{"id":116555,"date":"2022-10-07T07:26:00","date_gmt":"2022-10-07T05:26:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=116555"},"modified":"2022-10-05T15:46:12","modified_gmt":"2022-10-05T13:46:12","slug":"biookonomieforum-mit-nachhaltigen-innovationen-den-krisen-begegnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/biookonomieforum-mit-nachhaltigen-innovationen-den-krisen-begegnen\/","title":{"rendered":"Bio\u00f6konomieforum: Mit nachhaltigen Innovationen den Krisen begegnen"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><\/h2>\n\n\n\n\n\n<p>Erstmals richtete der seit 2020 berufene Bio\u00f6konomierat der Bundesregierung (B\u00d6R) das Bio\u00f6konomie-Forum aus, um mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Forschung und Gesellschaft \u00fcber die Rolle der Bio\u00f6konomie f\u00fcr eine nachhaltige Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft zu diskutieren. \u201eWir wollen ein Zwischenfazit der bisherigen Ratsarbeit ziehen \u2013 aber auch verdeutlichen, dass Bio\u00f6konomie ein Schl\u00fcssel ist, um L\u00f6sungen f\u00fcr die verschiedenen Krisen unserer Zeit zu entwickeln\u201c, sagte die Co-Vorsitzende des Bio\u00f6konomierats Daniela Thr\u00e4n.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/biooekonomie.de\/sites\/default\/files\/2022-09\/Boe-Forum_VDI-TZ_bundesfoto_OH_5683.jpg\" alt=\"Auf dem Podium des Bio\u00f6konomieforums: Desiree Duray (Moderation), Thomas Karle (Energielandwirt) Raffael Wohlgesinger (FORMO), Silvia Bender (BMEL), Judith Pirscher (BMBF), Iris Lewandowski (B\u00d6R)\" width=\"751\" height=\"422\"\/><figcaption>Auf dem Podium des Bio\u00f6konomieforums: Desiree Duray (Moderation), Thomas Karle (Energielandwirt) Raffael Wohlgesinger (FORMO), Silvia Bender (BMEL), Judith Pirscher (BMBF), Iris Lewandowski (B\u00d6R).&nbsp;QuelleOle Heinrich &#8211; bundesfoto<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>D\u00e9siree Duray moderierte das Digital-Event vom 21. bis 22. September aus einem Studio in den R\u00e4umen des Bundesministeriums f\u00fcr Bildung und Forschung (BMBF). Die Teilnehmenden an den Monitoren konnten per Live-Umfragetool Slido Fragen stellen oder sich an Umfragen beteiligen. Parallel zum Forum trafen sich die Ratsmitglieder in Workshops und Arbeitsgruppen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Europa und der Green Deal<\/h3>\n\n\n\n<p>\u201eDie gegenw\u00e4rtigen Krisen versch\u00e4rfen die Notwendigkeit einer gr\u00fcnen Transformation\u201c, betonte Peter Wehrheim, Referatsleiter Bio\u00f6konomie und Lebensmittelsysteme bei der EU-Kommission in seinem Impulsvortrag. Die Bio\u00f6konomie biete daf\u00fcr L\u00f6sungen und sei daher auch elementarer Bestandteil des European Green Deal. Diese m\u00fcssten aber auch wirklich nachhaltig sein. So sei es wichtig, mehr \u00fcber den Gesamtverbrauch biogener Rohstoffe zu wissen. In seinem Impulsvortrag lobte er die Vorreiterrolle Deutschlands bei der Umsetzung des Konzepts Bio\u00f6konomie und insbesondere die Arbeit des Bio\u00f6konomierats. \u201eWir denken in Br\u00fcssel derzeit dar\u00fcber nach, einen europ\u00e4ischen Bio\u00f6konomierat einzusetzen\u201c, sagte Wehrheim.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Verf\u00fcgbare Technologien nutzen und verkn\u00fcpfen<\/h3>\n\n\n\n<p>Anfang September hatte der Bio\u00f6konomierat eine Stellungnahme ver\u00f6ffentlicht, wie mithilfe der&nbsp;<a href=\"https:\/\/biooekonomie.de\/nachrichten\/neues-aus-der-biooekonomie\/mit-biooekonomie-ernaehrungs-und-energiekrise-entschaerfen\">Bio\u00f6konomie die gegenw\u00e4rtige Ern\u00e4hrungs- und Energiekrise besser bew\u00e4ltigt<\/a>&nbsp;werden kann. Dar\u00fcber diskutierten am ersten Forumstag die Co-Vorsitzende des Bio\u00f6konomierates, Iris Lewandowski, mit Staatssekret\u00e4rinnen aus zwei Bundesministerien, dem Energielandwirt Thomas Karle und Raffael Wohlgensinger, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Berliner Start-ups Formo.<\/p>\n\n\n\n<p>BMBF-Staatssekret\u00e4rin Judith Pirscher betonte dabei die Notwendigkeit, sich zu vernetzen, um mit nachhaltigen Innovationen den Krisen zu begegnen und souver\u00e4n in eine klimaneutrale Zukunft zu gelangen. \u201eWir wollen Tempo machen und mehr Fortschritt wagen\u201c, sagte Pirscher. Dazu geh\u00f6re, alle verf\u00fcgbaren Technologien zu nutzen und diese klug miteinander zu verkn\u00fcpfen. \u201eWir wollen mit starker Forschung und Innovationen die Herausforderungen der Zeit meistern\u201c, sagte Pirscher.<\/p>\n\n\n\n<p>Silvia Bender, Staatssekret\u00e4rin im Bundesministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft (BMEL), sagte, f\u00fcr die Bio\u00f6konomie m\u00fcssten biobasierte Rohstoffquellen erschlossen werden, die nicht mit der Nahrungsmittelversorgung in Konkurrenz treten. \u201eWichtig ist, dass wir zunehmend auf Rest- und Abfallstoffe setzen und Klima-, Umwelt- und Artenschutz bei der Biomasseproduktion stets mitdenken\u201c, sagte sie. Die von der Bundesregierung derzeit erarbeitete Biomasse-Strategie ist Bender zufolge eine \u201egute Erg\u00e4nzung zur Nationalen Bio\u00f6konomiestrategie\u201c. Es gehe darin darum, klare Nutzungshierarchien aufzuzeigen und besser mit B\u00f6den umzugehen, so Bender.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWir m\u00fcssen lernen mit Biomasse umzugehen\u201c, betonte Energielandwirt Thomas Karle und Betreiber des Bioenergiedorfes F\u00fc\u00dfbach. In seiner Biogasanlage werden haupts\u00e4chlich pflanzliche Reststoffe wie Gem\u00fcseabputz und Weintraubentrester sowie G\u00fclle aus der Tierhaltung eingesetzt. Er sprach sich f\u00fcr \u201ekleine und regionale Strukturen\u201c, bei der Energieerzeugung aus, weil sie \u201eeffizienter und nachhaltiger\u201c seien.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Bio\u00f6konomierat r\u00e4t dazu, Agrarprodukte, die als Nahrungsmittel geeignet sind, zur Ern\u00e4hrungssicherung und nicht zur Herstellung von Energie wie Biodiesel und Ethanol zu nutzen. \u201eWir wollen keinen Verzicht, sondern Alternativen bieten\u201c, betonte Iris Lewandowski, Co-Vorsitzende des Bio\u00f6konomierates. Die Biotechnologie biete daf\u00fcr technologische Ans\u00e4tze. \u201eLangfristig brauchen wir eine resiliente Landwirtschaft\u201c, so Lewandowski. Food-Innovationen wie die von Formo hergestellten, mit Mikroorganismen erzeugten Milchersatzprodukte, haben das Potenzial, die Ern\u00e4hrung zu sichern und zugleich die Umwelt zu schonen. \u201eWas ich mir w\u00fcnsche, ist ein fairer Wettbewerb und schnellere, evidenzbasierte Verfahren bei der Zulassung\u201c, sagte&nbsp;<a href=\"https:\/\/biooekonomie.de\/akteure\/biopioniere\/der-kaesezuechter-raffael-wohlgensinger\">Formo-Gr\u00fcnder Raffael Wohlgensinger<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Bio\u00f6konomie in den Bundesl\u00e4ndern<\/h3>\n\n\n\n<p>Wie die Bundesl\u00e4nder die Umsetzung des Konzepts Bio\u00f6konomie vorantreiben, war ein weiterer Schwerpunkt am ersten Tag des Forums. An die Politik wurde eine Brosch\u00fcre mit einer \u00dcbersicht der Bio\u00f6konomieinitiativen in den Bundesl\u00e4ndern. Diese Publikation wurde in der Arbeitsgruppe \u201eL\u00e4nderinitiativen\u201c des B\u00d6R gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Bundesl\u00e4nder erarbeitet. Sie enth\u00e4lt eine \u00dcbersicht der Bio\u00f6konomieinitiativen in den Bundesl\u00e4ndern. Auf der Webseite des Bio\u00f6konomierats gibt es die Brosch\u00fcre&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.biooekonomierat.de\/publikationen\/hintergrundpapiere\/2022\/biooekonomie-in-den-laendern.php\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">zum Download<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Innovationsfinanzierung und Industriema\u00dfstab<\/h3>\n\n\n\n<p>Wie kann die gro\u00dfe Transformation hin zu einer Bio\u00f6konomie gelingen? Dar\u00fcber diskutierten Innovationsfachleute in einer weiteren Runde. Uwe Cantner von der Expertenkommission EFI sprach sich f\u00fcr hohe CO<sub>2<\/sub>-Preise aus, um neuen Materialtechnologien eine Chance zu geben. \u201eZudem m\u00fcssen b\u00fcrokratische Hindernisse beseitigt werden. Wir brauchen professionelle Formate f\u00fcr den Forschungstransfer\u201c, sagte er. Stefanie Heiden sagte, es brauche einen lenkenden Staat, der sage: \u201eWir investieren, damit ein Leitmarkt entsteht\u201c. Thorsten Billing von der KfW betonte, es sei wichtig Wachstum zu skalieren und Kapital in den Markt zu \u00fcbersetzen. Er pl\u00e4dierte daf\u00fcr, Bio\u00f6konomie-Leuchtturmprojekte auszuw\u00e4hlen und Investoren und Konsumenten daf\u00fcr zu begeistern. J\u00fcrgen Eck sagte, f\u00fcr die Wachstumsfinanzierung bed\u00fcrfe es einer Eigenkapitalfinanzierung aus dem VC-Markt heraus. Daher sei auch eine Bewertung der Bio\u00f6konomie-Produkte mittels einer entsprechenden Metrik so wichtig. \u201eSo wird messbar, ob ein Produkt wirklich nachhaltiger ist\u201c, sagte er.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Mehr Wagniskapital mobilisieren<\/h3>\n\n\n\n<p>Auch am zweiten Tag war die Politik im Berliner Studio zu Gast. Stefan Tidow, Staatsekret\u00e4r aus dem Bundesumweltministerium sagte, die Bio\u00f6konomie biete L\u00f6sungen, wenn die Biomasse nachhaltig erzeugt und genutzt werde. Das m\u00fcsse auch in gesellschaftliche Innovationen eingebettet sein. Michael Kellner, Parlamentarischer Staatssekret\u00e4r im Bundesministerium f\u00fcr Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK), sagte, das Thema Bio\u00f6konomie sei ihm mittlerweile ans Herz gewachsen. \u201eWir m\u00fcssen Ideen hochskalieren\u201c, so Kellner. Daf\u00fcr brauche es mehr Wagniskapital \u2013 etwa \u00fcber den k\u00fcrzlich gegr\u00fcndeten Zukunftsfonds oder auch die GAW-F\u00f6rderung, die zunehmend auf die Themen Klimaschutz und Nachhaltigkeit ausgerichtet w\u00fcrden. Auch Kellner betonte, die Messbarkeit von CO<sub>2<\/sub>-Fu\u00dfabdr\u00fccken m\u00fcsse weiterentwickelt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>In den weiteren Diskussionsrunden und Berichten aus den B\u00d6R-Arbeitsgruppen wurden zahlreiche Bio\u00f6konomie-relevante Themen vertieft. Mit Blick auf neue Ans\u00e4tze der Landbewirtschaftung haben die Fachleute zum Beispiel Energietechnologien wie die Agri-Photovoltaik sowie Agroforstsysteme unter die Lupe genommen. Auch mit Bioraffinerien oder einer nachhaltigen Lebensmittelversorgung mithilfe biotechnischer Ans\u00e4tze haben sich die Bio\u00f6konomieratsmitglieder besch\u00e4ftigt und pr\u00e4sentierten dazu ihre Erkenntnisse. In der abschlie\u00dfenden Podiumsdiskussion tauschten sich Expertinnen und Experten \u00fcber das Thema CO<sub>2<\/sub>-Bilanzierung und eine faktenbasierte Bewertung von Bio\u00f6konomie-Systemen aus.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erstmals richtete der seit 2020 berufene Bio\u00f6konomierat der Bundesregierung (B\u00d6R) das Bio\u00f6konomie-Forum aus, um mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Forschung und Gesellschaft \u00fcber die Rolle der Bio\u00f6konomie f\u00fcr eine nachhaltige Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft zu diskutieren. \u201eWir wollen ein Zwischenfazit der bisherigen Ratsarbeit ziehen \u2013 aber auch verdeutlichen, dass Bio\u00f6konomie ein Schl\u00fcssel ist, um [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":59,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"none","nova_meta_subtitle":"Das erste Bio\u00f6konomieforum des Bio\u00f6konomierats war ein vielseitiges Digital-Event. 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