{"id":11605,"date":"2009-02-26T00:00:00","date_gmt":"2009-02-25T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20090226-05n"},"modified":"2009-02-26T00:00:00","modified_gmt":"2009-02-25T22:00:00","slug":"modifizierte-buchenholzprodukte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/modifizierte-buchenholzprodukte\/","title":{"rendered":"Modifizierte Buchenholzprodukte"},"content":{"rendered":"<p><b>Am 3. M\u00e4rz 2009 pr\u00e4sentiert der Forscherverbund &#8220;Modifizierte Buchenholzprodukte&#8221; in G\u00f6ttingen die Ergebnisse seiner vierj\u00e4hrigen Arbeit. Auf dem Kolloquium &#8220;Klimawandel und Ressourcenknappheit&#8221; werden praxisreife Furnierformholzprodukte aus Buche gezeigt, die auf Basis der innovativen Vernetzertechnik gefertigt wurden. Bereits jetzt haben die Produkte ihren Platz im Garten-, Park- und Feuchtraumsektor gefunden. Gef\u00f6rdert wurde das Projekt durch das Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des F\u00f6rderschwerpunktes &#8220;Nachhaltige Waldwirtschaft&#8221;.<\/b><\/p>\n<p><img SRC=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20090226-05\/newsimage.jpg\" align=\"right\" style=\"margin-left:10px;\" BORDER=\"0\" ALT=\"newsimage.jpg\"\/>DMDHEU hei\u00dft die Zauberformel. Mit ihrer Hilfe verwandelt sich Buche &#8211; aus einem Holz, das bei N\u00e4sse quillt und fault in ein Material, das widerstandsf\u00e4hig ist wie Eukalyptus und dauerhaft wie Teak. Und so lassen sich aus Buchenholz inzwischen T\u00fcren und Fenster, Terrassendielen und Skateboards, Gartenst\u00fchle und Saunab\u00e4nke fertigen. Einst hie\u00df es, die beste Verwendung f\u00fcr Buchenholz sei ein Kamin.<\/p>\n<p>Was nun steckt hinter DMDHEU? Welche Prozesse f\u00fchren zum hochwertigen Werkstoff? Was ist das Ergebnis? Warum \u00fcberhaupt sollen die derzeit \u00fcbersch\u00fcssigen Mengen an Buchenholz nicht einfach verbrannt werden &#8211; sind nachwachsende Rohstoffe nicht als Energietr\u00e4ger hei\u00df begehrt? Diese Fragen haben Wissenschaftler der G\u00f6ttinger Georg-August-Universit\u00e4t in den zur\u00fcckliegenden vier Jahren unter dem Dach des Verbundes &#8220;Buchenholzprodukte&#8221; verfolgt. Jetzt stellen sie ihre Produkte auf dem Kolloquium &#8220;Klimawandel und Ressourcenknappheit&#8221; vor, das am 3. M\u00e4rz an der Universit\u00e4t G\u00f6ttingen stattfindet.<\/p>\n<p>Gemeinsam mit jeweils drei wissenschaftlichen und Industriepartnern forschten die Holzbiologen um Prof. Holger Militz und Dr. Peter Rademacher zu grundlegenden Fragen der Modifizierung von Buchenholz. Der Umbau der deutschen Forste von Nadelmonokulturen hin zu Misch- und Laubw\u00e4ldern l\u00e4uft seit einem Vierteljahrhundert; er gr\u00fcndet sich vor allem auf die Buche, die hierzulande als standortgerechte Baumart schlechthin gilt. Im Laufe der Entwicklung erh\u00f6ht sich der Anteil von Buche &#038; Co. an der Waldfl\u00e4che; und auch wenn Laubb\u00e4ume bis zu 40, 50 Jahre sp\u00e4ter als Nadelb\u00e4ume hiebsreif sind, Laubholz wird bereits in 20 Jahren rund 48 Prozent der Holzernte ausmachen. Bisher sind es 38 Prozent. \u00d6kologisch ist der Anbau standortgerechter Baumarten zweifelsohne ein Gewinn. Ob er es auch \u00f6konomisch sein wird, h\u00e4ngt von der Nachfrage ab. Damit es sich f\u00fcr die Holzindustrie in Deutschland und in Mitteleuropa lohnt, von Fichte auf Buche umzusteigen, bedarf es einer Produktpalette, die quantitativ umfangreich und qualitativ hochwertig ist.<\/p>\n<p>Bislang liegt diese Produktpalette in Ans\u00e4tzen vor. Buchenvollholz- und Furnierprodukte sind vielfach im Holzfachhandel und in Einrichtungsh\u00e4usern zu finden. Doch wenn es um Warensegmente des Au\u00dfen- und Nassbereichs geht, wird \u00fcblicherweise auf Tropenh\u00f6lzer zur\u00fcckgegriffen oder auf behandelte Nadelh\u00f6lzer. Aber diese Situation l\u00e4sst sich aufl\u00f6sen &#8211; mit Dimethylol dihydroxy ethylene urea, kurz DMDHEU. DMDHEU wird derzeit vor allem in der Textilbranche eingesetzt; die wasserl\u00f6sliche, biozidfreie Substanz reagiert stark mit den freien Hydroxylgruppen der Zellulose und Hemizellulose. Die freien Hydroxylgruppen verursachen die Anf\u00e4lligkeit des Holzes. Gelangt nun DMDHEU durch einen Wechsel von Druck und Vakuum ins Innere des Holzes, binden deren Vernetzermolek\u00fcle an die Hydroxylgruppen &#8211; auf diese Weise wird das Holz dauerhaft in einen gequollenen Zustand versetzt. Zus\u00e4tzliche Hitze und Magnesiumchlorid als Katalysator bewirken, dass sich die Molek\u00fcle untereinander oder mit der Zellwand vernetzen. Bei richtiger Koordination der Prozesse beh\u00e4lt Buchenholz seine Vorz\u00fcge als herausragendes Nutzholz und gewinnt wichtige Vorteile des Tropenholzes hinzu: Hohe Dauerhaftigkeit, Dimensionsstabilit\u00e4t, Widerstandsf\u00e4higkeit und Festigkeit.<\/p>\n<p>Mit der Resistenz gegen F\u00e4ulnis und der Best\u00e4ndigkeit gegen\u00fcber N\u00e4sse sowie dem Aufstieg in die Dauerhaftigkeitsklasse I und II lassen sich nun Produkte entwickeln, die bislang aus tropischen H\u00f6lzern oder nicht nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden. Noch m\u00fcssen Anwendungen im Vollholzbereich optimiert und weitere Nutzungen zusammen mit der Holzindustrie erarbeitet werden &#8211; doch schon jetzt zeigen Picknickgarnituren, Schalensitze f\u00fcr Bushaltestellen, Doppeltore und Terrassenst\u00fchle was machbar ist, wenn die Zauberformel DMDHEU zum Einsatz kommt: Langlebige Produkte gefertigt aus einem heimischen, nachwachsenden Rohstoff.<\/p>\n<p>Der Forschungsverbund &#8220;Modifizierte Buchenholzprodukte&#8221; geh\u00f6rt als eines von 25 Verbundprojekten zum F\u00f6rderschwerpunkt &#8220;Nachhaltige Waldwirtschaft&#8221; des Bundesministeriums f\u00fcr Bildung und Forschung (BMBF). Das BMBF finanziert den F\u00f6rderschwerpunkt im Zeitraum 2005 bis 2010 mit rund 30 Millionen Euro. Am Helmholtz-Zentrum f\u00fcr Umweltforschung (UFZ) ist die wissenschaftliche Begleitung und Koordinierung des F\u00f6rderschwerpunktes angesiedelt. Aufgabe der wissenschaftlichen Begleitung ist es, auf nationaler und europ\u00e4ischer Ebene ein Netzwerk f\u00fcr Wissenschaft und Praxis zu schaffen und zu koordinieren; von hier aus wird auch die \u00d6ffentlichkeitsarbeit f\u00fcr den F\u00f6rderschwerpunkt gesteuert. In seiner Gesamtheit befasst sich der F\u00f6rderschwerpunkt vor allem mit drei Fragestellungen: Wie kann die Wertsch\u00f6pfungskette Forst-Holz sowohl gewinnorientiert als auch \u00f6kologisch vertr\u00e4glich und sozial gerecht optimiert werden? Wie k\u00f6nnen Waldlandschaften so genutzt werden, dass die Lebensqualit\u00e4t der Menschen verbessert wird und gleichzeitig die Ressourcen langfristig gew\u00e4hrleistet sind? Wie sieht der Wald der Zukunft aus?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Am 3. M&auml;rz 2009 pr&auml;sentiert der Forscherverbund &#8220;Modifizierte Buchenholzprodukte&#8221; in G&ouml;ttingen die Ergebnisse seiner vierj&auml;hrigen Arbeit. 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