{"id":12087,"date":"2009-12-09T00:00:00","date_gmt":"2009-12-08T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20091209-04n"},"modified":"2009-12-09T00:00:00","modified_gmt":"2009-12-08T22:00:00","slug":"deutschland-kaum-interesse-an-nachhaltigem-palmoel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/deutschland-kaum-interesse-an-nachhaltigem-palmoel\/","title":{"rendered":"Deutschland: Kaum Interesse an nachhaltigem Palm\u00f6l"},"content":{"rendered":"<p><b>Der World Wide Fund for Nature (WWF) und der Verband der \u00f6lsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland e.V. (OVID) fordern im Rahmen der Europ\u00e4ischen Konferenz &#8220;Nachhaltigkeit und Klimaschutz in Zertifizierungssystemen&#8221; Handel und Industrie auf, mehr Verantwortung f\u00fcr Klimaschutz zu zeigen und konsequent nachhaltiges Palm\u00f6l einzusetzen.<\/b><\/p>\n<p>Derzeit stehen 1,2 Mio. Tonnen nach den Kriterien des Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO) zertifiziertes Palm\u00f6l zur Verf\u00fcgung. Davon sind bislang 320.000 Tonnen verkauft; der Rest wartet in Tanklagern auf die Nachfrage der Wirtschaft. &#8220;Besonders Deutschland hat Nachholbedarf, wie unsere j\u00fcngste Umfrage zur Verwendung von nachhaltigem Palm\u00f6l in Europa zeigt&#8221;, erkl\u00e4rt Martina Fleckenstein, Leiterin EU-Politik &#038; Landwirtschaft beim WWF, am Rande der Konferenz &#8220;Nachhaltigkeit und Klimaschutz in Zertifizierungssystemen&#8221;, die heute in Berlin stattfindet. &#8220;W\u00e4hrend in Gro\u00dfbritannien und der Schweiz bereits eine Reihe gro\u00dfer Unternehmen zertifiziertes Palm\u00f6l einsetzen, haben sich in Deutschland nur sehr wenige Firmen entschieden, zertifiziertes Palm\u00f6l zu verwenden.&#8221; <\/p>\n<p>&#8220;Wer Klimaschutz fordert, muss auch daf\u00fcr sorgen, dass kein tropischer Regenwald gerodet wird und konsequent nachhaltig produziertes Palm\u00f6l nachfragen&#8221;, so Petra Sprick, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin von OVID. Palm\u00f6l steht ganz oben auf der Liste der kontrovers diskutierten Agrarrohstoffe. Das \u00d6l ist ein wichtiger Rohstoff f\u00fcr die Nahrungsmittel-industrie, die Olechemie und wird als nachwachsender Rohstoff vermehrt im Energiebereich eingesetzt. Die Ertr\u00e4ge der \u00d6lpalme sind extrem hoch und bieten damit eine Chance sowohl f\u00fcr nachhaltige Lebensmittel und oleochemische Produkte &#8211; wie Waschmittel und Cremes &#8211; als auch f\u00fcr klimafreundliche Energieproduktion. <\/p>\n<p>Daf\u00fcr m\u00fcsse jedoch sicher gestellt werden, dass beim Anbau der \u00d6lpalmen Umwelt- und Sozialkriterien ber\u00fccksichtigt und Regenwaldfl\u00e4chen sowie Torfmoore vor einem unkontrollierten Ausbau von \u00d6lpalmplantagen gesch\u00fctzt werden. Durch die Trockenlegung von Mooren und die Rodung von W\u00e4ldern werden u. a. gro\u00dfe Mengen an Treibhausgasemissionen freigesetzt. Vor diesem Hintergrund sind Zertifizierungssysteme zu einem der wichtigsten Instrumente zur Verhinderung von unkontrollierten Abholzungen und Landnutzungs\u00e4nderungen geworden. <\/p>\n<p>Der RSPO wurde vom WWF gemeinsam mit Unternehmen des Palm\u00f6lsektors, Lebensmittelkonzernen, Banken sowie Vertretern der Zivilgesellschaft ins Leben gerufen, um eine nachhaltige Landwirtschaft zu unterst\u00fctzen, die dazu beitr\u00e4gt, dass weniger W\u00e4lder gerodet, vorhandene Biodiversit\u00e4t erhalten bleibt sowie Kleinbauern, Landrechte und Arbeitnehmerrechte respektiert werden. Im November 2008 wurde die erste Schiffsladung mit nach den Kriterien des RSPO zertifiziertem Palm\u00f6l nach Europa geliefert. Ein Grund f\u00fcr die geringe Nachfrage ist sicherlich, dass Handel und Wirtschaft die h\u00f6heren Kosten scheuen, die durch den nachhaltigen Anbau entstehen und einen Anreiz f\u00fcr die Landwirte vor Ort darstellen. Ein weiterer Grund k\u00f6nnte aber auch darin liegen, dass gesetzlich ab dem 1. Juli 2010 nur f\u00fcr den Bereich Bioenergie ein Nachhaltigkeitszertifikat vorgeschrieben ist, um eine F\u00f6rderung zu erhalten. F\u00fcr andere Verwendungsbereiche &#8211; etwa Lebensmittel und oleochemische Produkte &#8211; gibt es bislang keine Verpflichtung, Nachhaltigkeitskriterien einzuhalten. <\/p>\n<p><b>WWF &#8211; World Wide Fund for Nature<\/b><br \/>Der World Wide Fund for Nature (WWF) ist eine der gr\u00f6\u00dften und erfahrensten Naturschutzorganisationen der Welt und in mehr als 100 L\u00e4ndern aktiv. Weltweit unterst\u00fctzen ihn rund f\u00fcnf Millionen F\u00f6rderer. Im globalen Netzwerk des WWF arbeiten 59 nationale Sektionen, Programmb\u00fcros und Partnerorganisationen zusammen. In 140 L\u00e4ndern rund um den Globus f\u00fchrten 2008 etwa 5.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Projekte zur Bewahrung der biologischen Vielfalt durch. Der WWF hat gemeinsam mit Unternehmen des Palm\u00f6lsektors, Lebensmittelkonzernen, Banken sowie Vertretern der Zivilgesellschaft den Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO) ins Leben gerufen, der mittlerweile mehr als 160 ordentliche Mitglieder umfasst. Gleichzeitig bem\u00fcht sich der WWF, einen globalen Zertifizierungsprozess f\u00fcr nachhaltiges Soja, den Round Table Responsible Soy (RTRS) auf den Weg zu bringen. <\/p>\n<p><b>OVID &#8211; Verband der \u00f6lsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland e.V.<\/b> <br \/>OVID vertritt als Verband die Interessen der \u00f6lsaatenverarbeitenden und \u00f6lraffinierenden Unternehmen in Deutschland, deren Kernaufgabe die Verarbeitung von \u00d6lsaaten und Pflanzen\u00f6len zu Produkten f\u00fcr die Lebensmittelindustrie, die Oleochemie, die technische Verwendung und f\u00fcr Bioenergie ist. Als Verband ist OVID die Schnittstelle zwischen seinen Mitgliedsunternehmen, politischen Entscheidungstr\u00e4gern, anderen Wirtschaftsverb\u00e4nden, der Wissenschaft und Institutionen. OVID setzt sich f\u00fcr eine nachhaltige Landwirtschaft und gegen die Abholzung von Regenw\u00e4ldern beim Anbau von \u00d6lsaaten ein. Seit 2008 engagiert sich der Verband direkt an den zwei Roundtable-Initiativen RSPO und RTRS, die vom WWF gegr\u00fcndet wurden, und die sich f\u00fcr einen nachhaltigen Anbau von \u00d6lpflanzen in Drittl\u00e4ndern einsetzen.<\/p>\n<p><b>Weitere Informationen<\/b><br \/><a href=\"http:\/\/www.ovid-verband.de\/veranstaltungen\" >Konferenz f\u00fcr &#8216;Nachhaltigkeit und Klimaschutz in Zertifzierungssystemen&#8217;<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Der World Wide Fund for Nature (WWF) und der Verband der &ouml;lsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland e.V. 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