{"id":118733,"date":"2022-11-18T07:32:00","date_gmt":"2022-11-18T06:32:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=118733"},"modified":"2022-11-15T14:23:54","modified_gmt":"2022-11-15T13:23:54","slug":"die-5-konferenz-zur-nachhaltigen-chemischen-konversion-in-der-industrie-beleuchtete-technologien-zur-realisierung-einer-circular-economy","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/die-5-konferenz-zur-nachhaltigen-chemischen-konversion-in-der-industrie-beleuchtete-technologien-zur-realisierung-einer-circular-economy\/","title":{"rendered":"Die 5. Konferenz zur nachhaltigen chemischen Konversion in der Industrie beleuchtete Technologien zur Realisierung einer Circular Economy"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><\/h2>\n\n\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.umsicht.fraunhofer.de\/de\/presse-medien\/pressemitteilungen\/2022\/carbon2chem-konferenz-nachbericht\/jcr:content\/fixedContent\/pressArticleParsys\/textblockwithpics_co\/imageComponent2\/image.img.4col.large.png\/1667987217779\/221103-carbon2chem-konferenz-stark-watzinger.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.umsicht.fraunhofer.de\/de\/presse-medien\/pressemitteilungen\/2022\/carbon2chem-konferenz-nachbericht\/jcr:content\/fixedContent\/pressArticleParsys\/textblockwithpics_co\/imageComponent2\/image.img.png\/1667987217779\/221103-carbon2chem-konferenz-stark-watzinger.png\" alt=\"Bettina Stark-Watzinger (Bundesministerin f\u00fcr Bildung und Forschung) betonte in ihrem Gru\u00dfwort ihre Unterst\u00fctzung f\u00fcr Carbon2Chem\u00ae\" width=\"720\" height=\"540\" title=\"Carbon2Chem Konferenz 2022 \u2013 Bettina Stark-Watzinger (Bundesministerin f\u00fcr Bildung und Forschung) \"\/><\/a><figcaption>Bettina Stark-Watzinger (Bundesministerin f\u00fcr Bildung und Forschung) betonte in ihrem Gru\u00dfwort ihre Unterst\u00fctzung f\u00fcr Carbon2Chem\u00ae. \u00a9 Fraunhofer UMSICHT\/Stefanie Bergel<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Welche Ergebnisse haben die Carbon2Chem<sup>\u00ae<\/sup>-Forschenden im vergangenen Jahr erzielt? Und wie weit sind ihre Entwicklungen von einer industriellen Anwendung entfernt? Antworten auf diese Fragen lieferte die 5. Konferenz zur nachhaltigen chemischen Konversion in der Industrie am 3. November 2022 in D\u00fcsseldorf. Eingeladen hatten die Koordinatoren des vom Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung gef\u00f6rderten Projektes: das Fraunhofer-Institut f\u00fcr Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT, die thyssenkrupp AG und das Max-Planck-Institut f\u00fcr Chemische Energiekonversion (MPI CEC).<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.umsicht.fraunhofer.de\/de\/presse-medien\/pressemitteilungen\/2022\/carbon2chem-konferenz-nachbericht\/jcr:content\/fixedContent\/pressArticleParsys\/textblockwithpics_co\/imageComponent1\/image.img.4col.large.png\/1667987217779\/221103-carbon2chem-konferenz-oles-deerberg.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.umsicht.fraunhofer.de\/de\/presse-medien\/pressemitteilungen\/2022\/carbon2chem-konferenz-nachbericht\/jcr:content\/fixedContent\/pressArticleParsys\/textblockwithpics_co\/imageComponent1\/image.img.png\/1667987217779\/221103-carbon2chem-konferenz-oles-deerberg.png\" alt=\"Die Carbon2Chem\u00ae-Koordinatoren Dr. Markus Oles (l., thyssenkrupp AG) und Prof. Dr. G\u00f6rge Deerberg (r., Fraunhofer UMSICHT) er\u00f6ffneten die 5. Konferenz zur nachhaltigen chemischen Konversion in der Industrie.\" width=\"720\" height=\"540\" title=\"Carbon2Chem Konferenz 2022 \u2013 Dr. Markus Oles und Prof. Dr. G\u00f6rge Deerberg\"\/><\/a><figcaption>Die Carbon2Chem\u00ae-Koordinatoren Dr. Markus Oles (l., thyssenkrupp AG) und Prof. Dr. G\u00f6rge Deerberg (r., Fraunhofer UMSICHT) er\u00f6ffneten die 5. Konferenz zur nachhaltigen chemischen Konversion in der Industrie. \u00a9 Fraunhofer UMSICHT\/Stefanie Bergel<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Einige der wissenschaftlichen und technischen Ergebnisse, die auf dem Weg, Prozessgase der Industrie \u2013 z.B. H\u00fcttengase aus der Stahlproduktion \u2013 als Kohlenstoffquelle f\u00fcr die chemische Industrie zu erschlie\u00dfen, erzielt wurden, stellte Prof. Dr. G\u00f6rge Deerberg (Fraunhofer UMSICHT) gleich zu Beginn vor. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u00bbMit Blick auf die Gasreinigung haben wir beispielsweise alle Komponenten im Dauerbetrieb und k\u00f6nnen eine vollst\u00e4ndige Gasanalytik durchf\u00fchren\u00ab, so der <strong>Carbon2Chem<sup>\u00ae<\/sup>-Koordinator<\/strong>. \u00bbDar\u00fcber hinaus liegen simulierte Detailkonzepte u.a. f\u00fcr eine integrierte Hochofengasnutzung ebenso vor wie eine dynamische Life Cycle Analysis (LCA).\u00ab <\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Ein besonderer Meilenstein: Die 50l-Methanol-Anlage war im dynamischen Dauerbetrieb (1300 Stunden) erfolgreich. Als n\u00e4chster Schritt steht nun der Betrieb mit realen H\u00fcttengasen im Technikum in Duisburg an.<\/p>\n\n\n\n<p>Angesichts dieser Ergebnisse war wenig verwunderlich, dass sich sowohl&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.umsicht.fraunhofer.de\/de\/presse-medien\/pressemitteilungen\/2022\/carbon2chem-konferenz-nachbericht.html#_stark-watzinger\">Bettina Stark-Watzinger<\/a>&nbsp;(Bundesministerin f\u00fcr Bildung und Forschung) als auch&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.umsicht.fraunhofer.de\/de\/presse-medien\/pressemitteilungen\/2022\/carbon2chem-konferenz-nachbericht.html#_neubaur\">Mona Neubaur<\/a>&nbsp;(Ministerin f\u00fcr Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen) in ihren Gru\u00dfworten als \u00fcberzeugte Unterst\u00fctzerinnen von Carbon2Chem<sup>\u00ae<\/sup>positionierten. Die Bundesministerin betonte beispielsweise, dass sich die Industrie neu erfinden m\u00fcssen \u2013 und zwar auf Basis von Ideen aus der Forschung. Daf\u00fcr sei das Verbundprojekt das beste Beispiel. Auch weil sich die entwickelten Technologien auf andere Industriezweige \u00fcbertragen lie\u00dfen. Mona Neubaur nannte Carbon2Chem<sup>\u00ae<\/sup>&nbsp;einen wichtigen Schritt, um Nordrhein-Westfalen klimaneutral zu machen. Das Projekt integriere den Grundgedanken einer Circular Economy in die Industrie.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Dank Carbon Capture and Utilization (CCU) zur Circular Economy?<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Frage, welche Rolle Carbon Capture and Utilization (CCU) f\u00fcr eine Kreislaufwirtschaft spielen kann, stand dann auch am Anfang der anschlie\u00dfenden Diskussionsrunde. Die Beteiligten: Till Mansmann (BMBF-Innovationsbeauftrager \u00bbGr\u00fcner Wasserstoff\u00ab), Michael Theben (Ministerium f\u00fcr Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen), Matthias Brey (Ernest &amp; Young Global Limited) und Peter M\u00fcller-Baum (VDMA). Der Tenor: Es geht auf dem Weg in die Circular Economy nicht um Technologie allein. Auch Rahmenbedingungen \u2013 angefangen bei dem richtigen Mindset \u00fcber die Kommunikation in die \u00d6ffentlichkeit bis zur Risikominimierung beim Einsatz der Technologie \u2013 sind entscheidend.<\/p>\n\n\n\n<p>Gedanken, die in den folgenden Vortr\u00e4gen vertieft wurden. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p><strong>Matthias Brey<\/strong> brachte neben industriellen Prozessgasen auch Biomasse als CO<sub>2<\/sub>-Quelle f\u00fcr CCU ins Gespr\u00e4ch und stellte heraus, was in seinen Augen getan werden muss, um Kohlenstoff zuk\u00fcnftig gewinnbringend im Kreis zu f\u00fchren: \u00bbWir m\u00fcssen unsere Story so weit vereinfachen, dass sie noch stimmt und verstanden wird. Wir m\u00fcssen eine europ\u00e4ische Strategie f\u00fcr Carbonmanagement entwickeln. Und wir brauchen Institutionen, die das Ganze f\u00f6rdern und unterst\u00fctzen.\u00ab<\/p><p>Auch <strong>Peter M\u00fcller-Baum<\/strong> hob die Bedeutung einer CO<sub>2<\/sub>-Circular-Economy hervor: \u00bbKohlenstofffreisetzungen vollst\u00e4ndig zu vermeiden, ist unm\u00f6glich \u2013 und auch gar nicht sinnvoll. CO<sub>2<\/sub>\u00a0muss als Rohstoff anerkannt und genutzt werden.\u00ab <\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Bei den Technologien, mit denen sich eine entsprechende Infrastruktur aufbauen lassen, sei Deutschland weltweit f\u00fchrend. An den Investitionen hapere es noch.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Transformationsprozesse im Ruhrgebiet und in der Kommunikation<\/h3>\n\n\n\n<p>Dr. Markus Oles (thyssenkrupp Steel Europe AG) lenkte den Blick der Konferenzteilnehmenden auf das Ruhrgebiet. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u00bbWir sind eine Region mitten in einem Transformationsprozess. Und dabei spielt die Frage, wie wir den Kohlenstoff, der fr\u00fcher die zum Trocknen aufgehangene W\u00e4sche schwarz gemacht hat, wieder loswerden, eine wichtige Rolle.\u00ab 83 Millionen Tonnen CO<sub>2<\/sub>\u00a0werden im Ruhrgebiet emittiert \u2013 67,4 Millionen von der Stahl-, Zement oder Glasindustrie, 9,1 Millionen vom Verkehr und 6 Millionen im Bereich Wohnen. F\u00fcr die Wende Richtung Klimaneutralit\u00e4t sei Carbon2Chem<sup>\u00ae<\/sup>\u00a0exemplarisch. \u00bbIch bin optimistisch und glaube, dass uns das gelingt. Daf\u00fcr sind wir in dem Projekt richtig aufgestellt. Die richtigen Leute sind dabei und auch die Region stimmt.\u00ab<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Das Verbundprojekt zeigt also: Wirtschaft und Forschung sind \u00e4u\u00dfert aktiv in Sachen Energie- und Rohstoffwende. Doch inwieweit unterst\u00fctzt die Bev\u00f6lkerung entsprechende Ma\u00dfnahmen? Und hat sich diese Einstellung durch den Ukraine-Krieg ver\u00e4ndert? Diese Fragen beleuchtete Dr. Dorothee Arlt (TU Ilmenau) und nahm in ihrem Vortrag Bezug auf eine bundesweite Panelbefragung 2021 und 2022. Ergebnis: Die Unterst\u00fctzung von Infrastrukturma\u00dfnahmen ist in gro\u00dfen Teilen unver\u00e4ndert geblieben \u2013 mit leichten Steigerungen beim Bau von Windkraftanlagen und gro\u00dfen Energiespeichern in der N\u00e4he des Wohnorts. Bei der Bewertung klimapolitischer Ma\u00dfnahmen haben sich drei Punkte ver\u00e4ndert: Die Unterst\u00fctzung der Industrie bei der Umstellung auf klimaneutrale Produktion durch Steuermittel wird positiver gesehen, w\u00e4hrend sowohl die staatliche F\u00f6rderung der Elektromobilit\u00e4t als auch die Schlie\u00dfung von Industrieanlagen, die nicht klimaneutral produzieren (k\u00f6nnen), kritischer gesehen werden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Internationale und nationale Projekte<\/h3>\n\n\n\n<p>Zum Abschluss der Konferenz blickten die Vortragenden \u00fcber den Tellerrand von Carbon2Chem<sup>\u00ae<\/sup>&nbsp;hinaus. Steffen Schirrmeister (thyssenkrupp Industrial Solutions AG) stellte das \u2013 ebenfalls vom Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung gef\u00f6rderte \u2013 Leitprojekt H<sub>2<\/sub>Mare vor. Im Fokus steht die Offshore-Erzeugung von gr\u00fcnem Wasserstoff und anderer Power-to-X-Produkte. Wasserstoff steht auch im Mittelpunkt eines weiteren BMBF-Leitprojektes: Bei TransHyDE \u2013 pr\u00e4sentiert von Hauke Hinners (Max-Planck-Institut f\u00fcr Chemische Energiekonversion) wird an einer Wasserstoff-Transport-Infrastruktur gearbeitet.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor dem Hintergrund der aktuellen Krisen setzte sich Holger L\u00f6sch vom Bundesverband der Deutschen Industrie mit all diesen Transformationsaktivit\u00e4ten auseinander. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u00bbWir m\u00fcssen neu denken\u00ab, lautete seine Aufforderung. \u00bbWir d\u00fcrfen angesichts der extremen Herausforderungen durch die Polykrise nicht resignieren. Wir m\u00fcssen noch st\u00e4rker versuchen, die Transformation in ihren verschiedenen Dimensionen auch als Chance zu begreifen. Unser Ziel muss es sein, den Industriestandort langfristig zu st\u00e4rken.\u00ab<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.umsicht.fraunhofer.de\/de\/presse-medien\/pressemitteilungen\/2022\/carbon2chem-konferenz-nachbericht\/jcr:content\/fixedContent\/pressArticleParsys\/textblockwithpics_co\/imageComponent3\/image.img.4col.large.png\/1667987217779\/221103-carbon2chem-konferenz-diskussionsrunde.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.umsicht.fraunhofer.de\/de\/presse-medien\/pressemitteilungen\/2022\/carbon2chem-konferenz-nachbericht\/jcr:content\/fixedContent\/pressArticleParsys\/textblockwithpics_co\/imageComponent3\/image.img.png\/1667987217779\/221103-carbon2chem-konferenz-diskussionsrunde.png\" alt=\"lKreislaufwirtschaft war eines der Themen in der Diskussionsrunde mit (v.l.) 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