-urne-aus-nachwachsenden-rohstoffen-stoesst-bei-konkurrenz-auf-widerstaende\/","title":{"rendered":"Einsatz von Floralat-Urne aus nachwachsenden Rohstoffen st\u00f6\u00dft bei Konkurrenz auf Widerst\u00e4nde"},"content":{"rendered":"<p><b>Matthias Malok erfand vor 15 Jahren die Floralat-Urne aus einem Faser-St\u00e4rkemehl-Gemisch. Das s\u00e4chsische Bestattungsgesetz hatte kurz zuvor den Einsatz von verrottbarem Material festgeschrieben. Die \u00c4ra der in der ehemaligen DDR \u00fcblichen und unverw\u00fcstlichen Duroplast-Urnen sollte damit ein Ende haben. Das Material der handels\u00fcblichen Metall-Urne im so genannten Zweigef\u00e4\u00dfsystem wird als &#8220;verrottbar&#8221; angesehen, muss jedoch nach der Liegefrist wieder ausgegraben werden. Maloks Idee, mit der biologisch abbaubaren Urne &#8220;die Friedwaldidee, die Beisetzung in freier Natur, umzusetzen&#8221; findet zwar gro\u00dfen Anklang bei Umweltfreunden, scheitert jedoch an den Widerst\u00e4nden vonseiten der Beh\u00f6rden und dem Leipziger Bestattungswesen.<\/b><\/p>\n<p>Laut Angelika Kell vom B\u00fcro der b\u00fcndnisgr\u00fcnen Landtagsabgeordneten Gisela Kallenbach lassen sich ca. 70% der Sachsen in Metall-Urnen beerdigen.. Die gesetzlich vorgeschriebene Liegefrist betr\u00e4gt je nach Bundesland bis zu 20 Jahre nach der Beisetzung. Die Metall-Urnen im Zweigef\u00e4\u00dfsystem verrotten nicht und m\u00fcssen ausgegraben und umgesetzt werden. Sie werden in eine Sammelstelle umgebettet, um die Grabpl\u00e4tze wieder neu vergeben zu k\u00f6nnen. &#8220;Bei rund 46.000 Urnen im Freistaat pro Jahr belaufen sich die Kosten insgesamt schon mal auf 8,5 Millionen Euro j\u00e4hrlich &#8220;, so Kell. Diese Kosten m\u00fcssen, von Fall zu Fall, entweder von den Hinterbliebenen oder von den Kommunen beglichen werden.<\/p>\n<p>Alternativen gibt es schon: In Deutschland zugelassen sind Beisetzungen in genehmigungspflichtigen Friedw\u00e4ldern. Im Ausland sind z.B. See- und Unterwasserbestattungen erlaubt.<\/p>\n<p>Die Floralat-Urne kommt au\u00dferhalb von Leipzig zum Einsatz wie in Konstanz z.B. Malok: &#8220;Das Material meiner Urne ist vom Technologiezentrum f\u00fcr Oberfl\u00e4chentechnik und Umweltschutz Leipzig zertifiziert.&#8221;  Bei der Stadt Leipzig st\u00f6\u00dft Maloks &#8220;Bio-Urne&#8221; jedoch auf wenig Gegenliebe. &#8220;Als Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer seiner KG vertritt Herr Malok seit Ende der 1990er Jahre die Auffassung, dass die \u00fcblicherweise auf den Leipziger Friedh\u00f6fen verwendeten verrottbaren bzw. zersetzbaren Metallurnen nicht den Anforderungen an umweltgerecht abbaubares Material erf\u00fcllen. Er meint, nur seine auf pflanzlicher Basis angefertigten Urnen seien umweltgerecht, weshalb die Konkurrenzprodukte aus Metall nicht mehr verwendet werden d\u00fcrften&#8221;, sagt Andreas Gesierich vom Rechtsamt der Stadt Leipzig. &#8220;Die auf den Leipziger Fried\u00f6fen bei Bestattungen verwendeten Metallurnen finden bundesweit und wahrscheinlich sogar im gesamten Binnenmarkt der EU Verwendung. Sie sind im Abbau unbedenklich. Wenn die Leipziger Friedhofssatzung den Begriff &#8220;verrottbar&#8221; verwendet, umfasst dies von der Sache her auch die Zersetzung der Metallurnen. Die Auffassung der Stadt wird im \u00dcbrigen vom Freistaat Sachsen, Landesdirektion Leipzig, geteilt. Er f\u00e4hrt fort, Maloks Urnen k\u00f6nnten auf Leipzigs Friedh\u00f6fen verwendet werden, k\u00f6nnten jedoch keine ausschlie\u00dfliche Verwendung gegen\u00fcber der Konkurrenz aus Metall beanspruchen.<\/p>\n<p>Auch bei der Ein\u00e4scherung, die ein Hinterbliebener mit der Asche seiner Mutter in der Floralat-Urne vornehmen wollte, stellte sich heraus, dass das erst vor ein paar Jahren errichtete Krematorium nur auf den Einsatz von Aschekapseln eines bestimmten Herstellers ausgerichtet war. Malok: &#8220;Dort fand ich, als ich mich da schon mal mit meiner Bio-Urne bewarb, gar nicht erst Geh\u00f6r.&#8221;<\/p>\n<p>Malok fordert Politiker und Verantwortliche weiterhin auf, hinsichtlich der gesetzlich verwendeten Begrifflichkeiten wie &#8220;biologisch abbaubar&#8221;,&#8221;umweltgerecht abbaubar&#8221; oder &#8220;verg\u00e4ngliches Material&#8221; Klarheit zu schaffen. Das Zweigef\u00e4\u00df-System m\u00f6chte er komplett verboten wissen.<\/p>\n<p><b>Weitere Informaitonen<\/b><br \/>Informationen zur Floralat-Urne finden Sie unter <a href=\"http:\/\/www.leipziger-floralat.com\/\" >www.leipziger-floralat.com<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Matthias Malok erfand vor 15 Jahren die Floralat-Urne aus einem Faser-St&auml;rkemehl-Gemisch. Das s&auml;chsische Bestattungsgesetz hatte kurz zuvor den Einsatz von verrottbarem Material festgeschrieben. 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