{"id":11948,"date":"2009-11-27T00:00:00","date_gmt":"2009-11-26T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20091127-02n"},"modified":"2009-11-27T00:00:00","modified_gmt":"2009-11-26T22:00:00","slug":"gummi-aus-loewenzahn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/gummi-aus-loewenzahn\/","title":{"rendered":"Gummi aus L\u00f6wenzahn"},"content":{"rendered":"<p><b>Naturkautschuk stammt vorwiegend aus Gummib\u00e4umen in S\u00fcdostasien. Ein Pilz bedroht diese Kautschukquelle jedoch. Forscher haben russischen L\u00f6wenzahn nun so optimiert, dass er sich ebenfalls f\u00fcr die gro\u00dfangelegte Kautschukproduktion eignet.<\/b><br \/>&#8220;L\u00f6wenzahn im Gew\u00e4chshaus<br style=\"clear:left;\n\n<div style=\"float:left;margin-right:10px;\"\/>\n<table border=\"0\">\n<tr>\n<td><img SRC=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20091127-02\/md09_fo2m_tcm7-25214.jpg\" align=\"left\" BORDER=\"0\" ALT=\"\/>(&copy; Fraunhofer (IME))&#8221;><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"font-size:10px\" align=\"left\">>(&copy; Fraunhofer (IME))<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<p>Wer als Kind L\u00f6wenzahnbl\u00fcten gepfl\u00fcckt hat, kennt die wei\u00dfe Fl\u00fcssigkeit, die beim Pfl\u00fccken aus den Stengeln austritt. Z\u00e4h, klebrig \u2013 und ein begehrtes Material: Naturkautschuk. Etwa 30.000 Produkte des t\u00e4glichen Lebens enthalten dieses nat\u00fcrliche Gummi. Autoreifen, Katheterschl\u00e4uche, Latexhandschuhe, Verschlusskappen von Getr\u00e4nkeflaschen sind einige Beispiele. Autoreifen beispielsweise w\u00e4ren ohne den Naturkautschuk nicht elastisch genug. Der Gro\u00dfteil dieses Materials stammt aus Gummib\u00e4umen in S\u00fcdostasien. Der so gewonnene Kautschuk kann jedoch allergische Reaktionen hervorrufen, was besonders bei Klinikartikeln problematisch ist. Zudem erschwert ein Pilz den Anbau: In S\u00fcdamerika hat er die Pflanzen in solchem Ausma\u00df befallen, dass sie kaum gro\u00dffl\u00e4chig kultiviert werden konnten. Die Krankheit scheint nun auch den Kautschukg\u00fcrtel in S\u00fcdostasien erreicht zu haben. Noch l\u00e4sst sich der Pilz mit Fungiziden eind\u00e4mmen. W\u00fcrde er sich jedoch fl\u00e4chendeckend ausbreiten, h\u00e4tten auch die Chemikalien keine Chance mehr \u2013 Experten bef\u00fcrchten, dass die Naturkautschukindustrie in diesem Fall zusammenbricht.<\/p>\n<p>Forscher versuchen daher, andere Quellen zu nutzen \u2013 etwa russischen L\u00f6wenzahn. Aus ihm gewannen Deutsche, Russen und US Amerikaner bereits im zweiten Weltkrieg Kautschuk. Wird die Pflanze verwundet, tropft er aus der Pflanze heraus. Er ist jedoch schwer zu nutzen, weil er sofort polymerisiert. Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts f\u00fcr Molekularbiologie und Angewandte Oekologie IME in Aachen sind der gro\u00dfangelegten Kautschukproduktion aus L\u00f6wenzahn einen Schritt n\u00e4her gekommen. &#8220;Wir haben das Enzym gefunden, das f\u00fcr die schnelle Polymerisation verantwortlich ist und haben dieses ausgeschaltet&#8221;, sagt Prof. Dr. Dirk Pr\u00fcfer, Abteilungsleiter am IME. &#8220;Wird die Pflanze besch\u00e4digt, flie\u00dft das Latex heraus statt zu polymerisieren. Wir erhalten etwa die vier- bis f\u00fcnffache Menge wie \u00fcblich. W\u00fcrden die Pflanzen gro\u00dftechnisch angebaut, lie\u00dfen sich so auf einem Hektar 500 bis 1.000 Kilogramm Latex pro Vegetationsperiode produzieren.&#8221; Der L\u00f6wenzahn-Kautschuk ruft bisher keine Allergien hervor und w\u00e4re daher besonders geeignet f\u00fcr den Einsatz in Kliniken.<\/p>\n<p>Im Labor haben die Forscher den L\u00f6wenzahn gentechnisch ver\u00e4ndert. In einem weiteren Schritt arbeiten sie daran, die optimierten Pflanzen auf klassischem Weg zu z\u00fcchten. In etwa f\u00fcnf Jahren, sch\u00e4tzt Pr\u00fcfer, k\u00f6nnten sie ihr Ziel erreicht haben. \u00dcbrigens eignet sich der L\u00f6wenzahn nicht nur f\u00fcr die Kautschukproduktion: Die Pflanze stellt zudem sehr gro\u00dfe Mengen des S\u00fc\u00dfstoffs Inulin her.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Naturkautschuk stammt vorwiegend aus Gummib&auml;umen in S&uuml;dostasien. Ein Pilz bedroht diese Kautschukquelle jedoch. 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