{"id":118047,"date":"2022-11-07T07:26:00","date_gmt":"2022-11-07T06:26:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=118047"},"modified":"2022-10-31T14:29:58","modified_gmt":"2022-10-31T13:29:58","slug":"in-diesem-cafe-bleibt-die-zeit-stehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/in-diesem-cafe-bleibt-die-zeit-stehen\/","title":{"rendered":"In diesem Caf\u00e9 bleibt die Zeit stehen"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><\/h2>\n\n\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Kapseln aus Sp\u00e4nen<\/h3>\n\n\n\n<p>Zwei Gr\u00fcnder aus\u00a0<a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/thema\/stuttgart\/\">Stuttgart<\/a>\u00a0haben das mit dem Kaffee, den es braucht, um in Schwung zu kommen, zur Expansionsstrategie ihrer Firma erkl\u00e4rt. Julian Reitze und Stefan Zender hei\u00dfen die beiden. Und w\u00e4hrend ihres BWL-Studiums an der Uni Stuttgart vor ein paar Jahren teilten sie sich nicht nur eine Studentenbude, sondern auch eine Nespresso-Maschine. Die fanden beide zwar praktisch und zeitsparend, nur leider wenig umweltfreundlich. Womit sie nicht ganz falsch liegen: Allein in Deutschland wandern pro Jahr mehrere Milliarden Kaffeekapseln aus Alu oder Kunststoff in den M\u00fcll.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/10\/694574ca-c1ba-44c2-91b8-f1b8f73f66a6_w616_r1_fpx55.01_fpy53.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-118060\" width=\"493\" height=\"493\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/10\/694574ca-c1ba-44c2-91b8-f1b8f73f66a6_w616_r1_fpx55.01_fpy53.jpg 616w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/10\/694574ca-c1ba-44c2-91b8-f1b8f73f66a6_w616_r1_fpx55.01_fpy53-300x300.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/10\/694574ca-c1ba-44c2-91b8-f1b8f73f66a6_w616_r1_fpx55.01_fpy53-150x150.jpg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/10\/694574ca-c1ba-44c2-91b8-f1b8f73f66a6_w616_r1_fpx55.01_fpy53-270x270.jpg 270w\" sizes=\"auto, (max-width: 493px) 100vw, 493px\" \/><figcaption>Foto: Rezemo<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Doch Zender und Reitze w\u00e4ren nicht zwei clevere Schwaben, h\u00e4tten sie genau darin nicht eine Gesch\u00e4ftsidee gesehen: die ersten Kaffeekapseln, die auf nachwachsenden Rohstoffen basieren.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/stil\/stil-highlights-der-woche-schaut-wie-viel-butter-wir-uns-leisten-koennen-a-84b2d955-945f-4717-bee7-b3db7e86f1a0\"><\/a>Die Kapseln ihrer Marke sind aus S\u00e4ge- und Hobelsp\u00e4nen, die bei der Bau- und M\u00f6belholz-Herstellung entstehen und mit einem Biokunststoff aus Mais und Zuckerr\u00fcben zusammengehalten werden. Das Holz wiederum wird aus nachhaltiger Forstwirtschaft in S\u00fcddeutschland gewonnen. Klingt kulinarisch wenig erg\u00f6tzlich, geschmacklich jedoch l\u00e4sst sich der Kaffee aus der Holzkapsel nicht von herk\u00f6mmlichem unterscheiden.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch das Repertoire beschr\u00e4nkt sich l\u00e4ngst nicht mehr nur auf Kapseln. Seit Kurzem versuchen Reitze und Zender, auch Verpackungen und Einwegartikeln aus Plastik mit ihrem Verfahren den Garaus zu machen. Kein Wunder, dass sich im Schw\u00e4bischen f\u00fcr gewiefte junge Menschen der Ausdruck \u00bbK\u00e4psele\u00ab etabliert hat.<em>&nbsp;Sebastian Sp\u00e4th<\/em><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/10\/ed729837-9338-4727-b701-53afb454e119_w616_r0.7998046875_fpx54.95_fpy63.14.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-118059\" width=\"308\" height=\"385\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/10\/ed729837-9338-4727-b701-53afb454e119_w616_r0.7998046875_fpx54.95_fpy63.14.jpg 616w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/10\/ed729837-9338-4727-b701-53afb454e119_w616_r0.7998046875_fpx54.95_fpy63.14-240x300.jpg 240w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/10\/ed729837-9338-4727-b701-53afb454e119_w616_r0.7998046875_fpx54.95_fpy63.14-120x150.jpg 120w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/10\/ed729837-9338-4727-b701-53afb454e119_w616_r0.7998046875_fpx54.95_fpy63.14-216x270.jpg 216w\" sizes=\"auto, (max-width: 308px) 100vw, 308px\" \/><figcaption>Foto:\u00a0<a href=\"https:\/\/yumakano.com\/studio\/target=\">studio yumakano<\/a>\u00a0\/ Dario<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">M\u00f6bel aus Sp\u00e4nen<\/h3>\n\n\n\n<p>Wo gehobelt wird, da fallen bekanntlich Sp\u00e4ne. So viel ist selbst dem Volksmund \u00fcber Holzverarbeitung bekannt. Was das Sprichwort allerdings nicht verr\u00e4t, ist, dass erst aus den Sp\u00e4nen manchmal die sch\u00f6nsten M\u00f6bel entstehen. Jedenfalls aus den Sp\u00e4nen, die der Designer Yuma Kano in die H\u00e4nde bekommt. Denn einer von Kanos Schwerpunkten ist Materialforschung. Und eines seiner Materialen hei\u00dft \u00bbForestbank\u00ab und besteht aus vermeintlich unn\u00fctzen Holzst\u00fccken wie Sp\u00e4nen oder Astst\u00fccken, aus einem Mineralgemisch und Gie\u00dfharz.<ins><a rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.twiago.com\/\"><\/a><\/ins><\/p>\n\n\n\n<p>Das Ganze eignet sich hervorragend, um daraus wundersch\u00f6ne St\u00fchle zu fertigen, Tischplatten oder Hocker. Der Teufel, so viel ist ja selbst dem Volksmund \u00fcber Design bekannt, steckt bekanntlich im Detail.<\/p>\n\n\n\n<p>Wozu, k\u00f6nnte man nun nat\u00fcrlich denken, brauchen wir noch ein neues Material aus Holzresten, wo es doch schon Holz gibt. Aber gl\u00fccklicherweise scheinen Kano solche Gedanken fremd zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Eines seiner fr\u00fcheren Projekte bestand beispielsweise darin, eine verbesserte Schraube auf den Markt zu bringen, unger\u00fchrt der Tatsache, dass auch Schrauben ja gemeinhin als ein so etabliertes und durchdachtes Produkt gelten, dass sich die meisten Menschen fragen w\u00fcrden, was man an ihnen noch verbessern kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun: Kanos Schrauben haben kein Kreuz und keinen Schlitz im Kopfst\u00fcck. Stattdessen sieht die Vertiefung f\u00fcr den Schraubendreher dort aus wie ein Smiley. Sodass einen jede von Kanos Schrauben anl\u00e4chelt. Eine winzige Ver\u00e4nderung zwar nur, aber eine, die die Welt sch\u00f6ner macht. Und der Teufel, so viel ist ja selbst dem Volksmund \u00fcber Design bekannt, steckt bekanntlich im Detail.&nbsp;<em>Maren Keller<\/em><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Und ein verwirklichter Traum<\/h3>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/7de5e592-f8ac-4cf0-b2db-631cf3c4a59e_w718_r1.5019157088122606_fpx43.24_fpy54.99.jpg\" alt=\"\" width=\"NaN\" height=\"NaN\"\/><figcaption>Foto: Slow Order Cafe<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Manchmal bleibt die Zeit stehen. Aber das macht nichts.<\/p>\n\n\n\n<p>Das sind zwei sch\u00f6ne S\u00e4tze. Sie klingen so dahergesagt. So wie: Tat gar nicht weh. Oder: Ist \u00fcberhaupt nicht schlimm. Und es ist ja auch nicht schlimm, wenn die Zeit mal einen Moment lang stillstehen darf, auch, wenn man gerade in einem Caf\u00e9 sitzt und schnell seine Bestellung aufgeben will.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei Arisa Okumura, 30, dauert es auch l\u00e4nger, bis sie gesagt hat, was sie sagen will. Das war schon so, seitdem sie ein Kind war. Denn die junge Japanerin stottert. In der Schule war es besonders schlimm, da wurde sie oft geh\u00e4nselt, so erz\u00e4hlte sie es verschiedenen japanischen Medien.<a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/stil\/eric-vazzoler-hat-blinde-jugendliche-gebeten-bilder-ihrer-welt-zu-machen-a-b8371cf1-6c0a-47fb-a330-77ca340d96fe\"><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Okumura habe sich kaum etwas zugetraut, habe Angst vor der Zukunft gehabt. Als sie zehn Jahre alt war, schrieb sie einen Brief an sich selbst. Darin fragte sie ihr erwachsenes Ich: Hast du deinen Traum davon verwirklicht, in einem Caf\u00e9 zu arbeiten? Sie war nun l\u00e4ngst erwachsen, doch das hatte sie nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Brief aber motivierte sie: Okumura reiste nach Melbourne und entdeckte dort ein Caf\u00e9, in dem Menschen mit Behinderungen arbeiteten, Obdachlose und Leute, die kein Englisch sprachen. Sie fand das Konzept interessant und nahm es mit zur\u00fcck in ihre Heimat. Okumura wollte es Stotternden erm\u00f6glichen, in Caf\u00e9s zu arbeiten.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun \u00fcbernimmt sie zusammen mit ihren Kolleginnen und Kollegen \u2013 alles Menschen, die wie sie stottern, eine Zeit lang Caf\u00e9s in\u00a0<a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/thema\/japan\/\">Japan<\/a>. Dort kellnern sie und das ist f\u00fcr beide Seiten gut: Die Kundinnen und Kunden lernen, den stotternden Kellnerinnen und Kellnern Zeit zu geben, ihnen nicht ins Wort zu fallen, keine sinnlosen Ratschl\u00e4ge zu geben, runterzufahren. Und die Stotternden lernen, sich zu trauen zu sprechen. Manchmal bleibt dabei eben die Zeit stehen. Aber das macht nichts. Mit diesen zwei S\u00e4tzen wirbt Okumura \u00fcbrigens f\u00fcr ihr Projekt. Sch\u00f6ner h\u00e4tte sie es nicht sagen k\u00f6nnen. <em>Kristin Haug<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kapseln aus Sp\u00e4nen Zwei Gr\u00fcnder aus\u00a0Stuttgart\u00a0haben das mit dem Kaffee, den es braucht, um in Schwung zu kommen, zur Expansionsstrategie ihrer Firma erkl\u00e4rt. Julian Reitze und Stefan Zender hei\u00dfen die beiden. Und w\u00e4hrend ihres BWL-Studiums an der Uni Stuttgart vor ein paar Jahren teilten sie sich nicht nur eine Studentenbude, sondern auch eine Nespresso-Maschine. 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