{"id":121213,"date":"2023-01-23T07:26:00","date_gmt":"2023-01-23T06:26:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=121213"},"modified":"2023-01-17T12:09:32","modified_gmt":"2023-01-17T11:09:32","slug":"seile-aus-milchsaure","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/seile-aus-milchsaure\/","title":{"rendered":"Seile aus Milchs\u00e4ure"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><\/h2>\n\n\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"500\" height=\"376\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/01\/csm_Dr._Boris_Marx_bei_der_Herstellung_des_PLA-Blends_mit_Stereokomplex-Kristallstruktur_copy_Faserinstitut_Bremen_48d7330c22.jpg\" alt=\"Dr. Boris Marx bei der Herstellung von PLA-Blend mit Stereokomplex-Kristallstruktur im Faserinstitut Bremen \" class=\"wp-image-121229\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/01\/csm_Dr._Boris_Marx_bei_der_Herstellung_des_PLA-Blends_mit_Stereokomplex-Kristallstruktur_copy_Faserinstitut_Bremen_48d7330c22.jpg 500w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/01\/csm_Dr._Boris_Marx_bei_der_Herstellung_des_PLA-Blends_mit_Stereokomplex-Kristallstruktur_copy_Faserinstitut_Bremen_48d7330c22-300x226.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/01\/csm_Dr._Boris_Marx_bei_der_Herstellung_des_PLA-Blends_mit_Stereokomplex-Kristallstruktur_copy_Faserinstitut_Bremen_48d7330c22-150x113.jpg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/01\/csm_Dr._Boris_Marx_bei_der_Herstellung_des_PLA-Blends_mit_Stereokomplex-Kristallstruktur_copy_Faserinstitut_Bremen_48d7330c22-359x270.jpg 359w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><figcaption>Dr. Boris Marx bei der Herstellung von PLA-Blend mit Stereokomplex-Kristallstruktur&#8221; (1,4 MB), \u00a9 Faserinstitut Bremen e.V.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Technische Fasern machen die Seile von Kinderschaukeln sicher oder sind bei medizinischen Operationen unverzichtbar. Der Grundstoff f\u00fcr diese Fasern sind h\u00e4ufig auf Erd\u00f6lbasis hergestellte Polymere. In Anbetracht der begrenzten Verf\u00fcgbarkeit fossiler Rohstoffe und der Kunststoffproblematik forschte Dr. Boris Marx vom\u00a0<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.faserinstitut.de\/\" target=\"_blank\">Faserinstitut Bremen e.V.<\/a>\u00a0nach Alternativen mit Biopolymeren und geh\u00f6rt zu den Nominierten f\u00fcr den Otto von Guericke-Preis 2022. Das Forschungs- und Transfernetzwerk Mittelstand\u00a0<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.aif.de\/\" target=\"_blank\">AiF\u00a0Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen \u201eOtto von Guericke\u201c e.V.<\/a>\u00a0vergibt den mit 10.000 Euro dotierten Preis seit 1997 an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler f\u00fcr besondere Innovationsleistungen auf dem Gebiet der vorwettbewerblichen\u00a0<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.aif.de\/foerderangebote\/igf-industrielle-gemeinschaftsforschung.html\" target=\"_blank\">Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF)<\/a>, die vom\u00a0<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.bmwk.de\/Navigation\/DE\/Home\/home.html\" target=\"_blank\">Bundeswirtschaftsministerium<\/a>\u00a0mit \u00f6ffentlichen Mitteln gef\u00f6rdert wird.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Bio-Werkstoffe alternativ zum Erd\u00f6l<\/h3>\n\n\n\n<p>Biopolymere wie zum Beispiel Polylactid (PLA) bestehen aus biobasierten, nachwachsenden Rohstoffen und sind, im Gegensatz zu den \u00fcblichen Polymeren aus Erd\u00f6l, biologisch abbaubar. PLA wird durch chemische Synthese auf Milchs\u00e4urebasis hergestellt. Kommerziell verf\u00fcgbares PLA wird zu Garnen, die derzeit zum Beispiel f\u00fcr Heimtextilen genutzt werden k\u00f6nnen, verarbeitet. Leider sind die Festigkeiten f\u00fcr technische Anwendungen bisher nicht ausreichend.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eIm Rahmen des\u00a0IGF-Projektes \u201aHochleistungs-PLA-Biko-Fasern\u2018 ist es erstmals gelungen, ein PLA-Blend mit Stereokomplex-Kristallstruktur im Technikumsma\u00dfstab herzustellen. Dabei wurden zwei PLA-Ausgangsmaterialien im Compoundierprozess vermischt. Die Besonderheit liegt dabei in der Prozessf\u00fchrung bei der Temperatur. Das Ergebnis ist ein PLA-Blend in Pulverform mit Stereokomplex-Kristallstruktur, sodass die Entwicklung von Garnen mit h\u00f6heren Festig- und Steifigkeiten erm\u00f6glicht und herk\u00f6mmliche Kunststoffe somit substituiert werden k\u00f6nnen\u201c, erkl\u00e4rt <strong>Dr. Boris Marx.<\/strong><\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Die einfache \u00dcberf\u00fchrung in den Industriema\u00dfstab erlaubt eine ausreichende Materialverf\u00fcgbarkeit. Dadurch wurde das Potenzial geschaffen, technisch industrielle PLA-Garne mit erh\u00f6hten Festigkeiten zu entwickeln. Damit k\u00f6nnen die Einsatzgebiete dieser biotechnologischen Fasern deutlich ausgeweitet, herk\u00f6mmliche Kunststoffe weiter ersetzt sowie Ressourcen und Umwelt entsprechend geschont werden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Breite Anwendung von Medizintechnik bis Luft- und Raumfahrt<\/h3>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eF\u00fcr die Medizintechnik und speziell f\u00fcr uns als Entwickler und Produzent von innovativen textilen Implantaten sind die im Projekt erzielten Forschungsergebnisse von hoher Bedeutung. Denn bislang gibt es auf dem Markt keine Produkte auf PLA-Basis in stereokomplexer Form. Der jetzt verf\u00fcgbare PLA-Blend erm\u00f6glicht die Entwicklung neuer und innovativer Produkte wie zum Beispiel verbesserte Osteosyntheseplatten zur Behandlung von Frakturen. Wir erhoffen uns dadurch einen Ausbau unseres Produktportfolios und die Erschlie\u00dfung neuer M\u00e4rkte\u201c, beschreibt <strong>Dr. Sven Oberhoffner von der ITV Denkendorf Produktservice GmbH<\/strong> mittelst\u00e4ndische Interessen in Zusammenhang mit dem\u00a0IGF-Projekt.<\/p><p>\u201eErgebnis dieses\u00a0IGF-Projektes ist ein innovativer, sehr nachhaltiger Werkstoff, der f\u00fcr Hochtechnologiebranchen wie die Luft- und Raumfahrtechnik, die Medizintechnik oder f\u00fcr den Automobilbau vorgesehen ist. Da der Werkstoff auf einer industrienahen Technikumsanlage entwickelt worden ist, sind die Parameter, die erforscht wurden, sehr leicht in die Industrie \u00fcbertragbar. Das geschieht derzeit mit dem Projektbegleitenden Ausschuss gemeinsam mit kleinen und mittelst\u00e4ndischen Unternehmen und dem\u00a0AiF-Mitglied\u00a0<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.aif.de\/mitglieder\/aif-forschungsvereinigungen\/mitglieder-steckbriefe\/detail\/95.html?cHash=30c13a21574add6fb2474055228dde3b\" target=\"_blank\">Forschungsvereinigung Werkstoffe aus nachhaltigen Rohstoffen e.V. &#8211; WNR<\/a>\u201c, fasst Professor <strong>Axel S. Herrmann, Institutsleiter des Faserinstituts Bremen e.V.<\/strong> abschlie\u00dfend zusammen.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Einen&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.aif.de\/medienraum\/videos\/videos-details\/seile-aus-milchsaeure.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">viermin\u00fctigen Film zum&nbsp;IGF-Projekt<\/a>&nbsp;und den&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.aif.de\/medienraum\/news-details\/mitschnitt-otto-von-guericke-preisverleihung-2022.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Mitschnitt der Otto von Guericke-Preisverleihung 2022&nbsp;<\/a>finden Sie im Medienraum der&nbsp;AiF-Website.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Kontakte zum\u00a0IGF-Projekt:<\/h3>\n\n\n\n<p>Dr. Boris Marx<br>Faserinstitut Bremen e.V.<br>Tel.: +49 421 218 58668<br>E-Mail:\u00a0<a>marx@faserinstitut.de<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Prof. Dr. Florian Puch<br>Vorstandsvorsitzender der Forschungsvereinigung Werkstoffe aus nachhaltigen Rohstoffen e.V. \u2013 WNR <br>Tel.: +49 3672 379160<br>E-Mail:\u00a0<a>puch@titk.de<\/a><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">\u00dcber die&nbsp;AiF<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen \u201eOtto von Guericke\u201c e.V. ist das Forschungs- und Transfernetzwerk f\u00fcr den deutschen Mittelstand. Sie f\u00f6rdert Forschung, Transfer und Innovation. Als Dachverband von 100 gemeinn\u00fctzigen Forschungsvereinigungen mit mehr als 50.000 eingebundenen Unternehmen und \u00fcber 1.200 beteiligten Forschungseinrichtungen leistet sie einen wichtigen Beitrag, die Volkswirtschaft Deutschlands in ihrer Wettbewerbsf\u00e4higkeit nachhaltig zu st\u00e4rken. Die&nbsp;AiF&nbsp;als gemeinn\u00fctziger Verein organisiert die Industrielle Gemeinschaftsforschung und betreut \u00fcber die&nbsp;AiF&nbsp;Projekt GmbH und die&nbsp;AiF&nbsp;F\u2219T\u2219K GmbH, ihre einhundertprozentigen Tochtergesellschaften, weitere F\u00f6rderprogramme der \u00f6ffentlichen Hand. Im Jahr 2021 setzte die&nbsp;AiF&nbsp;\u00fcber 557 Millionen Euro an \u00f6ffentlichen F\u00f6rdermitteln ein. Seit ihrer Gr\u00fcndung im Jahr 1954 lenkte sie rund 13,5 Milliarden Euro \u00f6ffentliche F\u00f6rdermittel in neue Entwicklungen und Innovationen und brachte mehr als 245.000 Forschungsprojekte auf den Weg.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Technische Fasern machen die Seile von Kinderschaukeln sicher oder sind bei medizinischen Operationen unverzichtbar. Der Grundstoff f\u00fcr diese Fasern sind h\u00e4ufig auf Erd\u00f6lbasis hergestellte Polymere. 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