{"id":11805,"date":"2009-06-19T00:00:00","date_gmt":"2009-06-18T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20090619-02n"},"modified":"2009-06-19T00:00:00","modified_gmt":"2009-06-18T22:00:00","slug":"hydriertes-pflanzenoel-schadstoffaermer-als-diesel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/hydriertes-pflanzenoel-schadstoffaermer-als-diesel\/","title":{"rendered":"Hydriertes Pflanzen\u00f6l schadstoff\u00e4rmer als Diesel"},"content":{"rendered":"<p><b>Die Daimler AG, Deutsche Post DHL, der Energiekonzern OMV, die Stuttgarter Stra\u00dfenbahnen AG sowie der finnische Mineral\u00f6lkonzern Neste Oil haben erste Ergebnisse eines gemeinsamen Pilotversuchs mit Kraftstoff aus nachhaltiger Produktion vorgestellt. Seit Mitte 2008 sind in Deutschland 14 Mercedes-Benz Serien-Lkw und Busse im Einsatz, die ausschlie\u00dflich mit dem nachhaltig produzierten Dieselkraftstoff NExBTL fahren und bereits \u00fcber eine Million Kilometer zur\u00fcckgelegt haben.<\/b><\/p>\n<div style=\"float:right;margin-left:10px;\">\n<table border=\"0\">\n<tr>\n<td><img SRC=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20090619-02\/_MG_9583.jpg\" align=\"left\" BORDER=\"0\" ALT=\"Im Rahmen des Feldversuchs sind Mercedes-Benz <br \/>Lkw bei der Deutschen Post DHL im Raum <br \/>N\u00fcrnberg unterwegs.&#8221;><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"font-size:10px;\" align=\"left\">Im Rahmen des Feldversuchs sind Mercedes-Benz <br \/>Lkw bei der Deutschen Post DHL im Raum <br \/>N\u00fcrnberg unterwegs.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>Der Feldtest zeigt, dass bei der Verbrennung des aus hydrierten Pflanzen\u00f6len (HVO) hergestellten Dieselkraftstoffs im Motor deutlich weniger Schadstoffe ausgesto\u00dfen werden. So sinken zum Beispiel die Stickstoffemissionen um bis zu 15 Prozent. Positiv ist insbesondere die CO<sub>2<\/sub>-Gesamtbilanz: Vom nachhaltigen Anbau des im Pilotversuch verwendeten Rohstoffs Palm\u00f6l \u00fcber dessen Verarbeitung bis zum Einsatz im Fahrzeug sinken die CO<sub>2<\/sub>-Emissionen um mehr als 60 Prozent im Vergleich zu fossilen Kraftstoffen.<\/p>\n<p><b>Das Ziel des Projekts<\/b><br \/>Das gemeinsame Projekt ist f\u00fcr drei Jahre bis 2011 ausgelegt und verfolgt das Ziel, die Anwendbarkeit eines neuen Dieselkraftstoffs aus erneuerbaren Rohstoffen zu testen und zu zeigen, welche CO<sub>2<\/sub>-Einsparungen in der Praxis mit Serienfahrzeugen m\u00f6glich sind. Im Laufe des Feldversuchs sollen die Nutzfahrzeuge der Marke Mercedes-Benz insgesamt 3,3 Millionen Kilometer fahren und dabei \u00fcber 2.000 Tonnen CO<sub>2<\/sub>-Emissionen einsparen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend dieser Zeit sind insgesamt zehn Mercedes-Benz Lkw bei der Deutschen Post DHL im Raum N\u00fcrnberg unterwegs: f\u00fcnf mittelschwere Lkw vom Typ Atego und f\u00fcnf schwere Lkw vom Typ Actros. Bei der Stuttgarter Stra\u00dfenbahnen AG fahren zudem vier Mercedes-Benz Citaro Stadtbusse ausschlie\u00dflich mit NExBTL, dem Dieselkraftstoff aus erneuerbaren Rohstoffen. Produzent des Biokraftstoffs ist Neste Oil, w\u00e4hrend die OMV f\u00fcr die Belieferung der Projektpartner verantwortlich ist.<\/p>\n<p>Durch die Kooperation der Unternehmen aus verschiedenen Branchen ist es m\u00f6glich, jeden Schritt in der Wertsch\u00f6pfungskette einzubeziehen und zu untersuchen &#8211; von der Herstellung des Biokraftstoffs bis zu dessen Anwendung im Stadt-, \u00dcberland- und Fernverkehr. &#8220;Die Ergebnisse nach einem Jahr Testbetrieb zeigen, dass der eingesetzte Kraftstoff einwandfrei in Mercedes-Benz Lkw und Bussen funktioniert und sich sehr gut mit den Motoren vertr\u00e4gt&#8221;, sagt Dr. Manfred Schuckert, Konzernstratege bei der Daimler AG. &#8220;Das ist sehr wichtig f\u00fcr unsere Kunden, denn bisher verwendeter Biodiesel der sogenannten ersten Generation f\u00fchrt oft zu k\u00fcrzeren Wartungsintervallen und somit h\u00f6heren Kosten f\u00fcr die Fahrzeugbetreiber.&#8221;<\/p>\n<p>Als weltweit f\u00fchrender Nutzfahrzeughersteller setzen Daimler Trucks und Daimler Buses auf eine sp\u00fcrbare Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs sowie der CO<sub>2<\/sub>&#8211; und Abgasemissionen. Dieses Engagement b\u00fcndelt das Unternehmen in der Initiative &#8220;Shaping Future Transportation&#8221;.<\/p>\n<p>Mit Hilfe des Pilotversuchs sollen nicht nur Erkenntnisse \u00fcber den reibungslosen Einsatz von Biokraftstoff aus hydrierten Pflanzen\u00f6len (HVO) in Nutzfahrzeugen gewonnen werden. Ebenso wichtig ist, den CO<sub>2<\/sub>-Aussto\u00df im Stra\u00dfenverkehr deutlich zu senken und die Umwelt unmittelbar zu entlasten. &#8220;Als weltweit f\u00fchrendes Logistikunternehmen und gro\u00dfer Flottenbetreiber wollen wir die Erforschung von Biokraftstoffen aus erneuerbaren Ressourcen aktiv unterst\u00fctzen, denn wir sehen in Biokraftstoffen der zweiten und dritten Generation gro\u00dfes Potenzial, unseren CO<sub>2<\/sub>-Aussto\u00df deutlich zu verringern&#8221;, sagt Steffen Frankenberg, Konzernstratege bei der Deutschen Post DHL und verantwortlich f\u00fcr das Klimaschutzprogramm &#8220;GoGreen&#8221; des Konzerns.<\/p>\n<p><b>Das Transportaufkommen wird sich verdoppeln<\/b><br \/>So hat eine Studie von Deutsche Post DHL ergeben, dass beim G\u00fctertransport auf der Stra\u00dfe gut 80 Prozent aller CO<sub>2<\/sub>-Emissionen auf Mittel- und Langstrecken zustande kommen. Laut Sch\u00e4tzungen wird sich bis zum Jahr 2020 das Transportaufkommen auf solchen Strecken sogar noch verdoppeln. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Unternehmen im Bereich Klimaschutz, wie zum Beispiel strengere Emissions- und Abgasvorschriften f\u00fcr die Automobilindustrie oder Vorgaben bez\u00fcglich des EU-weiten Einsatzes von erneuerbaren Energien. So m\u00fcssen alle EU-Mitgliedstaaten bis zum Jahr 2020 den Anteil erneuerbarer Energien im Transportsektor auf 10 Prozent erh\u00f6hen.<\/p>\n<p>Deutsche Post DHL hat sich als erstes Unternehmen seiner Branche ein konkretes Klimaschutzziel gesetzt und will die CO<sub>2<\/sub>-Effizienz im gesamten Unternehmen bis 2020 um 30 Prozent verbessern. &#8220;Wir haben in Zukunft die nicht ganz einfache Aufgabe, deutlich mehr G\u00fcter mit deutlich weniger Emissionen zu transportieren&#8221;, so Steffen Frankenberg. &#8220;Auf alternative und vor allem nachhaltig produzierte Kraftstoffe werden wir daher nicht verzichten k\u00f6nnen.&#8221;<\/p>\n<p>Ebenso wie die Logistikbranche gehen auch \u00f6ffentliche Nahverkehrsbetriebe das Thema CO<sub>2<\/sub>&#8211; und Schadstoffreduzierung aktiv an. Aus diesem Grund beteiligt sich auch die Stuttgarter Stra\u00dfenbahnen AG (SSB) an dem Feldversuch. &#8220;Der Ballungsraum Stuttgart k\u00e4mpft seit Jahren mit hohen Emissionsbelastungen&#8221;, sagt Markus Wiedemann von der SSB. &#8220;Die Nutzung von \u00f6ffentlichem Nahverkehr ist sicher ein wichtiger Schritt wenn es darum geht, diese Belastungen zu reduzieren. Mit dem Einsatz von Biokraftstoffen in unseren Bussen k\u00f6nnen wir den CO<sub>2<\/sub>-Aussto\u00df deutlich nach unten dr\u00fccken&#8221;, sagt Markus Wiedemann.<\/p>\n<p>Damit der Einsatz von Biokraftstoff technisch wie wirtschaftlich sinnvoll und gleichzeitig \u00f6kologisch vertretbar ist, sind verbindliche Standards und Vorschriften auf europ\u00e4ischer und internationaler Ebene notwendig. F\u00fcr Biokraftstoffe aus nachhaltiger Produktion fehlen aber solche international g\u00fcltigen Standards, die beispielsweise die Vertr\u00e4glichkeit in Motoren festlegen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Dies ist f\u00fcr Kraftstoffproduzenten, Vertreiber und Fahrzeughersteller durchaus problematisch, m\u00fcssen sie doch die Qualit\u00e4t ihrer Produkte gew\u00e4hrleisten. Walter B\u00f6hme, Leiter OMV Forschung und Entwicklung: &#8220;Mit diesem neuen Diesel aus erneuerbaren Rohstoffen k\u00f6nnen wir unseren Kunden schon heute eine umweltfreundliche L\u00f6sung anbieten, die auch langfristig zukunftsf\u00e4hig ist. Das hei\u00dft, dass man damit einerseits hohe Biokraftstoffquoten erreichen kann, andererseits aber auch zuk\u00fcnftige Anforderungen der Motor- und Fahrzeughersteller erf\u00fcllt.&#8221;<\/p>\n<p>Die OMV hat eine Vorreiterrolle bei umweltfreundlichen Technologien, der Einstieg in erneuerbare Energien ist der n\u00e4chste logische Schritt. Dazu wurde der &#8220;OMV Future Energy Fund&#8221; gegr\u00fcndet, in dem Projekte zu erneuerbaren Energien sowie zur Reduktion von Emissionen innerhalb des OMV Konzerns identifiziert, begleitet und finanziell unterst\u00fctzt werden.<\/p>\n<p>Genauso wie technische Fragen muss gekl\u00e4rt sein, wie die verwendeten Rohstoffe f\u00fcr Biosprit produziert werden. Auf der in Berlin ausgerichteten Diskussionsveranstaltung &#8220;Diesel aus erneuerbaren Rohstoffen &#8211; Ein Schritt zum emissionsfreien Transport?&#8221; sagte Martina Fleckenstein vom World Wildlife Fund For Nature (WWF): &#8220;Wir brauchen ein international g\u00fcltiges Zertifizierungssystem f\u00fcr die Produktion von Biokraftstoffen. Dabei ist es jedoch wichtig, dass alle derzeit in Vorbereitung befindlichen oder bereits bestehende Systeme strengen Regeln der Nachhaltigkeit folgen, und zwar \u00f6kologisch, sozial und \u00f6konomisch.&#8221;<\/p>\n<p>Einig sind sich alle Beteiligten, dass der aktuelle Feldtest nur ein erster, aber Erfolg versprechender Schritt auf dem Weg zu einem wirksamen und dauerhaft nachhaltigen Biokraftstoff ist. Damit der verwendete Dieselkraftstoff NExBTL die hohen \u00f6kologischen Anforderungen erf\u00fcllt, hat der finnische \u00d6lkonzern Neste Oil sehr strenge Regeln f\u00fcr die Produktion der Rohstoffe aufgesetzt. &#8220;Wir wissen genau, wo unsere Rohstoffe herkommen, wie sie produziert werden und lassen dies st\u00e4ndig von unabh\u00e4ngigen Instituten \u00fcberpr\u00fcfen&#8221;, sagt Simo Honkanen, Senior Vice President Sustainability and HSSE bei Neste Oil.<\/p>\n<p>&#8220;Unsere Lieferanten sind vertraglich zu nachhaltiger Produktion verpflichtet. Genauso garantieren wir unseren Kunden, dass der Kraftstoff zu hundert Prozent nachhaltig produziert ist. Zudem hat sich Neste Oil dazu verpflichtet, bis sp\u00e4testens Ende 2015 ausschlie\u00dflich zertifiziertes Palm\u00f6l zu verwenden, wenn es in ausreichenden Mengen verf\u00fcgbar ist.&#8221; Gemeinsam mit 23 Instituten und Universit\u00e4ten auf der ganzen Welt engagiert sich Neste Oil in der Forschung und Entwicklung von g\u00e4nzlich neuen Rohstoffen f\u00fcr die Produktion von alternativen Kraftstoffen. Geforscht wird zum Beispiel mit Algen, Mikroben und Holzabf\u00e4llen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Die Daimler AG, Deutsche Post DHL, der Energiekonzern OMV, die Stuttgarter Stra&szlig;enbahnen AG sowie der finnische Mineral&ouml;lkonzern Neste Oil haben erste Ergebnisse eines gemeinsamen Pilotversuchs<\/b><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[152,1285,550,1286,1287,330],"class_list":["post-11805","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","supplier-daimler-ag","supplier-deutsche-post-dhl","supplier-neste-oil","supplier-omv-ag","supplier-stuttgarter-strassenbahnen-ag","supplier-world-wide-fund-for-nature-wwf"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11805","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11805"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11805\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11805"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11805"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11805"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=11805"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}