{"id":11723,"date":"2009-07-29T00:00:00","date_gmt":"2009-07-28T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20090729-02n"},"modified":"2017-12-12T12:16:51","modified_gmt":"2017-12-12T11:16:51","slug":"nova-ueberblick-biowerkstoffe-aktuell","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/nova-ueberblick-biowerkstoffe-aktuell\/","title":{"rendered":"nova-\u00dcberblick: Biowerkstoffe aktuell"},"content":{"rendered":"<p><b>Die Entwicklung bei Biowerkstoffen ist in vollem Gange: st\u00e4ndig kommen neue Produkte auf den Markt, die den Einsatzbereich dieser Stoffgruppe erweitern. Die Produktionsmengen werden ausgeweitet \u2013 wie die WPC-Zahlen f\u00fcr 2008 zeigen, auch gegen den allgemeinen Branchentrend. F\u00fcr das Nachrichten-Portal &#8220;Nachwachsende Rohstoffe&#8221; und die Zeitschrift &#8220;energie pflanzen&#8221; stellt das nova-Institut regelm\u00e4\u00dfig aktuelle Highlights der Entwicklung zusammen.<\/b><\/p>\n<div style=\"float: right; margin-left: 10px;\">\n<table border=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20090729-02\/09-06_Biowerkstoffe_aktuell_Gras.JPG\" alt=\"Direkt aus der Graspresse der ersten Gr\u00fcnen Bio-&lt;br \/&gt;raffinerie \u00d6sterreichs in Utzenaich: Grassaft vor &lt;br \/&gt;(rechts) und nach der 1. Reinigungsstufe (links), &lt;br \/&gt;Gras und Presskuchen. Foto: Erika Ganglberger\" align=\"left\" border=\"0\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"font-size: 10px;\" align=\"left\">Direkt aus der Graspresse der ersten Gr\u00fcnen Bio-<br \/>\nraffinerie \u00d6sterreichs in Utzenaich: Grassaft vor<br \/>\n(rechts) und nach der 1. Reinigungsstufe (links),<br \/>\nGras und Presskuchen. Foto: Erika Ganglberger<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>Biokunststoffe: PLA in neuen Anwendungen<\/p>\n<p><b><\/b><br \/>\nDer Getr\u00e4nkeriese Coca-Cola wagt einen Schritt nach vorn und setzt pflanzliche Stoffe f\u00fcr seine Flaschen ein. Allerdings soll die &#8220;PlantBottle&#8221; h\u00f6chstens 30% Nachwachsende Rohstoffe enthalten und in der ersten Phase nur im Tafelwasser Dasani eingesetzt werden. Noch in diesem Jahr sollen kohlens\u00e4urehaltige Getr\u00e4nke folgen.<\/p>\n<p>Geht es um Neu- und Weiterentwicklungen bei marktf\u00e4higen Produkten, so ist oft die Stoffgruppe der Polylactide (PLA) im Spiel. So sind die immer zahlreicheren Kredit-, Mitglieds- oder Kundenkarten im Scheckkartenformat mittlerweile statt aus PVC auch aus dem mikrobiologisch erzeugten Biokunststoff PLA erh\u00e4ltlich. Au\u00dfergew\u00f6hnlich ist der Ansatz der Schweden bei S\u00f6dra Cell R&amp;D, die PLA mit Spezialzellstoff zu verst\u00e4rken und damit einen hochwertigen Werkstoff zu schaffen: DuraPulp. Ein stapelbarer Kinderstuhl mit farbenfroher Werbekampagne sorgt f\u00fcr ein frisches Image des Materials zur Markteinf\u00fchrung.<\/p>\n<p>Die als Ausgangsprodukt f\u00fcr PLA dienende Milchs\u00e4ure wird in der Regel aus St\u00e4rke und Zucker biotechnologisch hergestellt. Seit Mai 2009 zeigt eine Bioraffinerie im \u00f6sterreichischen Utzenaich, dass auch Grassilage ein Chemierohstoff ist. Das G\u00e4rmaterial wird ausgepresst, um Aminos\u00e4uren und Milchs\u00e4ure als wertvolle Inhaltsstoffe abzutrennen, bevor der Presskuchen in die Biogasanlage wandert. Auch wenn das Verfahren bisher lediglich im Demonstrationsma\u00dfstab umgesetzt wird: F\u00fcr die vom Milchmarkt gebeutelten Gr\u00fcnlandbauern w\u00e4re diese zus\u00e4tzliche Nutzungsm\u00f6glichkeit willkommen.<\/p>\n<p>Bei der Herstellung von Polyurethanen (PU) mit Nawaro-Anteil spielt bisher neben Glyzerin und Zucker vor allem das Rizinus\u00f6l des tropischen Wunderbaums eine Rolle. Als einziges massenverf\u00fcgbares Pflanzen\u00f6l besitzt es die von herk\u00f6mmlichen Prozessen ben\u00f6tigten chemischen Eigenschaften, um zu Polyurethanpolymeren zu reagieren. Bayer MaterialScience stellte nun einen Prozess vor, f\u00fcr den auch heimisches Raps\u00f6l eingesetzt werden kann. Bei Pflanzen\u00f6lanteilen von 10 bis 15 Prozent gilt so hergestelltes PU nicht als Biowerkstoff \u2013 hierf\u00fcr sind je nach Definition Nawaro-Anteile von mindestens 20% n\u00f6tig. Ein Fortschritt gegen\u00fcber reinen Erd\u00f6lprodukten ist es jedoch in jedem Fall.<\/p>\n<p>Entlassungen stehen dem Biokunststoffhersteller Cereplast ins Haus: Aufgrund steigender Verluste l\u00e4sst das Unternehmen k\u00fcnftig externe Compoundeure die Produktion erledigen, das verbleibende Team soll sich auf Produktentwicklung und Vertrieb konzentrieren. Erst im August vergangenen Jahres hatte das US-amerikanische Unternehmen eine neue Produktionsanlage im Bundesstaat Indiana er\u00f6ffnet, die im Endausbau eine Jahreskapazit\u00e4t von 220.000 Tonnen Biokunststoffe erreichen und 200 Mitarbeiter besch\u00e4ftigen sollte.<\/p>\n<p><b>Biowerkstoffe: Technologie und Optik <\/b><br \/>\n2008 war ein Boomjahr f\u00fcr Wood-Plastic-Composites (WPC), Biowerkstoffe aus Holzsp\u00e4nen und Polymeren. W\u00e4hrend der Umsatz der deutschen Holzwerkstoffindustrie um 9,1% sank, stieg die WPC-Produktion im selben Zeitraum laut Freedonia um 78% auf 26.000 t. F\u00fcr die USA sch\u00e4tzt die Freedonia Group das Wachstum bei Terrassendielen aus WPC und Kunststoffen auf j\u00e4hrlich etwa 10% bis 2013, der Umsatz bei Holzdielen dagegen soll lediglich um 1% zunehmen. Neben der klassischen Verwendung als Terrassendiele findet sich WPC in immer neuen Anwendungen. Zur World Expo 2010 verkleidet die Finnische Delegation ihren Designer-Pavillion \u00f6ffentlichkeitswirksam mit Schindeln aus WPC.<\/p>\n<p>Eine Idee der BASF zeigt, dass die gute alte Spanplatte technisch noch nicht ausgereizt ist. Neben Leim als Bindemittel wird den &#8220;Kaurit Light Platten&#8221; auch ein aufgesch\u00e4umter Kunststoff zugesetzt. Der Werkstoff wird so um rund ein Drittel leichter als herk\u00f6mmliche Ware und findet Absatz beispielsweise als K\u00fcchenarbeitsplatte. Die \u00d6koeffizienz der Neuerung soll der einer herk\u00f6mmlichen Spanplatte entsprechen.<\/p>\n<p>Um Leichtgewichte geht es auch im Flugzeugbau. Dort k\u00f6nnten Verbundwerkstoffe mit Naturkork fossilen Materialien k\u00fcnftig den Rang ablaufen. F\u00fcr besonders leichte Flugzeuge testet das Projekt AEROCORK diesen neuen Einsatzbereich. Die ersten Testfl\u00fcge im korkreichen MCR Flugzeug sind f\u00fcr die zweite Jahresh\u00e4lfte 2010 vorgesehen.<\/p>\n<p><b>Biowerkstoff-Kongress<\/b><br \/>\nBranchentrends und Entwicklungen zu Naturfaserverst\u00e4rkten Polymeren und anderen Biowerkstoffen bietet der Biowerkstoff-Kongress am 26. und 27. Oktober 2009 im Internationalen Congresscenter Stuttgart (ICS), den das nova-Institut in Zusammenarbeit mit der AVK und der Composites Europe veranstaltet. Informationen zu Kongress, Ausstellung und Innovationspreis Biowerkstoff des Jahres 2009: <a href=\"http:\/\/www.biowerkstoff-kongress.de\/\">www.biowerkstoff-kongress.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Die Entwicklung bei Biowerkstoffen ist in vollem Gange: st&auml;ndig kommen neue Produkte auf den Markt, die den Einsatzbereich dieser Stoffgruppe erweitern. 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