{"id":11801,"date":"2009-06-22T00:00:00","date_gmt":"2009-06-21T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20090622-02n"},"modified":"2009-06-22T00:00:00","modified_gmt":"2009-06-21T22:00:00","slug":"bmbf-10-millionen-euro-fuer-grundlagenforschung-zur-bioenergie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/bmbf-10-millionen-euro-fuer-grundlagenforschung-zur-bioenergie\/","title":{"rendered":"BMBF: 10 Millionen Euro f\u00fcr Grundlagenforschung zur Bioenergie"},"content":{"rendered":"<p><b>Beim Ideenwettbewerb Bioenergie des Bundesministeriums f\u00fcr Bildung und Forschung (BMBF) sind jetzt die besten vier Vorhaben von j\u00fcngeren Forschern ausgew\u00e4hlt worden. &#8220;Mit insgesamt zehn Millionen Euro werden wir in den n\u00e4chsten f\u00fcnf Jahren grundlagenorientierte Forschungsvorhaben mit einem v\u00f6llig neuen Ansatz zur Nutzung von Biomasse unterst\u00fctzen&#8221;, sagte am Freitag Thomas Rachel MdB, Parlamentarischer Staatssekret\u00e4r im BMBF. Damit sollen neue Umwandlungsprozesse von Biomasse &#8211; vor allem aus biologischen Abfall- und Reststoffen &#8211; vorangetrieben sowie die z\u00fcchterische Optimierung von Energiepflanzen unter Einsatz moderner Verfahren der Biotechnologie ausgebaut werden.<\/b><\/p>\n<p>Zu den Gewinnern z\u00e4hlen Dr. Stefan Jennewein am Fraunhofer-Institut f\u00fcr Molekularbiologie und Angewandte \u00d6kologie in Aachen, Prof. Christian Voigt von der Universit\u00e4t Hamburg &#8211; Biozentrum Klein Flottbek, Dr. Johannes Gescher und Sven Kerzenmacher von der Universit\u00e4t Freiburg sowie Dr. Jan Mumme vom Leibniz-Institut f\u00fcr Agrartechnik Potsdam-Bornim e.V. &#8220;Bei den ausgew\u00e4hlten Nachwuchswissenschaftlern ist es gelungen, diese von renommierten ausl\u00e4ndischen Universit\u00e4ten nach Deutschland zur\u00fcckzuholen&#8221;, betonte Rachel. Als Biologen, Chemiker und Ingenieure wurden die jetzt ausgew\u00e4hlten Wissenschaftler an namhaften nationalen und internationalen Universit\u00e4ten in Berlin, Freiburg, Cambridge, Z\u00fcrich, Stanford und Berkeley ausgebildet.<\/p>\n<p>Mit dem &#8220;Ideenwettbewerb Bioenergie &#8211; Neue Wege beschreiten&#8221; im Rahmen der F\u00f6rderinitiative BioEnergie 2021 wurden junge Forscherinnen und Forscher aufgerufen, sich mit neuen wissenschaftlichen Ideen und Konzepten jenseits der eingetretenen Pfade zu bewerben. Bei der Ausgestaltung des Ideenwettbewerbs wurden ebenfalls neue Wege beschritten: Nach einer Vorauswahl durchliefen die Nachwuchswissenschaftler eine Serie von Trainings- und Schulungsworkshops. Neben der Diskussion \u00fcber neueste technologische Entwicklungen war es Ziel dieser Workshop-Serie, die \u00f6konomischen und \u00f6kologischen Anforderungen bei der energetischen Nutzung von Biomasse zu vertiefen. Das BMBF zielte zus\u00e4tzlich zu den fachlichen Kompetenzen auf den Ausbau der \u00fcberfachlichen Qualifikationen: Das Arbeiten in interdisziplin\u00e4ren Teams und auch die Entwicklung von F\u00fchrungskompetenzen wurden vertieft behandelt. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem direkten Kontakt und dem intensiven Austausch mit Praktikern. Exkursionen zu Firmen mit ausgewiesener Bioenergie-Expertise erm\u00f6glichten einen vertieften Blick in Produktionsstrukturen und Abl\u00e4ufe.<\/p>\n<p>Neue Konzepte f\u00fcr die Bioenergienutzung sind notwendig, denn Deutschland ist bisher in gro\u00dfem Umfang abh\u00e4ngig von fossilen Energietr\u00e4gern aus Importen: Beim Mineral\u00f6l zu 97 Prozent, beim Erdgas zu 83 Prozent und bei der Steinkohle zu 61 Prozent. &#8220;Durch die Nutzung von Biomasse kann ein wesentlicher Beitrag geleistet werden f\u00fcr die Unabh\u00e4ngigkeit von fossilen Rohstoffen und Energietr\u00e4gern&#8221;, erkl\u00e4rte Forschungsstaatssekret\u00e4r Rachel.<\/p>\n<p>Mit dem Ziel, die Potenziale der Bioenergie zu nutzen, sind jedoch gro\u00dfe Herausforderungen f\u00fcr Forschung und Technologie verbunden. Grunds\u00e4tzlich ist eine Effizienzsteigerung bei der Erzeugung und Nutzung landwirtschaftlicher Rohstoffe notwendig, um den Anteil von Energie aus heimischer Biomasse substanziell und nachhaltig zu erh\u00f6hen. Zugleich muss eine Konkurrenz zwischen Energie- und Nahrungsmittelproduktion vermieden werden. Diesen Forschungs- und Entwicklungsbedarf greifen die jetzt gef\u00f6rderten Projekte auf.<\/p>\n<p><b>Die Gewinner im \u00dcberblick<\/b><\/p>\n<ul>\n<li><i>Stefan Jennewein: Entwicklung eines anaeroben Transformationsverfahrens zur Umsetzung von Lignozellulose zu Hexanol:<\/i><br \/>Das Ziel des Projektes ist es, fossile Kraftstoffe durch biologische Kraftstoffe der zweiten Generation zu ersetzen. Dabei soll holziges Pflanzenmaterial &#8211;  wie es in gro\u00dfen Mengen in Stroh, \u00c4sten oder auch im h\u00e4uslichen Bioabfall vorkommt &#8211; energetisch genutzt werden. Basierend auf einem biologischen Umwandlungsprozess unter Sauerstoffentzug wird die das Pflanzenmaterial mit Hilfe spezialisierter und optimierter Mikroorganismen in Hexanol umgewandelt. Hexanol eignet sich sehr gut f\u00fcr den Einsatz als Kraftstoff f\u00fcr Dieselmotoren. Der Projektleiter, Dr. Stefan Jennewein, studierte Biochemie u.a. in Cambridge und Z\u00fcrich und arbeitet nach Erfahrungen in einem gro\u00dfen Chemiekonzern und der Mitbegr\u00fcndung einer eigenen Biotech-Firma jetzt als Arbeitsgruppenleiter am Fraunhofer-Institut f\u00fcr Molekularbiologie und Angewandte \u00d6kologie in Aachen.\n<\/li>\n<li><i>Christian Voigt: Resistente Pflanzen f\u00fcr vereinfachte Bioethanolgewinnung durch Optimierung der Biosynthese des Zellwandpolymers Callose &#8211; CallBio:<\/i><br \/>In dem Projekt &#8220;CallBio&#8221; soll die Effizienz derzeit eingesetzter und potenzieller Energiepflanzen zur Herstellung von Biotreibstoffen der 2. Generation deutlich erh\u00f6ht werden. Dazu soll die Menge des Zellwandbestandteils Callose erh\u00f6ht werden. Callose spielt zum einen bei der Abwehr von pflanzlichen Krankheitserrregern eine wichtige Rolle und kann dazu beitragen, die Abwehrkraft der Energiepflanzen gegen\u00fcber Krankheitserregern und damit den Biomasseertrag zu erh\u00f6hen. Zum anderen kann durch einen optimierten Callose-Gehalt das Potenzial der Pflanzen f\u00fcr die Kraftstoffgewinnung gesteigert werden. Prof. Dr. Christian Voigt hat nach seiner Postdoc-Zeit am Carnegie Institute der Stanford University sowie am neu gegr\u00fcndeten Energy Biosciences Institute (EBI) an der University of California at Berkeley nun eine Juniorprofessur an der Universit\u00e4t Hamburg &#8211; Biozentrum Klein Flottbek inne.\n<\/li>\n<li><i>Johannes Gescher und Sven Kerzenmacher: EmBBark &#8211; Hocheffiziente mikrobielle Brennstoffzellen auf Basis regenerativer Kohlenstoffquellen:<\/i><br \/>Das interdisziplin\u00e4re Team hat sich zum Ziel gesetzt, hocheffiziente mikrobielle Brennstoffzellen zu entwickeln, die sich f\u00fcr einen Einsatz als dezentrale Stromgeneratoren eignen. Die Energie soll dabei aus der mikrobiellen Oxidation regenerativer, biogener Kohlenstoffquellen gewonnen werden. Die Funktionsweise mikrobieller Brennstoffzellen beruht dabei auf den F\u00e4higkeiten so genannter exoelektrogener Mikroorganismen, deren eigene zellul\u00e4re Energiegewinnung an die Stromproduktion gekoppelt werden kann. Als Nahrungsquelle f\u00fcr diese Mikroorganismen sollen biologische Abf\u00e4lle und Reststoffe verwendet werden. Das fachliche Wissen der zwei Nachwuchsforscher Dr. Johannes Gescher und Sven Kerzenmacher werden dabei optimal kombiniert: Der Biologe Gescher kehrte nach der Postdoc-Zeit an der Stanford University an die Universit\u00e4t Freiburg, Institut f\u00fcr Biologie II\/ Mikrobiologie als Arbeitsgruppenleiter zur\u00fcck. Der studierte Verfahrens- und Umwelttechniker Kerzenmacher arbeitet nach Abschluss des Master-Studiengangs &#8220;Energy Conversion &#038; Management&#8221; jetzt als Arbeitsgruppenleiter am Institut f\u00fcr Mikrosystemtechnik (IMTEK), Lehrstuhl f\u00fcr Anwendungsentwicklung der Universit\u00e4t Freiburg.\n<\/li>\n<li><i>Jan Mumme: Anaerobe Konversion von Biomassen zu hochwertigen Energietr\u00e4gern und Kohlenstoffsenken &#8211; APECS:<\/i><br \/>In dem Projekt APECS sollen die wissenschaftlichen und technischen Grundlagen f\u00fcr eine effiziente und nachhaltige Produktion von Biomethan als hochwertigem Energietr\u00e4ger und von Biokohle als Bodenverbesserungsmittel und Kohlenstoffsenke geschaffen werden. Basis des Projektes ist dabei die Kombination von biologischer und thermochemischer Umsetzung organischer Reststoffe. Bislang nicht oder kaum erschlossene organische Stoffstr\u00f6me sollen unter Wahrung regional geschlossener Stoffkreisl\u00e4ufe erschlossen werden und die Landwirtschaft soll als echte Kohlenstoff-Senke etabliert werden. Der Arbeitsgruppenleiter Dr. Jan Mumme forscht am Leibniz-Institut f\u00fcr Agrartechnik Potsdam-Bornim e.V. (ATB) in der Abteilung Bioverfahrenstechnik, AG Umweltbioverfahrenstechnik.<\/li>\n<\/ul>\n<p><b>Weitere Informationen<\/b><br \/><a href=\"\" >BMBF: Hightech-Strategie BioEnergie 2021<\/a><\/p>\n<p><b>Kontakt<\/b><br \/>Frau Dr. Feldmann<br \/>Projekttr\u00e4ger J\u00fclich<br \/>Tel.: 02461-61 87 11<br \/>E-Mail: <a href=\"mailto:r.feldmann@fz-juelich.de\">r.feldmann@fz-juelich.de<\/a> <\/p>\n<p>Herr Dr. Feldmann<br \/>Projekttr\u00e4ger J\u00fclich <br \/>Tel.: (02461) 61 2458<br \/>E-Mail:  <a href=\"mailto:k.feldmann@fz-juelich.de\">k.feldmann@fz-juelich.de<\/a> <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Beim Ideenwettbewerb Bioenergie des Bundesministeriums f&uuml;r Bildung und Forschung (BMBF) sind jetzt die besten vier Vorhaben von j&uuml;ngeren Forschern ausgew&auml;hlt worden. &#8220;Mit insgesamt zehn Millionen<\/b><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[187,983,755,409,1195],"class_list":["post-11801","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","supplier-bundesministerium-fuer-bildung-und-forschung-bmbf","supplier-fraunhofer-institut-fuer-molekularbiologie-und-angewandte-kologie-ime","supplier-leibniz-institut-fuer-agrartechnik-potsdam-bornim-ev-atb","supplier-universitaet-freiburg","supplier-universitaet-hamburg"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11801","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11801"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11801\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11801"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11801"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11801"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=11801"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}