{"id":122865,"date":"2023-02-20T07:06:00","date_gmt":"2023-02-20T06:06:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=122865"},"modified":"2023-02-16T10:39:35","modified_gmt":"2023-02-16T09:39:35","slug":"fischerei-ist-hauptverursacher-von-meeresplastik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/fischerei-ist-hauptverursacher-von-meeresplastik\/","title":{"rendered":"Fischerei ist Hauptverursacher von Meeresplastik"},"content":{"rendered":"\n\n\n<p>Eine riesige Menge M\u00fcll treibt heute in unseren Ozeanen. 75 % davon sind aus Kunststoff und haben zwei Ursachen: So tragen Fl\u00fcsse Kunststoffabf\u00e4lle vom Land in die Meere \u2013 eine Erkenntnis, aus der sich gezielt Gegenma\u00dfnahmen entwickeln lassen. Der Gro\u00dfteil des Kunststoffs hingegen stammt aus verloren gegangener Fangausr\u00fcstung der kommerziellen Fischerei, was bisher kaum ins \u00f6ffentliche Bewusstsein drang. Hier gestaltet sich ein Vorgehen auch deutlich schwieriger.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/02\/image-4-1024x576.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-122867\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/02\/image-4-1024x576.png 1024w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/02\/image-4-300x169.png 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/02\/image-4-150x84.png 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/02\/image-4-768x432.png 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/02\/image-4-400x225.png 400w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/02\/image-4.png 1120w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Aufgrund deutlicher Vorteile bei Gewicht, Handling und Haltbarkeit ist Kunststoff in der kommerziellen Fischerei unverzichtbar. Foto: Alpla\/Daniele Russo<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Professioneller Fischfang \u2013 die Hauptquelle des M\u00fclls im Meer<\/h3>\n\n\n\n<p>Wie viele andere Branchen sch\u00e4tzt auch die Fischerei die positiven Eigenschaften von Kunststoffen \u2013 vor allem das leichte Handling sowie die h\u00f6here Haltbarkeit und Zuverl\u00e4ssigkeit gegen\u00fcber nat\u00fcrlichen Materialien. Auf Fang in den Ozeanen gehen t\u00e4glich rund 4,6 Mio. Fischerboote, was auch zu Materialverlusten f\u00fchrt: Der WWF sch\u00e4tzt, dass 40 bis 50 % des Plastikm\u00fclls allein aus verloren gegangenen Fischereiger\u00e4ten stammen \u2013 Seile, Leinen, Bojen, K\u00f6rbe, Eimer, Angelschn\u00fcre, Netze. Pro Jahr kommen vermutlich \u00fcber 1 Mio. t hinzu.<\/p>\n\n\n\n<p>Aufmerksam wurde man auf das Ph\u00e4nomen bei Untersuchungen des gr\u00f6\u00dften M\u00fcllstrudels der Welt im Nordpazifik zwischen Hawaii und Kalifornien \u2013 dem Great Pacific Garbage Patch (GPGP). \u00dcberraschendes Ergebnis: Hauptbestanteil des Plastikm\u00fclls waren mit rund 70 % tats\u00e4chlich Ausr\u00fcstungsgegenst\u00e4nde der Fischerei, davon 46 % Geisternetze mit einem Gewicht von insgesamt etwa 705.000 t.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">\u00dcber 75 % des Kunststoffs im Meer stammt aus der Hochseefischerei<\/h3>\n\n\n\n<p>Aktuelle Studien best\u00e4tigen nicht nur den Befund, sondern erh\u00f6hen die Zahlen noch: Laut einer Analyse der Umweltinitiative \u201eThe Ocean Cleanup\u201c, bekannt als M\u00fcllf\u00e4nger im Meer, stammen sogar zwischen 75 und 86 % des Kunststoffabfalls im GPGP aus der Hochseefischerei.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/02\/image-5-1024x683.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-122868\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/02\/image-5-1024x683.png 1024w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/02\/image-5-300x200.png 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/02\/image-5-150x100.png 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/02\/image-5-768x512.png 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/02\/image-5-400x267.png 400w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/02\/image-5.png 1120w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Bei Fangarbeiten, St\u00fcrmen oder Unf\u00e4llen geht beim Fischfang Equipment \u00fcber Bord und landet im Meer. Foto: Pixabay<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Wie kann das passieren? Bei Fangarbeiten, St\u00fcrmen oder Unf\u00e4llen geht Equipment \u00fcber Bord. Auch Stell- oder Schleppnetze rei\u00dfen ab und treiben fortan als \u201eGeisternetze\u201c herrenlos durch die Ozeane oder verfangen sich am Boden, an Gesteinen, Riffen oder Wracks.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Geisternetze sind schwer zu finden und schwierig zu bergen<\/h3>\n\n\n\n<p>Geisternetze zu bergen, ist aufw\u00e4ndig, da sie zun\u00e4chst aufgesp\u00fcrt werden m\u00fcssen. Hierf\u00fcr wird neuerdings Sonar eingesetzt, zudem will man Netze mit GPS-Trackern ausr\u00fcsten. Die Hebung ist Handarbeit, oft sitzen die Netze fest und m\u00fcssen m\u00fchsam befreit werden. Auch ihr robuster Materialmix bedarf eines intensiven Recyclings. L\u00e4nder, Forschungseinrichtungen, Umweltorganisationen und Fischereibetriebe sind sich mittlerweile der Bedeutung des Themas bewusst und leiten bereits Gegenma\u00dfnahmen ein.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Fl\u00fcsse sind effektive Transportwege \u2013 auch f\u00fcr M\u00fcll<\/h3>\n\n\n\n<p>Der zweite Grund, weshalb Kunststoffabf\u00e4lle in die Meere gelangen, ist ebenfalls genau auszumachen: Untersuchungen belegen, dass sich die weltweite M\u00fcllzufuhr vom Land in die Ozeane haupts\u00e4chlich auf die zehn gr\u00f6\u00dften Wasserstra\u00dfen aus Asien und Afrika eingrenzen l\u00e4sst. Diese zehn Fl\u00fcsse allein sp\u00fclen pro Jahr 12 Mio. t Kunststoffabfall in die maritimen Gew\u00e4sser. Allen voran der Jangtsekiang, gefolgt von Indus, Huangho, Nil, Ganges bis zu Niger und Mekong. Eine Folge des rasanten Wirtschaftswachstums in diesen Regionen, mit dessen Dynamik die Entwicklung der M\u00fcllbeseitigung bis heute nicht Schritt halten kann.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/02\/image-6-1024x683.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-122869\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/02\/image-6-1024x683.png 1024w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/02\/image-6-300x200.png 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/02\/image-6-150x100.png 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/02\/image-6-768x512.png 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/02\/image-6-400x267.png 400w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/02\/image-6.png 1120w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Eine gro\u00dfe Menge an Kunststoffabf\u00e4llen gelangt \u00fcber die Fl\u00fcsse ins Meer<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Zwischenzeitlich wird hier aber aktiv investiert \u2013 f\u00fcr den Ausbau einer geordneten Entsorgung und effektiven Weiterverwertung des Abfalls. Wie zum Beispiel dessen Verbrennung zur Energiegewinnung in entsprechend ausgestatteten Kraftwerken. So ist dem M\u00fcll beizukommen, was auch die Verschmutzung der Meere verbessert.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Abfangsystem f\u00fcr Plastikm\u00fcll in Fl\u00fcssen<\/h3>\n\n\n\n<p>Ein weiterer Ansatz verspricht ebenfalls Abhilfe: Da sich der weltweite M\u00fclltransfer zu Wasser vor allem auf die genannten zehn Fl\u00fcsse konzentriert, er\u00f6ffnet sich die M\u00f6glichkeit, mit lokalen Ma\u00dfnahmen dagegen vorzugehen. Wie es auch hier \u201e<a href=\"https:\/\/theoceancleanup.com\/updates\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">The Ocean Cleanup<\/a>\u201c tut: Die Organisation hat ein neues&nbsp;<a href=\"https:\/\/theoceancleanup.com\/rivers\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Abfangsystem f\u00fcr den Einsatz in Fl\u00fcssen<\/a>&nbsp;entwickelt. Der \u201eOcean Cleanup Interceptor\u201c, ein solarbetriebenes, 24 m langes Boot mit Siebvorrichtung und Container, soll bis zu 50 t M\u00fcll pro Tag aus den flie\u00dfenden Gew\u00e4ssern filtern \u2013 bevor sie in die Ozeane gelangen. Ein Engagement, das Schule machen k\u00f6nnte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine riesige Menge M\u00fcll treibt heute in unseren Ozeanen. 75 % davon sind aus Kunststoff und haben zwei Ursachen: So tragen Fl\u00fcsse Kunststoffabf\u00e4lle vom Land in die Meere \u2013 eine Erkenntnis, aus der sich gezielt Gegenma\u00dfnahmen entwickeln lassen. 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