{"id":11862,"date":"2009-09-04T00:00:00","date_gmt":"2009-09-03T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20090904-05n"},"modified":"2009-09-04T00:00:00","modified_gmt":"2009-09-03T22:00:00","slug":"tfz-ueber-20-der-dezentralen-oelmuehlen-stehen-still","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/tfz-ueber-20-der-dezentralen-oelmuehlen-stehen-still\/","title":{"rendered":"TFZ: \u00dcber 20% der dezentralen \u00d6lm\u00fchlen stehen still"},"content":{"rendered":"<p><b>Wie die Landauer Zeitung berichtet, hat das Technologie- und F\u00f6rderzentrum (TFZ) hat in einer telefonischen Kurzumfrage von 190 dezentralen \u00d6lm\u00fchlen im August 2009 Daten zur Produktionsauslastung und Saatverarbeitung, zum Absatz von Raps\u00f6lkraftstoff und Presskuchen sowie zur Markteinsch\u00e4tzung der dezentralen \u00d6lm\u00fchlen in Deutschland erhoben. <\/b><\/p>\n<p>Wurden im Jahr 2007 von etwa 585 dezentralen \u00d6lm\u00fchlen Pflanzen\u00f6le und Eiwei\u00dffuttermittel produziert, so waren nach Hochrechnungen im ersten Halbjahr 2009 nur noch ca. 434 Anlagen in Betrieb. Im Jahr 2008 wurden ca. 593.000 Tonnen Saat verarbeitet, was einem Produktionsr\u00fcckgang von rund 40 Prozent im Vergleich zum Jahr 2007 (983.000 Tonnen) entspricht. <\/p>\n<p>Ein starker R\u00fcckgang beim Absatz von Raps\u00f6lprodukten zeichnete sich bereits zu Beginn des Jahres 2008 ab und veranlasste viele Betreiber zu zeitweisen Stilllegungen der \u00d6lm\u00fchlen. Die Ergebnisse der Umfrage 2009 zeigen, dass zwischenzeitlich zwei Prozent der \u00d6lm\u00fchlen den Betrieb eingestellt haben und verkauft wurden, weitere vier Prozent der \u00d6lm\u00fchlen langfristig stillgelegt wurden und etwa 19 Prozent der Anlagen vor\u00fcbergehend stillgelegt wurden, mit der Hoffnung, bei g\u00fcnstigeren Rahmenbedingungen die Produktion wieder aufnehmen zu k\u00f6nnen. Im ersten Halbjahr 2009 waren somit mehr als 150 von ehemals ca. 600 \u00d6lm\u00fchlen stillgelegt.<\/p>\n<p>Etwa 71 Prozent der \u00d6lm\u00fchlen halten sich zumeist mit stark verminderten Produktionskapazit\u00e4ten von durchschnittlich 40 Prozent Auslastung in einer Art Durchhaltestrategie am Markt. Gr\u00fcnde daf\u00fcr, dass die \u00d6lm\u00fchlen nicht stillgelegt wurden, sind die Nachfrage nach Presskuchen als Eiwei\u00dffuttermittel &#8211; Hauptabsatzprodukt ist inzwischen Presskuchen und nicht mehr Raps\u00f6lkraftstoff &#8211; und die Produktion von Futter- oder Speise\u00f6len sowie die Herstellung von Raps\u00f6lkraftstoff f\u00fcr den Eigenbedarf. <\/p>\n<p>Raps\u00f6l wird, solange keine Vermarktung oder eigene Verwendung m\u00f6glich ist, h\u00e4ufig zwischengelagert um die bestehende Presskuchennachfrage decken und zumindest diesen Absatzweg aufrechterhalten zu k\u00f6nnen. Der starke R\u00fcckgang der Nachfrage von Raps\u00f6lkraftstoff f\u00fcr Pkw und Lkw ist, nach Angabe der \u00d6lm\u00fcller, auf die H\u00f6he der Besteuerung von Raps\u00f6lkraftstoff, auf das gesunkene Preisniveau von fossilem Dieselkraftstoff und auf extreme Schwankungen der Marktpreise von Rapssaat und -\u00f6l zur\u00fcck zu f\u00fchren, wodurch eine Wettbewerbsf\u00e4higkeit von Raps\u00f6l nicht mehr gegeben ist.<\/p>\n<p>Kunden, vor allem im Bereich der Spediteure und der privaten Pkw-Nutzer stellten wieder auf die Nutzung von fossilem Dieselkraftstoff um. Erschwerend kommt der Wegfall der Agrardiesel-R\u00fcckverg\u00fctungsgrenze im landwirtschaftlichen Sektor (Lohnunternehmer und Landwirte) hinzu, welcher eine weitere Verringerung des Raps\u00f6labsatzes in der Landwirtschaft zur Folge hat. Dementsprechend bezeichneten mehr als drei Viertel der Befragten den derzeitigen Absatz von Raps\u00f6lkraftstoff als &#8220;sehr schlecht&#8221;. Im Vergleich zum Vorjahr lag diese Einsch\u00e4tzung bei weniger als 19 Prozent vor und noch im Jahr 2007 war der \u00fcberwiegende Teil (57 Prozent) mit der Absatzeinsch\u00e4tzung &#8220;sehr gut&#8221; bis &#8220;gut&#8221; wesentlich zufriedener.<\/p>\n<p>Sehr viele Betreiber von dezentralen \u00d6lm\u00fchlen, die sich auf die Produktion von Raps\u00f6lkraftstoff spezialisierten, f\u00fchlen sich von der Politik durch die beschlossene unflexible Besteuerung von reinen Biokraftstoffen im Stich gelassen und blicken sehr pessimistisch in die Zukunft. Auch die hohen Anforderungen der Biomassestrom- und Biokraftstoff-Nachhaltigkeitsverordnung seien zumeist f\u00fcr dezentrale \u00d6lgewinnungsanlagen nur mit hohem Aufwand zu erf\u00fcllen und zu dokumentieren. <\/p>\n<p>Ein Hoffnungsschimmer f\u00fcr allerdings nur wenige \u00d6lm\u00fchlenbetreiber zeichnete sich durch ein geringf\u00fcgig gesteigertes Interesse von Betreibern von Blockheizkraftwerken (BHKW) an heimischem Raps\u00f6l ab. Hintergrund hierf\u00fcr war die Angst der BHKW-Betreiber vor dem Wegfall des &#8220;NawaRo-Bonus&#8221; beim Einsatz von importiertem, nicht zertifiziertem Pflanzen\u00f6l.<\/p>\n<p><b>Weitere Informationen<\/b><br \/><a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20090904-05\/090903_umfrage_dezentrale_oelmuehlen.pdf\" >Mehr als 150 dezentrale \u00d6lm\u00fchlen stillgelegt. Pressemitteilung des TFZ vom 2009-09-03.<\/a> (PDF-Dokument)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Wie die Landauer Zeitung berichtet, hat das Technologie- und F&ouml;rderzentrum (TFZ) hat in einer telefonischen Kurzumfrage von 190 dezentralen &Ouml;lm&uuml;hlen im August 2009 Daten zur<\/b><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[11],"class_list":["post-11862","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","supplier-technologie-und-foerderzentrum-tfz"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11862","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11862"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11862\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11862"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11862"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11862"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=11862"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}