{"id":11832,"date":"2009-09-17T00:00:00","date_gmt":"2009-09-16T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20090917-06n"},"modified":"2009-09-17T00:00:00","modified_gmt":"2009-09-16T22:00:00","slug":"auf-dem-weg-zu-vergleichbaren-hackschnitzelpreisen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/auf-dem-weg-zu-vergleichbaren-hackschnitzelpreisen\/","title":{"rendered":"Auf dem Weg zu vergleichbaren Hackschnitzelpreisen"},"content":{"rendered":"<p><b>&#8220;Die Preise f\u00fcr Biomasse-Brennstoffe m\u00fcssen besser vergleichbar sein&#8221;, fordert Torben Schierbecker, neuer Mitarbeiter der Maschinenring Energiepool GmbH &#038; Co. KG  (MEP), einer Tochtergesellschaft der Maschinenringe Schleswig-Holstein. Die MEP hat sich zum Ziel gesetzt, vergleichbare Preise mit einheitlichen Bez\u00fcgen auf dem Biomasse-Markt im n\u00f6rdlichsten Bundesland zu etablieren.<\/b><\/p>\n<p>In der Praxis sind die ungenauen Volumenangaben mit nicht definierten Wasser- und Fremdstoffgehalten immer noch h\u00e4ufig. Das verwirre die Kunden und behindere eine gerechte Preisbildung, bem\u00e4ngelt Torben Schierbecker. Die MEP strebe grunds\u00e4tzlich den Bezug von Brennstoffeigenschaften und Mengenangaben auf die Masse in Tonnen verbunden mit dem Feuchtegehalt an. Auch die Definition von Qualit\u00e4ten sei f\u00fcr ihn als Biomasse-H\u00e4ndler f\u00fcr klare Haftungs\u00fcberg\u00e4nge wichtig. Neben dem Feuchtegehalt sollte zumindest der Anteil an \u00dcberl\u00e4ngen, an organischen und mineralischen Beimengungen sowie der Rindenanteil angegeben werden. Diese Transparenz von Preis und Qualit\u00e4t sei auf Dauer unverzichtbar, um neue Kunden zu gewinnen.<\/p>\n<p>Insgesamt beschreibt Torben Schierbecker den Markt f\u00fcr Biomasse-Brennstoffe als \u00e4u\u00dferst instabil mit massiven Ausschl\u00e4gen. Im unsteten Wechsel sei mal viel zu viel und mal viel zu wenig Ware auf dem Markt. Eigentlich habe sich noch kein echter Markt etabliert, auf dem sich Angebot und Nachfrage kontinuierlich treffen und eine echte Preisbildung stattfindet. Der Fachmann f\u00fcr Biomasse-Handel sieht hier eine Aufgabe der Maschinenringe und der MEP, die eine Netzwerk- oder B\u00f6rsenfunktion f\u00fcr Biomasse \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p><b>&#8220;Holz medium dry&#8221;<\/b><br \/>Wenn Holzhackschnitzel mit Biogas-Abw\u00e4rme getrocknet werden, wird der Brennstoff aufgewertet und der Anlagenbetrieber bekommt eine h\u00f6here Strom-Einspeiseverg\u00fctung. Ein Win-win-Modell, das die Maschinenringe Schleswig-Holstein vielerorts betreiben. Die Aktivit\u00e4ten der Ringe vor Ort werden \u00fcber die landesweit agierende MEP GmbH &#038; Co. KG vernetzt.<\/p>\n<p>&#8220;Wir trocknen die Hackschnitzel auf eine Restfeuchte von 15-20%. Darunter kann es zu Problemen mit Funkenflug im Kessel kommen&#8221;, erkl\u00e4rt Torben Schierbecker. Die Kunden f\u00fcr die getrocknete Ware sind vorwiegend die Betreiber kleinerer und mittlerer Heizungsanlagen zwischen 50 und 300 kW. Der neue Brennstoff stehe allerdings in direkter Konkurrenz zu Holzpellets in g\u00fcnstigen Industrie-Qualit\u00e4ten, schr\u00e4nkt Torben Schierbecker ein. Besonders bei kurzen Transportwegen und geringem Umladeaufwand zeigen sich die Holzhackschnitzel aus der Region als konkurrenzf\u00e4hig. Jeder Umladevorgang und jeder Transport-Kilometer verringere jedoch die Vorz\u00fcglichkeit der Hackschnitzel. Es gebe allerdings eine gewisse Kopplung der Brennstoff-Preise, weil die Energie f\u00fcr die Pelletproduktion \u00fcberwiegend aus Holzhackschnitzeln gewonnen werde, so Schierbecker weiter.<\/p>\n<p><b>Maschinenring-Mitglieder trocknen als Dienstleistung<\/b><br \/>Stefan Hingst betreibt gemeinsam mit einem Berufskollegen eine Biogas-Anlage in Honigsee s\u00fcdlich von Kiel. Als Mitglied des Maschinenring Mittelholstein trocknet er Holzhackschnitzel im Auftrag der MEP als Dienstleister. Die Landwirte haben in eine Trommeltrocknungsanlage investiert und stellen die \u00dcberfahrwaage und den Radlader f\u00fcr die Brennstoff-Logistik zur Verf\u00fcgung. Die Abrechnung erfolgt auf Basis der Frischmasse und einer Feuchtebestimmung. Das Gros der Abw\u00e4rme der zwei 500 kW<sub>el<\/sub> -Gasmotoren wird allerdings in ein Nahw\u00e4rmenetz einer Genossenschaft von Einwohnern der Gemeinde Honigsee eingespeist.<\/p>\n<p>Die Maschinenringe Husum-Eiderstedt, L\u00fcbeck-Eutin-S\u00fcd, Mittelholstein und S\u00fcdholstein arbeiten jedoch auch nach anderen Modellen mit Biogasanlagen zusammen. Teilweise wird die feuchte Ware verkauft und getrocknete Ware entsprechend der Nachfrage wieder zur\u00fcckgekauft. Auf ca. 10 \u20ac je Tonne Trockenmasse beziffert Thorben Schierbecker die Kosten f\u00fcr die Trocknung der Hackschnitzel inklusive zus\u00e4tzliche Umschlagskosten. Die trockene Ware mit 15 bis 20% Restfeuchte koste also rund 80 bis 100 \u20ac pro Tonne je nach Qualit\u00e4t zzgl. Fracht. Der Heizwert von frischem Knickholz mit 50% Wassergehalt liegt bei 2,2 bis 2,5 MWh je Tonne Frischmasse, w\u00e4hrend die getrocknete Qualit\u00e4t mit etwa 3,8 bis 4,3 MWh deutlich dar\u00fcber liegt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>&#8220;Die Preise f&uuml;r Biomasse-Brennstoffe m&uuml;ssen besser vergleichbar sein&#8221;, fordert Torben Schierbecker, neuer Mitarbeiter der Maschinenring Energiepool GmbH &amp; Co. 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