{"id":11806,"date":"2009-06-19T00:00:00","date_gmt":"2009-06-18T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20090619-01n"},"modified":"2009-06-19T00:00:00","modified_gmt":"2009-06-18T22:00:00","slug":"holz-anhydrit-verbund-bestnoten-fuer-nachhaltigkeit-und-bauphysik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/holz-anhydrit-verbund-bestnoten-fuer-nachhaltigkeit-und-bauphysik\/","title":{"rendered":"Holz-Anhydrit-Verbund: Bestnoten f\u00fcr Nachhaltigkeit und Bauphysik"},"content":{"rendered":"<p><b>Forscher der Bauhaus-Universit\u00e4t Weimar suchten nach Wegen, um Decken- und Wandbauteile aus Holz und Beton nachhaltiger zu machen. Mit der Kombination aus Holzbrett-Stapeln und Anhydrit-Estrich haben sie nicht nur eine sehr \u00f6kologische und \u00f6konomische L\u00f6sung gefunden. Die neuartigen hybriden Verbundelemente bestechen auch durch ihre sehr gute Tragf\u00e4higkeit und insbesondere durch ihre hervorragenden bauphysikalischen Eigenschaften.<\/b><\/p>\n<div style=\"float:right;margin-left:10px;\">\n<table border=\"0\">\n<tr>\n<td><img SRC=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20090619-01\/db8bc1e21a.jpg\" align=\"left\" BORDER=\"0\" ALT=\"Massivholz-Hybriddecke\"\/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"font-size:10px;\" align=\"left\">Massivholz-Hybriddecke<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>Das Projekt wurde durch das Bundesministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) \u00fcber dessen Projekttr\u00e4ger, die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) gef\u00f6rdert.<\/p>\n<p>Bisher gebr\u00e4uchliche hybride Verbundelemente aus Holz und Beton werden vor allem dort verbaut, wo erh\u00f6hte Anforderungen bei Statik, Schwingungsverhalten und Spannweiten bestehen, z.B. bei mehrgeschossigen H\u00e4usern, Schulen und Kinderg\u00e4rten oder Br\u00fccken. Solche Kombinationen vereinen die Vorteile zweier Welten. F\u00fcr das  Holz sprechen bei derartigen massiven Bauteilen: <\/p>\n<ul>\n<li>g\u00fcnstiger, nachwachsender Rohstoff in hoher Verf\u00fcgbarkeit,<\/li>\n<li>hohe Zugfestigkeit,<\/li>\n<li>Nachhaltigkeit (geringe CO<sub>2<\/sub>-Emissionen bei der Herstellung, CO<sub>2<\/sub>-Einlagerung w\u00e4hrend der Nutzung und CO<sub>2<\/sub>-neutrale energetische Entsorgung)<\/li>\n<li>angenehme Oberfl\u00e4chentemperatur<\/li>\n<li>gute W\u00e4rmed\u00e4mmwirkung<\/li>\n<li>hohe Speicherf\u00e4higkeit von W\u00e4rme und Luftfeuchtigkeit sowie daraus resultierend guter sommerlicher W\u00e4rmeschutz und ein angenehmes, gesundes Raumklima<\/li>\n<li>geringes Gewicht<\/li>\n<li>\u00c4sthetik<\/li>\n<\/ul>\n<p>F\u00fcr den Beton spricht:<\/p>\n<ul>\n<li>hohe Druckfestigkeit<\/li>\n<li>guter Brandschutz<\/li>\n<li>guter Schallschutz<\/li>\n<\/ul>\n<div style=\"float:right;margin-left:10px;\">\n<table border=\"0\">\n<tr>\n<td><img SRC=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20090619-01\/94c3adf739.jpg\" align=\"left\" BORDER=\"0\" ALT=\"Fl\u00e4chenverbund bei einer Massivholz-Hybriddecke\"\/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"font-size:10px;\" align=\"left\">Fl\u00e4chenverbund bei einer Massivholz-Hybriddecke<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>Nachteilig f\u00fcr solche Holz-Beton-Verbundbauteile wirkt sich jedoch der extrem hohe Energieaufwand f\u00fcr die Betonherstellung aus. Auch f\u00fcr die bei Niedrigenergie- oder Passivhausbauweisen so wichtige W\u00e4rme- und Luftfeuchtespeicherung sowie hinsichtlich der W\u00e4rmeleitf\u00e4higkeit eignet sich Beton aus bauphysikalischer Sicht nur eingeschr\u00e4nkt. Die Forscher der Bauhaus Uni Weimar suchten deshalb nach Alternativen und wurden mit Anhydrit f\u00fcndig. Anhydrit, chemisch Kalziumsulfat, ist ein in der Natur vorkommendes Mineral, das ohne gro\u00dfen Energieaufwand zu Anhydrit-Estrich verarbeitet wird und in dieser Form bereits h\u00e4ufig als Estrichbelag im Wohnungsbau zum Einsatz kommt. Als statisch tragende Schicht einer Holzdeckenkonstruktion wird es bislang jedoch nicht verwendet. Gegen\u00fcber Beton hat Anhydrit deutliche \u00f6kologische und \u00f6konomische Vorteile, vor allem zeichnet es sich jedoch durch seine hohe Pufferkapazit\u00e4t f\u00fcr die kurzeitige Speicherung raumklimatisch nicht erw\u00fcnschter Luftfeuchte- und Lufttemperaturschwankungen aus. Hieraus resultiert sein positiver Effekt f\u00fcr das Wohnraumklima.<\/p>\n<p>Die Weimarer Forscher testeten erstmals den Einsatz als tragendes Element sowie eine neuartige, einfache Herstellung des dazu ben\u00f6tigten, ausreichend kraftschl\u00fcssigen Verbundes zwischen der Anhydrit-Schicht und dem Holz. Dieser kommt g\u00e4nzlich ohne die bislang \u00fcblichen Verbindungsmittel aus Stahl aus. &#8220;Wir erreichen je nach Anwendungsfall einen direkten Haftverbund durch die s\u00e4gerauhe Oberfl\u00e4che des Holzes oder durch einen formschl\u00fcssigen Verbund mittels in die Brettstapel eingef\u00fcgter Einfr\u00e4sungen&#8221; erkl\u00e4rt Projektleiter Professor Karl Rautenstrauch. Der Vorteil: Dieser direkte Verbund ist nicht nur praktisch unnachgiebig und erh\u00f6ht durch die sehr geringen Verschiebungen in der Verbundfuge ganz wesentlich die Tragf\u00e4higkeit und Gebrauchstauglichkeit der Bauteile, sondern er ist auch viel wirtschaftlicher in der Herstellung. Abgesehen davon, dass Holz aufgrund seiner vielf\u00e4ltigen positiven Eigenschaften und nachhaltigen Verf\u00fcgbarkeit ohnehin ein fortschrittliches Material ist, kann f\u00fcr die hier verwendeten Brettstapelelemente auch Fichtenholz geringerer Sortierqualit\u00e4t, z.B. Seitenware, in gr\u00f6\u00dferem Umfang eingesetzt werden.<\/p>\n<p>Die neue Baustoffkombination, die im Rahmen des Projektes erfolgreich zahlreiche Belastungstests absolvierte, \u00fcberzeugte auch durch ihre bauphysikalischen Eigenschaften. Professor Rautenstrauch: &#8220;Anhydrit kann in heute \u00fcblichen Wohn- und B\u00fcror\u00e4umen problemlos Feuchtigkeit aus der Luft aufnehmen und wieder abgeben. Die insbesondere bei Au\u00dfenwandelementen erw\u00fcnschten, weitestgehend diffusionsoffenen Wandbauteile lassen sich so ohne die sonst \u00fcbliche Dampfsperre oder  bremse herstellen. Ein derartiger Wandaufbau sorgt f\u00fcr ein angenehmes Raumklima und verhindert gleichzeitig Bausch\u00e4den, die normalerweise schon beim kleinsten Defekt in der Sperrschicht auftreten. Das Verbundelement aus dem Mineral mit dem massiven, tragenden Holzkern speichert aber nicht nur Feuchtigkeit, sondern auch W\u00e4rme sehr gut und bietet so im Winter eine angenehm warme Wandoberfl\u00e4che. Im Sommer kann es die tags\u00fcber \u00fcber die Fensterfl\u00e4chen einstrahlende W\u00e4rme zwischenspeichern und in der Nacht gut dosiert wieder abgeben, so dass ein weitgehend konstantes, angenehmes Wohnklima entsteht.&#8221;<\/p>\n<p>Dem Letzteren wird k\u00fcnftig aufgrund ver\u00e4nderter Bau- und Wohngewohnheiten (gr\u00f6\u00dfere Fenster, mehr Energieverbraucher in Wohn- und Arbeitsr\u00e4umen etc.) mehr und mehr Bedeutung zukommen. Schlie\u00dflich ist auch die W\u00e4rmed\u00e4mmung dank des an der Au\u00dfenseite um eine Holzfaserd\u00e4mmschicht erg\u00e4nzten, massiven Holzkerns so gut, dass etwa im Vergleich zu einer herk\u00f6mmlichen Massivbauwand bei gleicher Wandst\u00e4rke deutlich bessere D\u00e4mmwerte erreichbar sind.<\/p>\n<p>F\u00fcr das Team der Uni Weimar ist das neu entwickelte Material aufgrund der Vielzahl seiner positiven Eigenschaften der Baustoff der Zukunft. Noch fehlt die bauaufsichtliche Zulassung, doch in Sachsen, Bayern und Th\u00fcringen haben bereits erste Unternehmen Interesse ge\u00e4u\u00dfert, sich darum zu bem\u00fchen. Sobald die Zulassung vorliegt, kann die industrielle Produktion der Holz-Anhydrit-Verbundbauelemente beginnen.<\/p>\n<p><b>Weitere Informationen<\/b><br \/><a href=\"http:\/\/www.nachwachsenderohstoffe.de\/index.php?id=911&#038;tabelle=fnr_projekte%20%20&#038;alles=1&#038;status=Inhalt&#038;fkz=22024505&#038;suche=Stichwort%20eingeben!&#038;suchefkz=22024505&#038;sucheadresse=Namen%20eingeben!&#038;von=01.04.1992&#038;bis=19.06.2009&#038;zeitraum=Formular&#038;minz=0&#038;maxz=1&#038;anzahl=10&#038;zurueck=1\" >Projektbeschreibung und Abschlussbericht<\/a> (F\u00f6rderkennzeichen 22024505)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Forscher der Bauhaus-Universit&auml;t Weimar suchten nach Wegen, um Decken- und Wandbauteile aus Holz und Beton nachhaltiger zu machen. 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