{"id":11679,"date":"2009-05-11T00:00:00","date_gmt":"2009-05-10T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20090511-06n"},"modified":"2009-05-11T00:00:00","modified_gmt":"2009-05-10T22:00:00","slug":"jki-bewaesserung-und-wasserbedarf-von-energiepflanzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/jki-bewaesserung-und-wasserbedarf-von-energiepflanzen\/","title":{"rendered":"JKI: Bew\u00e4sserung und Wasserbedarf von Energiepflanzen"},"content":{"rendered":"<p><b>Dass mit dem Klimawandel Wasser k\u00fcnftig in der Landwirtschaft der limitierende Faktor sein wird, ist unstrittig. Dabei geht es nicht nur um j\u00e4hrliche Niederschlagsmengen. Das Wasser muss auch zu bestimmten Zeiten, n\u00e4mlich w\u00e4hrend der Hauptwachstumsphase der Pflanzen, verf\u00fcgbar sein. Das Problem l\u00e4sst sich nicht beliebig durch eine Zusatzbew\u00e4sserung kompensieren. Deshalb sind Energielandwirte immer mehr auf an Trockenheit angepasste Energiepflanzen wie Futterhirse oder Sudangras angewiesen. Durch eine sinnvolle Abfolge von Winter- und Sommerkultur lie\u00dfe sich ebenfalls sicherstellen, dass immer genug Pflanzenmaterial f\u00fcr die Biogasanlage bereit steht. Eine Anbaualternative bietet auch der Mischanbau von zwei oder mehr Energiepflanzenarten auf demselben Acker. Je nach Standort und Bodenqualit\u00e4t f\u00fchrt eine andere Strategie zum Ziel. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler, die seit 2005 im Forschungsverbund Anbausysteme f\u00fcr Energiepflanzen untersuchen. Die Forscher vom Julius K\u00fchn-Institut (JKI) in Braunschweig haben nun noch mehr Zeit, um ihre Empfehlungen f\u00fcr die Energielandwirte zu pr\u00e4zisieren. Das von Dr. Siegfried Schittenhelm geleitete Teilprojekt &#8220;Bew\u00e4sserung und Wasserbedarf von Energiepflanzen&#8221; wurde jetzt verl\u00e4ngert.<\/b><\/p>\n<div style=\"float:right;margin-left:10px;\">\n<table border=\"0\">\n<tr>\n<td><img SRC=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20090511-06\/060509_Mais_Futterhirse.jpg\" align=\"left\" BORDER=\"0\" ALT=\"Energiepflanzen im Anbauversuch.<br \/>Quelle: Schittenhelm\/JKI&#8221;><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"font-size:10px;\" align=\"left\">Energiepflanzen im Anbauversuch.<br \/>Quelle: Schittenhelm\/JKI<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>Um die Trockentoleranz von Futterhirse, Sudangras und Mais zu vergleichen, werden derzeit auf dem Braunschweiger Versuchsfeld die drei Kulturen nebeneinander ausges\u00e4t. &#8220;Bisher gab es kaum Erfahrungswerte zum Wasserbedarf der neuen Rohstoffpflanzen&#8221;, berichtet Dr. Schittenhelm. Die Sorghumhirsen sind wie Mais C4-Pflanzen und sehen diesem auch sehr \u00e4hnlich. Dabei sind sie deutlich trockentoleranter, da sie ihr Wachstum bei Trockenheit unterbrechen und sp\u00e4ter wieder aufnehmen k\u00f6nnen. &#8220;Bei den prognostizierten l\u00e4ngeren Sommertrockenperioden sind sie damit eindeutig im Vorteil&#8221;, sagt der Wissenschaftler vom JKI. Ihm geht es darum zu schauen, wie sich die Pflanzen auf deutschen \u00c4ckern entwickeln, wie sich ihr Ertrag durch pflanzenbauliche Ma\u00dfnahmen steigern l\u00e4sst und wie sie sich sinnvoll in eine Fruchtfolge einbinden lassen. Schlie\u00dflich soll mit weniger Wasser derselbe Biomasseertrag produziert werden. &#8220;Hohe und stabile Biomasseertr\u00e4ge sind eine wesentliche Voraussetzung f\u00fcr die Wirtschaftlichkeit von Biogasanlagen&#8221;, so Dr. Schittenhelm. Unter den jetzigen Bedingungen macht Mais noch eine ausreichend gute Figur, vorausgesetzt, es f\u00e4llt gen\u00fcgend Regen w\u00e4hrend seiner Hauptwachstumszeit von Juni bis August.<\/p>\n<p>Eine weitere geeignete Anpassung an den Klimawandel besteht in der effizienten Ausnutzung der Winterbodenfeuchte. Besonders geeignet ist eine Winterkultur wie Gr\u00fcnschnittroggen. Er wird bereits im Mai &#8220;gr\u00fcn&#8221; geerntet. Danach ist das Feld frei f\u00fcr w\u00e4rmeliebende Sommerkulturen wie Sorghumhirse oder Mais. Beim Anbau zweier Kulturen verteilen sich zudem die witterungsbedingten Produktionsrisiken auf zwei Ernten.<\/p>\n<p>Entsprechendes gilt auch f\u00fcr den Mischanbau. So k\u00f6nnte der gleichzeitige Anbau von Sonnenblume und Mais auf demselben Feld nicht nur zu einem vielgestaltigeren Landschaftsbild beitragen, m\u00f6glicherweise erzielt man mit einem Rohstoffmix auch h\u00f6here Gasausbeuten als wenn nur Mais in der Biogasanlage landet.<\/p>\n<p>Auf sommertrockenen Sandb\u00f6den, wie sie beispielsweise in Brandenburg vorherrschen, lassen sich die n\u00f6tigen hohen und stabilen Ertr\u00e4ge in Zukunft nur erreichen, wenn die Felder k\u00fcnstlich bew\u00e4ssert werden. Eine gezielte Bew\u00e4sserung in der Wachstumsphase w\u00fcrde sich sogar rechnen, ist jedoch nicht \u00fcberall m\u00f6glich oder \u00f6kologisch sinnvoll. Langfristig werden also wahrscheinlich mehr trockentolerante Kulturen wie Futterhirse und Sudangras auf deutschen \u00c4ckern zu finden sein.<\/p>\n<p>Letztlich muss sich der Einsatz der Produktionsmittel f\u00fcr den Landwirt rechnen. Mit pauschalen Empfehlungen ist es nicht getan, denn es geht um nachhaltige Anbausysteme f\u00fcr die Praxis. Deshalb spielen neben dem vom Julius K\u00fchn-Institut und seinen Partnern untersuchten Aspekt &#8220;Wasser&#8221; auch die Bodenbearbeitung, Aussaat- und Erntezeiten, Silierf\u00e4higkeit und Biogasausbeuten verschiedener Kulturen sowie \u00f6kologische und \u00f6konomische Folgewirkungen eine entscheidende Rolle. Antworten auf diese Fragen werden in f\u00fcnf weiteren Teilprojekten erarbeitet. Die F\u00f6rdergelder stammen vom Bundesministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV). Projekttr\u00e4ger ist die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR).<\/p>\n<p><b>\u00dcber das Projekt<\/b><br \/>EVA ist ein seit 2005 vom Bundeslandwirtschaftsministerium \u00fcber ihren Projekttr\u00e4ger &#8220;Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR)&#8221; gef\u00f6rdertes Verbundprojekt. Das Projekt, das standortangepasste Anbausysteme f\u00fcr Energiepflanzen untersucht, geht dieses Jahr in die zweite F\u00f6rderphase. Bis 2012 werden nochmals 6,7 Mio. Euro bereitgestellt von denen auch das Teilprojekt 5 &#8220;Bew\u00e4sserung und Wasserbedarf von Energiepflanzen&#8221; profitiert. Diese Untersuchungen werden vom Julius K\u00fchn-Institut in Braunschweig koordiniert. Daneben sind das Leibnitz-Zentrum f\u00fcr Agrarlandschaftsforschung (ZALF) und das Landwirtschaftliche Technologiezentrum Augustenberg (LTZ) mit Versuchsstandorten in M\u00fcncheberg bzw. Forchheim beteiligt.<\/p>\n<p><b>\u00dcber Sorghumhirsen<\/b><br \/>Sorghumhirsen sind einj\u00e4hrige gro\u00dfk\u00f6rnige Hirsen. Es werden drei Gruppen unterschieden: Futterhirse (Sorghum bicolor), Sudangras (Sorghum sudanense) sowie Mischtypen aus den beiden Gruppen. In ihrer Heimat Afrika erreichen die Sorghumhirsen Wuchsh\u00f6hen von 3 bis 5 m. Beim Anbau im gem\u00e4\u00dfigten Klimaraum ist ihre Frostempfindlichkeit und langsame Jugendentwicklung von Nachteil. Deshalb erfolgt die Aussaat der Kultursorten erst ab Mitte Mai. Geerntet wird mit dem Maish\u00e4cksler vor den ersten Nachtfr\u00f6sten von Mitte September bis Ende Oktober. Die Trockenmasseertr\u00e4ge von Sorghumhirse in Deutschland bewegen sich zwischen 10 und 25 Tonnen pro Hektar und erreichen insbesondere in Trockenjahren das Niveau von Mais.<\/p>\n<p><b>Kontakt<\/b><br \/>Dr. Siegfried Schittenhelm<br \/>Julius K\u00fchn-Institut \u2013 Bundesforschungsinstitut f\u00fcr Kulturpflanzen (JKI)<br \/>Institut f\u00fcr Pflanzenbau und Bodenkunde<br \/>Bundesallee 50<br \/>38116 Braunschweig<br \/>Tel.: 0531-596-23 18<br \/>E-Mail: <a href=\"mailto:siegfried.schittenhelm@jki.bund.de\">siegfried.schittenhelm@jki.bund.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Dass mit dem Klimawandel Wasser k&uuml;nftig in der Landwirtschaft der limitierende Faktor sein wird, ist unstrittig. Dabei geht es nicht nur um j&auml;hrliche Niederschlagsmengen. 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