{"id":12068,"date":"2009-12-18T00:00:00","date_gmt":"2009-12-17T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20091218-03n"},"modified":"2009-12-18T00:00:00","modified_gmt":"2009-12-17T22:00:00","slug":"deutschlands-umgang-mit-seinen-waeldern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/deutschlands-umgang-mit-seinen-waeldern\/","title":{"rendered":"Deutschlands Umgang mit seinen W\u00e4ldern"},"content":{"rendered":"<p><b>Der Bund f\u00fcr Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat in seiner Pressemitteilung vom 9. Dezember 2009 die Behauptung aufgestellt, &#8220;Deutschlands Umgang mit seinen W\u00e4ldern [sei] kein Vorbild f\u00fcr Kopenhagener Verhandlungen&#8221;. Lesen Sie die Antwort des BDF an den Bundesvorsitzenden des BUND Prof. Dr. Weiger.<\/b><\/p>\n<p>Sehr geehrter Herr Prof. Weiger,<\/p>\n<p>mit Befremden haben wir Ihre Pressemitteilung vom 9.12.2009 \u00fcber die Ergebnisse der Inventurstudie 2008 und die Schlussfolgerungen in Bezug auf die Klimaschutzkonferenz in Kopenhagen zur Kenntnis genommen.<\/p>\n<p>Vor nunmehr zwei Jahren wurde auf Bestreben des Deutschen Forstwirtschaftsrates (DFWR) und des Bundesamtes f\u00fcr Naturschutz (BfN) ein Dialogprozess in Gang gesetzt, um Gemeinsamkeiten zwischen Verb\u00e4nden und Institutionen des Naturschutzes und der Forstwirtschaft herauszuarbeiten und im Dialog Gegens\u00e4tze abzubauen. Dass dieser Weg durchaus erfolgreich sein kann, zeigte nach Aussage aller Beteiligten die unl\u00e4ngst stattgefundene Exkursion nach Templin, bei der auch Ihr Verband vertreten war. Dieser Dialogprozess trifft nicht \u00fcberall auf Zustimmung. Auf beiden Seiten (Naturschutz und Forstwirtschaft) wurden und werden Stimmen laut, die die Ernsthaftigkeit der jeweils anderen Seite in Frage stellen. Bedauerlicherweise sind die von Ihrem Verband herausgegebenen Verlautbarungen eher dazu geeignet, diese Vorbehalte zu sch\u00fcren.<\/p>\n<p>Glauben Sie im Ernst, dass die Holznutzung an sich bereits der CO<sub>2<\/sub>-Speicherfunktion des Waldes  entgegen wirkt? Deutschland weist europaweit mit den h\u00f6chsten Holzvorrat auf. Dass die B\u00e4ume nicht in den Himmel wachsen, und daher die Zuwachsraten eine nat\u00fcrliche Grenze aufweisen, ist doch hinl\u00e4nglich bekannt. Es besteht politische Einigkeit in dem Ziel, die CO<sub>2<\/sub>-Speicherung in Holzprodukten auch im Kyoto-Nachfolgeprozess anerkennen zu lassen. Die Tatsache an sich bestreitet niemand. Sie aber schreiben: &#8220;In Westdeutschland nimmt der Wald bereits \u00fcberhaupt kein weiteres klimasch\u00e4dliches CO<sub>2<\/sub> mehr auf.&#8221; und: &#8220;Damit mehr CO<sub>2<\/sub> im Wald gebunden werden kann, m\u00fcssen mehr B\u00e4ume und Holz im Wald verbleiben.&#8221;<\/p>\n<p>Was z\u00e4hlt ist doch die Summe des durch die Holzproduktion gespeicherten Kohlenstoffs. Sie jedoch sehen nur den Holzvorrat, solange er im Wald steht.  Sie mahnen die Begrenzung der energetischen Holzverwendung an, weisen auf \u00f6kologische Nachteile hin. Dass mit dieser Art der Holzverwendung die Anreicherung der Atmosph\u00e4re mit zus\u00e4tzlichem CO<sub>2<\/sub> vermindert wird, bleibt hingegen unerw\u00e4hnt.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus negieren Sie die Anstrengungen tausender Forstleute in Deutschland, durch naturnahe und nachhaltige Waldwirtschaft den wertvollsten nachwachsenden und klimaneutralen Rohstoff auf schonende Weise zu erzeugen, zu ernten und einen klimastabilen Wald zu erziehen. Sie w\u00fcrdigen damit  sogar den Lebensinhalt der Menschen herab, die im Wald arbeiten, und berauben sie, zun\u00e4chst nur verbal, ihrer Lebensgrundlage.<\/p>\n<p>Die Festschreibung international verbindlicher Klimaschutzziele scheitert immer wieder an den Partikularinteressen nationaler Regierungen. Gerade die Umweltverb\u00e4nde wie der BUND mahnen v\u00f6llig zu Recht ein Umdenken und gemeinsame Anstrengungen an. Mir v\u00f6llig unverst\u00e4ndlich ist jedoch, warum Sie auf nationaler Ebene Alles daran setzen, ein solches Zusammenr\u00fccken durch oberfl\u00e4chliche und einseitige Berichterstattung zu verhindern. Der BDF hat sich zum Ziel gesetzt, den Dialog auch zu den einzelnen Naturschutzverb\u00e4nden aufzunehmen. Lassen Sie uns die Probleme konstruktiv und zielorientiert angehen, anstatt durch solcherlei Presseverlautbarungen bestehende Gr\u00e4ben zu verbreitern.<\/p>\n<p>Mit freundlichen Gr\u00fc\u00dfen <\/p>\n<p>Hans Jacobs <br \/>BDF Bundesvorsitzender<\/p>\n<p><b>Weitere Informationen<\/b><br \/><a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20091218-03\/20091209_naturschutz_wald_klima_biologische_vielfalt_hintergrund.pdf\" >BUND-Hintergrundtext zum Waldschutz<\/a> (PDF-Datei)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Der Bund f&uuml;r Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat in seiner Pressemitteilung vom 9. 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