{"id":123791,"date":"2023-03-10T07:07:00","date_gmt":"2023-03-10T06:07:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=123791"},"modified":"2023-03-09T11:22:08","modified_gmt":"2023-03-09T10:22:08","slug":"objekte-aus-kunststoff-besser-erhalten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/objekte-aus-kunststoff-besser-erhalten\/","title":{"rendered":"Objekte aus Kunststoff besser erhalten"},"content":{"rendered":"\n\n\n<p><strong>Bei der Restaurierung und Konservierung von Kunststoffen sind Fachleute aus den Kultur-, Material- und Restaurierungswissenschaften gefragt. Bislang haben diese f\u00fcr gleiche oder \u00e4hnliche Beobachtungen wie Herstellungsfehler, Sch\u00e4den oder Alterungserscheinungen ihr eigenes Vokabular verwendet \u2013 das kann zu Missverst\u00e4ndnissen f\u00fchren. Um die Zusammenarbeit zu erleichtern, hat ein internationales Forschungskonsortium unter der Leitung der TH K\u00f6ln eine gemeinsame Terminologie f\u00fcr die Erhaltung von Kunststoffen entwickelt. Diese umfasst mehr als 100 Begriffe und soll deutsch- sowie englischsprachig Open Access verf\u00fcgbar gemacht werden.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\"><figure class=\"alignright size-full is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/03\/image-1.jpeg\" alt=\"Kaffeem\u00fchle aus den 1920er Jahren, abgebildet mit einer Farbmusterkette aus dem gleichen Material, n\u00e4mlich Phenoplast.\" class=\"wp-image-123794\" width=\"372\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/03\/image-1.jpeg 1200w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/03\/image-1-300x234.jpeg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/03\/image-1-1024x800.jpeg 1024w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/03\/image-1-150x117.jpeg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/03\/image-1-768x600.jpeg 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/03\/image-1-346x270.jpeg 346w\" sizes=\"(max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><figcaption>Kaffeem\u00fchle aus den 1920er Jahren, abgebildet mit einer Farbmusterkette aus dem gleichen Material, n\u00e4mlich Phenoplast. <strong>\u00a9<\/strong> TH K\u00f6ln\/Lisa Burkart<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eVom preiswerten Ersatz f\u00fcr teure Naturprodukte bis zum begehrten Hightech-Objekt hat Kunststoff die kulturelle Entwicklung des 20. und 21. Jahrhunderts gepr\u00e4gt\u201c, sagt Projektkoordinatorin <strong>Prof. Dr. Friederike Waentig vom Cologne Institute for Conservation Sciences (CICS) der TH K\u00f6ln<\/strong>. \u201eTrotz dieser Bedeutung ist die Disziplin der Restaurierung und Konservierung dieses Werkstoffes noch wenig etabliert und dementsprechend fehlt es an effektiven Erhaltungsstrategien\u201c, so <strong>Waentig<\/strong> weiter. <\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Das sei problematisch, da einige Kunststoffe weitaus weniger langlebig seien, als ihr Image es vermuten lie\u00dfe. So k\u00f6nnten etwa Weichmacher aus diesen austreten, wodurch sie klebrig und spr\u00f6de w\u00fcrden sowie ihre Form verlieren.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Um Gegenst\u00e4nde aus Kunststoff besser zu erhalten, sei zun\u00e4chst eine gemeinsame Sprache der beteiligten Fachleute aus verschiedenen Disziplinen erforderlich. \u201eDie Restaurierung und Konservierung beginnt mit der Dokumentation und der Erfassung des kulturellen Kontextes. Mit Blick auf die Erhaltung liegt dabei ein Fokus auf Fehlern oder Sch\u00e4den. Auf dieser Basis wird \u00fcber das Objekt kommuniziert und eine Erhaltungsstrategie entwickelt\u201c, erkl\u00e4rt <strong>Waentig.<\/strong> <\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Aktuell w\u00fcrden Bewertungskriterien, Fachbegriffe und Schadensbeschreibungen aber eher inkonsistent angewendet werden. Ein Beispiel daf\u00fcr sei der Begriff \u201eAusschwitzen\u201c: Mit diesem beschreiben Materialwissenschaftler*innen eine sichtbare Absonderung auf der Oberfl\u00e4che. Restaurator*innen dagegen meinen damit eine Wanderung fl\u00fcssiger Bestandteile aus dem Inneren des Materials an die Oberfl\u00e4che.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Lesehilfe, Kaffeem\u00fchle und Spielzeug aus Kunststoff untersucht<\/h3>\n\n\n\n<p>Das interdisziplin\u00e4re Forschungsteam hat einzelne Objekte wie eine Lesehilfe, eine Kaffeem\u00fchle oder Spielzeug aus der etwa 20.000 Objekte umfassenden Sammlung des Deutschen Kunststoffmuseums untersucht. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eWir haben zun\u00e4chst Formgestaltung, Herstellungstechnik, Materialit\u00e4t und Funktion dieser exemplarischen Gegenst\u00e4nde aus der jeweiligen Perspektive der drei Disziplinen beschrieben und die Ergebnisse anschlie\u00dfend zusammengef\u00fchrt\u201c, sagt Waentig.<\/p><p>Diese Betrachtung habe das gegenseitige Verst\u00e4ndnis gest\u00e4rkt und f\u00fcr Feinheiten sensibilisiert: \u201eEs gibt zum Beispiel Ver\u00e4nderungen an Gegenst\u00e4nden, die auf den ersten Blick als Schaden wahrgenommen werden k\u00f6nnten, aber eigentlich durch die Herstellungstechnik entstanden sind und daher gar nicht unbedingt restauriert werden m\u00fcssen.\u201c<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\"><figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/03\/image-2.jpeg\" alt=\"Lesehilfe aus dem beginnenden 20. Jahrhundert, Lorgnon genannt, aus Cellulosenitrat\" class=\"wp-image-123795\" width=\"371\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/03\/image-2.jpeg 1200w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/03\/image-2-300x261.jpeg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/03\/image-2-1024x890.jpeg 1024w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/03\/image-2-150x130.jpeg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/03\/image-2-768x668.jpeg 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/03\/image-2-311x270.jpeg 311w\" sizes=\"(max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><figcaption>Lesehilfe aus dem beginnenden 20. Jahrhundert, Lorgnon genannt, aus Cellulosenitrat. <strong>\u00a9<\/strong> TH K\u00f6ln\/Lisa Burkart<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>In einem weiteren Schritt wurde aus den Ergebnissen der gemeinsamen Betrachtung eine deutsch- und englischsprachige Terminologie mit mehr als 100 Bewertungskriterien, Fachbegriffen und Schadensbeschreibungen abgeleitet. Darin wird die Bedeutung der Vokabeln aus Sicht der verschiedenen Disziplinen erl\u00e4utert, mit Bildern illustriert und es werden Vorschl\u00e4ge f\u00fcr ein gemeinsames Verst\u00e4ndnis formuliert. Zu der im Projekt entstandenen Terminologie soll in weiteren Projektarbeiten eine praktische Handreichung \u2013 etwa in Form einer Open-Access-Publikation und eines analogen F\u00e4chers, der im Depot von Kunstmuseen genutzt werden kann \u2013 erarbeitet werden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Das Vorhaben<\/h3>\n\n\n\n<p>Das Projekt \u201eKunststoff \u2013 ein moderner Werkstoff im kulturhistorischen Kontext\u201c (KuWerKo) wurde an der TH K\u00f6ln von Prof. Dr. Friederike Waentig vom Cologne Institute for Conservation Sciences geleitet. Projektpartner waren das Institut f\u00fcr Kunststofftechnik der Universit\u00e4t Stuttgart und das LVR-Industriemuseum des Landschaftsverbandes Rheinland. Beteiligt waren zudem das Design Museum Gent, das Getty Conservation Institute und das Institut f\u00fcr Translation und Mehrsprachige Kommunikation der TH K\u00f6ln. Das Vorhaben wurde \u00fcber einen Zeitraum von vier Jahren mit mehr als 900.000 Euro vom Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung gef\u00f6rdert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei der Restaurierung und Konservierung von Kunststoffen sind Fachleute aus den Kultur-, Material- und Restaurierungswissenschaften gefragt. Bislang haben diese f\u00fcr gleiche oder \u00e4hnliche Beobachtungen wie Herstellungsfehler, Sch\u00e4den oder Alterungserscheinungen ihr eigenes Vokabular verwendet \u2013 das kann zu Missverst\u00e4ndnissen f\u00fchren. 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