{"id":11749,"date":"2009-07-17T00:00:00","date_gmt":"2009-07-16T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20090717-03n"},"modified":"2009-07-17T00:00:00","modified_gmt":"2009-07-16T22:00:00","slug":"verbund-waldzuknfte-fordert-neue-waldpolitik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/verbund-waldzuknfte-fordert-neue-waldpolitik\/","title":{"rendered":"Verbund &#8220;Waldzuk&uuml;nfte&#8221; fordert neue Waldpolitik"},"content":{"rendered":"<p><b>Deutschland braucht eine neue Waldpolitik. Zu diesem Ergebnis kommen Waldexperten aus Wissenschaft und Praxis in der heute vorgelegten Studie &#8220;Waldzuk\u00fcnfte: Herausforderungen f\u00fcr eine zukunftsf\u00e4hige Waldpolitik in Deutschland&#8221;. Die Fachleute aus den Bereichen Holz, Forst, Naturschutz und Politik mahnen an, sich schon jetzt f\u00fcr die zentralen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu wappnen.<\/b><\/p>\n<p><img SRC=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20090717-03\/Waldzukuenfte_Broschuere_Policy_Paper.jpg\" align=\"right\" style=\"margin-left:10px;\" BORDER=\"0\" ALT=\"Waldzukuenfte_Broschuere_Policy_Paper.jpg\"\/>&#8220;F\u00f6rstern wird nachgesagt, sie h\u00e4tten das Prinzip der Nachhaltigkeit erfunden. Doch wie soll man heute die Bewirtschaftung des Waldes langfristig planen, wenn sich unsere Umwelt rasch wandelt und zuk\u00fcnftige Entwicklungen sehr ungewiss sind?&#8221;, so Prof. Ulrich Schraml, Waldexperte der Universit\u00e4t Freiburg. F\u00fcr die heutigen Waldbesitzer werde es immer schwieriger, den vielf\u00e4ltigen gesellschaftlichen Anspr\u00fcchen gerecht zu werden. So machen gleichzeitig Naturschutzverb\u00e4nde, Holzindustrie und Brennholzkunden einen gr\u00f6\u00dferen Bedarf nach Fl\u00e4che und Rohstoff geltend. &#8220;Wenn es in Zukunft gelingen soll, eine Balance dieser Ziele zu erreichen, sind schon heute politische Korrekturen \u00fcberf\u00e4llig&#8221;, mahnt Schraml mit Blick auf die mehrfach gescheiterte Novellierung des Bundeswaldgesetzes an: &#8220;Nichtstun hat einen hohen Preis. Denn schon heute bestimmen wir das Gesicht des Waldes f\u00fcr unsere Kinder und Enkelkinder&#8221;.<\/p>\n<p>Im fach\u00fcbergreifenden Forschungsprojekt &#8220;Zuk\u00fcnfte und Visionen Wald 2100&#8221; haben Experten aus den Forstwissenschaften, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften und der Zukunftsforschung nun Bausteine f\u00fcr eine zukunftsf\u00e4hige Waldpolitik erarbeitet. In einer in der Waldwirtschaft einmaligen Delphi-Befragung haben 640 Stakeholder aus Forst- und Holzwirtschaft, Wissenschaft, Verwaltungen und Verb\u00e4nden einen Blick in die Zukunft gewagt und dabei ihr Know-how und ihre Erfahrungen eingebracht. &#8220;So konnten zentrale Zukunftsfragen, Entwicklungen und Steuerungserfordernisse identifiziert und bewertet werden, denen die Wald- und Forstwirtschaft gegen\u00fcbersteht&#8221;, erkl\u00e4rt Siegfried Behrendt, Zukunftsforscher am Institut f\u00fcr Zukunftsstudien und Technologiebewertung. Diese zentralen Zukunftsfragen des Waldes wurden auf mehreren Konferenzen und Experten-Workshops mit relevanten Akteuren diskutiert. Auch Sch\u00fcler und Auszubildende haben im Rahmen einer Jugendkonferenz ihre W\u00fcnsche und Visionen f\u00fcr die Zukunft des Waldes formuliert.<\/p>\n<p>&#8220;Beim Wald geht es nicht nur um Holzproduktion oder Naturschutz. Wald ist unverzichtbar f\u00fcr Wasserhaushalt, Kohlenstoffspeicherung und klimatischen Ausgleich &#8211; und er bietet Erholungsraum f\u00fcr den Menschen&#8221;, so Dr. Jesko Hirschfeld, Fachmann f\u00fcr Wasser- und Landmanagement am Institut f\u00fcr \u00f6kologische Wirtschaftsforschung. &#8220;Waldpolitik geht uns alle an &#8211; nicht nur die Forstpolitiker und Waldexperten.&#8221; Insbesondere beanstanden die Experten eine fehlende Langfristperspektive der deutschen Waldpolitik. Sie fordern die Entscheidungstr\u00e4ger nachdr\u00fccklich auf, sich mit der Zukunft des Waldes auseinanderzusetzen und eine Waldpolitik jenseits von Ressortdenken und mittelfristigen Teill\u00f6sungen zu betreiben.<\/p>\n<p>Als Grundlage f\u00fcr die Gestaltung der Waldpolitik haben die Wissenschaftler drei m\u00f6gliche Entwicklungsszenarien f\u00fcr den Wald bis zum Jahr 2100 erarbeitet. &#8220;Szenarien sind keine Prognosen&#8221;, so Beate Schulz-Montag, Zukunftsforscherin bei Z_punkt The Foresight Company. &#8220;Aber sie f\u00f6rdern ein zukunftsrobustes Handeln heutiger Akteure, indem sie die langfristigen Auswirkungen heutiger Weichenstellungen sowie die Chancen und Risiken unterschiedlicher Zukunftsstrategien aufzeigen.&#8221;<\/p>\n<p>Mit folgenden Empfehlungen wenden sich die Experten an die Politik:<\/p>\n<ul>\n<li>Die von der Gro\u00dfen Koalition vers\u00e4umte Novellierung des Bundeswaldgesetzes sollte vom neu gew\u00e4hlten Bundestag m\u00f6glichst schnell wieder in Angriff genommen und damit wichtige Grundlagen f\u00fcr eine nachhaltige Waldnutzung geschaffen werden.<\/li>\n<li>Vor allem der Umgang mit neuen Nutzungsformen zwischen Land- und Forstwirtschaft wie Kurzumtriebsplantagen und Agroforstsystemen muss endlich geregelt werden. Aber auch ver\u00e4nderte Waldeigentumsverh\u00e4ltnisse und Bed\u00fcrfnisse der Holzindustrie verlangen ein Nachjustieren der veralteten gesetzlichen Regelungen.<\/li>\n<li>Waldpolitik ist als politische Querschnittsaufgabe aktiv zu gestalten. Die B\u00fcndelung und Abstimmung der verschiedenen Interessen in einer Gesamtwaldstrategie sollte von der Bundesregierung konsequent fortgesetzt und mit den L\u00e4ndern abgestimmt werden.<\/li>\n<li>Um in Deutschland einen fortdauernden Dialog \u00fcber die Zukunft der Waldnutzung f\u00fchren zu k\u00f6nnen, sollte der ins Stocken geratene Prozess des Nationalen Waldprogramms durch eine Orientierung auf Zukunftsfragen und eine h\u00f6here Verbindlichkeit seiner Ergebnisse wieder in Schwung gebracht werden.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das Projekt &#8220;Zuk\u00fcnfte und Visionen Wald 2100&#8221; wurde vom Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Programms &#8220;Nachhaltige Waldwirtschaft&#8221; gef\u00f6rdert.<\/p>\n<p><b>Projektpartner im Verbund Waldzuk\u00fcnfte<\/b><\/p>\n<ul>\n<li>Institut f\u00fcr Forst- und Umweltpolitik (IFP) an der Universit\u00e4t Freiburg<\/li>\n<li>INFIS &#8211; Institut f\u00fcr internationale Sozialforschung e.V. (Projektkoordination)<\/li>\n<li>Institut f\u00fcr \u00f6kologische Wirtschaftsforschung (I\u00d6W)<\/li>\n<li>Institut f\u00fcr Zukunftsstudien und Technologiebewertung (IZT)<\/li>\n<li>Karl Moser Consulting, Professur f\u00fcr Umweltethik am Institut f\u00fcr Botanik und Landschafts\u00f6kologie der Ernst-Moritz-Arndt-Universit\u00e4t Greifswald<\/li>\n<li>Z_punkt The Foresight Company<\/li>\n<\/ul>\n<p><b>Weitere Informationen<\/b><\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/www.waldzukuenfte.de\/\" >Projekt Zuk\u00fcnfte und Visionen Wald 2100: Langfristige Perspektiven von Wald- und Landnutzung \u2013 Entwicklungsdynamiken, normative Grundhaltungen und Governance<\/a><\/li>\n<li>Policy Paper: <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20090717-03\/Waldzukuenfte_Broschuere_Policy_Paper.pdf\" >Zuk\u00fcnfte und Visionen Wald 2100 (Hrsg.) (2009)<br \/>Waldzuk\u00fcnfte: Herausforderungen f\u00fcr eine zukunftsf\u00e4hige Waldpolitik in Deutschland.<\/a> (PDF-Dokument, 4,4 MB)<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Deutschland braucht eine neue Waldpolitik. 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