{"id":12317,"date":"2010-11-16T00:00:00","date_gmt":"2010-11-15T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20101116-03n"},"modified":"2010-11-16T00:00:00","modified_gmt":"2010-11-15T22:00:00","slug":"europaeer-stehen-biotechnologien-offen-gegenueber","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/europaeer-stehen-biotechnologien-offen-gegenueber\/","title":{"rendered":"Europ\u00e4er stehen Biotechnologien offen gegen\u00fcber"},"content":{"rendered":"<p><b>Wie eine neue Eurobarometer-Umfrage zu den Biowissenschaften und -technologien ergeben hat, stehen die B\u00fcrger in Europa diesen Bereichen weitgehend offen gegen\u00fcber. So rechnen 53% der Befragten k\u00fcnftig mit positiven Auswirkungen dieser Technologien, w\u00e4hrend nur 20% negative Folgen erwarten.<\/b> <\/p>\n<p>Die Umfrage liess jedoch auch erhebliche Wissensl\u00fccken erkennen, die durch verst\u00e4rkte Kommunikationsma\u00dfnahmen geschlossen werden sollen, wie die Kommission betonte. So hatten die Befragten mehrheitlich von einigen in der Umfrage behandelten Gebieten noch nie etwas geh\u00f6rt, z.B. von der Nanotechnologie (55%), den Biobanken (67%) und der synthetischen Biologie (83%). Hinsichtlich einiger Bereiche wie genetisch ver\u00e4nderter Lebensmittel herrschen weiterhin Skepsis und Bedenken vor.<\/p>\n<p>Von den 53% EU-B\u00fcrgern, die eine positive Einstellung zu den Biotechnologien haben, zeigten sich die Menschen in Estland (77%), Schweden (72%) und Finnland (69%) besonders optimistisch. Der einzige Mitgliedstaat, in dem die Zahl der Menschen, die negative Auswirkungen erwarten, die Zahl der Optimisten \u00fcbertraf, war \u00d6sterreich (41% gegen\u00fcber 35%), was durch das besondere mediale und politische Umfeld bedingt sein d\u00fcrfte. In der gesamten EU sprachen sich die Menschen deutlich f\u00fcr den Einsatz von Biokraftstoffen aus. 72% der Befragten unterst\u00fctzten die Gewinnung von Treibstoffen aus Nutzpflanzen (\u00d6sterreich: 76%), und 83% sprachen sich f\u00fcr die Erzeugung von Biokraftstoffen aus nicht essbaren Rohstoffen aus (\u00d6sterreich: 82%). Zudem wurde eine \u00fcberw\u00e4ltigende Unterst\u00fctzung medizinischer Anwendungen der Biotechnologie deutlich, f\u00fcr die strenge Vorschriften gelten sollten.<\/p>\n<p>Eine klare Mehrheit der Europ\u00e4er &#8211; 61% gegen\u00fcber 57% im Jahr 2005 &#8211; steht genetisch ver\u00e4nderten Lebensmitteln weiterhin deutlich ablehnend gegen\u00fcber. In \u00d6sterreich sind es sogar 70%. Als Argumente f\u00fchrten die Befragten Sicherheitsbedenken, keine aus ihrer Sicht feststellbaren Vorteile und ein allgemeines Unbehagen an. Die \u00dcbertragung von Resistenzgenen einer anderen Art, also beispielsweise eines Bakteriums oder eines Tieres in eine Apfelsorte, um diese widerstandsf\u00e4higer gegen\u00fcber Schadorganismen zu machen, lehnen 57% ab (\u00d6sterreich: 63%). Bef\u00fcrwortet wird ein derartiges Verfahren hingegen nur von 29% (\u00d6sterreich: 24%). <\/p>\n<p>Neue &#8220;Light-Generationen&#8221; von Anwendungen der Gentechnik im Lebensmittelbereich werden hingegen zaghaft unterst\u00fctzt, wie beispielsweise die \u00dcbertragung von Genen aus wilden Apfelsorten beziehungsweise -arten in essbare Apfelverwandte, die 47% der Befragten bef\u00fcrworten (\u00d6sterreich: 46%) und 38% ablehnen (\u00d6sterreich: 42%). Auch das Klonen von Tieren f\u00fcr die Lebensmittel-Erzeugung stie\u00df auf starke Ablehnung. 70% der Europ\u00e4er sprachen sich dagegen aus, 15% signalisierten ihre Zustimmung. In \u00d6sterreich sind es 80% beziehungsweise 13%, der Rest konnte sich nicht entscheiden.<\/p>\n<p>Die im Februar 2010 durchgef\u00fchrte Eurobarometer-Umfrage ist die siebte Erhebung dieser Reihe seit 1991 und beruht auf repr\u00e4sentativen Stichproben in 32 europ\u00e4ischen L\u00e4ndern. Wie bei fr\u00fcheren Eurobarometer-Umfragen im Bereich der Biotechnologie wurde der Fragebogen f\u00fcr die Umfrage von einem unabh\u00e4ngigen Team von Sozialwissenschaftern erstellt, die auch die Ergebnisse auswerteten. Dieses Mal standen sie unter der Leitung der London School of Economics. <\/p>\n<p>&#8220;Diese Umfrage macht vor allem drei Dinge deutlich. Erstens stehen die Europ\u00e4er den Biotechnologien \u00fcberwiegend positiv gegen\u00fcber, auch wenn sie hinsichtlich bestimmter Aspekte weiterhin Bedenken haben. Zweitens f\u00fchlen sich viele Menschen in wichtigen Bereichen der Biotechnologie noch unzureichend informiert. Dies stellt uns vor eine gro\u00dfe Kommunikationsaufgabe. Diese Herausforderung m\u00f6chte ich annehmen, und ich will alle beteiligten Akteure dazu auffordern, dies ebenfalls zu tun. Drittens sollten alle Entscheidungen zur Biotechnologie auf einer soliden wissenschaftlichen Grundlage beruhen und ethische, gesundheitliche und \u00f6kologische Faktoren angemessen ber\u00fccksichtigen. Denn wir k\u00f6nnen uns nicht von emotionalen Reaktionen oder kurzfristigen wirtschaftlichen \u00dcberlegungen leiten lassen&#8221;, betont Maire Geoghegan-Quinn, EU-Kommissarin f\u00fcr Forschung, Innovation und Wissenschaft. &#8220;Die Biotechnologie kann einen enormen Beitrag zur Erreichung der Ziele unserer Strategie &#8216;Europa 2020&#8217; leisten, was nachhaltiges Wachstum und eine bessere Gesundheit und Lebensqualit\u00e4t angeht. Sie wird daher auch weiterhin ein wichtiger Gegenstand der EU-Forschungsrahmenprogramme bleiben.&#8221; <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Wie eine neue Eurobarometer-Umfrage zu den Biowissenschaften und -technologien ergeben hat, stehen die B&uuml;rger in Europa diesen Bereichen weitgehend offen gegen&uuml;ber. 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