{"id":119047,"date":"2022-11-25T07:32:00","date_gmt":"2022-11-25T06:32:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=119047"},"modified":"2022-11-22T13:43:44","modified_gmt":"2022-11-22T12:43:44","slug":"kontrolliert-biologisch-abbaubarer-kunststoffersatz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/kontrolliert-biologisch-abbaubarer-kunststoffersatz\/","title":{"rendered":"Kontrolliert biologisch abbaubarer Kunststoffersatz"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><\/h2>\n\n\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.karlsruhe.dhbw.de\/fileadmin\/_processed_\/3\/5\/csm_bnews2211_Projekt_PolyProg_thermogeformte_Probe_977c275859.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.karlsruhe.dhbw.de\/fileadmin\/user_upload\/images\/news\/2022\/bnews2211_Projekt_PolyProg_thermogeformte_Probe.jpg\" alt=\"Thermogeformte Probe eines kontrolliert biologisch abbaubaren Verbundstoffes\" width=\"480\" height=\"360\"\/><\/a><figcaption>Thermogeformte Probe eines kontrolliert biologisch abbaubaren Verbundstoffes <br>Foto: DHBW KA\/\/WA<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>In Deutschland fallen j\u00e4hrlich knapp 19 Millionen Tonnen Verpackungsabf\u00e4lle an, davon etwa\u00a0 6,2 Millionen Tonnen Kunststoffe.<br>Der Aufwand zum Trennen und Verwerten gebrauchter Kunststoff-Verpackungen ist jedoch hoch und f\u00fchrte bisher dazu, dass nur knapp die H\u00e4lfte der Verpackungs-Kunststoffe werkstofflich rezykliert und der gr\u00f6\u00dfere Teil vor allem als Ersatzbrennstoff entsorgt wurden. Weltweit werden derzeit nur knapp zehn Prozent aller Verpackungen stofflich verwertet. Wenn Kunststoffe nicht gesammelt und verwertet werden, verschmutzen sie oftmals die Umwelt, die Gew\u00e4sser und gelangen h\u00e4ufig in die Ozeane mit gravierenden Folgen.<\/strong><br><br>Wissenschaftler der Dualen Hochschule Baden-W\u00fcrttemberg Karlsruhe haben unter Leitung von Prof. Dr. Axel Kauffmann, Leiter des Studiengangs Wirtschaftsingenieurwesen, und Lukas Walter, Akademischer Mitarbeiter, nun ein neues Konzept entwickelt, das einen Beitrag leisten soll, um dem Problem entgegenzuwirken \u2013 Verpackungen mit programmierbarer Abbaubarkeit.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Herausforderungen: Bioabbaubare Polymere sind h\u00e4ufig nur bedingt abbaubar und oft sind sie nicht stabil genug<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Sie stie\u00dfen dabei auf zwei Herausforderungen: Entgegen mancher Verkaufsargumente sind viele sogenannte \u201ebioabbaubaren\u201c Polymere nur sehr bedingt abbaubar. Sind sie jedoch tats\u00e4chlich bioabbaubar, haben sie oft nicht die Stabilit\u00e4t f\u00fcr die Nutzung als Verpackungsmaterial. Bioplastik steht zudem in Konkurrenz zur Landwirtschaft &#8211; Nahrungsmittelproduktion &#8211; und bietet f\u00fcr Kompostbetriebe keinen Mehrwert. Ziel des Vorhabens war daher die Erarbeitung eines Konzeptes f\u00fcr die Herstellung eines Polymermaterials auf Basis von nachwachsenden Rohstoffen, das vollst\u00e4ndig biologisch abbaubar und gleichzeitig stabil und wasserfest ist. Au\u00dferdem sollte die biologische Abbaubarkeit des Polymerprodukts gezielt auf einen Abbauzeitpunkt und Zeitraum eingestellt werden. Dieser \u201eprogrammierbaren Werkstoff\u201c sollte sch\u00e4umbar und zu dreidimensionalen Produkten thermoformbar sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Laufe des Projektes wurden verschieden Wege ausgearbeitet, die f\u00fcr eine programmierbare Abbaubarkeit in Betracht kommen und gleichzeitig vielversprechende mechanische Eigenschaften aufweisen. Die Verbundstoffe wurden aus unterschiedlichen bioabbaubaren Materialien hergestellt und erst Prototypen thermogeformt.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eDie innovative Neuheit des Projekts Biobasierte Polymersysteme mit programmierbarer Abbaubarkeit<em>\u00a0<\/em>(PolyProg) besteht darin, dass es nicht nur vollst\u00e4ndig biobasiert ist, sondern auch Abf\u00e4lle aus der Landwirtschaft mit eingearbeitet wurden. Der Verbundstoff kann zudem zu Biogas verg\u00e4rt werden kann. Das Material ist daher sehr nachhaltig und kann einen echten Beitrag zur Reduzierung der Umweltbelastung durch Plastikm\u00fcll leisten\u201c, so <strong>Lukas Walter<\/strong>.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Das Projekt wurde vom Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung gef\u00f6rdert und wurde 2021 erfolgreich abgeschlossen. Zwei Folgeprojekte sollen die Erkenntnisse aus dem Projekt PolyProg aufgreifen und in jeweils unterschiedlichen Anwendungen zur Marktreife f\u00fchren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Deutschland fallen j\u00e4hrlich knapp 19 Millionen Tonnen Verpackungsabf\u00e4lle an, davon etwa\u00a0 6,2 Millionen Tonnen Kunststoffe.Der Aufwand zum Trennen und Verwerten gebrauchter Kunststoff-Verpackungen ist jedoch hoch und f\u00fchrte bisher dazu, dass nur knapp die H\u00e4lfte der Verpackungs-Kunststoffe werkstofflich rezykliert und der gr\u00f6\u00dfere Teil vor allem als Ersatzbrennstoff entsorgt wurden. 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