{"id":122892,"date":"2023-02-21T07:32:00","date_gmt":"2023-02-21T06:32:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=122892"},"modified":"2023-02-16T12:42:35","modified_gmt":"2023-02-16T11:42:35","slug":"chemikalien-aus-reststoffen-leipziger-forscherinnen-bringen-chemikalienproduktion-fur-biogasanlagen-auf-pilotmasstab","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/chemikalien-aus-reststoffen-leipziger-forscherinnen-bringen-chemikalienproduktion-fur-biogasanlagen-auf-pilotmasstab\/","title":{"rendered":"Chemikalien aus Reststoffen \u2013 Leipziger Forscherinnen bringen Chemikalienproduktion f\u00fcr Biogasanlagen auf Pilotma\u00dfstab"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><\/h2>\n\n\n\n\n\n<p><strong>Wie lassen sich Chemikalien f\u00fcr die Bio\u00f6konomie im gro\u00dfen Ma\u00dfstab aus regionalen Reststoffen erzeugen? Dieser Frage geht ein Forscherteam des Deutschen Biomasseforschungszentrums (DBFZ) sowie des Helmholtz-Zentrums f\u00fcr Umweltforschung (UFZ) zusammen mit Industriepartnern im neu gestarteten Projekt \u201eCapUp\u201c nach. Ziel des vom Bundesministerium f\u00fcr Wirtschaft und Klimaschutz gef\u00f6rderten Vorhabens ist es, ein bereits entwickeltes Verfahren zur Gewinnung von&nbsp;<\/strong><strong>Capron- und Capryls\u00e4ure f\u00fcr die chemische Industrie an einer Multi-Purpose-Demonstrationsanlage zu skalieren.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Mittelkettige Carbons\u00e4uren wie Capron- und Capryls\u00e4ure sind hochwertige Spezialchemikalien mit einem sehr breiten Anwendungsspektrum im Schmiermittelsektor, in Pharmaka, Kosmetika, Futter- oder Lebensmitteln. Derzeit werden sie vor allem aus Palmkern- und Kokos\u00f6l gewonnen, in denen sie jedoch in nur geringer Konzentration enthalten sind. Eine umweltfreundlichere, alternative Herstellungsweise stellt die Produktion mittels anaerober Fermentation aus agroindustriellen Abf\u00e4llen und Reststoffen dar.<\/p>\n\n\n\n<p>Das vom DBFZ und UFZ gemeinsam entwickelte Verfahren basiert auf einem anaeroben Fermentationsprozess, in dem komplexe Substrate ohne kostenintensive Vorbehandlung eingesetzt werden k\u00f6nnen. Diesem Prozess folgt eine Abtrennungs- und Aufreinigungskaskade, welche die Gewinnung der mittelkettigen Fetts\u00e4uren aus der Fermentationsbr\u00fche zum Ziel hat. Anschlie\u00dfend k\u00f6nnen die Produkte, je nach Anwendungsfeld, zu unterschiedlichen chemischen Verbindungen (z.B. Estern) weiterverarbeitet werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Im vom BMKW (F\u00f6rderprogramm Industrielle Bio\u00f6konomie\/Projekttr\u00e4ger: VDI Technologiezentrum GmbH) gef\u00f6rderten Vorhaben \u201eCapUp\u201c soll als n\u00e4chster Schritt die Demonstration des Verfahrens an einer Multi-Purpose-Anlage des DBFZ auf TRL 5-6 (Technology Readyness Level) skaliert und die erzeugten Mustermengen in umfangreichen Produkttests untersucht werden. Neben dem DBFZ und dem UFZ sind als Industriepartner die GNS &#8211; Gesellschaft f\u00fcr Nachhaltige Stoffnutzung mbH (Koordinator) sowie BALANCE Erneuerbare Energien GmbH, VNG AG, FUCHS Lubricants Germany GmbH und die Kelterei Sachsenobst GmbH am Forschungsvorhaben beteiligt. Mit dem vorgestellten Verfahren kann die Produktpalette von Biogasanlagen entscheidend erweitert und eine zus\u00e4tzliche Wertsch\u00f6pfung generiert werden. Dies bietet Betreibenden von Biogasanlagen neue Gesch\u00e4ftsmodelle, die helfen, die Anlagen auch in Zukunft wirtschaftlich zu betreiben.<\/p>\n\n\n\n<p>Das zugrundeliegende Verfahren zur Produktion der Fetts\u00e4uren Capron- und Capryls\u00e4ure aus regionaler Biomasse basiert auf dem vom Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung (BMBF) gef\u00f6rderten Vorhaben \u201eBio-basierte Capron- und Capryls\u00e4ure \u2013 Herstellung, Aufreinigung, Vermarktungsstrategie \u2013 CapAcidy\u201c (FKZ: 031B0389). F\u00fcr ihre Entwicklung des Prozesses wurden die Wissenschaftlerinnen Maria Braune (DBFZ) und Dr. Heike Str\u00e4uber (UFZ) im Jahr 2019 bereits mit dem Biogas-Innovationspreis der Deutschen Landwirtschaft ausgezeichnet.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.dbfz.de\/pressemediathek\/presse\/pressemitteilungen\/chemikalien-aus-reststoffen-leipziger-forscherinnen-bringen-chemikalienproduktion-fuer-biogasanlagen-auf-pilotmassstab#\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.dbfz.de\/fileadmin\/_processed_\/f\/4\/csm_PM_Kickoff_CapUp_7b14c923d5.jpg\" alt=\"Projektteam &quot;CapUp&quot; \" title=\"Projektteam &quot;CapUp&quot; \/ Foto: \u00a9 DBFZ\"\/><\/a><figcaption><small>Projektteam &#8220;CapUp&#8221; \/ Foto: \u00a9 DBFZ<\/small><\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Smart Bioenergy \u2013 Innovationen f\u00fcr eine nachhaltige Zukunft&nbsp;<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Das Deutsche Biomasseforschungszentrum arbeitet als zentraler und unabh\u00e4ngiger Vordenker im Bereich der energetischen und stofflichen Biomassenutzung an der Frage, wie die begrenzt verf\u00fcgbaren Biomasseressourcen nachhaltig und mit h\u00f6chster Effizienz und Effektivit\u00e4t zum bestehenden und zuk\u00fcnftigen Energiesystem beitragen k\u00f6nnen. Im Rahmen der Forschungst\u00e4tigkeit identifiziert, entwickelt, begleitet, evaluiert und demonstriert das DBFZ die vielversprechendsten Anwendungsfelder f\u00fcr Bioenergie und die besonders positiv herausragenden Beispiele gemeinsam mit Partnern aus Forschung, Wirtschaft und \u00d6ffentlichkeit. Mit der Arbeit des DBFZ soll das Wissen \u00fcber die M\u00f6glichkeiten und Grenzen einer energetischen und integrierten stofflichen Nutzung nachwachsender Rohstoffe in einer biobasierten Wirtschaft insgesamt erweitert und die herausragende Stellung des Industriestandortes Deutschland in diesem Sektor dauerhaft abgesichert werden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Kontakt<\/strong>e<\/h3>\n\n\n\n<p>Maria Braune (DBFZ)<br>Tel. +49 (0)341 2434-368<br><a href=\"https:\/\/www.dbfz.de\/en\/the-dbfz\/employee-directory\/employee\/maria-braune\/page\/kontakt\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">E-Mail<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Dr. Heike Str\u00e4uber (UFZ)<br>Tel. +49 (0)341 2434-563<br>E-Mail: <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"mailto:heike.straeuber@ufz.de\" target=\"_blank\">heike.straeuber@ufz.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie lassen sich Chemikalien f\u00fcr die Bio\u00f6konomie im gro\u00dfen Ma\u00dfstab aus regionalen Reststoffen erzeugen? 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