{"id":11848,"date":"2009-09-11T00:00:00","date_gmt":"2009-09-10T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20090911-05n"},"modified":"2009-09-11T00:00:00","modified_gmt":"2009-09-10T22:00:00","slug":"forscher-algenzellulose-als-elektrospeicher","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/forscher-algenzellulose-als-elektrospeicher\/","title":{"rendered":"Forscher: Algenzellulose als Elektrospeicher"},"content":{"rendered":"<p><b>Eine massenhafte Vermehrung von Cladophora-Algen k\u00f6nnte in Zukunft anstelle einer Plage ein willkommenes Rohstoffaufkommen bedeuten. Denn Forscher am haben festgestellt, dass die gr\u00fcnen Algen die Basis f\u00fcr besonders umweltfreundliche Akkus bilden k\u00f6nnen.<\/b> <\/p>\n<p>&#8220;Wir sprechen hier von Batterien, die haupts\u00e4chlich aus Papier und Salzwasser bestehen und mit einem ausreichend starken Mixer theoretisch daheim in der K\u00fcche hergestellt werden k\u00f6nnten &#8211; ohne den gro\u00dfen Energieaufwand, der bei heutigen Batterien n\u00f6tig ist&#8221;, meint Maria Str\u00f8mme, Professorin f\u00fcr Nanotechnologie am \u00c5ngstr\u00f6m Laboratory der Universit\u00e4t Uppsala , gegen\u00fcber pressetext. M\u00f6glich wird das dadurch, dass die Algen-Zellulose eine ungew\u00f6hnliche Nanostruktur hat, wie die Wissenschaftler in Nano Letters berichten.<\/p>\n<p>&#8220;Diese Algen haben eine spezielle Zellulose-Struktur, die sich durch eine sehr gro\u00dfe Oberfl\u00e4che auszeichnet&#8221;, erkl\u00e4rt Gustav Nystr\u00f6m, Doktorand am \u00c5ngstr\u00f6m Laboratory. Diese Struktur haben die Forscher mit einer 50 Nanometer dicken Schicht aus dem Polymer Polypyrrol \u00fcberzogen. Das Resultat ist ein v\u00f6llig neues Elektrodenmaterial, das in Akkus zum Einsatz kommen kann. &#8220;Wir haben eine Batterie geschaffen, die fast nichts wiegt und neue Rekorde in Sachen Ladegeschwindigkeit und Kapazit\u00e4t bei Polymer-Zellulose-basierten Batterien setzt&#8221;, sagt Nystr\u00f6m. Die Kapazit\u00e4t sank bei ersten Tests zwar noch um sechs Prozent bei 100 Ladezyklen, doch durch weitere Optimierungen sind ansehnliche Lebensdauern m\u00f6glich. &#8220;Wir haben schon geschafft, dass diese Batterie \u00fcber 1.000 Zyklen h\u00e4lt&#8221;, betont Str\u00f8mme.<\/p>\n<p>In Sachen spezifischer Kapazit\u00e4t kann der Ansatz zwar mit herk\u00f6mmlichen Lithium-Ionen-Akkus nicht ganz mithalten, doch ist mit diesen zu konkurrieren auch nicht das Hauptziel der Forscher. Vielmehr soll die Technologie neue Anwendungsm\u00f6glichkeiten er\u00f6ffnen. &#8220;Wegen der m\u00f6glichen Kosteneffizienz k\u00f6nnten die Batterien in intelligenten Textilien genutzt werden&#8221;, nennt Str\u00f8mme ein Beispiel. Besonders gro\u00dfes Potenzial bietet aber die einfache Herstellung. &#8220;Diese kann ohne moderne Ausr\u00fcstung erfolgen, was eine Produktion vor Ort in Entwicklungsl\u00e4ndern erm\u00f6glicht&#8221;, erkl\u00e4rt die Wissenschaftlerin. Man k\u00f6nne die M\u00f6glichkeiten kaum ertr\u00e4umen, welche die Technologie bieten k\u00f6nnte, wenn sie ausgereift ist. &#8220;Versuchen Sie sich vorzustellen, was man alles schaffen kann, wenn eine Batterie in Tapeten, Kleidung, Medikamentenpackungen und mehr integriert werden kann&#8221;, so Str\u00f8mme.<\/p>\n<p>Die Algen-Batterie ist ein Beispiel f\u00fcr den praktischen Wert interdisziplin\u00e4rer Forschung. Str\u00f8mme hatte sich \u00fcber Jahre mit pharmazeutischen Anwendungen der Cladophora-Zellulose befasst. Das Projekt, das zum materialwissenschaftlichen Durchbruch in Sachen Energiespeicher gef\u00fchrt hat, wurde erst gemeinsam mit dem Chemiker Leif Nyholf ins Leben gerufen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Eine massenhafte Vermehrung von Cladophora-Algen k&ouml;nnte in Zukunft anstelle einer Plage ein willkommenes Rohstoffaufkommen bedeuten. 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