{"id":11672,"date":"2009-05-14T00:00:00","date_gmt":"2009-05-13T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20090514-03n"},"modified":"2009-05-14T00:00:00","modified_gmt":"2009-05-13T22:00:00","slug":"forschung-vom-biooel-zu-basis-chemikalien-in-einem-rutsch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/forschung-vom-biooel-zu-basis-chemikalien-in-einem-rutsch\/","title":{"rendered":"Forschung: Vom Bio\u00f6l zu Basis-Chemikalien in einem Rutsch"},"content":{"rendered":"<p><b>Durch Verfahren wie Pyrolyse oder Verfl\u00fcssigung l\u00e4sst sich aus Biomasse ein Bio\u00f6l gewinnen, das als vielversprechender erneuerbarer Energietr\u00e4ger gilt. Ein Team aus deutschen und chinesischen Wissenschaftlern um Johannes A. Lercher von der Technischen Universit\u00e4t M\u00fcnchen hat ein neues katalytisches Verfahren entwickelt, mit dem sich Bestandteile von Bio\u00f6l direkt in Alkane und Methanol umsetzen lassen. Wie die Forscher in der Zeitschrift Angewandte Chemie berichten, basiert es auf einer &#8220;Eintopfreaktion&#8221;, die durch ein Edelmetall auf einem Kohlenstofftr\u00e4ger, kombiniert mit einer anorganischen S\u00e4ure, katalysiert wird.<\/b><\/p>\n<p><img SRC=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20090514-03\/Ohne_Titel.jpg\" align=\"right\" style=\"margin-left:10px;\" BORDER=\"0\" ALT=\"Ohne_Titel.jpg\"\/>Bio\u00f6l ist eine w\u00e4ssrige, saure, hoch oxidierte Mischung. Sein hoher Sauerstoffgehalt und seine Instabilit\u00e4t wirken sich jedoch nachteilig aus, als fl\u00fcssiger Kraftstoff kann es bisher nicht direkt genutzt werden. Als Quelle f\u00fcr Basis-Rohstoffe w\u00e4re es sehr interessant, wenn es gel\u00e4nge, daraus Alkane zu gewinnen. Alkane, auch als Paraffine bezeichnet, sind ges\u00e4ttigte Kohlenwasserstoffe, die zu den wichtigsten Grundstoffen der chemischen Industrie z\u00e4hlen, etwa als Ausgangsprodukte zur Kunststoffherstellung. Au\u00dferdem z\u00e4hlen sie zu den wichtigsten Brennstoffen der Weltwirtschaft.<\/p>\n<p>Bio\u00f6l enth\u00e4lt eine so genannte phenolische Fraktion. Dies sind Verbindungen, deren Grundger\u00fcst aus einem aromatischen Kohlenstoff-Sechsring besteht, der Hydroxygruppen (OH-Gruppen) tr\u00e4gt. Die phenolischen Bestandteile des Bio\u00f6ls lassen sich mit dem neuen Verfahren mit sehr hoher Selektivit\u00e4t zu Cycloalkanen (ringf\u00f6rmigen Alkanen) und Methanol umsetzen. Die Forscher konnten dies an verschiedenen Modellsubstanzen zeigen. Als Katalysator setzten sie in ihren Versuchen Palladium auf einem Kohlenstofftr\u00e4ger ein, Phosphors\u00e4ure dient bei der Reaktion als Protonenlieferant.<\/p>\n<p>Die Reaktion ist eine so genannte Eintopfreaktion, das hei\u00dft, eine einstufige Reaktion, deren einzelne Teilreaktionen (Hydrierung, Hydrolyse und Dehydratisierung) ohne zwischengeschaltete Aufarbeitungsschritte einfach in dem selben Reaktor ablaufen. Erfolgsgeheimnis ist der Katalysator, der in der Lage ist, alle diese unterschiedlichen Teilreaktionen in Gang zu bringen. Am Ende entsteht eine Mischung verschiedener Alkane, die sich als zweite Phase absetzt und so leicht von der w\u00e4ssrigen Bio\u00f6lphase getrennt werden kann. Das neue Verfahren ist ein praktikabler Ansatz f\u00fcr die direkte Nutzung von Bio\u00f6l zur Alkanherstellung.<\/p>\n<p><b>Weitere Informationen<\/b><br \/>Johannes A. Lercher, 209: Highly Selective Catalytic Conversion of Phenolic Bio-Oil to Alkanes. Angewandte Chemie 2009, 121, No. 22, 3987\u20133990, doi: 10.1002\/ange.200900404<\/p>\n<p><b>Kontkt<\/b><br \/>Prof. Dr. Johannes Lercher<br \/>TU M\u00fcnchen<br \/>Tel.: 089-28 91 35 40<br \/>E-Mail: johannes.lercher@ch.tum.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Durch Verfahren wie Pyrolyse oder Verfl&uuml;ssigung l&auml;sst sich aus Biomasse ein Bio&ouml;l gewinnen, das als vielversprechender erneuerbarer Energietr&auml;ger gilt. 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