{"id":11847,"date":"2009-09-11T00:00:00","date_gmt":"2009-09-10T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20090911-07n"},"modified":"2009-09-11T00:00:00","modified_gmt":"2009-09-10T22:00:00","slug":"stickstoff-vom-problemstoff-fuer-biogasvergaerung-zum-duenger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/stickstoff-vom-problemstoff-fuer-biogasvergaerung-zum-duenger\/","title":{"rendered":"Stickstoff: Vom Problemstoff f\u00fcr Biogasverg\u00e4rung zum D\u00fcnger"},"content":{"rendered":"<p><b>In der Biogasverg\u00e4rung wird zum Anmaischen von feststoffhaltigen Substraten wie Getreidekorn, Rapsschrot oder Mist in der Regel der Ablauf, das Rezyklatwasser, aus dem Fermenter verwendet. Die Aufbereitung des Ablaufs beschr\u00e4nkt sich meistens auf eine mechanische Abtrennung der festen Phase. Dadurch kann es jedoch zu einer Aufkonzentration von gel\u00f6sten N\u00e4hrstoffen im Fermenter kommen, wobei insbesondere die Erh\u00f6hung von Ammoniumstickstoff (NH<sub>4<\/sub>-N) massive G\u00e4rhemmungen verursacht. \u00c4hnliches gilt auch beim Einsatz stickstoffreicher Substrate wie H\u00fchnertrockenkot oder H\u00fchnerfestmist. Um dieses Problem zu l\u00f6sen, hat die Gesellschaft f\u00fcr nachhaltige Stoffnutzung mbH (GNS) aus Halle das so genannte ANA-Strip-Verfahren entwickelt, mit dem NH<sub>4<\/sub>-N zu 75 bis 95 Prozent auf vergleichsweise einfache Weise aus dem Rezyklatwasser abgetrennt und in einen vermarktungsf\u00e4higen D\u00fcnger umgewandelt werden kann. <\/b><\/p>\n<p>In einem von Mitte 2007 bis Ende 2008 laufenden Forschungsprojekt unterzogen die GNS-Wissenschaftler das ANAStrip-Verfahren nun einem intensiven Test: Sie simulierten in zwei 4-monatigen quasi-kontinuierlich betriebenen G\u00e4rversuchen in einem 10-Liter-Fermenter einen beispielhaften Biogasprozess zur Verg\u00e4rung von Maissilage mit Rapspresskuchen und Getreide sowie von H\u00fchnertrockenkot und Maissilage. Im Ergebnis zeigte sich, dass das Verfahren die entsprechenden  Erwartungen voll erf\u00fcllte. Der Biogas-Mehrertrag des Versuchs mit ANAStrip-Verfahren lag bei durchschnittlich 36 Prozent gegen\u00fcber Vergleichs-Batch-Tests ohne NH<sub>4<\/sub>-N-Reduzierung, die Methanausbeute stieg im Schnitt um 34 Prozent. Erg\u00e4nzend f\u00fchrte das GNS-Team auch Untersuchungen zur optimalen Raum-Zeit-Belastung durch. Im Ergebnis bewerten die Wissenschaftler die h\u00e4ufig anvisierten hohen Raumbelastungen von mehr als 4 kg organischer Trockensubstanz (oTS) pro Kubikmeter Faulraum und Tag und die kurzen Verweilzeiten im Fermenter sehr kritisch, da sie oft zu Instabilit\u00e4ten, \u00dcbers\u00e4uerungen und Ertragsr\u00fcckg\u00e4ngen f\u00fchren. Stattdessen empfehlen sie die op-timale Ausnutzung des Substrats bei minimalem Substrateinsatz, also eine hohe spezifische Biogasausbeute. Die in dieser Hinsicht optimale Raumbelastung lag in den Versuchen, bei denen \u00fcberwiegend H\u00fchnermist vergoren wurde, bei 1 kg oTS pro Kubikmeter Faulraum und Tag. <\/p>\n<p>Die Ergebnisse aus der Laborarbeit wurden im Anschluss auf den Praxisma\u00dfstab \u00fcbertragen: Eine Biogasanlage bei Bremen konnte mit Hilfe des ANAStrip-Verfahrens nach wenigen Wochen ihre Stromertr\u00e4ge bei gleichem Substrateinsatz um 15 Prozent steigern. <\/p>\n<p>Die Wirtschaftlichkeit des Verfahrens wird in der aktuellen Entwicklungsphase noch durch relativ hohe Investitions-, jedoch geringe Betriebskosten charakterisiert. Eine angestrebte Serienproduktion soll hier die Gesamtkosten k\u00fcnftig weiter verringern. F\u00fcr die \u00d6konomie entscheidend sind au\u00dferdem die Rahmenbedingungen der Anla-ge. Bei der Monoverg\u00e4rung von H\u00fchnermist ohne Ausbringungsfl\u00e4chen f\u00fcr die G\u00e4r-reste ist zum Beispiel deren Aufbereitung und R\u00fcckf\u00fchrung in den Prozess Voraus-setzung f\u00fcr die Wirtschaftlichkeit. Auch der Verkauf von mit ANAStrip gewonnenen D\u00fcngemitteln wirkt sich positiv auf die Rentabilit\u00e4t aus. Die konkreten Berechnungen sind in gesonderten Anlagen zum Abschlussbericht dargestellt, die auf Nachfrage bei GNS erh\u00e4ltlich sind <\/p>\n<p><b>Kontakt<\/b> <br \/>GNS &#8211; Gesellschaft f\u00fcr Nachhaltige Stoffnutzung mbH<br \/>Weinbergweg 23<br \/>06120 Halle (Saale) \t<br \/>Dr. Ute Bauermeister <br \/>Tel.: 0345-55 83-705<br \/>E-Mail: <a href=\"mailto:info@gns-halle.de\">info@gns-halle.de<\/a><\/p>\n<p><b>Weitere Informationen<\/b><br \/>Projektinformationen und Abschlussbericht: <a href=\"http:\/\/www.nachwachsenderohstoffe.de\/index.php?id=911&#038;tabelle=fnr_projekte%20%20&#038;alles=1&#038;status=Inhalt&#038;fkz=22003907&#038;suche=Stichwort%20eingeben!&#038;suchefkz=22003907&#038;sucheadresse=Namen%20eingeben!&#038;von=01.04.1992&#038;bis=11.09.2009&#038;zeitraum=formular&#038;minz=0&#038;maxz=1&#038;anzahl=10&#038;zurueck=1\" >Vermeidung von G\u00e4rhemmungen beim Einsatz von G\u00e4rr\u00fcckst\u00e4nden als Rezyklatwasser bei der Monoverg\u00e4rung von festen Biomassen<\/a> (FKZ 22003907)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>In der Biogasverg&auml;rung wird zum Anmaischen von feststoffhaltigen Substraten wie Getreidekorn, Rapsschrot oder Mist in der Regel der Ablauf, das Rezyklatwasser, aus dem Fermenter verwendet.<\/b><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[19232,1464],"class_list":["post-11847","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","supplier-fachagentur-nachwachsende-rohstoffe-e-v-fnr","supplier-gesellschaft-fuer-nachhaltige-stoffnutzung-mbh-gns"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11847","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11847"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11847\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11847"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11847"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11847"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=11847"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}