{"id":12265,"date":"2010-04-30T00:00:00","date_gmt":"2010-04-29T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20100430-03n"},"modified":"2010-04-30T00:00:00","modified_gmt":"2010-04-29T22:00:00","slug":"nachhaltige-kraftstoffversorgung-was-ergibt-wirklich-sinn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/nachhaltige-kraftstoffversorgung-was-ergibt-wirklich-sinn\/","title":{"rendered":"Nachhaltige Kraftstoffversorgung: Was ergibt wirklich Sinn?"},"content":{"rendered":"<p><b>Mit der zunehmenden Begrenzung fossiler Kraftstoffe tritt die Mobilita&#776;t auf Basis erneuerbarer Energien immer mehr in den Vordergrund. Doch wie kann der Bedarf mo&#776;glichst fla&#776;chenschonend gedeckt werden? Diese Frage hat sich das Zentrum fu&#776;r Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung (ZSW) gestellt und dazu einige grundlegende Fakten gegenu&#776;bergestellt. Den geringsten Fla&#776;chenbedarf beno&#776;tigt Photovoltaik fu&#776;r Elektroautos. Biodieseltreibstoff fu&#776;r Pkws mit Verbrennungsmotor verlangt eine 250-mal so gro\u00dfe Fla&#776;che. Zugrunde gelegt wurde die durchschnittliche Fahrstrecke von rund 12.000 Kilometer im Jahr.<\/b><\/p>\n<p>Fu&#776;r die Biodieselerzeugung wird eine Fla&#776;che von etwa 5.000 Quadratmeter &#8211; zum Rapsanbau &#8211; beno&#776;tigt. &#8220;Bei der Multiplikation dieser Fla&#776;che mit der Zahl der Pkws auf deutschen Stra\u00dfen wird klar, dass die verfu&#776;gbaren landwirtschaftlichen Fla&#776;chen bei weitem nicht ausreichen, um unsere Autos mit Biosprit zu versorgen&#8221;, erkla&#776;rt ZSW-Vorstand Professor Werner Tillmetz.<\/p>\n<p>Wie sieht es im Vergleich dazu mit der Elektromobilita&#776;t aus? Das Ergebnis ist verblu&#776;ffend: Fu&#776;r ein Elektroauto mit batterieelektrischem Antrieb genu&#776;gt rein rechnerisch der Strom aus einer 20 Quadratmeter gro\u00dfen Photovoltaikanlage, um die gleiche Fahrleistung zu ermo&#776;glichen \u2013 das ist eine 250-mal geringere Fla&#776;che im Vergleich zum Biodiesel. &#8220;Die zu lo&#776;sende Aufgabe bei der Elektromobilita&#776;t: Wie kann ich die tages- und jahreszeitabha&#776;ngige Stromerzeugung mit dem Stromverbrauch im Auto harmonisieren, da die Speicherkapazita&#776;t auch moderner Batterien relativ begrenzt ist&#8221;, sagt Professor Werner Tillmetz.<\/p>\n<p>Nutzt man die deutlich bessere Speicherkapazita&#776;t von Wasserstoff \u2013 der aus PV-Strom u&#776;ber Elektrolyse erzeugt wird, verliert man an Effizienz \u2013 doch der Fla&#776;chenvorteil im Vergleich zu Biodiesel liegt immer noch im Bereich des Faktors 100. Auch die Wasserstofferzeugung u&#776;ber Windenergie ist hoch attraktiv: Die von den Windkraftanlagen abgedeckte Fla&#776;che kann weiterhin landwirtschaftlich genutzt werden.<\/p>\n<p>Der Grund fu&#776;r die extremen Fla&#776;chenunterschiede liegt im Produkt aus den Wirkungsgraden der einzelnen Energiewandlungsstufen u&#776;ber die gesamte Energiekette: Von der Umwandlung der Sonnenstrahlung u&#776;ber die Biomasse oder direkt in Strom (PV) bis zum Wirkungsgrad des Antriebsstranges des Fahrzeuges. &#8220;Damit wird klar, dass nicht alle Technologien wirklich Sinn ergeben. Die verfu&#776;gbaren Fla&#776;chen, insbesondere die einheimischen, sind einfach begrenzt&#8221;, so Tillmetz.<\/p>\n<p>Dass erneuerbare Quellen den Energiebedarf fu&#776;r die Elektromobilita&#776;t ohne Probleme stillen ko&#776;nnen, zeigt eine Abscha&#776;tzung fu&#776;r die prognostizierten eine Millionen Elektrofahrzeuge in 2020. Sie beno&#776;tigen dann rund 1,6 Terawattstunden (TWh) Strom. Nach einer Studie des Bundesumweltministeriums werden erneuerbare Energien 2020 etwa 178 TWh Strom erzeugen \u2013 2009 waren es 93 TWh. Nur knapp ein Prozent des aus erneuerbaren Energien erzeugten Stromes wird in 2020 also zum Betanken der Batterien der E-Fahrzeuge beno&#776;tigt.<\/p>\n<p>Das gro\u00dfe Potenzial der Stromspeicher fu&#776;r eine nachhaltige Mobilita&#776;t zu nutzen wird allerdings gro\u00dfe Anstrengungen kosten. &#8220;Das elegante E-Mobil zieht viel Aufmerksamkeit auf sich, doch seine Zukunft ha&#776;ngt von einem a&#776;u\u00dferlich unscheinbaren Bauteil ab, dem elektrischen Kraftherz Hochleistungsbatterie&#8221;, so Tillmetz, der auch Leiter des ZSW-Gescha&#776;ftsbereich Elektrochemische Energietechnologien ist. &#8220;Um die Batterien besser und leistungsfa&#776;higer zu machen, wird weltweit geforscht und entwickelt. Auch Deutschland muss hier aktiver werden. Wir brauchen eigene Produzenten und eine eigene Zulieferindustrie, um ma\u00dfgeschneiderte Hochleistungsbatterien zu entwickeln. Sonst mu&#776;ssen wir die Schlu&#776;sseltechnologie aus Asien importieren.&#8221;Das ZSW geho&#776;rt zu den renommiertesten Forschungsinstituten auf den Gebieten Photovoltaik, Energiesystemanalyse, regenerative Kraftstoffe, Batterietechnik und Brennstoffzellen. An den drei Standorten Stuttgart, Ulm und Widderstall sind derzeit rund 170 Wissenschaftler, Ingenieure und Techniker bescha&#776;ftigt. Sie erwirtschaften einen Umsatz von u&#776;ber 20 Millionen Euro.<\/p>\n<p><b>Konatkt<\/b><br \/>Tiziana Bosa<br \/><a href=\"http:\/\/www.zsw-bw.de\/\" >Zentrum fu&#776;r Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Wu&#776;rttemberg (ZSW)<\/a><br \/>Helmholtzstr. 8<br \/>D-89081 Ulm<br \/>Tel. 0731-95 30-610<br \/>Fax  0731-95 30-666<br \/>E-Mail: <a href=\"mailto:tiziana.bosa@zsw-bw.de\">tiziana.bosa@zsw-bw.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Mit der zunehmenden Begrenzung fossiler Kraftstoffe tritt die Mobilita&#776;t auf Basis erneuerbarer Energien immer mehr in den Vordergrund. Doch wie kann der Bedarf mo&#776;glichst fla&#776;chenschonend<\/b><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[],"class_list":["post-12265","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12265","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12265"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12265\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12265"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12265"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12265"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=12265"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}