{"id":12355,"date":"2010-10-06T00:00:00","date_gmt":"2010-10-05T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20101006-02n"},"modified":"2010-10-06T00:00:00","modified_gmt":"2010-10-05T22:00:00","slug":"eu-projekt-stellt-enzymcocktail-fuer-umweltfreundlichen-treibstoff-zusammen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/eu-projekt-stellt-enzymcocktail-fuer-umweltfreundlichen-treibstoff-zusammen\/","title":{"rendered":"EU-Projekt stellt Enzymcocktail f\u00fcr umweltfreundlichen Treibstoff zusammen"},"content":{"rendered":"<p><b>Aus wachsender Sorge um den CO<sub>2<\/sub>-Aussto\u00df und die Treibstoffnachfrage forschen Europ\u00e4er verst\u00e4rkt an der Herstellung von Biokraftstoffen als Alternative zu fossilen, nicht erneuerbaren Energietr\u00e4gern. Vor diesem Hintergrund entstand das Projekt DISCO (&#8220;Targeted discovery of novel cellulases and hemicellulases and their reaction mechanism for hydrolysis of lignocellulosic biomass&#8221;), das mit Unterst\u00fctzung von fast 3 Mio. EUR nach neuen M\u00f6glichkeiten zur Treibstoffgewinnung aus erneuerbaren Energiequellen sucht. Finanziert wird das Projekt unter der Thematik &#8220;Lebensmittel, Landwirtschaft und Fischerei, und Biotechnologie&#8221; des Siebten Rahmenprogramms (RP7) der EU.<\/b><\/p>\n<p>In der Industrieproduktion fallen st\u00e4ndig Abfallstoffe an, die als erneuerbare Energiequellen genutzt werden k\u00f6nnten. Interessant seien vor allem Weizenkleie, Weizenstroh und Holzschnitzel, lautet die \u00dcberzeugung in Fachkreisen. Lignocellulose entsteht bei der Verholzung von Cellulose, indem in die Zellw\u00e4nde verholzter Pflanzen und B\u00e4ume Lignin eingelagert wird, das dort eine St\u00fctzfunktion erf\u00fcllt. Um Lignocellulose zur Herstellung von Biotreibstoffen nutzen zu k\u00f6nnen, besteht allerdings noch einiges an Forschungsbedarf.<\/p>\n<p>In einer Erkl\u00e4rung des Instituts f\u00fcr Lebensmittelforschung IFR im Vereinigten K\u00f6nigreich hei\u00dft es, dass Lignocellulose aufgrund ihrer speziellen molekularen Struktur gegen die Aktivit\u00e4t von Mikroorganismen resistent sei und sich daher nicht problemlos in einfache Zuckermolek\u00fcle aufspalten lasse &#8211; das Ausgangsprodukt f\u00fcr Biotreibstoffe.<\/p>\n<p>Vor diesem Hintergrund wurde im Jahr 2008 das Projekt DISCO ins Leben gerufen, das unter Leitung des Technologischen Forschungszentrums VTT in Finnland an Mikroorganismen forscht, die in der Lage sind, Lignocellulose aufzuspalten. Bekannt ist bislang, dass beim Abbau komplexer Molek\u00fcle in Pflanzen durch Mikroorganismen Einfachzucker und Energie frei wird. Die DISCO-Partner stellen momentan Bioethanol aus verschiedenen Quellen her, u.a. aus nicht verwerteter Weizenkleie, die beim Mahlen der K\u00f6rner anf\u00e4llt, Weizenstroh aus der Landwirtschaft und Holzschnitzeln aus der Papierherstellung.<\/p>\n<p>Das aus Vertretern von Forschungseinrichtungen, Hochschulen und Industrie bestehende Konsortium ist nun auf der Suche nach neuen Enzymen, die die Aufspaltung beschleunigen k\u00f6nnten. Ziel ist, damit bald bessere und billigere enzymatische Verfahren zur Aufspaltung von Cellulose- und Hemicellulose zu entwickeln, die die Hydrolyse vorbehandelter Lignocellulose-Biomasse w\u00e4hrend der gleichzeitigen Verzuckerung und Fermentation (SFF) zur Herstellung von Bioethanol verbessern sollen. Kurz, das Forscherteam will Mikroorganismen identifizieren, die in der Lage sind, den resistenten Lignocellulosestoff aufzuspalten.<\/p>\n<p>Die DISCO-Partner verwenden f\u00fcr ihre Suche mehrere Bibliotheken von Mikroorganismen, eine davon wurde von der Technisch-wirtschaftswissenschaftlichen Universit\u00e4t Budapest (BUTE) in Ungarn zur Verf\u00fcgung gestellt, ebenfalls ein am Projekt beteiligter Partner. Die BUTE-Bibliothek umfasst mehr als 4.000 verschiedene Mikroorganismen aus allen m\u00f6glichen Quellen und soll den Forschern die Recherche nach aussichtsreichen Kandidaten erleichtern, deren Enzymaktivit\u00e4t sich f\u00fcr den Abbau von Lignocellulose eignet. Einige potenzielle Kandidaten werden bereits in den Labors anderer DISCO-Partner charakterisiert.<\/p>\n<p>&#8220;Um eine effiziente n\u00e4chste Generation erneuerbarer Energietr\u00e4ger entwickeln zu k\u00f6nnen, sehen wir uns einfach in der Natur um, in diesem Fall konzentrieren wir uns auf die reichlich vorhandenen Abfallprodukte aus der industriellen und landwirtschaftlichen Produktion&#8221;, erkl\u00e4rt Dr. Kristiina Kruus vom VTT, Leiterin der Studie. &#8220;Die L\u00f6sung des Problems liegt wom\u00f6glich tats\u00e4chlich im Boden vergraben, und zwar in Form eines noch nicht entdeckten und beschriebenen Mikroorganismus.&#8221;<\/p>\n<p>Das vierj\u00e4hrige Projekt wird einen Cocktail von Enzymen herstellen, die die komplexen Lignocellulosemolek\u00fcle aufbrechen k\u00f6nnen, um daraus Bioethanol herzustellen.<\/p>\n<p>Am DISCO-Projekt sind Partner aus Estland, Finnland, Ungarn, den Niederlanden, Schweden, Russland und dem Vereinigten K\u00f6nigreich beteiligt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Aus wachsender Sorge um den CO<sub>2<\/sub>-Aussto&szlig; und die Treibstoffnachfrage forschen Europ&auml;er verst&auml;rkt an der Herstellung von Biokraftstoffen als Alternative zu fossilen, nicht erneuerbaren Energietr&auml;gern. Vor<\/b><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[2097,459],"class_list":["post-12355","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","supplier-institute-of-food-research","supplier-vtt-technical-research-centre-of-finland"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12355","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12355"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12355\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12355"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12355"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12355"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=12355"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}