{"id":119090,"date":"2022-11-28T07:32:00","date_gmt":"2022-11-28T06:32:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=119090"},"modified":"2022-11-23T15:51:59","modified_gmt":"2022-11-23T14:51:59","slug":"myceliotronics-forscher-nutzen-pilzhaut-fur-elektronik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/myceliotronics-forscher-nutzen-pilzhaut-fur-elektronik\/","title":{"rendered":"&#8220;MycelioTronics&#8221; &#8211; Forscher nutzen Pilzhaut f\u00fcr Elektronik"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><\/h2>\n\n\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"625\" height=\"358\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/11\/Bildschirmfoto-2022-11-23-um-15.34.07.png\" alt=\"MycelioTronics wird f\u00fcr Elektronik verwendet.\" class=\"wp-image-119132\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/11\/Bildschirmfoto-2022-11-23-um-15.34.07.png 625w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/11\/Bildschirmfoto-2022-11-23-um-15.34.07-300x172.png 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/11\/Bildschirmfoto-2022-11-23-um-15.34.07-150x86.png 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/11\/Bildschirmfoto-2022-11-23-um-15.34.07-400x229.png 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><figcaption>MycelioTronics wird f\u00fcr Elektronik verwendet.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Mit der von den Wissenschaftern &#8220;MycelioTronics&#8221; getauften Innovation habe man eine &#8220;Weltneuheit&#8221; am Start, die zu nachhaltigerer Elektronik f\u00fchren k\u00f6nnte, so Martin Kaltenbrunner von der Abteilung Physik der Weichen Materie der JKU. Bei der Pilzhaut handle es sich jedenfalls um eine &#8220;geniale Barriere&#8221;.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Im Grunde sei der in dem <a href=\"https:\/\/www.science.org\/doi\/10.1126\/sciadv.add7118\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Fachmagazin <em>&#8220;Science Advances&#8221;<\/em> <\/a>unter Federf\u00fchrung der Studien-Erstautoren Doris Danninger und Roland Pruckner beschriebene Ansatz eine &#8220;mehr oder weniger zuf\u00e4llige Entdeckung&#8221; gewesen &#8211; &#8220;wie so oft in der Wissenschaft&#8221;, sagte Kaltenbrunner. Das Thema &#8220;Pilze&#8221; sei schon seit einiger Zeit im Fokus des Instituts, allerdings in anderen Zusammenh\u00e4ngen, wie etwa der Nutzung von Myzelium-Materialien als Styropor-Alternative zur Isolation in der Bauwirtschaft.<\/p>\n\n\n\n<p>In der neuen Studie sah sich das Team, das in den vergangenen Jahren mit vielen neuen Entwicklungen im Bereich der Robotik und Elektronik f\u00fcr Aufsehen gesorgt hat, Pilze auch durch die Brille der nachhaltigen Elektronik an. Dabei stellte man fest, dass der Gl\u00e4nzende Lackporling an der Oberfl\u00e4che seines N\u00e4hrmediums eine geschlossene Myzelium-Haut ausbildet, um sich vor Krankheitserregern oder anderen Pilzen zu sch\u00fctzen, erkl\u00e4rte Kaltenbrunner. Diese Haut entpuppte sich als leicht abnehm- und weiterverarbeitbar.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie sei f\u00fcr die Vorhaben der Wissenschafter sogar direkt verwendbar und m\u00fcsse nur getrocknet werden. Man k\u00f6nne die Haut zum Beispiel als flexible Leiterplatte verwenden, &#8220;um dann Elektronik darauf zu fertigen&#8221;. Es gebe zwar schon seit l\u00e4ngerem Elektronik beispielsweise auf Papier. Die Herstellung des Zellstoffes ist aber energieintensiv und &#8220;nicht wirklich nachhaltig. Unsere Pilzh\u00e4ute brauchen nur Abfallholz und wachsen darauf&#8221;, erkl\u00e4rte Kaltenbrunner.<\/p>\n\n\n\n<p>Durch seine Eigenschaften, wie Robustheit, Flexibilit\u00e4t oder Hitzebest\u00e4ndigkeit k\u00f6nnte das Material zum Ersatz f\u00fcr Polymere werden, die aktuell bei flexiblen Elektronik-Bauteilen zum Einsatz kommen. F\u00fcr jede Art von Leiterplatten gelte, dass es sich um Verbundmaterialien handelt, die sich in der Regel nicht wieder bzw. nur sehr schwer auftrennen, recyceln oder abbauen lassen, erkl\u00e4rte Kaltenbrunner. Die biologisch abbaubare Pilzhaut entpuppe sich nun als echte Alternative.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Linzer Forscher denken im ersten Schritt an Anwendungen am K\u00f6rper etwa in der Medizintechnik, wo solche Bauteile vor allem \u00fcber Zeitr\u00e4ume von bis zu einem Jahr funktionieren m\u00fcssen. &#8220;Wir haben jetzt zum Beispiel Ann\u00e4herungs- oder Feuchtesensoren gemacht &#8211; das funktioniert auch gut.&#8221; Das wurde realisiert, indem &#8220;relativ konventionelle Elektronikchips&#8221; auf den Myzelium-Tr\u00e4ger aufgel\u00f6tet wurden, so der Wissenschafter. Die Pilzhaut sei \u00fcbrigens auch erstaunlich hitzebest\u00e4ndig &#8211; eine wichtige Voraussetzung, um Schaltkreise zu bauen. Temperaturen von bis 250 Grad Celsius k\u00f6nnten ihr nichts anhaben.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Material sei auch attraktiv, um daraus neuartige Batterien zu entwickeln, die haupts\u00e4chlich aus Myzelium bestehen, und somit Elektronik kabellos betreiben k\u00f6nnen. Erste Ans\u00e4tze verfolgen die Wissenschafter bereits. In der Folge versuche man nun, die Eigenschaften der aus Pilzhaut gebildeten Membran an die jeweiligen Anwendungsideen anzupassen. Ein Schl\u00fcssel liege im noch homogeneren Aufbau der nat\u00fcrlich gewachsenen Struktur. Dann k\u00f6nnte sich auch Elektronik daraufsetzen lassen, die ebenso wie ihr Tr\u00e4germaterial biologisch abbaubar ist. Kaltenbrunner: &#8220;Das w\u00e4re dann der n\u00e4chste Schritt, f\u00fcr den die Oberfl\u00e4che noch glatter sein muss.&#8221;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit der von den Wissenschaftern &#8220;MycelioTronics&#8221; getauften Innovation habe man eine &#8220;Weltneuheit&#8221; am Start, die zu nachhaltigerer Elektronik f\u00fchren k\u00f6nnte, so Martin Kaltenbrunner von der Abteilung Physik der Weichen Materie der JKU. Bei der Pilzhaut handle es sich jedenfalls um eine &#8220;geniale Barriere&#8221;. 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