{"id":12073,"date":"2009-12-16T00:00:00","date_gmt":"2009-12-15T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20091216-06n"},"modified":"2009-12-16T00:00:00","modified_gmt":"2009-12-15T22:00:00","slug":"biotreibstoffe-leisten-wichtigen-beitrag-zum-klimaschutz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/biotreibstoffe-leisten-wichtigen-beitrag-zum-klimaschutz\/","title":{"rendered":"Biotreibstoffe leisten wichtigen Beitrag zum Klimaschutz"},"content":{"rendered":"<p><b>Anl\u00e4sslich des Weltklimagipfels in Kopenhagen weist der Zucker-, St\u00e4rke- und Fruchtkonzern Agrana auf den bedeutenden Beitrag von Biotreibstoffen zur Reduzierung der CO<sub>2<\/sub>-Emissionen hin. Der Verkehrssektor gilt in \u00d6sterreich als einer der beiden Hauptverursacher des Treibhausgas-Aussto\u00dfes. Seit dem Jahr 1990 haben sich die Emissionen des Verkehrs in der Alpenrepublik nahezu verdoppelt.<\/b><\/p>\n<p>&#8220;Nachhaltig erzeugte Biokraftstoffe k\u00f6nnen, wie die Klimabilanz 2007 mit einer Einsparung von 1 Mio. t CO<sub>2<\/sub>-\u00c4quivalent bereits gezeigt hat, einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz und zur Sicherung der Energieunabh\u00e4ngigkeit leisten&#8221;, stellt die Agrana fest. Bis zum Jahr 2020 werde in der EU ein Anteil von 10% Kraftstoffen aus erneuerbaren Quellen vorgeschrieben. \u00d6sterreich habe ein gro\u00dfes Potenzial an diesen regenerativen Rohstoffen, dessen Aktivierung in einer gemeinsamen Anstrengung vorangetrieben werden m\u00fcsse. Bioethanol sei ein wichtiger Eckpfeiler dieser Strategie. Selbstverst\u00e4ndlich habe die Lebensmittelerzeugung hierzulande beziehungsweise in der Union weiterhin oberste Priorit\u00e4t, \u00f6kologische und soziale Nachhaltigkeit sei in diesem Bereich oberstes Gebot.<\/p>\n<p>In einer vor Kurzem publizierten Brosch\u00fcre lifert die Agrana Fakten zum Thema biogene Kraftstoffe und r\u00e4umt gleichzeitig mit weit verbreiteten Vorurteilen bez\u00fcglich der Umweltbilanz von Bioethanol sowie der Fl\u00e4chenkonkurrenz im Zusammenhang mit der Lebensmittelerzeugung auf.<\/p>\n<p><b>Klimabilanz eindeutig positiv<\/b><br \/>Die Agrana betreibt gemeinsam mit den \u00f6sterreichischen R\u00fcbenbauern ein Bioethanolwerk in Pischelsdorf, N\u00d6, sowie im Rahmen ihrer Beteiligung an Hungrana eine kombinierte St\u00e4rke- und Bioethanolerzeugungsanlage in Ungarn. Um die Nachhaltigkeit der Produktion in diesen Anlagen zu \u00fcberpr\u00fcfen, erstellte das Institut f\u00fcr Energieforschung der Joanneum Research Forschungsgesellschaft sogenannte Lebenszyklus-Analysen. Dabei handelt es sich um Energie- und Treibhausgasbilanzen. Das Ergebnis ist eindeutig: Bioethanol aus den Produktionswerken in \u00d6sterreich und Ungarn spart \u00fcber den gesamten Lebenszyklus &#8211; von der Produktion der Rohstoffe, deren D\u00fcngung, Transport und Verarbeitung bis zum Einsatz dieses Treibstoffes im Motor &#8211; rund 50% an Treibhausgasemissionen gegen\u00fcber Benzin. Damit entspricht in Agrana-Werken produziertes Bioethanol bereits heute dem von der EU f\u00fcr das Jahr 2017 gesteckten Ziel einer Emissions-Einsparung von 50% gegen\u00fcber fossilen Kraftstoffen.<\/p>\n<p>Dem positiven Umweltargument wird h\u00e4ufig die Fl\u00e4chenkonkurrenz von Nahrungsmitteln und Energie sowie die fehlende Nachhaltigkeit der Produktion von Biotreibstoffen &#8211; besonders in Entwicklungsl\u00e4ndern &#8211; entgegengehalten. &#8220;Selbstverst\u00e4ndlich muss die Nahrungsmittelproduktion immer Vorrang haben, doch eine Erzeugung von biogenen Treibstoffen in Industriel\u00e4ndern mit strukturellen Agrar\u00fcbersch\u00fcssen ist sinnvoll, beeintr\u00e4chtigt die Getreideverf\u00fcgbarkeit nicht und bringt viele andere Vorteile&#8221;, unterstreicht die Agrana und verweist auf die Fakten:<\/p>\n<p>Viele Agrarfl\u00e4chen in Europa lagen bis zur Aufhebung der 10%igen Fl\u00e4chenstilllegung durch die EU-Kommission Anfang 2009 brach. Ohne die Verwertung von Getreide\u00fcbersch\u00fcssen in der Bioethanolproduktion m\u00fcssten Agrarfl\u00e4chen wieder zwangsweise stillgelegt werden, um \u00dcbermengen zu vermeiden. Durch Bioethanol k\u00f6nnen europ\u00e4ische Getreide\u00fcbersch\u00fcsse einer sinnvollen Verwendung zugef\u00fchrt werden. Gleichzeitig wird hochwertiges und vor allem gentechnikfreies Eiwei\u00dffuttermittel produziert, das Sojafuttermittelimporte aus \u00dcbersee ersetzt und damit in den Exportl\u00e4ndern Sojaanbaufl\u00e4chen f\u00fcr die Lebensmittelproduktion frei macht.<\/p>\n<p><b>Nur 4% des Weltgetreide-Aufkommens f\u00fcr Biotreibstoffe eingesetzt<\/b><br \/>Biotreibstoffe seien &#8211; unter bestimmten Bedingungen &#8211; auch in Zeiten des Welthungers moralisch vertretbar, unterstreicht die Agrana und fordert diesbez\u00fcglich eine differenzierte Betrachtung: Ausgangspunkt einer Getreidepreis-Hausse seien meist schlechte Ernten in wichtigen Anbaul\u00e4ndern und der dadurch bedingte Fall der internationalen Getreidelagerbest\u00e4nde. Angebotsbedingte Preiserh\u00f6hungen w\u00fcrden zudem durch Aktivit\u00e4ten des internationalen Finanzsektors verst\u00e4rkt. Dies sei zuletzt auch im Jahr 2007 deutlich geworden, als neben einigen Missernten auch die Vorboten der internationalen Finanzkrise einen wesentlichen Beitrag zum exorbitanten Anstieg der Getreidepreise leisteten. &#8220;Es sind vor allem diese beiden Faktoren, die immer wieder als Preistreiber auf den internationalen Getreidem\u00e4rkten wirken, und nicht, wie oft f\u00e4lschlicherweise behauptet wird, die Produktion von Bioethanol, f\u00fcr die im Jahr 2008 unter Ber\u00fccksichtigung der erzeugten Futtermittel nur der geringe Anteil von 4% des Weltgetreideaufkommens eingesetzt wurde&#8221;, stellt der St\u00e4rkekonzern klar.<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich werden in Zeiten hoher Weltmarktgetreidepreise strukturelle Probleme im globalen Agrarsektor besonders deutlich. In den von Hunger am meisten betroffenen L\u00e4ndern boten in vielen F\u00e4llen &#8211; neben jahrelangen B\u00fcrgerkriegen und korrupten Regimen &#8211; international niedrige Agrarpreise jahrzehntelang zu wenige Anreize f\u00fcr dringend notwendige Investitionen in die Landwirtschaft. Dadurch sind viele dieser L\u00e4nder aufgrund fehlender eigener agrarischer Erzeugung gezwungen, auch in Zeiten hoher Preise Getreide am internationalen Markt einkaufen zu m\u00fcssen. Unter geordneten politischen Verh\u00e4ltnissen, der Zurverf\u00fcgungstellung von Saatgut f\u00fcr die armen L\u00e4nder und fairen Marktpreisen f\u00fcr lokale Kleinbauern m\u00fcsste niemand mehr Hunger leiden. Zur k\u00fcnftigen Ern\u00e4hrungssicherung der Weltbev\u00f6lkerung sind vor allem nachhaltige Produktionsanreize f\u00fcr die landwirtschaftliche Rohstoffproduktion in den Entwicklungsl\u00e4ndern erforderlich&#8221;, betonen die Agrana-Experten.<\/p>\n<p><b>In Europa gelten nachhaltige Rahmenbedingungen f\u00fcr Biotreibstoffe<\/b><br \/>In Europa gelten im \u00dcbrigen ganz andere Rahmenbedingungen f\u00fcr die Biotreibstoff-Herstellung als in anderen Teilen der Welt. Alle Nutzpflanzen werden hier unter Einhaltung strenger Umweltkriterien angebaut, auch jene f\u00fcr die Energiegewinnung. In der EU werden keine W\u00e4lder f\u00fcr Bioethanol abgeholzt. Energiepflanzen werden auf bestehenden Fl\u00e4chen beziehungsweise ehemaligen Brachfl\u00e4chen angebaut, die in den letzten Jahren zwangsweise zur Exportbegrenzung stillgelegt waren. In den gem\u00e4\u00dfigten Regionen Europas ben\u00f6tigt man normalerweise auch keine k\u00fcnstliche Bew\u00e4sserung f\u00fcr die Rohstoffe Weizen und Mais.<\/p>\n<p>Selbst in Brasilien m\u00fcsste kein Regenwald abgeholzt werden, um weitere Fl\u00e4chen f\u00fcr den Zuckerrohranbau zur Bioethanolproduktion zu gewinnen. Dieses Land bebaut derzeit ungef\u00e4hr eine Ackerfl\u00e4che von 67 Mio. ha, davon rund 8 bis 9 Mio. ha mit Zuckerrohr. Brasilien verf\u00fcgt \u00fcber ein weiteres Fl\u00e4chenpotenzial von rund 100 Mio. ha f\u00fcr die agrarische Nutzung, bestehend aus Brachland und Weidefl\u00e4chen und m\u00fcsste daher keinen Regenwald oder Naturschutzgebiete antasten, um weitere Agrarfl\u00e4chen zu erschlie\u00dfen. Zu diesem Ergebnis kommt auch eine Studie des WWF Brasilien aus dem Jahr 2009. Zudem w\u00e4ren die Bedingungen in den dortigen Regenwaldgebieten f\u00fcr die Zuckerrohrproduktion nicht optimal.<\/p>\n<p><b>Zweite Generation der Biokraftstoffe basiert auf der ersten<\/b><br \/>Um die Hoffnungen der Europ\u00e4ischen Kommission, das bis zum Jahr 2020 gesteckte Ziel der Substitution von 10% fossilen Treibstoffen durch biogene Kraftstoffe zu erf\u00fcllen, muss laut Agrana die jetzt verf\u00fcgbare Technologie der ersten Generation optimal genutzt werden, denn diese dient als Wegbereiter zum Aufbau der Infrastruktur und des Marktes f\u00fcr eine zweite Generation biogener Kraftstoffe. Chancen sieht man auch in neuen Kraftstoffen wie E85, die bis zu 85% Bioethanol enthalten. Nachdem laut Experten der Peak-Oil, der H\u00f6hepunkt der weltweiten \u00d6lf\u00f6rderung, bereits \u00fcberschritten wurde und die Reduzierung der Treibhausgase dringend notwendig, sieht die Agrana im Verkehrsbereich &#8211; neben der Ver\u00e4nderung des individuellen Mobilit\u00e4tsverhaltens &#8211; keine Alternative zu biogenen Treibstoffen.<\/p>\n<p><b>Weitere Informationen<\/b><br \/><a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20091216-06\/AGRANA.Bioethanol.Nachhaltigkeit_WEB.pdf\" >Brosch\u00fcre: &#8216;Agrana Biothanol. Jetzt tankt die Umwelt auf.&#8217;<\/a> (PDF-Datei)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Anl&auml;sslich des Weltklimagipfels in Kopenhagen weist der Zucker-, St&auml;rke- und Fruchtkonzern Agrana auf den bedeutenden Beitrag von Biotreibstoffen zur Reduzierung der CO<sub>2<\/sub>-Emissionen hin. 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