{"id":118587,"date":"2022-11-17T07:26:00","date_gmt":"2022-11-17T06:26:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=118587"},"modified":"2022-11-14T14:05:14","modified_gmt":"2022-11-14T13:05:14","slug":"textilfasern-aus-stroh","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/textilfasern-aus-stroh\/","title":{"rendered":"Textilfasern aus Stroh"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><\/h2>\n\n\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"600\" height=\"400\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/11\/PM_2022-96_AdobeStock_524718115_Vorschau.jpg\" alt=\"Eine junge Frau sitzt auf einem Rundballen aus Stroh\" class=\"wp-image-118604\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/11\/PM_2022-96_AdobeStock_524718115_Vorschau.jpg 600w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/11\/PM_2022-96_AdobeStock_524718115_Vorschau-300x200.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/11\/PM_2022-96_AdobeStock_524718115_Vorschau-150x100.jpg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/11\/PM_2022-96_AdobeStock_524718115_Vorschau-400x267.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><figcaption>\u00a9 volhavasilevich &#8211; stock.adobe.com<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Cellulosische Textilfasern wie Viskose oder Lyocell basieren bislang fast ausschlie\u00dflich auf Zellstoff aus Holz. Der Faserexperte J. Rettenmaier &amp; S\u00f6hne und die Universit\u00e4t Hamburg wollen nun die Rohstoffbasis f\u00fcr diese Fasern verbreitern und mit Stroh ein ohnehin anfallendes, landwirtschaftliches Nebenprodukt daf\u00fcr nutzbar machen.&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Das bis Ende 2024 laufende Vorhaben CRF-Straw wird vom Bundesministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft (BMEL) \u00fcber den Projekttr\u00e4ger Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) gef\u00f6rdert.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Vorarbeiten der Projektpartner haben bereits gezeigt, dass sich hochreine Zellstoffe aus Weizenstroh gewinnen lassen. F\u00fcr die Weiterverarbeitung zu Textilfasern mit dem Lyocellverfahren erreichten bestimmte Parameter aber noch nicht die erforderlichen Werte. Das Vorhaben CRF-Straw zielt darauf, das Verfahren so weiter zu optimieren, dass der Stroh-Zellstoff k\u00fcnftig die hohen Anforderungen f\u00fcr die Lyocellfaserproduktion erf\u00fcllt. Der Ansatz soll dabei nicht nur im Labor funktionieren, sondern auch im industriellen Ma\u00dfstab. Dazu f\u00fchren die Forschenden auch Versuche in einem Zellstoffwerk durch.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Suche nach dem Holzersatz findet vor dem Hintergrund einer wachsenden Weltbev\u00f6lkerung und einer steigenden Nachfrage nach Textilfasern statt. Synthetische und Baumwollfasern werden diese Nachfrage allein nicht decken k\u00f6nnen, so dass auch der Bedarf an Cellulose-Fasern k\u00fcnftig voraussichtlich stark w\u00e4chst. Doch woher soll die Cellulose kommen? B\u00e4ume wachsen langsam, die Holznachfrage f\u00fcr andere Zwecke nimmt ebenfalls zu und Plantagen mit schnellwachsenden Baumarten wie Bambus oder Eukalyptus beanspruchen Fl\u00e4chen und sind mitunter auch mit Umweltproblemen verbunden. Dem gegen\u00fcber versprechen agrarische Reststoffe wie Getreidestroh oder Bagasse aus dem Zuckerrohranbau Vorteile. Diese Biomasse ist \u201eeh da\u201c und wird noch nicht vollst\u00e4ndig genutzt. Als heimischer Reststoff ist Getreidestroh bei uns besonders interessant; das Deutsche Biomasseforschungszentrum (DBFZ) sch\u00e4tzt, dass das ungenutzte Strohpotenzial in Deutschland zwischen gut 4 und gut 9 Mio. Tonnen<sup>[1]<\/sup>&nbsp;pro Jahr betr\u00e4gt. Zum Vergleich: Die Weltproduktion von holzbasierten Chemiezellstoffen<sup>[2]<\/sup>&nbsp;lag 2021 bei 8,6 Mio. Tonnen. Die Zellstoffausbeute aus einem Kilogramm Stroh liegt bei rund 40 Prozent. Zu bedenken ist allerdings, dass auch andere Verwender bereits ein Auge auf das gro\u00dfe Strohpotenzial geworfen haben, so eignet sich der Rohstoff auch als D\u00e4mmstoff oder Energielieferant.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Vorteilhaft gegen\u00fcber Holz w\u00e4re schlie\u00dflich auch der deutlich geringere Energie- und Chemikalienverbrauch beim Faseraufschluss von Stroh und anderen Einjahrespflanzen. Damit w\u00fcrde das neue Verfahren nicht nur Landwirten zus\u00e4tzliche Wertsch\u00f6pfungsoptionen bieten und zur Rohstoffversorgung der Textilindustrie beitragen, es w\u00fcrde die Textilproduktion auch umweltfreundlicher machen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Vorhaben CRF-Straw fokussiert aus wirtschaftlichen Gr\u00fcnden zun\u00e4chst auf Stroh. Perspektivisch wollen die Forscher auch weitere potenzielle Cellulosequellen untersuchen, wie zum Beispiel Gras bzw. Heu, Hanf, Flachs und weitere Faserpflanzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Informationen und Ansprechpartner stehen unter folgenden F\u00f6rderkennzeichen bereit:<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.fnr.de\/index.php?id=11150&amp;fkz=2221NR061A\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">2221NR061A<\/a>&nbsp;&#8211;&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.fnr.de\/index.php?id=11150&amp;fkz=2221NR061A\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.fnr.de\/index.php?id=11150&amp;fkz=2221NR061A<\/a><br>und<br><a href=\"https:\/\/www.fnr.de\/index.php?id=11150&amp;fkz=2221NR061B\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">2221NR061B<\/a>&nbsp;&#8211;&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.fnr.de\/index.php?id=11150&amp;fkz=2221NR061B\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.fnr.de\/index.php?id=11150&amp;fkz=2221NR061B<\/a><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Hintergrund<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>In Asien wird Zellstoff u.a. aus Bambus bereits im gr\u00f6\u00dferen Ma\u00dfstab gewonnen. 2021 nahm in Mannheim das erste strohbasierte Zellstoffwerk Europas seinen Betrieb auf, das Papierzellstoff u.a. f\u00fcr Hygienepapiere produziert. Eine \u00e4hnliche Anlage gibt es in den USA. F\u00fcr Textilfasern ist die Nutzung von strohbasierter Cellulose bislang noch nicht etabliert.<\/p>\n\n\n\n<p><sup>[1]<\/sup>&nbsp;<sub>Mobilisierbares technisches Biomassepotenzial unter Ber\u00fccksichtigung des bereits genutzten und des f\u00fcr die Humusbilanz erforderlichen Strohs. Die Gr\u00f6\u00dfe der Spannweite besteht aufgrund statistischer Unsicherheiten, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/webapp.dbfz.de\/resource-database\/?lang=de\" target=\"_blank\">https:\/\/webapp.dbfz.de\/resource-database\/?lang=de<\/a><\/sub><\/p>\n\n\n\n<p><sup>[2]<\/sup>&nbsp;<sub>Holzbasierte Chemiezellstoffe werden zur Herstellung von biobasierten Kunststoffen, Additiven, Fasern und Folien genutzt.<\/sub><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Cellulosische Textilfasern wie Viskose oder Lyocell basieren bislang fast ausschlie\u00dflich auf Zellstoff aus Holz. Der Faserexperte J. 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