{"id":122895,"date":"2023-02-22T07:26:00","date_gmt":"2023-02-22T06:26:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=122895"},"modified":"2023-02-16T14:26:55","modified_gmt":"2023-02-16T13:26:55","slug":"fossile-grundstoffe-der-chemischen-industrie-durch-biomasse-ersetzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/fossile-grundstoffe-der-chemischen-industrie-durch-biomasse-ersetzen\/","title":{"rendered":"Fossile Grundstoffe der chemischen Industrie durch Biomasse ersetzen"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><\/h2>\n\n\n\n\n\n<p><strong>Der Europ\u00e4ische Forschungsrat f\u00f6rdert Prof. Dr. Jakob Albert mit circa zwei Millionen Euro: Der Chemieingenieur der Universit\u00e4t Hamburg erforscht in den kommenden f\u00fcnf Jahren Katalysatoren, also Stoffe, die die Geschwindigkeit einer chemischen Reaktion beeinflussen, ohne dabei selbst verbraucht zu werden. Diese Katalysatoren bestehen aus sogenannten Polyoxometallaten und sollen daf\u00fcr verwendet werden, wertvolle Carbons\u00e4ureester aus Biomasse zu gewinnen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Carbons\u00e4ureester werden f\u00fcr die Herstellung vieler Alltagsprodukte verwendet, zum Beispiel Verpackungen, Kleidung, Fruchtaromen oder Konservierungsstoffe sowie Wirkstoffe in Arzneimitteln. Die Carbons\u00e4ureester selbst werden aktuell haupts\u00e4chlich aus fossilen Rohstoffen gewonnen. Das nun gef\u00f6rderte und von Prof. Dr. Jakob Albert geleitete Projekt \u201eBioValCat\u201c zielt darauf ab, einen industriell realisierbaren Prozess zu entwickeln, bei dem Carbons\u00e4ureester aus Biomasse gewonnen werden k\u00f6nnen.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eUnsere Vision ist es, aus realer Biomasse, also zum Beispiel aus Abfallstoffen, die in der Industrie anfallen, Plattformchemikalien herzustellen\u201c, erkl\u00e4rt Jakob Albert, der eine Professur f\u00fcr Technische Chemie an der Universit\u00e4t Hamburg innehat. W\u00e4hrend fossile Rohstoffe chemisch sehr einfach aufgebaut und entsprechend leicht zu verarbeiten sind sowie mit anderen Funktionalit\u00e4ten ausgestattet werden k\u00f6nnen, ist Biomasse sehr komplex aufgebaut und von sich aus auf molekularer Ebene schon mit vielen unterschiedlichen Funktionalit\u00e4ten ausgestattet. \u201eEs ist chemisch jedoch viel einfacher, Funktionalit\u00e4t hinzuzuf\u00fcgen als herauszunehmen\u201c, sagt Albert.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Im Laufe des Projekts erforschen Albert und seine Arbeitsgruppe nun mithilfe von Laborexperimenten in Reaktoren den Einsatz von in Wasser gel\u00f6sten Polyoxometallaten. Diese werden als Katalysatoren pflanzenbasierter Biomasse hinzugef\u00fcgt, um daraus Carbons\u00e4ureester zu gewinnen. Polyoxometallat-Katalysatoren haben den Vorteil, dass sie anpassbar und flexibel einsetzbar sind und dadurch auf die durch unterschiedliche Umweltbedingungen st\u00e4ndig wechselnde Zusammensetzung der Biomasse zugeschnitten werden k\u00f6nnen.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eHerzlichen Gl\u00fcckwunsch an Prof. Dr. Jakob Albert zu diesem tollen Erfolg. Mehr Anerkennung f\u00fcr exzellente Spitzenforschung ist in Europa kaum m\u00f6glich. Das Vorhaben reiht sich ein in unseren Forschungsschwerpunkt ,Klima, Erde, Umwelt\u2018, aus dem zukunftsweisende Impulse ausgehen, und ebenso in die umfangreiche Nachhaltigkeitsagenda der Universit\u00e4t Hamburg. Mein Dank gilt auch dem Fachbereich Chemie und der MIN-Fakult\u00e4t\u201c, sagt <strong>Universit\u00e4tspr\u00e4sident Prof. Dr. Hauke Heekeren<\/strong> und erg\u00e4nzt: \u201eDie Gesamtzahl der laufenden ERC-Grants an der UHH betr\u00e4gt somit 28. Die Zahl steigt kontinuierlich und diese Erfolgsserie wollen wir auch in Zukunft fortsetzen.\u201c<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Die Forschung im Projekt \u201eBioValCat\u201c beginnt am 1. September 2023. Durch die F\u00f6rderung des Europ\u00e4ischen Forschungsrats (European Research Council, ERC) im Rahmen eines sogenannten \u201eConsolidator Grants\u201c k\u00f6nnen im Team von Jakob Albert f\u00fcnf neue Stellen geschaffen werden.\u00a0<br><br>Am Universit\u00e4tsklinikum Hamburg-Eppendorf konnten in der gleichen F\u00f6rderphase zwei weitere \u201eERC Consolidator Grants\u201c eingeworben werden. Sie besch\u00e4ftigen sich mit der Mikrostruktur des menschlichen Gehirns sowie mit der Frage, wie sich die Umwelt auf unser Wohlbefinden und unsere geistige Gesundheit auswirkt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">\u00dcber die F\u00f6rderung<\/h3>\n\n\n\n<p>\u201eERC Consolidator Grants\u201c werden vom Europ\u00e4ischen Forschungsrat an Forschende vergeben, die vor sieben bis zw\u00f6lf Jahren promoviert und k\u00fcrzlich eine herausragende Arbeitsgruppe gegr\u00fcndet haben. Die Projektlaufzeit betr\u00e4gt f\u00fcnf Jahre und soll zur Unabh\u00e4ngigkeit exzellenter Forscherinnen und Forscher und ihren Arbeitsgruppen beitragen. In der aktuellen F\u00f6rderrunde wurden insgesamt 657 Millionen Euro an Forschungsmitteln in ganz Europa vergeben.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Kontakt<\/h3>\n\n\n\n<p>Prof. Dr. Jakob Albert<br>Universit\u00e4t Hamburg<br>Fakult\u00e4t f\u00fcr Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften&nbsp;<br>Fachbereich Chemie<br>Tel.: +49 40 42838-4209<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Europ\u00e4ische Forschungsrat f\u00f6rdert Prof. Dr. Jakob Albert mit circa zwei Millionen Euro: Der Chemieingenieur der Universit\u00e4t Hamburg erforscht in den kommenden f\u00fcnf Jahren Katalysatoren, also Stoffe, die die Geschwindigkeit einer chemischen Reaktion beeinflussen, ohne dabei selbst verbraucht zu werden. 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