{"id":115936,"date":"2022-09-23T07:35:00","date_gmt":"2022-09-23T05:35:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=115936"},"modified":"2022-09-20T13:09:17","modified_gmt":"2022-09-20T11:09:17","slug":"vielversprechende-alternative-fur-verpackungen-senkt-den-co2-fusabdruck-der-kunststoffindustrie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/vielversprechende-alternative-fur-verpackungen-senkt-den-co2-fusabdruck-der-kunststoffindustrie\/","title":{"rendered":"Vielversprechende Alternative f\u00fcr Verpackungen senkt den CO2-Fu\u00dfabdruck der Kunststoffindustrie"},"content":{"rendered":"\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cordis.europa.eu\/docs\/news\/images\/2022-09\/442110.jpg\" alt=\"\" width=\"606\" height=\"455\"\/><figcaption>\u00a9 Ilina Yuliia, Shutterstock<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Kunststoffe richten auf dem Planeten Schaden an \u2013 das steht fest. Doch ob man sie mag oder nicht \u2013 sie stellen einen festen Bestandteil des modernen Lebens dar. Deshalb hat sich ein Wissenschaftsteam mit Alternativen zu Kunststoffen aus nicht erneuerbarem Erd\u00f6l besch\u00e4ftigt. Als ein vielversprechendes Polymer gilt Polyethylenfuranoat (PEF), eine zu 100% biobasierte Alternative zum erd\u00f6lbasierten Polyethylenterephthalat (PET), aus dem jedes Jahr \u00fcber 500 Milliarden Kunststoffflaschen angefertigt werden. PET ist die chemische Bezeichnung f\u00fcr Polyester. <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Eine von Fachleuten begutachtete Lebenszyklusanalyse (Life-Cycle Assessment, LCA) der vom niederl\u00e4ndischen Chemietechnologie-Unternehmen Avantium ausgearbeiteten PEF-Anwendungen hat nun ergeben, dass es zu einer erheblichen Verringerung der THG-Emissionen f\u00fchren w\u00fcrde, bei der Herstellung von 250-ml- und 500-ml-Flaschen den fossilen Kohlenstoff in PET durch vollst\u00e4ndig erneuerbaren Kohlenstoff in PEF zu ersetzen. Die LCA wurde im Rahmen des von Avantium koordinierten EU-finanzierten <a href=\"http:\/\/peference.eu\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Projekts PEFerence<\/a> durchgef\u00fchrt. <\/p>\n\n\n\n<p>Das niederl\u00e4ndische Unternehmen hat eine Technologie namens YXY\u00ae entwickelt, mit der Zucker auf Pflanzenbasis in ein vollst\u00e4ndig rezyklierbares Polymer umgewandelt wird. Das daraus resultierende, zu 100% biobasierte, kreislauff\u00e4hige und abbaubare Polymer verbindet Umwelteigenschaften mit einer im Vergleich zu PET \u00fcberlegenen Leistung. Es verf\u00fcgt \u00fcber bessere Barriereeigenschaften f\u00fcr CO<sub>2<\/sub> und Sauerstoff (wodurch sich die Haltbarkeit der verpackten Erzeugnisse verl\u00e4ngert) und eine h\u00f6here mechanische Festigkeit (was zu d\u00fcnneren PEF-Verpackungen f\u00fchrt, die weniger Ressourcen ben\u00f6tigen). Au\u00dferdem bietet es eine um 12\u00b0C h\u00f6here Hitzebest\u00e4ndigkeit als PET. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eDer Hauptbaustein von PEF, FDCA (2,5-Furandicarbons\u00e4ure), kann aus Zuckern (Fruktose), z.B. aus Weizen, Mais und Zuckerr\u00fcben, hergestellt werden. FDCA wird mit pflanzenbasiertem Monoethylenglykol (MEG) polymerisiert. Heraus kommt ein 100% pflanzenbasiertes PEF-Polymer. Wenn die Technologie voll entwickelt ist, kann PEF auch aus Zellulose und damit aus land- und forstwirtschaftlichen Abfallstr\u00f6men hergestellt werden. Das derzeitige Verfahren von Avantium basiert auf St\u00e4rke aus europ\u00e4ischem Weizen\u201c, hei\u00dft es in einer\u00a0<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/nova-institute.eu\/press\/?id=363\" target=\"_blank\">Pressemitteilung<\/a>\u00a0auf der Website des deutschen Projektpartners <strong>nova-Institut<\/strong>, das die LCA durchgef\u00fchrt hat.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Erkenntnisse aus der Lebenszyklusanalyse<\/h3>\n\n\n\n<p>In der Lebenszyklusanalyse wurden 16 verschiedene Wirkungskategorien analysiert, die die Umweltauswirkungen von PEF-Verpackungsl\u00f6sungen in allen relevanten Nutzungsphasen vom \u201evon der Wiege bis zur Bahre\u201c abdecken. Die Ergebnisse deuteten an, dass PEF-Flaschen die Treibhausgasemissionen im Vergleich zu PET-Flaschen um 33% senken w\u00fcrden. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201ePEF f\u00fchrt auch zu einem um 45% geringeren Verbrauch an endlichen Ressourcen und verringert den Druck auf abiotische Ressourcen (Mineralien und Metalle) um 47%, da die mechanischen Eigenschaften von PEF ein geringeres Verpackungsgewicht erm\u00f6glichen. In anderen Impact-Kategorien w\u00fcrden PET-Flaschen jedoch besser abschneiden als PEF-Flaschen. Das ergibt sich haupts\u00e4chlich aus der derzeitigen Rohstoffquelle.\u201c <\/p><p>PEF kann zudem in Mehrschichtverpackungen eingesetzt werden, wenn eine Einschichtverpackung nicht ausreicht, um die erforderliche Haltbarkeit zu gew\u00e4hrleisten. In der <strong>Pressemitteilung<\/strong> hei\u00dft es: \u201eIn der LCA wurden auch 250-ml-Mehrschichtflaschen aus PET und PEF mit einem PEF-Anteil von 10% untersucht und mit PET\/PA-Referenzflaschen verglichen. Diese hatten einen \u00fcblichen Anteil von 7% PA (Polyamid). Die Analyse ergab, dass der Ersatz der PA-Schicht durch PEF zu einer erheblichen Verringerung der Treibhausgasemissionen um etwa 37% f\u00fchrt, was haupts\u00e4chlich auf die Recyclingf\u00e4higkeit des PET\/PEF-Systems gegen\u00fcber der Nicht-Recyclingf\u00e4higkeit des PA-haltigen Systems zur\u00fcckzuf\u00fchren ist. Dieser Materialersatz w\u00fcrde auch zu einer erheblichen Verringerung des Bedarfs an endlichen Ressourcen beitragen (-37% an fossilen Brennstoffen und -52% an Mineralien und Metallen).\u201c <\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Das Ziel von <a href=\"http:\/\/peference.eu\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">PEFerence<\/a> (From bio-based feedstocks via di-acids to multiple advanced bio-based materials with a preference for polyethylene furanoate) ist die Errichtung der weltweit ersten gro\u00dftechnischen, kosteneffizienten FDCA-Anlage. Der Projekttr\u00e4ger Avantium beabsichtigt, diese Anlage im Jahr 2024 in Betrieb zu nehmen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kunststoffe richten auf dem Planeten Schaden an \u2013 das steht fest. Doch ob man sie mag oder nicht \u2013 sie stellen einen festen Bestandteil des modernen Lebens dar. Deshalb hat sich ein Wissenschaftsteam mit Alternativen zu Kunststoffen aus nicht erneuerbarem Erd\u00f6l besch\u00e4ftigt. Als ein vielversprechendes Polymer gilt Polyethylenfuranoat (PEF), eine zu 100% biobasierte Alternative zum [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":59,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"none","nova_meta_subtitle":"Ein neues biobasiertes Polymer k\u00f6nnte eine gute Nachricht f\u00fcr die Umwelt bereithalten. Eine k\u00fcrzlich durchgef\u00fchrte Bewertung seiner Industrieproduktion und seiner Verwendung in Flaschen deutet auf eine unter Umst\u00e4nden erhebliche Verringerung der Treibhausgasemissionen (THG-Emissionen) hin","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[12257,11841,13453,12344],"supplier":[742,1871,4],"class_list":["post-115936","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","tag-biopolymere","tag-kreislaufwirtschaft","tag-kunststoffe","tag-verpackungen","supplier-avantium-technologies-bv","supplier-cordis","supplier-nova-institut-gmbh"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/115936","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/59"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=115936"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/115936\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=115936"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=115936"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=115936"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=115936"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}