{"id":12243,"date":"2010-05-17T00:00:00","date_gmt":"2010-05-16T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20100517-04n"},"modified":"2013-12-24T08:44:00","modified_gmt":"2013-12-24T06:44:00","slug":"mikroalgen-verdauen-klimaschaedliches-kohlendioxid","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/mikroalgen-verdauen-klimaschaedliches-kohlendioxid\/","title":{"rendered":"Mikroalgen verdauen klimasch\u00e4dliches Kohlendioxid"},"content":{"rendered":"<p><b>Schon in wenigen Wochen soll Rauchgas aus dem Heizkraftwerk Senftenberg Mikroalgen wachsen lassen. Die ersten Arbeiten zum Bau einer Versuchsanlage haben heute begonnen. Bereits im Juni sollen dann Mikroalgen klimasch\u00e4dliches Kohlendioxid (CO<sub> 2<\/sub>) aus dem Rauchgas binden und damit wertvolle Biomasse erzeugen. Das Vorhaben ist ein Forschungsprojekt der Gesellschaft f\u00fcr Montan- und Bautechnik mbH (GMB), einem Tochterunternehmen von Vattenfall Europe Mining &amp; Generation.<\/b><\/p>\n<p>&#8220;Mit der neuen Versuchsanlage testen wir das Potenzial von Mikroalgen zur Reduktion von CO<sub> 2<\/sub>-Emissionen aus einem braunkohlestaubgefeuerten Heizkraftwerk und schauen, welche Chancen sich f\u00fcr die Anwendung im gr\u00f6\u00dferen Ma\u00dfstab ergeben. Gleichzeitig bringen wir mit dem Projekt weiteres wichtiges Know-how im Biotechnologie-Bereich nach Brandenburg. Dies sch\u00e4rft das Profil der Lausitz als zukunftsweisende Energieregion in Deutschland&#8221;, erl\u00e4utert der Vorstandsvorsitzende von Vattenfall Europe Mining &amp; Generation, Reinhardt Hassa, das Vorhaben.<\/p>\n<p><b>Herausfinden, welche Algenarten die h\u00f6chsten Ertr\u00e4ge bringen<\/b><br \/>\nHauptziel des Projekts ist zu pr\u00fcfen, welche Algenarten das CO<sub> 2<\/sub> aus dem mit Braunkohlenstaub gefeuerten Heizkraftwerk am besten verdauen, sich am rasantesten vermehren und so die h\u00f6chsten Ertr\u00e4ge bringen. Dar\u00fcber hinaus geht es aber auch darum, den Energie- und Wasserverbrauch des Systems zu beobachten sowie eine CO<sub> 2<\/sub>-Bilanz aufzustellen und so den konkreten wirtschaftlichen und \u00f6kologischen Nutzen der Algenzucht zu ermitteln.<\/p>\n<p>Die komplette Projektierung, Ausf\u00fchrung und Auswertung des Projekts \u00fcbernimmt die GMB. Das Projekt l\u00e4uft bis 31.10.2011. Derzeit soll das praxisnahe Projekt rund eine Million Euro kosten. Bei Erhalt beantragter F\u00f6rdermittel k\u00f6nnten die Ingenieure zus\u00e4tzlich ein weiteres System zur Algenzucht erproben. Dies w\u00fcrde den direkten Vergleich von zwei verschiedenen Technologien am gleichen Standort erlauben.<\/p>\n<p><b>Algen zerlegen mit Sonnenlicht klimasch\u00e4dliches CO<sub> 2<\/sub><\/b><br \/>\n&#8220;Als Ingenieurdienstleister in der Vattenfall-Gruppe besitzen wir umfangreiches Wissen rund um Tagebaue und Kraftwerke. Daher ist es f\u00fcr uns eine zus\u00e4tzliche, spannende Herausforderung, das Heizkraftwerk Senftenberg, das wir errichtet haben und seit 1999 betreiben, nun mit einer innovativen Versuchsanlage zur Biomasseproduktion aus Mikroalgen zu erg\u00e4nzen&#8221;, bewertet GMB-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Werner Fahle das Projekt.<\/p>\n<p>Bei dem Verfahren haben sich die Projektplaner f\u00fcr so genannte &#8220;Flachplatten-Reaktoren&#8221; (FPA-Reaktoren) entschieden. Dabei sind senkrecht h\u00e4ngende flache Kunststoffbeh\u00e4lter mit N\u00e4hrl\u00f6sung und Algen gef\u00fcllt. CO<sub> 2<\/sub>&#8211; reiches Rauchgas sorgt f\u00fcr die Versorgung der Algen mit Kohlenstoff bei gleichzeitiger Durchmischung der Suspension, w\u00e4hrend \u00fcber die gro\u00dfe Oberfl\u00e4che der Beh\u00e4lter energiereiches Sonnenlicht einf\u00e4llt. Dies erm\u00f6glicht den Algen die f\u00fcr das Pflanzenwachstum n\u00f6tige Photosynthese. Dabei wird mit Hilfe von Licht und Wasser CO<sub> 2<\/sub> zu Glucose, Sauerstoff und Wasser umgesetzt und so f\u00fcr den Aufbau neuer Biomasse genutzt. So stellt die Algenzucht einen Bestandteil der stofflichen CO<sub> 2<\/sub>-Nutzung dar.<\/p>\n<p><b>Als n\u00e4chsten Schritt die Potenziale der Biomasse betrachten<\/b><br \/>\nUnterschiedlichste Algenarten \u2013 darunter solche f\u00fcr S\u00fc\u00df-, aber auch f\u00fcr Salzwasser \u2013 lassen sich in Photobioreaktoren unter Zugabe von CO<sub> 2<\/sub> vermehren. Doch w\u00e4hrend das Kohlendioxid im Rauchgas allen Algen bestens mundet, bekommen die \u00fcbrigen enthaltenen Stoffe nicht allen Algenarten gleich gut. Dies gilt vor allem f\u00fcr geringe, auch nach der Rauchgasw\u00e4sche verbleibende Reste von Schwefel. Hier soll das Projekt zeigen, welche Mikroalgen mit dem CO<sub> 2<\/sub> aus Braunkohlenfeuerung am besten wachsen.<\/p>\n<p>Bei dem Senftenberger Forschungsprojekt stehen praktische Erkenntnisse \u00fcber die Erzeugung der Algen im Vordergrund. Eine Herausforderung f\u00fcr die weitere Forschung ist der Einsatz von Biomasse aus Mikroalgen \u00fcber die bekannten Nutzungsm\u00f6glichkeiten hinaus. Bereits heute kennt man die Nutzung der Algen als proteinreichen Zusatz im Tierfutter, f\u00fcr die Produktion von Biogas, Biodiesel oder Biowasserstoff, als chemischen Grundstoff und f\u00fcr die Herstellung von Arzneimitteln.<\/p>\n<p>Perspektivisch er\u00f6ffnet die Algenzucht mit Rauchgas damit auch eine Anwendung f\u00fcr das konzentrierte Kohlendioxid aus der CO<sub> 2<\/sub>-Abscheidung im Kraftwerksprozess. Wie die Verfahren zur CO2-Abscheidung und Speicherung (auch &#8220;Carbon Capture and Storage&#8221;, kurz CCS) ist die Erforschung von Verfahren zur Bindung von Kohlendioxid Bestandteil der &#8220;Energiestrategie 2020&#8221; des Landes Brandenburg.<\/p>\n<p><b>Kontakt<\/b><br \/>\nAxel Happe<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.vattenfall.de\/\">Vattenfall Europe<\/a><br \/>\nMining &amp; Generation<br \/>\nTel.: 0355-28 87 &#8211; 30 67<br \/>\nFax: 0355-28 87 &#8211; 30 66<br \/>\nE-Mail: <a href=\"mailto:axel.happe@vattenfall.de\">axel.happe@vattenfall.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Schon in wenigen Wochen soll Rauchgas aus dem Heizkraftwerk Senftenberg Mikroalgen wachsen lassen. Die ersten Arbeiten zum Bau einer Versuchsanlage haben heute begonnen. 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