{"id":119856,"date":"2022-12-15T07:05:00","date_gmt":"2022-12-15T06:05:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=119856"},"modified":"2022-12-08T10:04:19","modified_gmt":"2022-12-08T09:04:19","slug":"kunststoffe-ganzlich-ohne-fossile-rohstoffe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/kunststoffe-ganzlich-ohne-fossile-rohstoffe\/","title":{"rendered":"Kunststoffe g\u00e4nzlich ohne fossile Rohstoffe?"},"content":{"rendered":"\n\n\n<p><strong>Fossile Rohstoffe sind aktuell noch die mit Abstand wichtigsten Energietr\u00e4ger und Kohlenstoffquellen f\u00fcr die Kunststoffindustrie. Doch infolge extensiver Nutzung fossiler Rohstoffe wird die globale Erw\u00e4rmung befeuert.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>G\u00e4nzlich ohne fossile Quellen auskommen \u2013 dieses Ziel verfolgen nicht nur Klimaaktivistinnen, sondern ab sofort auch Plastics Europe Deutschland (PED). Der Verband der Kunststofferzeuger hat daf\u00fcr von Experten ein Konzept unter der \u00dcberschrift \u201eKreislaufwirtschaft Plus\u201c erarbeiten lassen. In dem Mitte Oktober ver\u00f6ffentlichten Papier hei\u00dft es: Wesentliches Ziel ist es, ab dem Jahr 2045 auf fossile Quellen zu verzichten \u2013 also die vollst\u00e4ndige Defossilisierung der Wertsch\u00f6pfungsketten in der Kunststoffindustrie.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Branche ist von diesem Ziel noch meilenweit entfernt \u2013 unverstellbar, wie diese Jahrhundert-Transformation bis 2045 gelingen k\u00f6nnte. PED macht in seiner \u201eHandlungsempfehlung f\u00fcr eine Nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie\u201c Vorschl\u00e4ge \u2013 auch mit Blick auf die politischen Akteure. Als Schl\u00fcsseltechnologien der fossilfreien Zukunft werden mechanisches und chemisches Recycling genannt, erg\u00e4nzt durch Biomasse f\u00fcr biobasierte Kunststoffe. Abf\u00e4lle, die nur thermisch-energetisch genutzt werden k\u00f6nnen, sollen mit CCU-Technik (CO<sub>2<\/sub>-Abscheidung und Nutzung) gekoppelt werden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Abf\u00e4lle, Biomasse und CO<sub>2<\/sub>&nbsp;als Rohstoffe<\/h3>\n\n\n\n<p>Also: Die Kohlenstoff-Quellen f\u00fcr die Kunststoffe der Zukunft sind Abf\u00e4lle, Biomasse und CO<sub>2<\/sub>. Ein Fokus in dem PED-Papier liegt beim chemischen Recycling, verbunden mit der Forderung an die Politik, es dem mechanischen Recycling endlich gleichzustellen. Aus Sicht des Verbandes ist diese Forderung verst\u00e4ndlich, schlie\u00dflich ist chemisches Recycling kompatibel mit dem aktuellen Gesch\u00e4ftsmodell der Erzeuger \u2013 man wechselt lediglich von fossilen Rohstoffen als prim\u00e4re auf Abfall als sekund\u00e4re Rohstoffquelle.<\/p>\n\n\n\n<p>Im letzten Quartal dieses Jahres hat die chemische Recyclingindustrie eine wichtige Schwelle erreicht. Die ersten kommerziell aktiven Anlagen sind in Betrieb, und eine betr\u00e4chtliche Anzahl soll im Laufe des Jahres 2023 folgen. Noch gr\u00f6\u00dfere Kapazit\u00e4ten sind in der Pipeline. Sie sollen zeigen, dass ihre Technologien so skaliert werden k\u00f6nnen, dass sie effizient und rentabel arbeiten.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Chemisches Recycling braucht viel Abfall \u2013 zu viel?<\/h3>\n\n\n\n<p>Doch das chemische Recycling wird mit wachsenden Kapazit\u00e4ten immer hungriger nach Abf\u00e4llen als Rohstoffquelle (und nach viel gr\u00fcner Energie). Ein Zielkonflikt bei der Defossilisierung tut sich auf, steht doch die Minimierung von Abf\u00e4llen (Reduce) auch in dem PED-Konzept an erster Stelle. Der Ausbau des chemischen Recyclings jedoch schafft Lieferketten, die auf einen wachsenden Strom von (Kunststoff)abf\u00e4llen angewiesen sind (Lock-in-Effekt). Auch ist die Frage der Konkurrenz um die Beschaffung dieser Sekund\u00e4rrohstoffe mit dem mechanischen Recycling nicht gekl\u00e4rt. Man redet zwar von sich erg\u00e4nzenden Technologien und Stoffstr\u00f6men \u2013 doch die Milliarden-Investitionen ins chemische Recycling m\u00fcssen mit ausreichend viel Abfall gef\u00fcttert werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Es liegt an der chemischen Recyclingindustrie zu zeigen, dass sie ihre Behauptungen und Versprechungen einhalten kann, ohne diesen Lock-in-Effekt hervorzurufen, indem sie wirklich als erg\u00e4nzende Technologie zum werkstofflichen Recycling agiert. Der Nachweis, dass sie dies kann, steht noch aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch der notwendige Ausbau regenativer Energien mit entsprechenden Netzen f\u00fcr die Unmengen an gr\u00fcnen Gigawattstunden, die es f\u00fcr diese Art der Defossilisierung braucht \u2013 man muss schon sehr optimistisch sein, daran zu glauben, dass dies bis 2045 geschieht. Im PED-Konzept&nbsp;<a href=\"https:\/\/plasticseurope.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/11\/2022-10-13-Handlungsempfehlungen-Nationale-Kreislaufwirtschaftsstrategie.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u201eKreislaufwirtschaft Plus\u201c<\/a>&nbsp;steht dennoch, wie es gehen k\u00f6nnte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fossile Rohstoffe sind aktuell noch die mit Abstand wichtigsten Energietr\u00e4ger und Kohlenstoffquellen f\u00fcr die Kunststoffindustrie. Doch infolge extensiver Nutzung fossiler Rohstoffe wird die globale Erw\u00e4rmung befeuert. G\u00e4nzlich ohne fossile Quellen auskommen \u2013 dieses Ziel verfolgen nicht nur Klimaaktivistinnen, sondern ab sofort auch Plastics Europe Deutschland (PED). 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