{"id":11935,"date":"2009-10-07T00:00:00","date_gmt":"2009-10-06T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20091006-12n"},"modified":"2009-10-07T00:00:00","modified_gmt":"2009-10-06T22:00:00","slug":"biolog-neues-bioenergie-logistikkonzept-noch-nicht-voll-ausgereift","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/biolog-neues-bioenergie-logistikkonzept-noch-nicht-voll-ausgereift\/","title":{"rendered":"BioLog: Neues Bioenergie-Logistikkonzept noch nicht voll ausgereift"},"content":{"rendered":"<p><b>2006 traten acht Projektpartner aus Industrie und Wissenschaft an, frisch geerntete Biomassen besser f\u00fcr die Erzeugung von Strom, W\u00e4rme oder synthetischen Kraftstoffen nutzbar zu machen. Da frische Biomasse aufgrund ihres hohen Wassergehaltes nicht konservierbar und relativ energiearm ist, sollte sie nach dem neuen Konzept namens BioLog (Biomasse-Logistik) zun\u00e4chst siliert und anschlie\u00dfend in eine Fl\u00fcssig- und eine Festphase aufgetrennt werden, um so die Umwandlung sowohl zu Biogas als auch zu pelletierten Festbrennstoffen zu erm\u00f6glichen. Gleichzeitig sollten die N\u00e4hrstoffe in den landwirtschaftlichen Kreislauf zur\u00fcckgef\u00fchrt werden.<br \/>Die Ergebnisse des Forschungsvorhabens zeigen, dass das Verfahren im Grundsatz funktioniert, die Energie- und Stoffbilanzen jedoch keinen wirtschaftlichen Betrieb erwarten lassen. Das Bundesministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) hat das Vorhaben \u00fcber seinen Projekttr\u00e4ger, die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR), gef\u00f6rdert.<\/b><\/p>\n<p>Der Ansatz basierte auf einem Konzept der Universit\u00e4t Kassel, wonach durch Auftrennung der Energiepflanzen in feste und fl\u00fcssige Komponenten deutliche Effizienzsteigerungen gegen\u00fcber der konventionellen Biogasnutzung m\u00f6glich seien. W\u00e4hrend die n\u00e4hrstoffreiche Fl\u00fcssigphase in der Biogasanlage vergoren werden sollte, war die n\u00e4hrstoffarme Festphase f\u00fcr die emissions- und schlackenarme Verbrennung pr\u00e4destiniert. Mit den G\u00e4rr\u00fcckst\u00e4nden wiederum sollten die N\u00e4hrstoffe weitgehend auf den Acker zur\u00fcckgelangen. So weit die Theorie.<\/p>\n<div style=\"width:100%;text-align:center;\">\n<table width=\"100%\" border=\"0\">\n<tr>\n<td align=\"center\"><img SRC=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20091006-12\/fb6cff8eca.jpg\" align=\"center\" BORDER=\"0\" ALT=\"So war\u2019s gedacht: Das Konzept BioLog\"\/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"font-size:10px\" align=\"center\">So war\u2019s gedacht: Das Konzept BioLog<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p><br style=\"clear:left;\"\/><br \/>Die unter Praxisbedingungen erfolgten Pressversuche f\u00fchrten allerdings nicht zu dem erwarteten hohen Entw\u00e4sserungsgrad und so zu einer nur ungen\u00fcgenden Verlagerung der N\u00e4hrstoffe in die Fl\u00fcssigphase. Dadurch lag der im G\u00e4rrest vorhandene N\u00e4hrstoffgehalt zu niedrig, um nach Ausbringung auf den \u00c4ckern einen wesentlichen Beitrag zur N\u00e4hrstoffversorgung der Energiepflanzen zu leisten. Zudem war es nicht m\u00f6glich, mit der Biogaserzeugung den gesamten Prozessenergiebedarf f\u00fcr die weitere Aufbereitung der Feststoffe autark zu decken. Damit kann der Prozess weder energieautark durchgef\u00fchrt noch der Minerald\u00fcngerbedarf wesentlich reduziert werden. Insofern bestehen noch gro\u00dfe Optimierungspotenziale bei der mechanischen Entw\u00e4sserung und der thermischen Trocknung.<\/p>\n<p>Hinzu kommt, dass sich die n\u00e4hrstoffhaltigen Biomasse-Pellets als schwieriger, zu Verschlackungen neigender Brennstoff erwiesen. Bei der Vergasung gelang es hingegen, Fischer-Tropsch-taugliche Synthesegase zu erzeugen, mit denen die Herstellung von BtL-Kraftstoffen m\u00f6glich w\u00e4re. Versuche zur D\u00fcngeeignung der Aschen aus Vergasung und Verbrennung brachten keine eindeutigen Ergebnisse, hier besteht weiterer Forschungsbedarf.<\/p>\n<p>So lange es nicht gelingt, die N\u00e4hrstoffe bei der Auftrennung der Biomasse m\u00f6glichst vollst\u00e4ndig im Presssaft anzureichern, kann das eigentlich vielversprechende BioLog-Konzept nur eingeschr\u00e4nkt funktionieren. Die dann notwendige externe W\u00e4rme- und m\u00f6glicherweise auch N\u00e4hrstoffzufuhr sowie die technischen Probleme bei der Verbrennung gestalten das Verfahren unwirtschaftlich, zudem fallen Energiebilanz und Treibhausgas-Einsparung vergleichsweise schlecht aus. Dennoch stellen die BioLog-Arbeiten eine wichtige Grundlage f\u00fcr die Weiterentwicklung von Verfahren zur Gewinnung von Bioenergie dar.<\/p>\n<p><b>Weitere Informationen<\/b><br \/>Die Abschlussberichte stehen in der <a href=\"http:\/\/www.nachwachsenderohstoffe.de\/projekte-foerderung\/projekte\/suche.html\" >Projektdatenbank der FNR<\/a> unter folgenden F\u00f6rderkennzeichen zur Verf\u00fcgung: 22031405, 22031505, 22031605, 22031705, 22031805, 22031905<\/p>\n<p><b>Am Projekt beteiligte Partner<\/b><\/p>\n<ul>\n<li>Forschungszentrum Karlsruhe<\/li>\n<li>Leibniz-Institut f\u00fcr Agrartechnik Potsdam-Bornim<\/li>\n<li>Anhydro GmbH<\/li>\n<li>Johann-Heinrich von Th\u00fcnen-Institut<\/li>\n<li>Amandus Kahl GmbH<\/li>\n<li>Clausthaler Umwelttechnikinstitut<\/li>\n<li>Unterauftragnehmer\n<ul>\n<li>Th\u00fcringer Landesanstalt f\u00fcr Landwirtschaft<\/li>\n<li>Institut f\u00fcr Energie- und Umweltforschung Heidelberg<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>2006 traten acht Projektpartner aus Industrie und Wissenschaft an, frisch geerntete Biomassen besser f&uuml;r die Erzeugung von Strom, W&auml;rme oder synthetischen Kraftstoffen nutzbar zu machen.<\/b><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[1236,1496,6286,581,19232,450,64,755,307,1833],"class_list":["post-11935","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","supplier-amandus-kahl-gruppe","supplier-anhydro-gmbh","supplier-bundesministerium-ernahrung-landwirtschaft","supplier-clausthaler-umwelttechnik-institut-gmbh-cutec","supplier-fachagentur-nachwachsende-rohstoffe-e-v-fnr","supplier-ifeu-institut-fuer-energie-und-umweltforschung-heidelberg-gmbh","supplier-johann-heinrich-von-thuenen-institut-vti","supplier-leibniz-institut-fuer-agrartechnik-potsdam-bornim-ev-atb","supplier-thueringer-landesanstalt-fuer-landwirtschaft","supplier-universitaet-kassel"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11935","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11935"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11935\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11935"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11935"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11935"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=11935"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}