{"id":12136,"date":"2010-03-19T00:00:00","date_gmt":"2010-03-18T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20100319-01n"},"modified":"2010-03-19T00:00:00","modified_gmt":"2010-03-18T22:00:00","slug":"nova-pressespiegel-amflora-pro-und-contra-sowie-sinn-und-nutzen-in-der-diskussion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/nova-pressespiegel-amflora-pro-und-contra-sowie-sinn-und-nutzen-in-der-diskussion\/","title":{"rendered":"nova-Pressespiegel: Amflora &#8211; Pro und Contra sowie Sinn und Nutzen in der Diskussion"},"content":{"rendered":"<p><b>1996 beantragte der deutsche Chemiekonzern die Genehmigung f\u00fcr den Anbau der Gen-Kartoffel Amflora, die von der BASF-Abteilung Plant Science entwickelt wurde. Aufgrund von Sicherheits- und Gesundheitsbedenken verstrichen 13 Jahre bis zur endg\u00fcltigen Genehmigung f\u00fcr den Anbau der Kartoffel. Sie darf nur f\u00fcr industrielle Zwecke angebaut werden, soll St\u00e4rke f\u00fcr die Papier-, Garn- und Klebstoffindustrie liefern, wobei die dabei anfallenden Nebenprodukte als Futtermittel verwendet werden d\u00fcrfen. In Deutschland wird die Kartoffel zurzeit auf 20 Hektar in Mecklenburg-Vorpommern angepflanzt.<\/b> <\/p>\n<p><b>BASF als Vorreiter gr\u00fcner Gentechnik in Deutschland?<\/b> <br \/>&#8220;Nach \u00fcber 13 Jahren Wartens freuen wir uns \u00fcber die Genehmigung der EU-Kommission f\u00fcr Amflora&#8221;, so Stefan Marcinowski, Vorstandsmitglied der BASF SE. &#8220;Wir hoffen, dass diese Entscheidung einen Meilenstein f\u00fcr weitere Innovationen zu Gunsten einer wettbewerbsf\u00e4higen und nachhaltigen Landwirtschaft in Europa darstellt.&#8221;<\/p>\n<p>Die Europ\u00e4ische Beh\u00f6rde f\u00fcr Lebensmittelsicherheit (EFSA) hatte im Rahmen des Genehmigungsverfahrens wiederholt best\u00e4tigt, dass Amflora sicher f\u00fcr Mensch, Tier und Umwelt ist.<\/p>\n<p>Die Industrie profitiert von hochwertiger Amflorast\u00e4rke, da sie beispielsweise Papier einen h\u00f6heren Glanz verleiht. Au\u00dferdem k\u00f6nnen Beton und Klebstoffe mit Hilfe von Amylopektinst\u00e4rke l\u00e4nger verarbeitet werden. Industrielle Prozesse werden so optimiert. Das spart Rohstoffe wie Wasser, Zusatzstoffe und Energie.&#8221; (BASF, Pressemitteilung, 02.03.2010)<\/p>\n<p>&#8220;Erst Amflora, demn\u00e4chst Fortuna und eine noch namenlose Knolle: BASF will f\u00fcr weitere Genkartoffeln die Zulassung beantragen &#8211; und die sollen auch in Lebensmitteln verwendet werden. Das Unternehmen will in K\u00fcrze die Zulassung f\u00fcr zwei weitere gentechnisch ver\u00e4nderte Knollen beantragen, sagte eine Sprecherin von BASF gegen\u00fcber FTD.de.&#8221; (FTD, 04.03.2010)<\/p>\n<p><b>Gesundheitliche Bedenken zur Verf\u00fctterung \u2013 Risiken untersch\u00e4tzt?<\/b> <br \/>Von vielen Seiten werden aber Stimmen laut in Bezug auf die Sicherheits- und Gesundheitsgefahren von Amflora. In verschiedenen Medien werden die Meinungen und Bedenken diverser Organisationen\/Verb\u00e4nde wiedergegeben. Auch gebe es nicht-genmanipulierte Alternativen zu Amflora:<\/p>\n<p>&#8220;Gr\u00fcnen-Politiker und Umweltsch\u00fctzer reagierten emp\u00f6rt. Die f\u00fcr den Anbau der Kartoffel und die gleichzeitige Zulassung von drei Genmais-Sorten des US-Konzerns Monsanto als Lebens- und Futtermittel &#8220;br\u00fcskiert die gentechnik-kritische \u00d6ffentlichkeit&#8221;, erkl\u00e4rte die Gr\u00fcne Bundestagsabgeordnete Ulrike H\u00f6fken. Die BASF-Kartoffel erhalte eine &#8220;skandal\u00f6se Verschmutzungslizenz&#8221;. <\/p>\n<p>Der Bund f\u00fcr Umwelt und Naturschutz (BUND) h\u00e4lt die \u00dcbertragung eines in der St\u00e4rkekartoffel enthaltenen Resistenz-Gens auf Bakterien des Magen-Darm-Trakts nicht f\u00fcr ausgeschlossen. <\/p>\n<p>Auch die Weltgesundheitsorganisation und die EU-Arzneimittelbeh\u00f6rde lehnen die Verwendung Nebenprodukte der Kartoffel als Futtermittel ab. Es gab immer wieder Experimente, in denen sich zeigte, dass sich Merkmale von genetisch ver\u00e4ndertem Futter sp\u00e4ter auch in Fleisch und Milch der Tiere wiederfanden. F\u00fcr den Verzehr ist Amflora nicht vorgesehen. Ihr erh\u00f6hter St\u00e4rkegehalt macht sie ungenie\u00dfbar.&#8221; (Zeit online, 03.03.2010)<\/p>\n<p>&#8220;Vor den Risiken schlie\u00dfen sowohl die gentechnikverliebte Bundeskanzlerin als auch Agrarministerin Ilse Aigner (CSU) die Augen&#8221;, erkl\u00e4rte BUND-Vorsitzende Hubert Weiger. Gentechnik-Experte Martin Hofstetter von Greenpeace warf der Kommission vor, mit der ersten Zulassung einer genmanipulierten Pflanze seit 1998 offensichtlich einen Pro-Gentechnikkurs einzuleiten und forderte Bundeslandwirtschaftsministerin Aigner auf, den Anbau der Genkartoffel in Deutschland sofort zu stoppen.&#8221; (Spiegel online, 02.03.2010)<\/p>\n<p><b>Wurden Alternativen zur Genkartoffel ignoriert?<\/b> <br \/>F\u00fcr Greenpeace ist unumstritten, dass die &#8220;breite \u00d6ffentlichkeit&#8221; und &#8220;alle guten Argumente&#8221; gegen einen &#8220;Pro-Gentechnikkurs&#8221; stehen. Gentechnik-Gegner verweisen darauf, dass es &#8220;Kartoffel-Alternativen&#8221; gebe, die mit gleichen St\u00e4rkeeigenschaften aufwarten k\u00f6nnten, ohne Resistenzen bei Bakterien zu erm\u00f6glichen.&#8221; (Telepolis, 03.03.2010)<\/p>\n<p>&#8220;Wir setzen jetzt auf die Vernunft der St\u00e4rkeindustrie und der Bauern, Amflora nicht zu akzeptieren, zumal es konventionelle Alternativen gibt&#8221;, sagte BUND-Gentechnikexpertin Heike Moldenhauer.&#8221; (Zeit online, 03.03.2010)<\/p>\n<p>&#8220;Der Bund f\u00fcr Umwelt und Naturschutz (BUND) sieht die Pl\u00e4ne sehr kritisch. &#8220;Keine der St\u00e4rkefabriken in Deutschland will die Gen-Kartoffel Amflora der BASF einsetzen. Es gibt zudem zwei gentechnikfreie Kartoffeln mit denselben Eigenschaften. Es ist wirtschaftlicher Unsinn, nun noch ein weiteres Gen-Konstrukt auf den Markt bringen zu wollen, f\u00fcr das es keine Nachfrage gibt&#8221;, sagte BUND-Gentechnikexpertin Heike Moldenhauer.&#8221; (FTD, 04.03.2010)<\/p>\n<p><b>Skepsis bei Anbaubetrieben<\/b> <br \/>&#8220;Die Bauern in Deutschland sehen wenig wirtschaftliche Chancen f\u00fcr den Anbau von Amflora. Sie biete keine attraktiven Chancen vom Ertrag und von der Anbautechnik her, sagte der Generalsekret\u00e4r des Deutschen Bauernverbands, Helmut Born. &#8220;Die Entscheidung \u00fcber den Anbau f\u00e4llt letztendlich der Markt&#8221;, sagte Born. Nach wie vor gebe es aber eine mehrheitliche Ablehnung bei den Verbrauchern.&#8221; (FTD, 10.03.2010)<\/p>\n<p>&#8220;Wir sehen zurzeit keine M\u00f6glichkeit, Amflora anzupflanzen. Die Konsequenzen w\u00e4ren zu gro\u00df&#8221;, sagte ein Vertreter des gr\u00f6\u00dften Kartoffelst\u00e4rke-Produzenten Emsland St\u00e4rke GmbH der &#8220;Neuen Osnabr\u00fccker Zeitung&#8221; vom Mittwoch. Das Risiko, Gesch\u00e4ftspartner zu verlieren, sei f\u00fcr das Unternehmen zu gro\u00df, &#8220;weil es Kunden gibt, die f\u00fcr gr\u00fcne Gentechnik nicht offen sind&#8221;  Auch die Firma S\u00fcdst\u00e4rke \u00e4u\u00dferte sich gegen\u00fcber der taz&#8221;, dass Amflora f\u00fcr S\u00fcdst\u00e4rke definitiv nicht in Frage k\u00e4me. Die Unternehmen der Lebensmittel-Industrie wollten keine gentechnisch ver\u00e4nderte St\u00e4rke in ihrer Produktion. &#8220;Wir k\u00f6nnten die konventionellen und die Genkartoffeln im Werk kaum trennen&#8221;, sagte K\u00f6nigbauer.&#8221; (Spiegel online, 03.03.2010)<\/p>\n<p><b>Die Politik bestimmt den Kurs<\/b> <br \/>&#8220;Der neue Gesundheitskommissar John Dalli setzte nach gerade einmal vier Wochen im neuen Amt seine Unterschrift unter die Zulassung f\u00fcr Amflora. &#8230; Eine \u00dcbertragung der Resistenzen auf Krankheitserreger sei v\u00f6llig ausgeschlossen, so eine Mitarbeiterin von Dalli. Falls es aber doch dazu komme, sei das ohnehin bedeutungslos, da derartige Resistenzen bei Tuberkuloseerregern schon jetzt zu finden seien.&#8221; (taz, 03.03.2010)<\/p>\n<p>&#8220;Der schwarz-gelbe Koalitionsvertrag legt klar fest: &#8220;Der Anbau der gentechnisch ver\u00e4nderten St\u00e4rkekartoffel Amflora f\u00fcr eine kommerzielle, industrielle Verwertung wird unterst\u00fctzt.&#8221; (Spiegel online, 02.03.2010)<\/p>\n<p>&#8220;St\u00e4rke wird vor allem in der Papier-, Textil- und Klebstoffproduktion eingesetzt. Gro\u00dfe Teile dieser Industrien sind in Europa angesiedelt, weswegen die europ\u00e4ische Zulassung f\u00fcr den Konzern BASF von gro\u00dfer Bedeutung ist. <\/p>\n<p>Auch andere europ\u00e4ische L\u00e4nder wie Schweden, Tschechien und England hatten zuvor Versuche durchgef\u00fchrt. Die Entscheidung der EU-Kommission erlaubt jetzt den gro\u00dffl\u00e4chigen Anbau.&#8221; (Zeit online, 03.03.2010)<\/p>\n<p>EU-Kommissionspr\u00e4sident Barroso hat bis zum Sommer einen Vorschlag angek\u00fcndigt, wie es Mitgliedsstaaten rechtlich erm\u00f6glicht werden soll, genver\u00e4nderten Anbau auf ihrem Territorium auf Dauer zu verbieten, Es bleibt somit abzuwarten, wie sich die Marktsituation darstellt, sobald die Praxis der gro\u00dffl\u00e4chigen Umsetzung gefragt ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>1996 beantragte der deutsche Chemiekonzern die Genehmigung f&uuml;r den Anbau der Gen-Kartoffel Amflora, die von der BASF-Abteilung Plant Science entwickelt wurde. 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