{"id":116162,"date":"2022-09-28T07:26:00","date_gmt":"2022-09-28T05:26:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=116162"},"modified":"2022-09-23T14:18:55","modified_gmt":"2022-09-23T12:18:55","slug":"bioplastik-wie-umweltfreundlich-ist-kunststoff-aus-pflanzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/bioplastik-wie-umweltfreundlich-ist-kunststoff-aus-pflanzen\/","title":{"rendered":"Bioplastik: Wie umweltfreundlich ist Kunststoff aus Pflanzen?"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><\/h2>\n\n\n\n\n\n<p>Die Idee klingt gut:&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.nationalgeographic.de\/umwelt\/2021\/12\/sind-papiertueten-umweltfreundlicher-als-plastiktueten\">Verpackungen<\/a>&nbsp;aus nat\u00fcrlichen, nachwachsenden Rohstoffen \u2013 noch dazu kompostierbar. Ob Obst- und Gem\u00fcsebeutel, Joghurtbecher oder Kaffeekapseln: Tats\u00e4chlich finden sich immer mehr Produkte aus sogenanntem Bioplastik in den Supermarktregalen. Sind sie tats\u00e4chlich&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.nationalgeographic.de\/umwelt\/2021\/12\/sind-papiertueten-umweltfreundlicher-als-plastiktueten\">umweltfreundlicher<\/a>? L\u00e4sst sich mit ihnen sogar das weltweite&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.nationalgeographic.de\/video\/tv\/so-viel-plastikmuell-verschmutzt-unseren-planeten\">Plastikm\u00fcllproblem<\/a>&nbsp;in den Griff bekommen?<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/09\/Bildschirmfoto-2022-09-23-um-12.05.19-1024x556.png\" alt=\"Verpackungswahnsinn: Eigentlich braucht frisches Gem\u00fcse keine zweite Schale aus Plastik.\" class=\"wp-image-116189\" width=\"768\" height=\"417\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/09\/Bildschirmfoto-2022-09-23-um-12.05.19-1024x556.png 1024w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/09\/Bildschirmfoto-2022-09-23-um-12.05.19-300x163.png 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/09\/Bildschirmfoto-2022-09-23-um-12.05.19-150x81.png 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/09\/Bildschirmfoto-2022-09-23-um-12.05.19-768x417.png 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/09\/Bildschirmfoto-2022-09-23-um-12.05.19-400x217.png 400w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/09\/Bildschirmfoto-2022-09-23-um-12.05.19-1320x716.png 1320w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/09\/Bildschirmfoto-2022-09-23-um-12.05.19.png 1506w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><figcaption>Verpackungswahnsinn: Eigentlich braucht frisches Gem\u00fcse keine zweite Schale aus Plastik. Foto von&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.nationalgeographic.de\/fotograf\/adobe-stock\">Adobe Stock<\/a><\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Grunds\u00e4tzlich wird bei der Herstellung und Entsorgung von Kunststoff aus Pflanzen weniger CO2 freigesetzt als bei herk\u00f6mmlichem&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.nationalgeographic.de\/themenkomplex\/themen\/wissenschaft\/physikalische-wissenschaften\/physik\/festkoerper\/plastik\">Plastik<\/a>&nbsp;auf Erd\u00f6lbasis, erkl\u00e4rt das das&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.umweltbundesamt.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Umweltbundesamt<\/a>. Fakt ist aber auch: Nicht \u00fcberall, wo \u201e<a href=\"https:\/\/www.nationalgeographic.de\/umwelt\/2022\/05\/ist-bio-immer-besser\">Bio<\/a>\u201c draufsteht, ist auch wirklich \u201eBio\u201c drin. Denn es gibt keine einheitliche Definition f\u00fcr Bioplastik.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum einen werden Kunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen wie Mais, Kartoffeln oder Zuckerrohr als Bioplastik bezeichnet. Die Vorsilbe \u201eBio\u201c steht hier ausschlie\u00dflich f\u00fcr \u201ebiobasiert\u201c. Aus umweltfreundlichem Bioanbau m\u00fcssen die verwendeten Pflanzen damit aber noch lange nicht stammen. Zum anderem k\u00f6nnen auch Kunststoffe aus&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.nationalgeographic.de\/themenkomplex\/themen\/umwelt\/energie\/fossile-brennstoffe\">fossilen Rohstoffen<\/a>&nbsp;wie Erd\u00f6l als \u201eBio\u201c deklariert werden, sofern sie biologisch abbaubar sind.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Bioplastik: Reine Ressourcenverschwendung?<\/h3>\n\n\n\n<p>\u201eDas Label f\u00fchrt also absolut in die Irre\u201c, sagt Janine Korduan vom Bund f\u00fcr Umwelt und Naturschutz (<a href=\"https:\/\/www.bund.net\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BUND<\/a>). Bioplastik sei nicht umweltfreundlicher als herk\u00f6mmliche Kunststoffe und sollte insbesondere im Verpackungsbereich vermieden werden. Laut BUND hat die schlechte Umweltbilanz von Bioplastik verschiedene Gr\u00fcnde.<\/p>\n\n\n\n<p>Weil es meist f\u00fcr Einwegprodukte hergestellt werde, lande es schnell im&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.nationalgeographic.de\/themenkomplex\/themen\/umwelt\/abfallentsorgung\/abfall\">M\u00fcll<\/a>. Au\u00dferdem k\u00e4men die Rohstoffe \u00fcberwiegend aus der&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.nationalgeographic.de\/themenkomplex\/themen\/geschichte-und-zivilisation\/landwirtschaft\">industriellen Landwirtschaft<\/a>. Um sie anzubauen, brauche man viel Wasser, D\u00fcnger und jede Menge Pestizide. Ein weiterer Problemfaktor: F\u00fcr biobasierte Kunststoffe werden Landfl\u00e4chen genutzt, die zuvor f\u00fcr die Nahrungsmittelproduktion zur Verf\u00fcgung standen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht weniger kritisch f\u00e4llt die Bilanz des&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.wwf.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">WWF<\/a>&nbsp;aus: Biokunststoffe w\u00fcrden nur unter sehr speziellen Bedingungen abgebaut, die aber in der Natur nicht unbedingt gegeben seien. In den Ozeanen beispielsweise k\u00f6nnten viele dieser Materialien \u00fcberhaupt nicht verrotten.<\/p>\n\n\n\n<p>Selbst Biokunststoffe, die als \u201ekompostierbar\u201c gekennzeichnet sind, d\u00fcrfen in der Regel nicht einfach auf den Komposthaufen im Garten. Sie m\u00fcssen in besonderen Anlagen kompostiert werden. Doch die seien bislang Mangelware, kritisiert der WWF.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eAuch deshalb sollte Biokunststoff nicht in die Natur gelangen\u201c, unterstreicht der WWF und kommt zu einem ern\u00fcchternden Ergebnis: \u201eBioplastik ist weder geeignet, den Plastikstrudel im Meer zu dezimieren, noch das&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.nationalgeographic.de\/themenkomplex\/themen\/umwelt\/abfallentsorgung\/plastic-waste\/mikroplastik\">Mikroplastikproblem<\/a>&nbsp;zu l\u00f6sen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Auch Biokunststoff verrottet nicht einfach<\/h3>\n\n\n\n<p>Nicht weniger kritisch f\u00e4llt die Bilanz des&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.wwf.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">WWF<\/a>&nbsp;aus: Biokunststoffe w\u00fcrden nur unter sehr speziellen Bedingungen abgebaut, die aber in der Natur nicht unbedingt gegeben seien. In den Ozeanen beispielsweise k\u00f6nnten viele dieser Materialien \u00fcberhaupt nicht verrotten.<\/p>\n\n\n\n<p>Selbst Biokunststoffe, die als \u201ekompostierbar\u201c gekennzeichnet sind, d\u00fcrfen in der Regel nicht einfach auf den Komposthaufen im Garten. Sie m\u00fcssen in besonderen Anlagen kompostiert werden. Doch die seien bislang Mangelware, kritisiert der WWF.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eAuch deshalb sollte Biokunststoff nicht in die Natur gelangen\u201c, unterstreicht der WWF und kommt zu einem ern\u00fcchternden Ergebnis: \u201eBioplastik ist weder geeignet, den Plastikstrudel im Meer zu dezimieren, noch das&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.nationalgeographic.de\/themenkomplex\/themen\/umwelt\/abfallentsorgung\/plastic-waste\/mikroplastik\">Mikroplastikproblem<\/a>&nbsp;zu l\u00f6sen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Nicht umweltfreundlicher als herk\u00f6mmlicher Kunststoff<\/h3>\n\n\n\n<p>Das Umweltbundesamt (UBA) f\u00e4llt ein \u00e4hnliches Urteil. \u201eBiobasierte Kunststoffe sind noch l\u00e4ngst nicht umweltfreundlicher als herk\u00f6mmliche Kunststoffe\u201c, sagt UBA-Verpackungsexperte Gerhard Kotschik. Bei Kompostierbarkeit und Recycling spricht er sogar von einer \u201eMogelpackung\u201c. Solange es keine \u00f6kologisch vern\u00fcnftige Recylingl\u00f6sung gibt, r\u00e4t Kotschik, Biokunststoffe auf der M\u00fcllhalde zu verbrennen: \u201eDie bei der Verbrennung freiwerdende Energie l\u00e4sst sich so immerhin als Strom oder W\u00e4rme nutzen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die eigentliche L\u00f6sung aber, darin sind sich Umweltorganisationen einig, k\u00f6nne nur lauten: So wenig Plastik wie m\u00f6glich. Und wenn doch, dann Mehrweg statt Einweg.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Idee klingt gut:&nbsp;Verpackungen&nbsp;aus nat\u00fcrlichen, nachwachsenden Rohstoffen \u2013 noch dazu kompostierbar. Ob Obst- und Gem\u00fcsebeutel, Joghurtbecher oder Kaffeekapseln: Tats\u00e4chlich finden sich immer mehr Produkte aus sogenanntem Bioplastik in den Supermarktregalen. Sind sie tats\u00e4chlich&nbsp;umweltfreundlicher? L\u00e4sst sich mit ihnen sogar das weltweite&nbsp;Plastikm\u00fcllproblem&nbsp;in den Griff bekommen? 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