{"id":11861,"date":"2009-09-07T00:00:00","date_gmt":"2009-09-06T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20090907-04n"},"modified":"2009-09-07T00:00:00","modified_gmt":"2009-09-06T22:00:00","slug":"uni-stuttgart-erster-lebender-holzturm","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/uni-stuttgart-erster-lebender-holzturm\/","title":{"rendered":"Uni Stuttgart: Erster lebender Holzturm"},"content":{"rendered":"<p><b>Seit mehreren Jahren besch\u00e4ftigen sich Wissenschaftler der Forschungsgruppe Baubotanik am Institut Grundlagen Moderner Architektur und Entwerfen (Igma) der Universit\u00e4t Stuttgart damit, Tragstrukturen aus lebenden Holzpflanzen zu bilden. K\u00fcrzlich konnte der erste baubotanische Turm aus lebenden B\u00e4umen fertig gestellt werden. Das in der Gemeinde Wald zwischen Stockach und Pfullendorf errichtete prototypische Bauwerk erm\u00f6glicht praxisnahe Tests, von denen sich die Gruppe um Institutsleiter Prof. Gerd de Bruyn Fortschritte f\u00fcr die Forschung erwartet.<\/b> <\/p>\n<div style=\"float:right;margin-left:10px;\">\n<table border=\"0\">\n<tr>\n<td><img SRC=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20090907-04\/Ohne_Titel.jpg\" align=\"left\" BORDER=\"0\" ALT=\"Sobald die lebende Struktur des Baubotanik-Turms <br \/>stabil genug ist, um die drei einwachsenden Ebenen <br \/>aus verzinktem Stahl zu tragen, wird das Ger\u00fcst <br \/>entfernt. Foto: Universit\u00e4t Stuttgart&#8221;><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"font-size:10px;\" align=\"left\">Sobald die lebende Struktur des Baubotanik-Turms <br \/>stabil genug ist, um die drei einwachsenden Ebenen <br \/>aus verzinktem Stahl zu tragen, wird das Ger\u00fcst <br \/>entfernt. Foto: Universit\u00e4t Stuttgart<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> Der knapp neun Meter hohe Turm mit einer Grundfl\u00e4che von etwa acht  Quadratmetern veranschaulicht die architektonischen und \u00f6kologischen Potentiale der Baubotanik: B\u00e4ume leisten durch ihren Stoffwechsel einen wichtigen Beitrag zum Mikroklima unserer St\u00e4dte und bereichern mit ihrem Erscheinungsbild unseren Alltag \u2013 meist vergehen jedoch Jahrzehnte, bis ein Baum voll ausgebildet ist. Ziel baubotanischer Forschung ist es, lebende pflanzliche Strukturen als frei formbare, architektonische Baum-Tragwerke in der Dimension ausgewachsener B\u00e4ume zu konstruieren. In kurzer Zeit k\u00f6nnen so Gr\u00fcnr\u00e4ume gebildet werden, die die \u00e4sthetischen und \u00f6kologischen Qualit\u00e4ten von B\u00e4umen mit baulichen Nutzungsfunktionen verbinden.<\/p>\n<p><b>Ein Organismus aus mehreren hundert Pflanzen<\/b><br \/>Basis des Turms ist eine fachwerkartige Struktur aus mehreren hundert jungen, nur zwei Meter gro\u00dfen Silberweiden. Nur die untersten Pflanzen wurden in den Erdboden gesetzt, alle anderen wurzeln in von einem tempor\u00e4ren Stahlger\u00fcst getragenen Pflanzcontainern. Die Stuttgarter Architekten nutzen dabei eine alte Erfahrung: Pflanzen gleicher Art k\u00f6nnen durch mit dem &#8220;Pfropfen&#8221; verwandten Methoden zu einem einzigen Organismus verwachsen. Wenn die untersten Pflanzen des baubotanischen Turms in wenigen Vegetationsperioden ein leistungsf\u00e4higes Wurzelsystem im Erdboden entwickelt haben, werden die  Pflanzcontainer entfernt. Im Rahmen seiner Promotion konnte Ferdinand Ludwig vom Igma in Versuchen zeigen, dass und wie diese Verwachsungsmethode funktioniert.<\/p>\n<p>Noch in diesem Jahr werden die Pflanzen des Turmes durch ihren Austrieb eine gr\u00fcne Wand ausbilden, und im weiteren Verlauf der Entwicklung werden die momentan noch sehr d\u00fcnnen St\u00e4mme immer dicker. Sobald die lebende Struktur stabil genug ist, um die drei einwachsenden Ebenen aus verzinktem Stahl tragen und die Nutzlasten des Bauwerks \u00fcbernehmen zu k\u00f6nnen, wird das Ger\u00fcst entfernt. Wie lange dieser Prozesse dauern wird, h\u00e4ngt von vielen Faktoren ab und soll an diesem Turmbauwerk untersucht werden \u2013 gerechnet wird mit einer Zeitspanne von f\u00fcnf bis zehn Jahren.<\/p>\n<p>Das Pilotprojekt Turm entstand im Rahmen der Promotion von Ferdinand Ludwig bei Prof. Gerd de Bruyn (Igma, Universit\u00e4t Stuttgart) und Prof. Thomas Speck (Plant Biomechanics Group Freiburg, Universit\u00e4t Freiburg) in Zusammenarbeit mit dem Bildhauer Cornelius Hackenbracht (Neue Kunst am Ried, Wald-Ruhestetten). Das Projekt wird von der Bundesstiftung Umwelt, zahlreichen Fachbetrieben, Ingenieurb\u00fcros und weiteren Sponsoren unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p>Am 19. September 2009  wird der Turm der \u00d6ffentlichkeit vorgestellt. Um Anmeldung bei Ferdinand Ludwig wird gebeten. Am Standort (&#8220;Neue Kunst am Ried&#8221;, Wald-Ruhestetten) kann ein bereits 2005 realisierter baubotanischer Steg besichtigt werden. Nach Vereinbarung k\u00f6nnen auch die Stuttgarter Versuchsanlagen der Forschungsgruppe an den Wagenhallen besichtigt werden.<\/p>\n<p><b>Standort des Turms<\/b><br \/>Neue Kunst am Ried<br \/>Riedstra\u00dfe 26<br \/>88639 Wald-Ruhestetten<br \/>Tel: 07578\/1336<br \/>E-Mail: <a href=\"mailto:info@neue-kunst-am-ried.de\">info@neue-kunst-am-ried.de<\/a><\/p>\n<p><b>Kontakt<\/b><br \/>Ferdinand Ludwig<br \/>Forschungsgruppe Baubotanik \u2013 Lebendarchitektur<br \/>Institut Grundlagen Moderner Architektur und Entwerfen der Universit\u00e4t Stuttgart<br \/>Tel.: 0176-23 33 84 96<br \/>E-Mail: <a href=\"mailto:ferdinand.ludwig@igma.uni-stuttgart.de\">ferdinand.ludwig@igma.uni-stuttgart.de<\/a><br \/>Internet: <a href=\"http:\/\/www.baubotanik.de\/\" >www.baubotanik.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Seit mehreren Jahren besch&auml;ftigen sich Wissenschaftler der Forschungsgruppe Baubotanik am Institut Grundlagen Moderner Architektur und Entwerfen (Igma) der Universit&auml;t Stuttgart damit, Tragstrukturen aus lebenden Holzpflanzen<\/b><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[322,409,781],"class_list":["post-11861","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","supplier-deutsche-bundesstiftung-umwelt-dbu","supplier-universitaet-freiburg","supplier-universitaet-stuttgart"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11861","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11861"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11861\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11861"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11861"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11861"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=11861"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}