{"id":11867,"date":"2009-09-02T00:00:00","date_gmt":"2009-09-01T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20090902-04n"},"modified":"2009-09-02T00:00:00","modified_gmt":"2009-09-01T22:00:00","slug":"deutschland-2009-gute-ernte-bei-schlechten-preisen-fuer-agrarrohstoffe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/deutschland-2009-gute-ernte-bei-schlechten-preisen-fuer-agrarrohstoffe\/","title":{"rendered":"Deutschland 2009: Gute Ernte bei schlechten Preisen f\u00fcr Agrarrohstoffe"},"content":{"rendered":"<p><b>Die Ergebnisse der Ernte 2009 in Deutschland weisen bisher auf insgesamt sehr hohe Ertr\u00e4ge hin, bei gegen\u00fcber 2008 stark gesunkenen Erl\u00f6sen.<\/p>\n<p>Getreide: Fl\u00e4chenr\u00fcckgang, gute Druschergebnisse, schlechte Preise<\/b><br \/>Die diesj\u00e4hrige Getreideernte wird 49,3 Millionen Tonnen erreichen. Dies geht aus der Auswertung der Besonderen Ernte- und Qualit\u00e4tsermittlung durch die Statistischen Landes\u00e4mter und Landesagrarministerien hervor. Im mehrj\u00e4hrigen Vergleich zwischen den Jahren 2003 bis 2008 mit durchschnittlich 45,1 Millionen Tonnen konnte das Ernteergebnis um deutliche 9,2 Prozent gesteigert werden. Die Getreidefl\u00e4che insgesamt ging jedoch gegen\u00fcber dem Vorjahr um 1,9 Prozent auf 6,91 Millionen Hektar zur\u00fcck. Der durchschnittliche Hektarertrag hat dagegen mit 71,4 Dezitonnen geringf\u00fcgig zugenommen (+ 0,2 Prozent). <\/p>\n<p>Bei allen Getreidearten wurden \u00fcberdurchschnittliche Ertr\u00e4ge erzielt. Winterweizen bleibt bei einer Erzeugung von 24,8 Millionen Tonnen die mit Abstand wichtigste Getreideart. Allerdings wurde hier das Vorjahresergebnis \u00e4hnlich wie bei K\u00f6rnermais verfehlt. Roggen mit 4,1 Millionen Tonnen und Wintergerste mit 10,1 Millionen Tonnen wurden deutlich mehr geerntet als 2008. &#8220;Sorgen machen mir die Erzeugerpreise. Diese geraten aufgrund des weltweit reichlichen Angebots immer mehr unter Druck&#8221;; so Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner. Positiv d\u00fcrften sich die niedrigen Getreidepreise dagegen auf die Ertragslage der Veredlungsbetriebe auswirken. Auch die Bioenergieproduzenten k\u00f6nnten davon profitieren. Andererseits kann eine derzeit knappe Versorgung bei anderen Feldfr\u00fcchten weltweit, wie Soja, den hiesigen Getreidemarkt mit stabilisieren.<\/p>\n<p><center><img SRC=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20090902-04\/Neues_Bild.jpg\" align=\"center\" BORDER=\"0\" ALT=\"Getreide\"\/><\/center><br style=\"clear:left;\"\/><br \/><b>Raps: Rekordernte wegen hoher Anbaufl\u00e4che und Spitzenertr\u00e4gen<\/b> <br \/>Nach der vorliegenden ersten amtlichen Erntesch\u00e4tzung haben die deutschen Rapsanbauer mit 6,21 Millionen Tonnen ihr bisher bestes Ergebnis erzielt. Die Rapsernte \u00fcbertrifft damit das Vorjahresergebnis um 20 Prozent bzw. um mehr als 1 Million Tonnen. Zur\u00fcckzuf\u00fchren ist das historisch beste Ergebnis neben der positiven Anbauentwicklung auf die um 12 Prozent gestiegene Ertragsleistung auf 4,2 Tonnen je Hektar. Damit wird sogar noch der bisherige durchschnittliche H\u00f6chstertrag von 4,1 Tonnen je Hektar im Jahr 2004 bei allerdings kleinerer Anbaufl\u00e4che \u00fcbertroffen.<\/p>\n<p>Profitiert hat der Raps von den in mehreren Abschnitten der elf Monate langen Vegetationsperiode g\u00fcnstigen Witterungsbedingungen. F\u00fcr die Infektion durch die im Anbau gef\u00fcrchtete Pilzerkrankung Phoma waren die Temperaturen in der langen und k\u00fchlen Winterzeit zu niedrig. Gleichzeitig waren die Pflanzen in den meisten Gebieten durch eine Schneedecke gesch\u00fctzt. Und die Niederschl\u00e4ge, die der Raps ab der Bl\u00fcte im Fr\u00fchjahr zum Wachstum ben\u00f6tigt, vielen ausgiebig. Auch der \u00d6lgehalt liegt mit durchschnittlich 42,9 Prozent \u00fcber dem Vorjahr und verzeichnet in Regionen mit langer Sonnenscheindauer sogar Spitzenwerte bis 50 Prozent.<\/p>\n<p>Getr\u00fcbt wird die Stimmung der Rapserzeuger derzeit lediglich durch relativ niedrige Preise. Der Markt sendet jedoch bereits Impulse, dass die Preise nachfragebedingt weiter steigen werden. Verantwortlich daf\u00fcr sind globale Einfl\u00fcsse wie etwa die knappe Versorgungslage im Soja-Sektor und die steigende Nachfrage nach Raps\u00f6l aufgrund der zunehmenden Beimischung von Biodiesel zum konventionellen Diesel in vielen EU L\u00e4ndern. <\/p>\n<p>Thomas Mielke (Oilworld), einer der renommiertesten Agrarmarktexperten, geht in seiner aktuellen Bewertung des Rapsmarktes jedoch davon aus, dass die Preise f\u00fcr Rapssaat innerhalb der kommenden sechs Monate voraussichtlich wieder steigen werden. Verantwortlich daf\u00fcr seien globale Einfl\u00fcsse wie etwa die knappe Versorgungslage im Soja-Sektor und die steigende Nachfrage nach Raps\u00f6l aufgrund der zunehmenden Beimischung von Biodiesel zum konventionellen Diesel in vielen EU L\u00e4ndern.<\/p>\n<p><img SRC=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20090902-04\/RZ_UFOP_Rapsanbau_Ernte_500.gif\" align=\"left\" style=\"margin-right:10px;\" BORDER=\"0\" ALT=\"RZ_UFOP_Rapsanbau_Ernte_500.gif\"\/><br style=\"clear:left;\"\/><\/p>\n<p><b>Mais: Gute Ernte erwartet, aber gesunkene Anbaufl\u00e4che und Preise auf Talfahrt<\/b><br \/>Auch die Maisanbauer m\u00fcssen aufgrund negativer Vorgaben vom Weltmarkt und freundlicherer Angebotsprognosen mit sinkenden Preisen rechnen, berichtet das Deutsche Maiskomitee e. V. (DMK) am 26. August. Das DMK bezieht sich dabei auf eine Marktanalyse der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH, Bonn.<\/p>\n<p>In Deutschland pr\u00e4sentieren sich die K\u00f6rnermaisbest\u00e4nde meist in gutem Zustand, teilweise hat die Abreife bereits begonnen. Vor allem im S\u00fcdwesten Deutschlands beg\u00fcnstigte das Wetter die Entwicklung der Pflanzen, so dass hier mit einer guten Ernte zu rechnen ist. Allerdings d\u00fcrfte der bundesweite Anbaur\u00fcckgang um gut 55.000 ha daf\u00fcr sorgen, dass das Vorjahresergebnis nicht erreicht wird. Die aktuellen Erntesch\u00e4tzungen bewegen sich zwischen 4,4 und 4,6 Mio. t und damit 10 bis 14 Prozent unter dem Vorjahresergebnis.<\/p>\n<p>Die Erzeugerpreise gaben in den vergangenen Wochen sp\u00fcrbar nach. Im Schnitt erl\u00f6sten die Landwirte Mitte August rund 130 EUR\/t K\u00f6rnermais. Die Spanne reichte von 115 EUR\/t in den s\u00fcdwestlichen \u00dcberschussgebieten bis \u00fcber 140 EUR\/t im veredelungsstarken Nordwesten. Die Kurse liegen zwar gut 25 % unter dem Vorjahreswert, der R\u00fcckgang fiel damit jedoch deutlich moderater aus als bei Futtergerste oder \u2013weizen.<\/p>\n<p>Auch in der EU-27 wird die Maisernte das hohe Vorjahresergebnis voraussichtlich nicht erreichen. Vor allem in Osteuropa schr\u00e4nkten viele Landwirte aufgrund der niedrigen Preise und der Aussetzung der Intervention den Maisanbau ein. Zudem litten die K\u00f6rnermaisbest\u00e4nde im S\u00fcdosten unter Trockenheit. Erste Ernteprognosen f\u00fcr die EU bewegen sich zwischen 56 und 58 Mio. t. Zum Vergleich: 2009 konnten die europ\u00e4ischen Landwirte gut 62 Mio. t Mais einfahren. Derzeit entwickeln sich die Feldbest\u00e4nde jedoch in vielen L\u00e4ndern positiv, so dass die Sch\u00e4tzungen durchaus noch nach oben korrigiert werden k\u00f6nnten. Diese Aussichten und die sinkenden Weltmarktpreise f\u00fcr Getreide lie\u00dfen die europ\u00e4ischen Maisnotierungen in den vergangenen drei Monaten kr\u00e4ftig absacken. Mit 124 EUR\/t bewegte sich der Fronttermin am Pariser Terminmarkt zuletzt knapp 40 EUR\/t unter dem Stand von Ende Mai.<\/p>\n<p>Die Sch\u00e4tzungen zur weltweiten Maiserzeugung wurden in den vergangenen Wochen regelrecht auf den Kopf gestellt. Denn w\u00e4hrend die Analysten im Juli noch von einem sp\u00fcrbaren R\u00fcckgang ausgingen, prognostizieren sie jetzt ein neues Rekordergebnis von rund 796 Mio. t. Dies ist vor allem die unerwartet hohe Anbaufl\u00e4che in den USA zur\u00fcckzuf\u00fchren. Dort d\u00fcrfte nahezu optimales Wetter zudem f\u00fcr hohe Ertr\u00e4ge sorgen. An der B\u00f6rse Chicago stehen die Maisnotierungen daher weiter unter Druck, auch wenn vom Mineral\u00f6l- und Aktienmarkt wieder freundlichere Signale kommen. Zumindest mittelfristig d\u00fcrften sich die Notierungen aber erholen, denn die globale Maisbilanz ist aufgrund des stetig steigenden Bedarfs relativ eng.<\/p>\n<p><img SRC=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20090902-04\/Bild_1.png\" align=\"right\" style=\"margin-left:10px;\" BORDER=\"0\" ALT=\"Bild_1.png\"\/><b>Zuckerr\u00fcben: Gute Ernte erwatet, viel Fl\u00e4che, hoher Zuckergehalt<\/b><br \/>Die Zuckererzeugung aus R\u00fcben wird 2009\/10 in der Bundesrepublik Deutschland nach ersten Sch\u00e4tzungen der Wirtschaftlichen Vereinigung Zucker (WVZ) 4,030 Mio. t betragen. Im Gegensatz zum Vorjahr haben g\u00fcnstige Wachstumsbedingungen zu sehr guten Zuckerr\u00fcbenertr\u00e4gen gef\u00fchrt, die mit 67,2 t\/ha deutlich \u00fcber dem 5-j\u00e4hrigen Mittel von 62,5 t\/ha liegen. Die R\u00fcbenanbaufl\u00e4che wurde im Jahr 2009 gegen\u00fcber dem Vorjahr um 4,3 Prozent auf 379.563 ha ausgedehnt.<\/p>\n<p>In den regionalen Anbaugebieten weisen erste Proberodungen zufrieden stellende Ergebnisse auf: Insgesamt haben sich die R\u00fcben gegen\u00fcber dem Vorjahr besser entwickelt. Die fr\u00fche Aussaat und der z\u00fcgige Reihenschluss sowie ausreichende Niederschl\u00e4ge haben f\u00fcr gute Wachstumsbedingungen gesorgt. Bei weiterhin g\u00fcnstigen Witterungsverh\u00e4ltnissen wird mit Zuckergehalten um 18 Prozent gerechnet. Derzeit gehen die Zuckerfabriken von einem relativ fr\u00fchen Kampagnebeginn aus.   <\/p>\n<p><b>Weitere Informationen<\/b><br \/>BMELV: <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20090902-04\/Ernte2009MengenPreise-1.pdf\" >Ernte 2009 \u2013 Mengen und Preise<\/a> (PDF-Dokument)<br \/>BMELV: <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20090902-04\/Ernte2009MengenPreiseAnlagge1.pdf\" >Anbaufl\u00e4chen, Hektarertr\u00e4ge und Erntemenge<\/a> (PDF-Dokument)<br \/>Oil World: <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20090902-04\/Oilworld-Rapspreis_210809.pdf\" >Steigende Rapssaatpreise in Deutschland aufgrund von Weltmarkteinfl\u00fcssen erwartet<\/a>] (PDF-Dokument)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Die Ergebnisse der Ernte 2009 in Deutschland weisen bisher auf insgesamt sehr hohe Ertr&auml;ge hin, bei gegen&uuml;ber 2008 stark gesunkenen Erl&ouml;sen.<\/p>\n<p>Getreide: Fl&auml;chenr&uuml;ckgang, gute<\/b><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[6286,148,7,1454],"class_list":["post-11867","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","supplier-bundesministerium-ernahrung-landwirtschaft","supplier-deutsches-maiskomitee-ev","supplier-union-zur-foerderung-von-oel-und-proteinpflanzen-ev-ufop","supplier-wirtschaftliche-vereinigung-zucker-wvz"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11867","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11867"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11867\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11867"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11867"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11867"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=11867"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}