{"id":12248,"date":"2010-05-12T00:00:00","date_gmt":"2010-05-11T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20100512-03n"},"modified":"2010-05-12T00:00:00","modified_gmt":"2010-05-11T22:00:00","slug":"valerische-kraftstoffe-holz-im-tank","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/valerische-kraftstoffe-holz-im-tank\/","title":{"rendered":"Valerische Kraftstoffe: Holz im Tank"},"content":{"rendered":"<p><b>Der ansteigende Energiebedarf bei abnehmenden \u00d6l- und Erdgasreserven, verbunden mit einer zunehmenden Freisetzung des Klimagases CO<sub>2<\/sub> ist eines der dr\u00e4ngendsten Probleme unserer Zeit. Biokraftstoffe k\u00f6nnten Teil einer Antwort auf diese Herausforderung sein. Jean-Paul Lange und seine Kollegen von Shell in Amsterdam, Hamburg und Cheshire (Gro\u00dfbritannien) haben nun eine vielversprechende neue Generation Biokraftstoffe auf Holzbasis entwickelt. Wie die Wissenschaftler in der Zeitschrift Angewandte Chemie berichten, k\u00f6nnten heutige Fahrzeuge ohne Modifikationen damit fahren und das derzeitige Tankstellennetz nutzen.<\/b><\/p>\n<p>Die erste Biokraftstoff-Generation basierte auf Zuckern, St\u00e4rke und pflanzlichen \u00d6len. Da diese Rohstoffe vor allem aber als Nahrungsmittel gebraucht werden, k\u00f6nnen auf diese Weise nicht die im Transportsektor ben\u00f6tigten Mengen gedeckt werden. Eine interessante Alternative stellt Lignocellulose (von lat. lignum: Holz) dar, aus der die Zellwand verholzter Pflanzen bestehen. Dieser Rohstoff ist weiter verbreitet, kosteng\u00fcnstiger und seine Verwendung l\u00e4sst sich &#8220;nachhaltiger&#8221; gestalten. Allerdings lie\u00df sich Lignocellulose bisher nur durch komplexe und teure Aufarbeitung zu Biokraftstoffen veredeln.<\/p>\n<p>Es gibt aber eine Verbindung, die durch einfache saure Hydrolyse m\u00f6glicherweise aus Lignocellulose gewonnen werden k\u00f6nnte: L\u00e4vulins\u00e4ure, ein Produkt, das sonst meist aus Glucose hergestellt und unter anderem als Zusatzstoff in der Kosmetik-, Kunststoff- und Textilindustrie verwendet wird. Aus L\u00e4vulins\u00e4ure lie\u00dfen sich bisher jedoch noch keine Kraftstoffe mit zufriedenstellenden Eigenschaften gewinnen.<\/p>\n<p>Lange und seine Mitarbeiter fanden nun den richtigen Kniff: Sie hydrieren L\u00e4vulins\u00e4ure in einem neu entwickelten Verfahren zun\u00e4chst zu Valerians\u00e4ure, die sie dann zu Valeraten verestern. So entsteht eine neue Familie von Kraftstoffen, die so genannten &#8220;valerischen Biokraftstoffe&#8221;. Sie lassen sich, je nachdem mit welchen Reaktionspartnern sie verestert werden, in Form von Biobenzin oder Biodiesel herstellen und sind mit den derzeitigen Kraftstoffen mischbar. Heutige Fahrzeuge k\u00f6nnen damit fahren, ohne dass ihre Motoren umger\u00fcstet werden m\u00fcssten, ebenso k\u00f6nnte das aktuelle Tankstellennetz f\u00fcr den Vertrieb genutzt werden.<\/p>\n<p>Die neuen Kraftstoffe haben eine lange Liste harter Tests bestanden. In einem Praxistest wurden zudem zehn g\u00e4ngige Fahrzeugtypen, neu und gebraucht, ausschlie\u00dflich mit einer Mischung aus normalem Benzin mit 15 Vol% des valerischen Biobenzins betankt und auf die Stra\u00dfe geschickt, um 500 km pro Tag zur\u00fcckzulegen. Nach insgesamt 250.000 km Fahrstrecke waren keine Beeintr\u00e4chtigungen von Fahrverhalten, Motor, Tank oder Benzinleitungen zu verzeichnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Der ansteigende Energiebedarf bei abnehmenden &Ouml;l- und Erdgasreserven, verbunden mit einer zunehmenden Freisetzung des Klimagases CO<sub>2<\/sub> ist eines der dr&auml;ngendsten Probleme unserer Zeit. 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