{"id":11857,"date":"2009-09-08T00:00:00","date_gmt":"2009-09-07T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20090908-03n"},"modified":"2009-09-08T00:00:00","modified_gmt":"2009-09-07T22:00:00","slug":"gliedertiere-als-rohstoffe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/gliedertiere-als-rohstoffe\/","title":{"rendered":"Gliedertiere als Rohstoffe"},"content":{"rendered":"<p><b>Oft nicht sichtbar, sind sie \u00fcberall um uns herum: Insekten. Mit \u00fcber einer Million beschriebener Arten zeigen sie die mit Abstand gr\u00f6\u00dfte Vielfalt aller Organismen auf der Erde. F\u00fcr viele bionische Systeme dienen sie als Vorbilder. Nun wollen Wissenschaftler herausfinden, wie sich heimische Insekten nutzen lassen, um neue Wirkstoffe f\u00fcr Medizin, Pflanzenschutz oder industrielle Biotechnologie zu entwickeln.<\/b><\/p>\n<div style=\"float:right;margin-left:10px;\">\n<table border=\"0\">\n<tr>\n<td><img SRC=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20090908-03\/Abella038eue.jpg\" align=\"left\" BORDER=\"0\" ALT=\"Mistbiene (Eristalis tenax). Das Rattenschwanz-<br \/>larve genannte Jugendstadium dieser Schwebflie-<br \/>genart lebt in Jauche- und G\u00fcllegruben. Ihr leis-<br \/>tungsf\u00e4higes Immunsystem macht sie interessant <br \/>f\u00fcr die Biotechnologie. Quelle: Wikimedia <br \/>Commons, Autor: Luis Miguel Bugallo S\u00e1nchez, <br \/>Lizenz: GFDL&#8221;><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"font-size:10px;\" align=\"left\">Mistbiene (Eristalis tenax). Das Rattenschwanz-<br \/>larve genannte Jugendstadium dieser Schwebflie-<br \/>genart lebt in Jauche- und G\u00fcllegruben. Ihr leis-<br \/>tungsf\u00e4higes Immunsystem macht sie interessant <br \/>f\u00fcr die Biotechnologie. Quelle: Wikimedia <br \/>Commons, Autor: Luis Miguel Bugallo S\u00e1nchez, <br \/>Lizenz: GFDL<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>Insekten-Biotechnologie hei\u00dft dieser neue Forschungsschwerpunkt, den die Justus-Liebig Universit\u00e4t Gie\u00dfen und die Fraunhofer-Gesellschaft gemeinsam aufbauen wollen. Das Land Hessen unterst\u00fctzt das Vorhaben mit vier Millionen Euro aus dem F\u00f6rderprogramm LOEWE, der Landes-Offensive zur Entwicklung wissenschaftlich-\u00f6konomischer Exzellenz. &#8220;Bisher gibt es keine Einrichtung, die das Potenzial der Insekten-Biotechnologie systematisch erschlie\u00dft und wirtschaftlich nutzt. Daher versprechen wir uns eine Alleinstellung in Europa&#8221;, sagt Prof. Ulrich Buller, Vorstand Forschungsplanung der Fraunhofer-Gesellschaft.<\/p>\n<p>Erkl\u00e4rtes Ziel der Projektgruppe ist es, in heimischen Insekten neue Wirkstoffe oder Enzyme zu identifizieren, die sich in der Medizin, im Pflanzenschutz oder in der industriellen Biotechnologie einsetzen lassen. So wurden in Insekten zahlreiche bisher unbekannte Substanzen entdeckt, mit denen sie sich erfolgreich gegen Mikroben zur Wehr setzen. Die Fraunhofer Projektgruppe erforscht k\u00fcnftig, inwieweit aus den von Insekten stammenden Wirkstoffen neue Antibiotika entwickelt werden k\u00f6nnen, gegen die Krankheitserreger des Menschen nicht resistent sind und die deshalb die Grundlage f\u00fcr neue Therapien bilden sollen.<\/p>\n<p>Die hessische Ministerin f\u00fcr Wissenschaft und Kunst, Eva K\u00fchne-H\u00f6rmann, hob hervor: &#8220;Durch die strategische Allianz der beiden Partner ergeben sich erhebliche Synergieeffekte im Bereich Medizin-Ern\u00e4hrung-Umwelt. Nicht zuletzt wird durch diese Strukturf\u00f6rderung Mittelhessen wissenschaftlich und wirtschaftlich gest\u00e4rkt: Mittelfristig ist die Gr\u00fcndung eines Fraunhofer-Standorts an der Universit\u00e4t geplant.&#8221; Und Prof. Dr. Joybrato Mukherjee, Erster Vizepr\u00e4sident der JLU, sagte: &#8220;Wir k\u00f6nnen nun ein in vielerlei Hinsicht neuartiges Forschungsfeld intensiv bearbeiten, um die Grundlagen f\u00fcr die angestrebte dauerhafte Fraunhofer-Ansiedlung in Gie\u00dfen zu schaffen. Wir hoffen auf ein langfristiges Engagement des Landes bei dieser f\u00fcr alle lebenswissenschaftlichen Fachbereiche unserer Universit\u00e4t zukunftsweisenden Strukturentwicklungsperspektive.&#8221;<\/p>\n<p>Die Fraunhofer-Projektgruppe wird zun\u00e4chst als Au\u00dfenstelle des Fraunhofer-Instituts f\u00fcr Molekularbiologie und angewandte \u00d6kologie IME mit seinen Standorten in Aachen (Molekularbiologie) und Schmallenberg (angewandte \u00d6kologie) am Technologie- und Innovationszentrum Gie\u00dfen (TIG) untergebracht. Drei Themenschwerpunkte haben Prof. Vilcinskas und sein Team im Blick: Die Entwicklung neuer Medikamente sowie innovativer Strategien im Pflanzenschutz und dem &#8220;Integrated Risk Management&#8221;. Dabei sollen mit Hilfe von bestimmten Insektenarten, wie dem Reismehlk\u00e4fer, \u00e4u\u00dferst empfindliche Testsysteme entwickelt werden, mit denen die Qualit\u00e4t und die Sicherheit von Lebensmitteln k\u00fcnftig kosteng\u00fcnstig und zuverl\u00e4ssig \u00fcberwacht werden kann.<\/p>\n<p>Vorrangig widmen die Forscher ihre Aufmerksamkeit solchen Insekten, die \u00fcber ein schlagkr\u00e4ftiges Immunsystem verf\u00fcgen m\u00fcssen, wie die Rattenschwanzlarven. Dies sind Larven von bestimmten Schwebfliegen mit der au\u00dferordentlichen Eigenschaft, als einzige bekannte Tierart in Jauche- und G\u00fcllegruben \u00fcberleben und sich dort von Mikroben ern\u00e4hren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Aber auch der Pflanzenschutz wird eine wichtige Rolle spielen. Denn Insekten sind auf der einen Seite sowohl auf den Feldern als auch bei den gelagerten Vorr\u00e4ten die gr\u00f6\u00dften Sch\u00e4dlinge, auf der anderen Seite geh\u00f6ren Arten wie die Biene zu den gr\u00f6\u00dften N\u00fctzlingen, ohne deren Leistung als Pflanzenbest\u00e4uber viele Menschen verhungern w\u00fcrden. Die Aufgabe ist also, neue Strategien zu entwickeln, mit denen Schadinsekten wirksam bek\u00e4mpft werden, ohne die N\u00fctzlinge und damit die Umwelt zu beeintr\u00e4chtigen.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus verf\u00fcgen Insekten \u00fcber Enzyme, mit denen sie so unverdauliche Stoffe wie Holz als Nahrung nutzen k\u00f6nnen. Mit der geb\u00fcndelten Forscherkompetenz soll nun in Hessen das Potenzial von Insekten als Ressource f\u00fcr neue Enzyme erschlossen werden \u2013 f\u00fcr den Einsatz in der Wei\u00dfen Biotechnologie. Die Forscher wollen zum Beispiel die Frage kl\u00e4ren, inwieweit k\u00fcnftig hochwertige Rohstoffe oder Enzyme mit Hilfe von Zellen aus Schmetterlingen in industriellen Anlagen produziert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Oft nicht sichtbar, sind sie &uuml;berall um uns herum: Insekten. 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