{"id":12140,"date":"2010-03-17T00:00:00","date_gmt":"2010-03-16T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20100317-02n"},"modified":"2013-12-24T08:56:11","modified_gmt":"2013-12-24T06:56:11","slug":"dbu-foerdert-herstellung-von-terra-preta-aus-klaerschlamm","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/dbu-foerdert-herstellung-von-terra-preta-aus-klaerschlamm\/","title":{"rendered":"DBU f\u00f6rdert Herstellung von Terra Preta aus Kl\u00e4rschlamm"},"content":{"rendered":"<p><b>Ihre Kultur ist l\u00e4ngst verschwunden. Ihre Methode, fruchtbare Schwarzerdeb\u00f6den herzustellen, wird nach Tausenden von Jahren wieder entdeckt: F\u00e4kalien, Holzkohle und K\u00fcchenabf\u00e4lle sind die Zutaten, mit denen indigene V\u00f6lker aus dem Amazonasgebiet ihre Terra Preta (schwarze Erde) entwickelten. Eine Technik, die sich die Wissenschaft hierzulande jetzt zu Eigen macht: Die Universit\u00e4t Leipzig untersucht in einem Forschungsprojekt, wie sie aus f\u00e4kalen Abf\u00e4llen von Tierkliniken die n\u00e4hrstoffreichen schwarzen B\u00f6den gewinnen kann. &#8220;Wir machen uns ein altbew\u00e4hrtes Verfahren zu Nutze, um mit Keimen, Antibiotika und Holsp\u00e4nen versetztes Material umweltschonend zu entsorgen und in ein ertragreiches Produkt zu wandeln&#8221;, erkl\u00e4rt Prof. Dr. Monika Kr\u00fcger vom Institut f\u00fcr Bakteriologie und Mykologie. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) f\u00f6rdert mit knapp 45.000 Euro.<\/b><\/p>\n<p>&#8220;Das Konzept soll auch auf andere Entsorgungssysteme \u00fcbertragen werden, um etwa Kl\u00e4rschlamm besser verwerten zu k\u00f6nnen&#8221;, sagt DBU-Generalsekret\u00e4r Dr. Fritz Brickwedde. 200 bis 300 Liter Kl\u00e4rschlamm fallen laut Bildungs- und Demonstrationszentrum f\u00fcr dezentrale Abwasserbehandlung (BDZ) im Jahr durchschnittlich pro Einwohner in deutschen Kleinkl\u00e4ranlagen an. Das Material ist durch R\u00fcckst\u00e4nde von Medikamenten und m\u00f6glichen Infektionserregern belastet. Kl\u00e4rschlamm als D\u00fcnger zu nutzen, unterliegt strengen Vorschriften und ist nicht unumstritten. Der darin enthaltene Kohlenstoff und die N\u00e4hrstoffe m\u00fcssen deshalb oft energie- und kostenintensiv beseitigt werden.<\/p>\n<p>F\u00fcr das Institut f\u00fcr Bakteriologie und Mykologie der Universit\u00e4t Leipzig gehen damit wichtige Wertstoffe verloren. Es will am Beispiel der f\u00e4kalen Abf\u00e4lle aus den Kliniken der veterin\u00e4rmedizinischen Fakult\u00e4t untersuchen, wie F\u00e4kalschl\u00e4mme aus dezentralen Kleinkl\u00e4ranlagen umweltschonend von ihren Schadstoffen befreit und gleichzeitig produktiv genutzt werden k\u00f6nnen. &#8220;Dadurch lassen sich regionale Stoffkreiskreisl\u00e4ufe wieder besser schlie\u00dfen&#8221;, betont Kr\u00fcger.<\/p>\n<p>Das Ziel: die Herstellung von Terra Preta \u2013 dem Boden, der schon vor Jahrtausenden von Jahren das sonst weniger ertragreiche Amazonasgebiet fruchtbar machte. Aufgrund ihres hohen Gehalts an organischem Kohlenstoff ist die Terra Preta sehr fruchtbar, kann gro\u00dfe Menge an Wasser speichern und regeneriert sich zudem sehr schnell. Pflanzen gedeihen auf ihr besonders gut. &#8220;Die Landwirtschaft erzielt so h\u00f6here Ertr\u00e4ge und bessere Einkommen. Unfruchtbares Land kann wieder fruchtbar gemacht werden. Bei schrumpfenden Anbaufl\u00e4chen und wachsender Weltbev\u00f6lkerung ist das f\u00fcr die Nahrungsmittelproduktion der Zukunft weltweit von Bedeutung&#8221;, so Kr\u00fcger. &#8220;Das Projekt steigert so die Ressourceneffizienz und st\u00e4rkt sowohl Klimaschutz als auch Ern\u00e4hrungssicherung&#8221;, betont DBU-Generalsekret\u00e4r Dr. Fritz Brickwedde.<\/p>\n<p>Das Institut f\u00fcr Bakteriologie und Mykologie verfolgt einen mehrstufigen Umwandlungsprozess: &#8220;Zun\u00e4chst lagern wir die F\u00e4kalienabf\u00e4lle der Tierklinik zusammen mit Holzkohle und Gr\u00fcnabf\u00e4llen ohne die Zufuhr von Sauerstoff in geschlossenen Beh\u00e4ltnissen f\u00fcr drei Wochen ein&#8221;, erkl\u00e4rt Kr\u00fcger. &#8220;W\u00e4hrend dieses G\u00e4rprozesses entstehen S\u00e4uren und andere antimikrobielle Substanzen.&#8221; Gesundheitsgef\u00e4hrdende Stoffe lie\u00dfen sich so auf ein unwirksames Ma\u00df verringern und Infektionsketten unterbrechen. Danach w\u00fcrden Bodenlebewesen helfen, das Material in fruchtbare Erde umzuwandeln. Das gereifte Substrat wird auf den Versuchsfl\u00e4chen des Lehr- und Versuchsgut der Veterin\u00e4rmedizinischen Fakult\u00e4t getestet. &#8220;Im Mai wollen wir beginnen, dort Mais zu legen. Im Herbst wollen wir ernten und die Versuchsergebnisse auswerten&#8221;, freut sich die Professorin.<\/p>\n<p>Nach Abschluss des Forschungsprojekts soll gepr\u00fcft werden, wie auch aus menschlichen Exkrementen sowie in der Landwirtschaft anfallendem Dung N\u00e4hrstoffe zur\u00fcck gewonnen werden k\u00f6nnen. Das BDZ aus Leipzig hat bereits Interesse bekundet. Es plant, nach erfolgreichem Verlauf des Vorhabens ein Zentrum zur Anwendung der Terra Preta- Technologie einzurichten. &#8220;Abf\u00e4lle und Abw\u00e4sser sind wichtige Wertstoffe, die wir mit dem Verfahren wieder in den Wirtschaftskreislauf integrieren k\u00f6nnen&#8221;, erkl\u00e4rt Wolf-Michael Hirschfeld, Vorstandsvorsitzender des BDZ. &#8220;Somit entsteht ein zukunftsf\u00e4higes, kosteneffizientes System, das einen Beitrag zur Flexibilisierung der Ver- und Entsorgungstechnik leistet.&#8221; F\u00fcr Brickwedde lie\u00dfen sich die Ergebnisse auch \u00fcber das Projekt hinaus auf belastete B\u00f6den und Standorte \u00fcbertragen: &#8220;Mit Hilfe dieser umweltschonenden Art, gef\u00e4hrliche Verunreinigungen zu beseitigen, k\u00f6nnen etwa industrielle Konversionsfl\u00e4chen f\u00fcr den Naturschutz aufgewertet werden.&#8221;<\/p>\n<p><b>Kontakt:<\/b><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.dbu.de\/\">Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)<\/a><br \/>\nAn der Bornau 2<br \/>\n49090 Osnabr\u00fcck<br \/>\nTel.:0541-963 35 21<br \/>\nFax: 0541-963 31 98<br \/>\nE-Mail: <a href=\"mailto:presse@dbu.de\">presse@dbu.de<\/a><\/p>\n<p><b>Ansprechpartner f\u00fcr Fragen zum Projekt:<\/b><br \/>\nProf. Dr. Monika Kr\u00fcger<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.vetmed.unileipzig.de\/\">Institut f\u00fcr Bakteriologie und Mykologie der Veterin\u00e4rmedizinischen Fakultu\u00e4t,<br \/>\nUniversit\u00e4t Leipzig<\/a><br \/>\nTel.: 0341-973 81 80<br \/>\nFax: 0341-973 81 99<br \/>\nE-Mail: <a href=\"mailto:mkrueger@vetmed.unileipzig.de\">mkrueger@vetmed.unileipzig.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Ihre Kultur ist la&#776;ngst verschwunden. 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