{"id":121931,"date":"2023-02-03T07:32:00","date_gmt":"2023-02-03T06:32:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=121931"},"modified":"2023-02-01T11:05:33","modified_gmt":"2023-02-01T10:05:33","slug":"medizinische-plastik-vom-feld","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/medizinische-plastik-vom-feld\/","title":{"rendered":"Medizinisches Plastik vom Feld"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><\/h2>\n\n\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/01\/Bildschirmfoto-2023-01-31-um-13.10.59.png\" alt=\"Kunststoff-Compounds von BIOVOX sind zu 100 Prozent biobasiert und verringern damit den CO2-Fu\u00dfabdruck deutlich\" class=\"wp-image-121959\" width=\"755\" height=\"456\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/01\/Bildschirmfoto-2023-01-31-um-13.10.59.png 809w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/01\/Bildschirmfoto-2023-01-31-um-13.10.59-300x181.png 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/01\/Bildschirmfoto-2023-01-31-um-13.10.59-150x91.png 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/01\/Bildschirmfoto-2023-01-31-um-13.10.59-768x464.png 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/01\/Bildschirmfoto-2023-01-31-um-13.10.59-400x242.png 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 755px) 100vw, 755px\" \/><figcaption>Kunststoff-Compounds von BIOVOX sind zu 100 Prozent biobasiert und verringern damit den CO2-Fu\u00dfabdruck deutlich. Bild: BIOVOX<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Hygienisch, g\u00fcnstig, haltbar und leicht zu entsorgen: Einwegplastik ist im Klinikalltag die Option schlechthin. Das Problem: Plastik auf fossiler Basis setzt nicht nur der Umwelt, sondern auch dem Klima zu. Allein in Deutschland hat das Gesundheitswesen einen Anteil von 5,2 Prozent am Klimagasaussto\u00df \u2013 auch aufgrund der Verwendung von Einwegplastik. Das Start-up BIOVOX ist angetreten, mit biobasierten Kunststoffen f\u00fcr Medizinprodukte die CO<sub>2<\/sub>-Emissionen zu reduzieren.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Plastik in der Medizin \u2013 das sind Infusionsbeutel, deren Inhalt Menschenleben retten, Milliarden Einwegspritzen mit Impfstoffen, die etwa der Corona-Pandemie den Kampf ansagen, Plastikskalpelle und Einweghandschuhe, die f\u00fcr ein H\u00f6chstma\u00df an Hygiene an sorgen. <\/p>\n\n\n\n<p>\u201eKunststoff ist nicht einfach gut oder schlecht. Es kommt auf die Inhaltsstoffe und Produktionsweise an\u201c, sagt Dr. Julian Lotz. Er ist einer der drei Gr\u00fcnder:innen des Darmst\u00e4dter Start-ups BIOVOX. Mit nachhaltigen Kunststoffen l\u00e4sst sich der CO<sub>2<\/sub>-Fu\u00dfabdruck nachgewiesenerma\u00dfen deutlich reduzieren. Die Jungunternehmer produzieren deshalb hochwertige Verbundmaterialien aus Biokunststoff speziell f\u00fcr die Gesundheitsbranche. Ein Gesch\u00e4ftsmodell mit Zukunft: Forschende der ETH Z\u00fcrich gehen davon aus, dass die weltweite Kunststoffproduktion von 2015 bis 2030 um vierzig Prozent ansteigen wird. Der Bedarf ist enorm.&nbsp;\u201d<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Drei Maschinenbauer, eine Idee<\/h3>\n\n\n\n<p>BIOVOX, das sind die Maschinenbauingenieure Dr. Julian Lotz (CEO), Carmen Rommel (COO) und Dr. Vinzenz Nienhaus (CTO). Zusammengetan haben sie sich nach einem \u201eStart-up &amp; Innovation Day\u201c der TU Darmstadt. Das war 2019. Lotz und Rommel kannten sich vom Fachgebiet der TU, an dem beide arbeiteten, Nienhaus war begeistert von deren Vision, mit gr\u00fcner Technologie eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft selbst mitzugestalten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ausschlaggebend f\u00fcr ihre Start-up-Idee war die Erkenntnis: Der Verzicht auf Plastik ist im Gesundheitswesen nicht sinnvoll, aber der Werkstoff muss erheblich nachhaltiger werden. Den Fokus auf die Gesundheitsbranche hat Nienhaus aus der Entwicklung von Biokunststoff-Implantaten mitgebracht: Das Potenzial f\u00fcr klimaschonende Medizintechnik ist gro\u00df. Auch, wenn mancherorts noch \u00dcberzeugungsarbeit geleistet werden muss. Mit unternehmerischem Mut und der Unterst\u00fctzung von&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.tu-darmstadt.de\/wissenstransfer\/gruendungszentrum_highest\/index.de.jsp\">HIGHEST, dem Innovations- und Gr\u00fcndungszentrums der TU<\/a>&nbsp;, gr\u00fcndeten die drei Ende 2020 ihre GmbH.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Plastikflut in Krankenh\u00e4usern<\/h3>\n\n\n\n<p>Lotz, Rommel und Nienhaus wissen, dass es f\u00fcr die Gesundheitsbranche keine Option ist, Klimaschutz gegen Patientensicherheit abzuw\u00e4gen. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eIn der Medizin werden Menschenleben gerettet. Die Frage nach der Nachhaltigkeit der Gebrauchsartikel stand deshalb lange nicht im Vordergrund\u201c, sagt <strong>Julian Lotz<\/strong>. \u201eSeit einiger Zeit aber hat auch hier ein Umdenken eingesetzt.\u201c <\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Dazu habe mit Sicherheit auch die EU mit ihren sch\u00e4rferen Klimaschutzverordnungen beigetragen. Klimagesetze, die dem Start-up in die Karten spielen. Der Ansatz von BIOVOX: Die Produktion von Kunststoff als solchem muss klimafreundlich sein. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eWir besch\u00e4ftigen uns mit den Fragen danach, welche Kunststoffe und welche Additive mit welchen Grundstoffen emissionsarm hergestellt werden k\u00f6nnen\u201c, so <strong>Julian Lotz<\/strong>.&nbsp;<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Alles Zucker<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Antwort von BIOVOX lautet: Zuckerrohr. Die Kunststoffe des Start-ups sind durch diese Pflanze zu 100 Prozent biobasiert. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eNachhaltig wird unser Produkt durch den deutlich geringeren CO2-Fu\u00dfabdruck im Vergleich zu den Materialien, die aktuell auf dem Markt sind\u201c, erkl\u00e4rt Co-Gr\u00fcnderin <strong>Carmen Rommel<\/strong>. \u201eAls Grundlage f\u00fcr biobasierten Kunststoff eignen sich alle Pflanzen, die St\u00e4rke und Zucker enthalten.\u201c&nbsp;<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Praktisch sieht das dann folgenderma\u00dfen aus: BIOVOX stellt Granulatmischungen als Grundstoff f\u00fcr Medizintechnikproduzenten her. Sie selbst nennen es &#8220;Backmischungen\u201c. Ein sch\u00f6nes Bild. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eJe nach dem welche Eigenschaft das Endprodukt haben soll \u2013 weich, fest, antimikrobiell -, mischen wir unsere Compounds zusammen\u201c, erkl\u00e4rt<strong> Carmen Rommel<\/strong>. \u201eDie unterschiedlichen Beschaffenheiten der `Backmischungen\u00b4 erreichen wir durch bestimmte Additive und F\u00fcllstoffe. So stellen wir dann die entsprechenden `Rezepte\u00b4 zusammen.\u201c <\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>\u201eGebacken\u201c werden mit diesen Compounds hochwertige Medizinprodukte und -verpackungen aus Biokunststoff. Sie sind f\u00fcr Spritzguss, Extrusion und 3D-Druck geeignet. Kundenorientierung ist bei BIOVOX gro\u00dfgeschrieben.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Nachhaltige und sichere Medizinprodukte&nbsp;<\/h3>\n\n\n\n<p>Was BIOVOX von Mitbewerbern unterscheidet: Ihre Biokunststoffe sind zertifiziert in ISO 13485-Qualit\u00e4t hergestellt und nach ISO 10993 auf ihre Sicherheit f\u00fcr den Patienten gepr\u00fcft. Das bedeutet, ihre Kunststoffe entsprechen denselben Normen und Hygienevorschriften, wie die Kunststoffe, die derzeit in Kliniken eingesetzt werden. \u201eUnsere Kunststoffe bieten also nicht nur eine sehr eng kontrollierte Qualit\u00e4t und maximale Sicherheit, sondern auch eine l\u00fcckenlose Dokumentation der Entwicklung sowie aller Rohstoffe und Verarbeitungsschritte. Das gilt nat\u00fcrlich auch f\u00fcr kundenspezifische Compounds.\u201c&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Mit der Zertifizierung kommen die drei BIOVOX-Gr\u00fcnder ihrem Ziel, Medizinprodukte nachhaltiger zu machen, einen gro\u00dfen Schritt n\u00e4her. Und erleichtern es Medizinprodukteherstellen, sich f\u00fcr Biokunststoffe von BIOVOX zu entscheiden. \u201eDie Produzenten wissen, dass unsere Materialien regulatorisch sicher sind. Das haben wir f\u00fcr sie schon vorab gepr\u00fcft und nachgewiesen.\u201c Julian Lotz ist \u00fcberzeugt, dass das normgerechte, umfassende Qualit\u00e4tsmanagementsystem bei der Entwicklung und Herstellung von Medizinprodukten ein ausschlaggebendes Argument f\u00fcr die Gesundheitsbranche ist, auf nachhaltige Materialien umzustellen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Sie selbst, als Unternehmen, wollen ebenfalls noch nachhaltiger werden. Einen Teil der Rohstoffe bezieht BIOVOX bereits jetzt bei einem regionalen Lieferanten. Mittelfristig, so der Plan, soll dieser Anteil noch steigen und neben heimischem Feedstock auch ein hoher Recyclinganteil im Biokunststoff eingesetzt werden. \u201eDa sind wir gerade dabei, die Lieferketten aufzubauen\u201c, erz\u00e4hlt Carmen Rommel.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Langer Weg zur Serienproduktion<\/h3>\n\n\n\n<p>Noch ist BIOVOX auf Investoren angewiesen. Bis zur Serienproduktion in der Medizintechnik ist es f\u00fcr nachhaltige Produkte aus ihrem Biokunststoff ein langer Weg. Machbarkeitsstudien, Produktentwicklung und klinische Studien f\u00fcr die Zulassung brauchen sehr viel Zeit. \u201eEs dauert \u00fcblicherweise zwei bis f\u00fcnf Jahre, bis ein Medizintechnikunternehmen einen neuen Kunststoff wie unseren im gro\u00dfen Stil ordert\u201c, sagt Julian Lotz. Doch die drei Gr\u00fcnder geben sich entspannt. Sie wissen: Der Bedarf an umwelt- und klimaschonendem Material in der Gesundheitsbranche ist gro\u00df und steigt gerade stark an. In diesem wachsenden Markt m\u00f6chte BIOVOX die Marktf\u00fchrerschaft f\u00fcr nachhaltige Kunststoffe im Lifescience-Bereich auch behalten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/01\/Biovox-2_0x489.jpg\" alt=\"Die Gr\u00fcnder von BIOVOX (v.li.n.re.): Vinzenz Nienhaus, Carmen Rommel und Julian Lotz \" class=\"wp-image-121960\" width=\"724\" height=\"404\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/01\/Biovox-2_0x489.jpg 877w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/01\/Biovox-2_0x489-300x167.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/01\/Biovox-2_0x489-150x84.jpg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/01\/Biovox-2_0x489-768x428.jpg 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/01\/Biovox-2_0x489-400x223.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 724px) 100vw, 724px\" \/><figcaption>Die Gr\u00fcnder von BIOVOX (v.li.n.re.): Vinzenz Nienhaus, Carmen Rommel und Julian Lotz Bild: BIOVOX<\/figcaption><\/figure><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hygienisch, g\u00fcnstig, haltbar und leicht zu entsorgen: Einwegplastik ist im Klinikalltag die Option schlechthin. Das Problem: Plastik auf fossiler Basis setzt nicht nur der Umwelt, sondern auch dem Klima zu. Allein in Deutschland hat das Gesundheitswesen einen Anteil von 5,2 Prozent am Klimagasaussto\u00df \u2013 auch aufgrund der Verwendung von Einwegplastik. Das Start-up BIOVOX ist angetreten, [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":59,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"none","nova_meta_subtitle":"BIOVOX entwickelt Biokunststoffe f\u00fcr die Gesundheitsbranche ","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[10763,11841,12352,11567],"supplier":[20234,1206],"class_list":["post-121931","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","tag-biokunststoffe","tag-kreislaufwirtschaft","tag-medizintechnik","tag-umwelt","supplier-biovox","supplier-technische-universitaet-darmstadt-tu"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/121931","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/59"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=121931"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/121931\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=121931"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=121931"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=121931"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=121931"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}