{"id":11953,"date":"2009-11-25T00:00:00","date_gmt":"2009-11-24T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20091126-06n"},"modified":"2014-06-15T20:19:07","modified_gmt":"2014-06-15T18:19:07","slug":"thailand-mchte-biokunststoff-hub-asiens-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/thailand-mchte-biokunststoff-hub-asiens-werden\/","title":{"rendered":"Thailand m&ouml;chte Biokunststoff-&#8220;Hub&#8221; Asiens werden"},"content":{"rendered":"<p><b>Kaum ein anderes Land bietet so g\u00fcnstige Bedingungen f\u00fcr die Produktion von bio-basierten Kunststoffen wie Thailand. Das Land verf\u00fcgt mit Cassava (Tapioka), Zuckerrohr, Reis, Bambus und Kautschuk \u00fcber eine umfassende Rohstoffbasis. Vor allem Cassava-St\u00e4rke gilt als perfekter Rohstoff: Je nach Jahr werden zwischen 20 und 27 Mio. t Cassava produziert, von denen mehrere Millionen Tonnen pro Jahr als St\u00e4rke exportiert werden. Eine Nutzung im eigenen Land w\u00fcrde die Wertsch\u00f6pfung allerdings erheblich steigern. Cassava ist zudem der preiswerteste St\u00e4rkelieferant in Thailand, und die Preise waren in den letzten Jahren im Gegensatz zu anderen Agrarrohstoffen nur geringen Schwankungen ausgesetzt.<\/b><\/p>\n<p>Neben der Rohstoffbasis verf\u00fcgt Thailand \u00fcber eine starke Kunststoffindustrie sowie F&#038;E-Einrichtungen auf Weltniveau. Die produzierten Biokunststoffe sollen die wachsende Nachfrage im organischen Abfallsektor decken, dauerhafte Anwendungen erobern und auch exportiert werden. Verschiedene Ministerien wollen die Entwicklung und Produktion von bio-basierten Kunststoffen in Thailand f\u00f6rdern, bzw. g\u00fcnstige Rahmenbedingungen f\u00fcr die Industrie schaffen. Das Kabinett hat 2008 eine &#8220;National Bioplastic Roadmap&#8221; verabschiedet. Bereits heute sind acht internationale Unternehmen in diesem Bereich t\u00e4tig, darunter die niederl\u00e4ndische PURAC mit der gr\u00f6\u00dften Milchs\u00e4ureproduktion der Welt und BASF mit biologisch abbaubaren (aber noch nicht bio-basierten) Kunststoffen. Firmen wie NatureWorks aus den USA und Uhde Inventa-Fischer aus Deutschland haben auch schon ein gro\u00dfes Interesse an dem Produktionsstandort Thailand gezeigt.<\/p>\n<p>Um die Frage nach den geeigneten politischen Instrumenten zur F\u00f6rderung bio-basierter Kunststoffe ging es am 18. November 2009 in Bangkok. Die Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Technische Zusammenarbeit (GTZ) GmbH, Eschborn\/Bangkok, und die thail\u00e4ndische National Innovation Agency (NIA), Bangkok, hatten Experten aus Industrie, Verb\u00e4nden, Forschung und Politik zu einem Workshop eingeladen. Zuvor hatte das nova-Institut, H\u00fcrth, in Zusammenarbeit mit Fraunhofer UMSICHT, Oberhausen, und der Bauhaus-Universit\u00e4t Weimar\/Knoten Weimar f\u00fcr die GTZ eine Studie zu den weltweit bereits eingesetzten sowie neuen politischen Instrumenten zur F\u00f6rderung von Biokunststoffen und Innovationen in der Abfallpolitik durchgef\u00fchrt. Die Zwischenergebnisse wurden in Bangkok pr\u00e4sentiert und zur Diskussion gestellt. Dabei ging es um Instrumente der Steuerpolitik, Verbote und Gebote, Vorgaben beim \u00f6ffentlichen Einkauf, direkte finanzielle Unterst\u00fctzung sowie um Markteinf\u00fchrungsprogramme, F&#038;E- und Informationsprojekte bis hin zur Gleichstellung der energetischen und stofflichen Nutzung. Gerade beim letzten Punkt zeigten sich die Experten aus Thailand sehr aufgeschlossen. Thailand hat in den letzten Jahren, \u00e4hnlich wie Deutschland, eine Reihe von Ma\u00dfnahmen zur finanziellen Unterst\u00fctzung von Bioenergie implementiert, darunter EEG-\u00e4hnliche Einspeisegesetze f\u00fcr Biomasse-Strom und geringere Abgaben f\u00fcr Biokraftstoffe. Neue Instrumente sollen entsprechend die Wettbewerbsf\u00e4higkeit von bio-basierten Kunststoffen verbessern.<\/p>\n<p>Die Ergebnisse der deutschen Wissenschaftler sind vor allem als Input f\u00fcr eine Strategie-Studie des &#8220;Petroleum and Petrochemical College&#8221; an der Chulalongkorn Universit\u00e4t in Bangkok gedacht, die in den n\u00e4chsten Monaten konkrete Vorschl\u00e4ge f\u00fcr politische Instrumente ausarbeiten wird. Aus Sicht der Agrar-, Umwelt- und Innovationspolitik stehen vor allem bio-basierte Kunststoffe aus einheimischen Rohstoffen im Mittelpunkt des Interesses, um neue Arbeitspl\u00e4tze und erh\u00f6hte Wertsch\u00f6pfung im l\u00e4ndlichen Raum sowie neue Produktions- und Exportm\u00f6glichkeiten f\u00fcr die Kunststoffindustrie zu schaffen und ferner eine nachhaltige Bio\u00f6konomie zu f\u00f6rdern. Die Abfallpolitik hat dagegen vor allem biologisch abbaubare Einkaufs- und Kompostt\u00fcten im Visier, welche dazu beitragen sollen, die Probleme bei der Behandlung organischen M\u00fclls (14,4 Mio. t) sowie die Umweltverschmutzung durch Plastikt\u00fcten in der Umwelt zu verringern. Auf dem Workshop schlugen Berater der Regierung vor, ein &#8220;National Committee for Bioplastics&#8221; einzurichten, analog zu dem bereits existierenden f\u00fcr Bioenergie. Die Rahmenbedingungen seien so zu gestalten, dass Investitionen \u2013 gerne auch aus dem Ausland \u2013 in den Biokunststoffsektor attraktiv sind.<\/p>\n<p>Insgesamt entwickelt sich hier ein spannender Prozess. Sollte es in den n\u00e4chsten Monaten in Thailand tats\u00e4chlich gelingen, die &#8220;National Bioplastic Roadmap&#8221; mit Leben zu f\u00fcllen und geeignete politische Instrumente zu etablieren, d\u00fcrfte Thailand tats\u00e4chlich gute Chancen haben, zum &#8220;Bioplastic Hub&#8221; Asiens zu werden.<\/p>\n<p><b>Weitere Informationen<\/b><br \/>Pressetext <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20091126-06\/09-11-25_Thailand_Biokunststoff-Hub.pdf\" >Thailand m\u00f6chte Biokunststoff-&#8216;Hub&#8217; Asiens werden<\/a> (PDF) zum Download.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Kaum ein anderes Land bietet so g&uuml;nstige Bedingungen f&uuml;r die Produktion von bio-basierten Kunststoffen wie Thailand. 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