{"id":11661,"date":"2009-05-18T00:00:00","date_gmt":"2009-05-17T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20090518-05n"},"modified":"2009-05-18T00:00:00","modified_gmt":"2009-05-17T22:00:00","slug":"starkes-stammholz-besser-als-sein-ruf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/starkes-stammholz-besser-als-sein-ruf\/","title":{"rendered":"Starkes Stammholz besser als sein Ruf"},"content":{"rendered":"<p><b>Die als &#8220;Starkholz&#8221; bezeichneten \u00fcber 40 Zentimeter dicken Baumst\u00e4mme haben ein Absatzproblem. Die neuen S\u00e4gewerke und die Holzindustrie bevorzugen d\u00fcnnere St\u00e4mme, da diese sich leichter verarbeiten lassen. Zu Unrecht, konnten Wissenschaftler der Technischen Universit\u00e4t M\u00fcnchen (TUM) zeigen: Ein neues Verarbeitungsverfahren hilft dem Image der &#8220;starken St\u00e4mme&#8221; auf die Spr\u00fcnge.<\/b><\/p>\n<p>Der moderne Holzbau verlangt zunehmend nach standardisierten Holzbauprodukten f\u00fcr optisch ansprechende Fassaden und weit gespannte Tragwerke. Viele Privatwaldbesitzer in Bayern, die einen hohen Starkholzanteil in ihren W\u00e4ldern haben, nutzen diese Marktchance bisher kaum. Denn die Holzindustrie bevorzugt d\u00fcnnere St\u00e4mme &#8211; wagenradgro\u00dfe Holzdurchmesser werden kaum gekauft. Unterst\u00fctzung bekommen die Waldbesitzer jetzt von Wissenschaftlern der TU M\u00fcnchen: Prof. Gerd Wegener, Prof. Peter Glos und Forstassessor Michael Tratzmiller zeigen auf, wie das bisher untersch\u00e4tzte starke Stammholz den anspruchsvollen Holzmarkt erobern kann.<\/p>\n<p>Die Forscher wissen: Holz ist nicht gleich Holz &#8211; und das bezieht sich nicht nur auf die Holzarten wie Fichte, Tanne und L\u00e4rche. Ein Stamm weist am Stammfu\u00df generell andere Eigenschaften auf als zum Wipfel hin, auch um das Mark ist Holz anders beschaffen als in den Randbereichen. Ein St\u00fcck Holz aus dem \u00e4u\u00dferen Stammbereich von Starkholz hat gegen\u00fcber einem St\u00fcck aus Markn\u00e4he oder aus einem d\u00fcnneren Stamm drei Vorteile: Erstens ist es fester, da es eine h\u00f6here Rohdichte besitzt und geringere Astanteile hat. Daneben treten Risse seltener auf, auch die Verdrehungsneigung ist geringer. Und drittens &#8220;verziehen&#8221; sich die Querschnitte von Starkholz weniger beim Trocknen.<\/p>\n<p>Um diese Potenziale des Starkholzes optimal zu nutzen, m\u00fcssen die St\u00e4mme jedoch richtig ges\u00e4gt und anschlie\u00dfend je nach Verwendungszweck sortiert werden. Bez\u00fcglich der richtigen Einschnitttechnik am Starkholzstamm empfehlen die TUM-Holzforscher: Um viele Bretter mit hoher Festigkeit zu gewinnen, sollte man beim S\u00e4gen die Lage der Jahresringe ber\u00fccksichtigen. Ideal ist demnach der so genannte Riftschnitt: Hier wird &#8220;mit stehenden Jahresringen&#8221; geschnitten. Dabei entstehen besonders feste Bretter, weil die Zuwachszonen des Holzes rechtwinklig zur Brettbreite liegen und die Faserabweichungen durch die Astanteile geringer sind.<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend k\u00f6nnen die &#8211; je nach Dimension als Balken, Bretter oder Kanteln bezeichneten &#8211; Bauh\u00f6lzer nicht nur einer visuellen, sondern auch einer maschinellen Sortierung unterzogen werden. Die TUM-Wissenschaftler haben herausgefunden, dass neue Sortiermaschinen, die Rohdichte und Steifigkeit der H\u00f6lzer sowie deren Astanteile bestimmen, eine sinnvolle Alternative zum Auge des Fachmanns sind. Nach der Einteilung in verschiedene Festigkeitsklassen k\u00f6nnen die H\u00f6lzer entsprechend weiterverarbeitet werden: Die beim Riftschnitt entstandenen Bretter (&#8220;Rifts&#8221;) eignen sich sehr gut zur Herstellung von leichten Tr\u00e4gern und Platten mit hoher Tragf\u00e4higkeit.<\/p>\n<p>Das Verfahren entwickelte der Lehrstuhl zusammen mit Praxispartnern. Die TUM-Wissenschaftler pr\u00e4sentieren ihre Innovationen in Workshops und auf Messen bei Bauplanern und Unternehmensvertretern. Das Feedback gibt den Holzforschern recht: Starkholz ist ein Baustoff mit Zukunft.<\/p>\n<p><b>Kontakt<\/b><br \/>Technische Universit\u00e4t M\u00fcnchen<br \/>Lehrstuhl f\u00fcr Holzkunde und Holztechnik<br \/>Prof. Dr. Gerd Wegener<br \/>80797 M\u00fcnchen<br \/>Tel. 089-2180-64 20<br \/>E-Mail: <a href=\"mailto:wegener@wzw.tum.de\">wegener@wzw.tum.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Die als &#8220;Starkholz&#8221; bezeichneten &uuml;ber 40 Zentimeter dicken Baumst&auml;mme haben ein Absatzproblem. 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