{"id":117621,"date":"2022-10-28T07:20:00","date_gmt":"2022-10-28T05:20:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=117621"},"modified":"2022-10-25T14:54:08","modified_gmt":"2022-10-25T12:54:08","slug":"wie-lasst-sich-biomasse-nachhaltig-und-wirtschaftlich-nutzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wie-lasst-sich-biomasse-nachhaltig-und-wirtschaftlich-nutzen\/","title":{"rendered":"Wie l\u00e4sst sich Biomasse nachhaltig und wirtschaftlich nutzen? &#8220;Der Fokus sollte auf Rest- und Abfallstoffen liegen&#8221;"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><\/h2>\n\n\n\n\n\n<p>Der Vorteil von Biogas ist, dass es sich wetterunabh\u00e4ngig und dezentral erzeugen l\u00e4sst und grundlastf\u00e4hig ist. \u00bbDer Fokus sollte dabei aber auf Rest- und Abfallstoffen liegen, die f\u00fcr nichts anderes mehr in Betracht kommen\u00ab, sagt die Agrarwissenschaftlerin Annette Prochnow.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"205\" height=\"251\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/10\/Bildschirmfoto-2022-10-25-um-12.31.27.png\" alt=\"Franziska Sch\u00fcnemann | Die Volkswirtin leitet das Fachgebiet Bio\u00f6konomie am Institut f\u00fcr Volkswirtschaftslehre an der Universit\u00e4t Hohenheim. Sie untersucht die Auswirkungen von Energie-, Klima- und Agrarpolitik auf globaler Ebene\" class=\"wp-image-117641\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/10\/Bildschirmfoto-2022-10-25-um-12.31.27.png 205w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/10\/Bildschirmfoto-2022-10-25-um-12.31.27-123x150.png 123w\" sizes=\"auto, (max-width: 205px) 100vw, 205px\" \/><figcaption>Franziska Sch\u00fcnemann | Die Volkswirtin leitet das Fachgebiet Bio\u00f6konomie am Institut f\u00fcr Volkswirtschaftslehre an der Universit\u00e4t Hohenheim. Sie untersucht die Auswirkungen von Energie-, Klima- und Agrarpolitik auf globaler Ebene. \u00a9 Universit\u00e4t Hohenheim \/ Corinna Schmid (Ausschnitt)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><em>Jeden Tag setzt die Natur mit Hilfe von Sonnenenergie Kohlenstoffverbindungen zusammen. Sie sind die Grundlage allen irdischen Lebens&nbsp;\u2013 und eine wertvolle Ressource. Holz, Energiepflanzen oder organische Abf\u00e4lle sind nachwachsende Rohstoffe und sollen im Zuge der Energiewende zunehmend fossile Rohstoffe ersetzen. Doch Anbaufl\u00e4chen sind begrenzt. Und ihr Einsatz ist auch nicht per&nbsp;se klima- und umweltfreundlich&nbsp;\u2013 er geht viel zu oft auf Kosten der Biodiversit\u00e4t. Die Bundesregierung hat deshalb&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.bmuv.de\/pressemitteilung\/bundesministerien-legen-gemeinsame-eckpunkte-fuer-eine-nationale-biomassestrategie-vor\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">erste Eckpunkte f\u00fcr eine Nationale Biomassestrategie vorgelegt<\/a>, die eine Grundlage schaffen soll, um Biomasse aus der Wald-, Landwirt- und Abfallwirtschaft nachhaltig zu erzeugen und zu nutzen. Ob die Eckpunkte weit genug gehen, worauf es wirklich ankommt und wie Biomasse zu einem sinnvollen Baustein f\u00fcr die gr\u00fcne Transformation unseres Wirtschaftssystems werden kann, erkl\u00e4ren die Bio\u00f6konomin Franziska Sch\u00fcnemann und die Agrarwissenschaftlerin Annette Prochnow im Interview.<\/em><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Warum braucht Deutschland eine Biomassestrategie?&nbsp;<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p><strong>Franziska Sch\u00fcnemann:<\/strong>&nbsp;Biomasse als Ressource ist neben Wasser die Grundlage unserer Existenz. Wir brauchen Biomasse f\u00fcr unsere Ern\u00e4hrung, f\u00fcr unsere Wirtschaft und f\u00fcr die Funktion unserer \u00d6kosysteme. Das Problem ist jedoch, dass dabei Nutzungskonkurrenzen und Zielkonflikte entstehen, etwa, ob man Mais als Energie- oder als Futterpflanze betrachtet. Das globale Bev\u00f6lkerungswachstum, geopolitische Entwicklungen wie in der Ukraine oder der Klimawandel verst\u00e4rken diese Nutzungskonkurrenzen noch. Um dem entgegenzuwirken und daf\u00fcr zu sorgen, dass wir genug Biomasse f\u00fcr Nahrungsmittel, Wirtschaft und Umwelt haben, ist so eine Strategie wirklich sehr wichtig. Ziel muss sein, die Verf\u00fcgbarkeit von Biomasse zu steigern und Potenziale zu nutzen, aber auch zu regeln, wof\u00fcr sie genutzt wird und wie viel davon.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"215\" height=\"251\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/10\/Bildschirmfoto-2022-10-25-um-12.32.36.png\" alt=\"Annette Prochnow | Die Agrarwissenschaftlerin leitet die Abteilung \u00bbTechnikbewertung und Stoffkreisl\u00e4ufe\u00ab am Leibniz-Institut f\u00fcr Agrartechnik und Bio\u00f6konomie in Potsdam und ist Professorin an der Humboldt-Universit\u00e4t zu Berlin. \" class=\"wp-image-117642\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/10\/Bildschirmfoto-2022-10-25-um-12.32.36.png 215w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/10\/Bildschirmfoto-2022-10-25-um-12.32.36-128x150.png 128w\" sizes=\"auto, (max-width: 215px) 100vw, 215px\" \/><figcaption>Annette Prochnow | Die Agrarwissenschaftlerin leitet die Abteilung \u00bbTechnikbewertung und Stoffkreisl\u00e4ufe\u00ab am Leibniz-Institut f\u00fcr Agrartechnik und Bio\u00f6konomie in Potsdam und ist Professorin an der Humboldt-Universit\u00e4t zu Berlin.  <br>\u00a9 Falk Wei\u00df (Ausschnitt)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Annette Prochnow:<\/strong>&nbsp;Wir haben ja bereits eine nationale Bio\u00f6konomiestrategie. Die ist allerdings sehr allgemein gefasst. In Anbetracht zunehmender Nutzungskonflikte von Biomasse ist es sehr sinnvoll, sich damit eingehender zu besch\u00e4ftigen: Wie viel Biomasse haben wir? Wie viel davon ist frische, also prim\u00e4re Biomasse, wie viel sind Rest- und Abfallstoffe? Wie lassen sich Stoffkreisl\u00e4ufe schlie\u00dfen?<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wor\u00fcber sprechen wir denn \u00fcberhaupt, wenn von Biomasse die Rede\u00a0ist?<\/strong> <strong>Es scheint, als k\u00f6nnten da sehr viele unterschiedliche Interessen im Spiel sein\u00a0\u2026\u00a0<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p><strong>Sch\u00fcnemann:<\/strong>&nbsp;Ja, das sehe ich auch als eine gro\u00dfe Herausforderung bei der Ausarbeitung der Strategie. Dass sie nicht \u00fcberladen und \u00fcberreguliert ist und am Ende niemanden wirklich weiterbringt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Prochnow:<\/strong>&nbsp;Um es noch komplizierter zu machen: In meinen Augen fokussiert das Papier bislang noch zu sehr auf den Kohlenstoff. Dem kommt im Zuge des Klimaschutzes nat\u00fcrlich eine besondere Bedeutung zu. Aber dar\u00fcber hinaus sollte man noch Stickstoff- und Phosphorkreisl\u00e4ufe betrachten sowie m\u00f6gliche Risiken durch Schadstoffe wie Pestizide, Schwermetalle oder Pathogene einbeziehen.<a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/pdf\/der-qualm-der-energiekrise\/2046951\"><\/a><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Erste Stimmen zum Eckpunktepapier der Bundesregierung werfen die Frage auf, wie viel Biomasse \u00d6kosystemen entnommen und wie viel darin verbleiben soll, vor allem geht es um den Wald. Wie ist Ihre Haltung&nbsp;dazu?<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p><strong>Sch\u00fcnemann:<\/strong>&nbsp;Dass ein unber\u00fchrter Regenwald in Brasilien oder intakte Wald\u00f6kosysteme hier zu Lande unangetastet bleiben sollten, dar\u00fcber m\u00fcssen wir eigentlich nicht sprechen. Aber es gibt ja auch Wirtschaftsw\u00e4lder. Wenn sie nachhaltig bewirtschaftet werden, dann ist ihre CO<sub>2<\/sub>-Bilanz weitgehend neutral. Wichtig ist eine Kaskadennutzung. Das bedeutet, dass das Holz zun\u00e4chst stofflich als Rohmaterial f\u00fcr langlebige Produkte wie etwa M\u00f6bel genutzt wird, dann m\u00f6glichst recycelt und erst am Ende der Lebenszeit energetisch verwertet&nbsp;wird.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Prochnow:<\/strong>&nbsp;Das muss man in meinen Augen sehr differenziert betrachten. \u00dcber welche Arten von W\u00e4ldern und Holz sprechen wir? Es ist nat\u00fcrlich nicht sinnvoll, alte Eichen zu f\u00e4llen und zu verbrennen. Holz ist aber nicht gleich Holz. Wenn in modernen Holz-Heizkraftwerken S\u00e4gesp\u00e4ne sowie Alt- und Schwachholz energetisch genutzt werden, dann sehe ich darin f\u00fcr das Klima Vorteile. Dass es klimasch\u00e4dlicher sein soll, Holz zu verbrennen als Erd\u00f6l, diese Auffassung teile ich nicht. Wenn der Baum irgendwann verrottet, entweicht das Kohlendioxid auch, lediglich etwas langsamer.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Ja, in der Zwischenzeit bringt das verrottende Holz allerdings N\u00e4hrstoffe zur\u00fcck und bietet vielen Spezialisten eine Heimat&nbsp;\u2026 Also doch lieber im Wald lassen?<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p><strong>Prochnow:<\/strong>\u00a0Auch hier ist Augenma\u00df erforderlich, um den unterschiedlichen Zielen Rechnung zu tragen. Selbstverst\u00e4ndlich muss f\u00fcr den Erhalt der Biodiversit\u00e4t ein ausreichender Anteil an Alt- und Totholz im Wald verbleiben. Andererseits sollte dieser Anteil auf die Belange der Holznutzung und des Brandschutzes abgestimmt sein, und es muss verhindert werden, dass sich Sch\u00e4dlinge und Krankheiten ausbreiten k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Energiepflanzen wie Mais und Raps werden oft gro\u00dffl\u00e4chig in Monokulturen gezogen. Bleibt da nicht die Artenvielfalt auf der Strecke?<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p><strong>Prochnow:<\/strong>&nbsp;Da sind wir bei den Zielkonflikten. Will ich fossile Rohstoffe ersetzen und damit das Klima sch\u00fctzen oder will ich die Artenvielfalt f\u00f6rdern? Will ich Tierfutter oder lieber pflanzliche Lebensmittel anbauen? Letztlich wollen und brauchen wir alles, doch wir m\u00fcssen neue Priorit\u00e4ten setzen, ein ausgewogenes Ma\u00df finden und wo immer m\u00f6glich Synergien nutzen. So ist es eine zwingende Notwendigkeit, weniger tierische Produkte zu konsumieren. Au\u00dferdem sollten naturbasierte L\u00f6sungen vorangetrieben werden wie die Wiedervern\u00e4ssung von Mooren oder extensive Weidehaltung, die Klima- und Biodiversit\u00e4tsschutz vereinen. Aber bleiben wir mal beim Rohstoff Holz. Das Gute an B\u00e4umen ist, dass sie in die H\u00f6he wachsen und der Ertrag pro Fl\u00e4che dadurch recht gro\u00df ist. Wir erforschen zum Beispiel so genannte Kurzumtriebsplantagen. Solche Plantagen bestehen aus schnell wachsenden Geh\u00f6lzen wie Weiden und Pappeln. Die wachsen auch auf ung\u00fcnstigen Standorten, binden Kohlenstoff im Boden, lassen sich alle zwei bis f\u00fcnf Jahre ernten, zu Holzschnitzeln verarbeiten und zur klimafreundlichen Erzeugung von Strom und W\u00e4rme nutzen.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/static.spektrum.de\/fm\/912\/f2000\/104335106_pa.jpg\" alt=\"Baumreihen werden mit wirtschaftlichem Ger\u00e4t geerntet und zu Holzhackschnitzel verarbeitet.\" width=\"700\" height=\"394\" title=\"Baumreihen werden mit wirtschaftlichem Ger\u00e4t geerntet und zu Holzhackschnitzel verarbeitet.\"\/><figcaption>Kurzumtriebsplantage | In Kurzumtriebsplantagen werden schnell wachsende Geh\u00f6lze wie Pappeln oder Weiden angepflanzt, die schon nach kurzer Zeit geerntet und zu Holzschnitzeln geschreddert werden. Die B\u00e4ume treiben dann einfach neu\u00a0aus. <br>\u00a9 R. Schlepphorst \/ imageBROKER \/ picture alliance (Ausschnitt)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Anhand welcher Kriterien kann Biomasse denn \u00fcberhaupt als nachhaltig bezeichnet werden?<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p><strong>Sch\u00fcnemann:<\/strong>&nbsp;Das h\u00e4ngt davon ab, was man unter Nachhaltigkeit versteht. Mir ist immer wichtig, dass wir nicht nur auf die \u00f6kologische Nachhaltigkeit abzielen, sondern die drei Dimensionen Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt betrachten. Es kann wirtschaftlich vorteilhaft sein, Pestizide einzusetzen&nbsp;\u2013 das w\u00e4re aber nicht im Sinne der Umwelt. \u00d6kologisch hergestellte Biomasse erh\u00f6ht m\u00f6glicherweise die Preise&nbsp;\u2013 das w\u00e4re nicht sozial vertr\u00e4glich. Wir m\u00fcssen immer alle drei Teilbereiche gegeneinander abw\u00e4gen. Das ist nat\u00fcrlich keinesfalls trivial.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wie kann Biomasse zu einem sinnvollen Baustein f\u00fcr die gr\u00fcne Transformation unseres Wirtschaftssystems werden?<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p><strong>Prochnow:<\/strong>&nbsp;Das Hauptziel ist, von den fossilen Rohstoffen wegzukommen. Dazu muss man die stoffliche und die energetische Nutzung unterscheiden. Im Bereich der Energieerzeugung gibt es viele gute Alternativen zur Biomasse, wie Windr\u00e4der oder Solaranlagen. Da kann sie ein R\u00e4dchen im Gesamtgetriebe sein. Vorteile sind sicherlich, dass sich Biogas wetterunabh\u00e4ngig und dezentral erzeugen l\u00e4sst und grundlastf\u00e4hig ist. Der Fokus sollte dabei jedoch auf Rest- und Abfallstoffen liegen, die f\u00fcr nichts anderes mehr in Betracht kommen. Der Bereich der stofflichen Nutzung von Biomasse ist zwar mengenm\u00e4\u00dfig kleiner, aber hier kann sie als Kohlenstoffquelle eine gro\u00dfe Rolle spielen&nbsp;\u2013 ob f\u00fcr Biokunststoffe, biobasierte Farben, Kosmetika oder als Baumaterial.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sch\u00fcnemann:<\/strong>&nbsp;Das muss immer ganzheitlich betrachtet werden und letztlich f\u00fcr jeden Teilbereich die gesellschaftlich, \u00f6kologisch und wirtschaftlich beste L\u00f6sung gefunden werden. Im Prinzip lassen sich fossile Rohstoffe komplett durch Biomasse ersetzen, doch die Biomasseproduktion ist ebenfalls begrenzt, etwa durch die Landfl\u00e4chen auf unserer Erde. Und wie auch im Eckpunktepapier steht: Teller vor Tank. Die Nahrungsmittelproduktion darf nicht darunter leiden.<a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/pdf\/spektrum-kompakt-recycling-muell-wertstoff\/2037103?utm_source=SDW&amp;utm_medium=BA&amp;utm_content=news&amp;utm_campaign=Inline-Ad\">Das k\u00f6nnte Sie auch interessieren:&nbsp;Spektrum Kompakt&nbsp;Recycling \u2013 Wie M\u00fcll zu Wertstoff wird<\/a><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>In welchen Anwendungen hat die Nutzung von Biomasse in Ihren Augen die gr\u00f6\u00dften positiven Effekte f\u00fcr Klima, Umwelt und Biodiversit\u00e4t?<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p><strong>Sch\u00fcnemann:<\/strong>&nbsp;Definitiv dann, wenn das CO<sub>2<\/sub>&nbsp;m\u00f6glichst lange gebunden bleibt. Daher ganz klar in allen stofflichen Anwendungen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Prochnow:<\/strong>&nbsp;Die Erzeugung von Biogas aus G\u00fclle und anderen Exkrementen ist \u00f6kologisch gesehen definitiv sinnvoll und effizient. Man verwendet Reststoffe, die sonst Methan und Lachgas in die Atmosph\u00e4re abgeben w\u00fcrden, um fossile Energietr\u00e4ger zu ersetzen. Damit sch\u00fctze ich Klima, Umwelt und Biodiversit\u00e4t. Ich bin auch davon \u00fcberzeugt, dass die Kurzumtriebsplantagen einen wertvollen Beitrag leisten k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wie lassen sich die \u00d6kosystemleistungen, die eine intakte Natur erbringt, \u00f6konomisch bewerten?<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p><strong>Sch\u00fcnemann:<\/strong>&nbsp;Das ist jetzt nicht direkt mein Forschungsgebiet, aber ich wei\u00df, dass sich zum Beispiel die Best\u00e4ubungsleistung von Insekten f\u00fcr die Wirtschaft ganz gut bestimmen l\u00e4sst. Es gibt jedoch auch Werte, die man schwierig monet\u00e4r bemessen kann&nbsp;\u2013 etwa der Naherholungswert von W\u00e4ldern oder ihre Funktion als Lebensraum. Ganz grunds\u00e4tzlich sehe ich allerdings keinen Widerspruch zwischen der Nutzung von Biomasse und dem Erhalt von \u00d6kosystemen. Wir brauchen die Artenvielfalt und fruchtbare B\u00f6den zur Produktion von Biomasse, entsprechend sollte klar sein, dass wir diese Grundvoraussetzungen erhalten m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Prochnow:<\/strong>&nbsp;Auf die Biodiversit\u00e4t bezogen ist das nur sehr schwer zu sagen. Einfacher ist es zum Beispiel, dem Kohlenstoff einen Preis zu geben&nbsp;\u2013 das wird schon gemacht. Das ist dann jedoch weniger die \u00d6kosystemleistung an sich, die man bewertet, sondern nur eine Facette davon. Und letztlich ist das nat\u00fcrlich alles konstruiert, denn die Natur kommt ohne uns aus, wir aber nicht ohne sie. Das sollten wir uns bei alldem immer wieder bewusst machen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Vorteil von Biogas ist, dass es sich wetterunabh\u00e4ngig und dezentral erzeugen l\u00e4sst und grundlastf\u00e4hig ist. \u00bbDer Fokus sollte dabei aber auf Rest- und Abfallstoffen liegen, die f\u00fcr nichts anderes mehr in Betracht kommen\u00ab, sagt die Agrarwissenschaftlerin Annette Prochnow. Jeden Tag setzt die Natur mit Hilfe von Sonnenenergie Kohlenstoffverbindungen zusammen. Sie sind die Grundlage allen [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":59,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"none","nova_meta_subtitle":"Biomasse ist ein wertvoller Rohstoff. Wie gehen wir damit nachhaltig um? 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