{"id":11858,"date":"2009-09-08T00:00:00","date_gmt":"2009-09-07T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20090908-04n"},"modified":"2009-09-08T00:00:00","modified_gmt":"2009-09-07T22:00:00","slug":"aktionsplan-stoffliche-nutzung-zu-schwammig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/aktionsplan-stoffliche-nutzung-zu-schwammig\/","title":{"rendered":"Aktionsplan stoffliche Nutzung zu schwammig?"},"content":{"rendered":"<p><b>Konkrete Ziele vermisst ein von Raiffeisen ver\u00f6ffentlichter Beitrag der AgrarEurope in dem vergangene Woche vom Bundeskabinett beschlossenen Aktionsplan f\u00fcr diese stoffliche Nutzung. Dagegen war in einem Entwurf des Bundeslandwirtschaftsministeriums von Ende Mai noch von einer Verdoppelung des Einsatzes nachwachsender Rohstoffe in der Chemieindustrie die Rede. <\/b><\/p>\n<p>&#8220;Auch bei biobasierten Werkstoffen und Phytopharmaka k\u00f6nnen \u00e4hnliche Steigerungsraten erreicht werden&#8221;, hie\u00df es in dem Entwurf. Solche Passagen wurden aus dem nun der \u00d6ffentlichkeit pr\u00e4sentierten Papier gestrichen. Die Bundesregierung erwartet aber trotzdem &#8220;hohe Wachstumsraten&#8221; in diesen Bereichen. Bei Arznei- und Gew\u00fcrzpflanzen wird bis 2020 eine Verdoppelung des gegenw\u00e4rtigen Anbauumfangs auf dann 20 000 ha erwartet. Im Bereich Bauen und Wohnen wird auf das Ziel der &#8220;Charta f\u00fcr Holz&#8221; verwiesen, den Pro-Kopf-Verbrauch von Holz bis 2014 gegen\u00fcber 2004 um ein F\u00fcnftel zu steigern. <\/p>\n<p><b>Vorfahrt vor energetischer Nutzung?<\/b><br \/>Zum Thema m\u00f6glicher Nutzungskonkurrenzen hei\u00dft es in dem Aktionsplan, Biomasse sollte m\u00f6glichst so genutzt werden, dass sie den h\u00f6chsten Beitrag zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele leiste, insbesondere zur Einsparung fossiler Ressourcen, zum Klimaschutz und zur Wertsch\u00f6pfung. Dies werde in vielen F\u00e4llen zu einem Vorrang der stofflichen vor der energetischen Nutzung f\u00fchren. Bei ordnungsrechtlichen Vorschriften und F\u00f6rderma\u00dfnahmen im energetischen und im stofflichen Bereich seien wechselseitige Auswirkungen zu ber\u00fccksichtigen. Was dies konkret hei\u00dft, bleibt aber offen. Die Umsetzung der Ma\u00dfnahmen des neuen Aktionsplans soll nach zwei Jahren \u00fcberpr\u00fcft werden.<\/p>\n<p><b>Lob und Kritik<\/b><br \/>Der agrarpolitische Sprecher der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Klaus Hofbauer, begr\u00fc\u00dfte den Aktionsplan. Hofbauer sieht ein gro\u00dfes Potential f\u00fcr die Biomasseanwendungen in der Industrie unter anderem in den Bereichen Bauen, Arzneimittel, Kosmetika, Grundstoffproduktion von Kunststoffen, Schmierstoffe, Farben und Zellulose. Die Verwendung nachwachsender Rohstoffe aus der Landwirtschaft f\u00f6rdere die Wertsch\u00f6pfung im l\u00e4ndlichen Raum und verringere die Importabh\u00e4ngigkeit von Industrierohstoffen, betonte der CSU-Politiker. <\/p>\n<p>Dagegen stie\u00df Aigners Vorgehen auf Kritik bei der Opposition im Bundestag. Die FDP-Abgeordnete Dr. Christel Happach-Kasan sprach von Aktionismus und einem Schnellschuss. Dabei erinnerte sie an das Hin und Her in der Biokraftstoffpolitik der Bundesregierung. Gescheitert sei auch die \u00fcberf\u00e4llige Novelle des Bundeswaldgesetzes, und zwar am Gez\u00e4nk innerhalb der Koalition. Deshalb k\u00f6nnten die Potentiale des nachwachsenden Rohstoffs Holz in Kurzumtriebsplantagen und Agroforstsystemen nicht ausgesch\u00f6pft werden. <\/p>\n<p>Der energiepolitische Sprecher der B\u00fcndnisgr\u00fcnen, Hans-Josef Fell, erinnerte anl\u00e4sslich der Vorlage des Aktionsplans ebenfalls an die Biokraftstoffpolitik der Bundesregierung, die viele Firmen in die Pleite und Arbeitnehmer in die Arbeitslosigkeit getrieben habe. Die F\u00f6rderung von D\u00e4mmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen sei beendet, die F\u00f6rdermittel f\u00fcr nachwachsende Rohstoffe um 16 % gesenkt worden. Fell kritisierte zudem, dass die Forschungsf\u00f6rderung f\u00fcr Pflanzen\u00f6ltraktoren ausgelaufen sei, ebenso wie die F\u00f6rderung f\u00fcr dezentrale Biokraftstofftankstellen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Konkrete Ziele vermisst ein von Raiffeisen ver&ouml;ffentlichter Beitrag der AgrarEurope in dem vergangene Woche vom Bundeskabinett beschlossenen Aktionsplan f&uuml;r diese stoffliche Nutzung. 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