{"id":11871,"date":"2009-08-31T00:00:00","date_gmt":"2009-08-30T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20090831-03n"},"modified":"2009-08-31T00:00:00","modified_gmt":"2009-08-30T22:00:00","slug":"zellulose-ethanol-fuer-europa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/zellulose-ethanol-fuer-europa\/","title":{"rendered":"Zellulose-Ethanol f\u00fcr Europa"},"content":{"rendered":"<p><b>Ein neues EU-finanziertes Projekt will wirtschaftlich und \u00f6kologisch effiziente Techniken zur Erzeugung von Biokraftstoffen entwickeln. Die NEMO genannte Initiative (&#8220;Novel high-performance enzymes and micro-organisms for conversion of lignocellulosic biomass to bioethanol&#8221;) m\u00f6chte neue Wege zur Umwandlung von land- und forstwirtschaftlichen Abf\u00e4llen wie Stroh und Holzchips in fl\u00fcssige Biokraftstoffe schaffen. <\/b><\/p>\n<p>Rund 5,9 Mio. EUR aus dem 8,25 Mio. EUR umfassenden Budget von NEMO stammen aus dem Themenbereich &#8220;Lebensmittel, Landwirtschaft und Fischerei sowie Biotechnologie&#8221; des Siebten Rahmenprogramms (RP7). In dem f\u00fcr vier Jahre angesetzten Projekt kommen 18 Partner einschlie\u00dflich Universit\u00e4ten, Forschungsinstituten und Unternehmen zusammen, die Enzyme, Ethanol und andere Chemikalien produzieren. Sie stammen aus 9 europ\u00e4ischen L\u00e4ndern (Belgien, Finnland, Frankreich, Deutschland, Italien, die Niederlande, Slowenien, Schweden und die Schweiz). NEMO wird von Professor Merja Penttil\u00e4 vom finnischen technischen Forschungszentrum (VTT Technical Research Centre) koordiniert. Aus Deutschland tragen die Green Sugar GmbH und die Universit\u00e4t Frankfurt zum Projekt bei. <\/p>\n<p>Die heutzutage erh\u00e4ltlichen Biokraftstoffe geh\u00f6ren der sogenannten ersten Generation an. Sie werden auf der Grundlage von Zuckern aus dem landwirtschaftlichen Anbau hergestellt, wie etwa Zuckerrohr und Maisst\u00e4rke, oder aus Pflanzen\u00f6len. Jedoch sind die Herstellungsverfahren f\u00fcr diese Kraftstoffe nicht besonders effizient und bieten im Vergleich zu traditionellen fossilen Kraftstoffen auch nur begrenzte Einsparungen im Hinblick auf die Treibhausgasemissionen. Au\u00dferdem bestehen Bedenken, dass im Hinblick auf den Bodenbedarf Energiepflanzen mit den Pflanzen zur Nahrungsmittelerzeugung konkurrieren k\u00f6nnten, was zu Nahrungsmittelknappheit und steigenden Preisen f\u00fchren w\u00fcrde. <\/p>\n<p>Biokraftstoffe der zweiten Generation bieten viele Vorteile. Zun\u00e4chst einmal werden sie aus pflanzlichen Abf\u00e4llen wie etwa St\u00e4ngeln, Bl\u00e4ttern und H\u00fclsen hergestellt, sodass Landwirte sich nicht zwischen dem Anbau von Energie- oder Nahrungsmittelpflanzen entscheiden m\u00fcssen. Au\u00dferdem sind sie effizienter und bieten damit einen gr\u00f6\u00dferen Nutzen f\u00fcr die Umwelt. <\/p>\n<p>Das Problem jedoch ist, dass die Energie dieser Pflanzen in der Form von Lignozellulose vorliegt und es extrem schwer ist, die Zucker aus dieser Substanz zu extrahieren. <\/p>\n<p>Die Erzeugung von Biokraftstoffen der zweiten Generation verl\u00e4uft in vier Phasen: Zun\u00e4chst muss der Rohstoff vorverarbeitet werden, bevor die Lignozellulose in einfachere Zucker umgewandelt wird. Anschlie\u00dfend wird der Zucker mithilfe von Bakterien fermentiert und schlie\u00dflich wird Ethanol destilliert. <\/p>\n<p>Die Projektpartner von NEMO konzentrieren sich auf den ersten Teil des Prozesses. Zu den Hauptzielen geh\u00f6rt die Entwicklung von Enzymen, die die Lignozellulose in Zuckerverbindungen umwandeln kann, die dann einfach fermentiert und in Ethanol umgewandelt werden k\u00f6nnen. Die Forscher werden auch Hefest\u00e4mme untersuchen, die Zucker schnell und effizient in Ethanol umwandeln k\u00f6nnen. <\/p>\n<p>Um sicherzustellen, dass die neuen Enzyme und Hefen auch unter industriellen Bedingungen funktionieren, werden sie in einer Pilotanlage getestet. <\/p>\n<p>Die Projektpartner lie\u00dfen verlauten, dass die von NEMO entwickelten Technologien auch f\u00fcr die Erzeugung anderer Biokraftstoffe und Chemikalien zum Einsatz kommen k\u00f6nnen. <\/p>\n<p>Ein Bericht der Europ\u00e4ischen Kommission zeigt, dass die EU das 5,75%-Ziel f\u00fcr die Nutzung erneuerbarer Energiequellen durch den Verkehrssektor wie etwa Biokraftstoffe bis 2010 kaum erreichen wird. Angesichts der aktuellen Trends wird dieser Anteil eher bei 4% liegen. Deshalb m\u00fcssen dringend Fortschritte bei der Biokraftstofferzeugung erzielt werden, wenn die EU ihr langfristiges Ziel von 10% bei der Nutzung erneuerbarer Energiequellen im Verkehrssektor bis 2020, auf das man sich im erst vor kurzem verabschiedeten Klima- und Energiepaket geeinigt hatte, erreichen will.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Ein neues EU-finanziertes Projekt will wirtschaftlich und &ouml;kologisch effiziente Techniken zur Erzeugung von Biokraftstoffen entwickeln. 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